Neapel

oder Das Schweigen der Sirene

Marc Buhl, Christian Seeling

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Beschreibung

Er weiß nicht mehr, wie er zu diesem Baedeker aus dem Jahre 1911 gekommen ist, doch er beschließt, seinen Spuren zu folgen, selbst in das magische Neapel zu reisen und die Stadt zu entdecken. Marc Buhl kommt in kleinen Hotels, Pensionen oder WG-Zimmern unter, lässt sich Zeit, lässt sich treiben vom Gefühl und vom Tempo der Stadt. In seinen Notizbüchern sammelt er Eindrücke, Szenen, Schnappschüsse, hält er Gerüche, Assoziationen, Details, Verbindungen und Gefühle fest, um sie später wieder aufleben zu lassen und mit dem Leser zu teilen. Die Stadt beschert ihm außergewöhnliche Begegnungen mit Menschen, die ihm Geschichten erzählen über Neapel, über ihr Leben, über die Politik, und fasziniert ihn mit ihrem Entstehungsmythos um die Sirene Parthenope, deren tödlichem Gesang Odysseus entkommen konnte. So taucht er ein in die Geschichte der Stadt und das Leben ihrer Bewohner. Vergangenes und Gegenwärtiges verbinden sich ebenso wie Allgemeines und Persönliches, Reales und Fantastisches. Bei seinen Begegnungen mit und in Neapel begegnet Buhl sich auch immer wieder selbst. Das Vergangene bleibt stets gegenwärtig.

Marc Buhl, 1967 in Sindelfingen geboren, war Journalist für verschiedene Tageszeitungen und Presseagenturen und ist heute Schriftsteller, Lehrer und Dozent an der Freiburger Universität. Seit 2002 veröffentlichte er Romane im Eichborn Verlag, in der Frankfurter Verlagsanstalt und bei Blink Books. Seine Bücher wurden ins Polnische, Französische und Hebräische übersetzt. Zuletzt ist von ihm erschienen: Die Auslöschung der Mary Shelley (2014).

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 01.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7374-0753-3
Verlag Corso ein Imprint von Verlagshaus Römerweg
Maße (L/B/H) 24,6/17,2/2,2 cm
Gewicht 625 g
Auflage 1. Auflage
Fotografen Christian Seeling

Kundenbewertungen

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Jede Zeile ein Genuss
von Alais aus Wuppertal am 11.05.2020

Mit diesem Reiseroman beschreitet Marc Buhl für mich ungewohnte Wege. Ein Mann reist mit einem Reiseführer aus dem Jahr 1911 im Gepäck außerhalb der Touristensaison nach und durch Neapel. Was sich auf den ersten Blick als schlichter Reisebericht präsentiert, wird nach und nach mit Betrachtungen, Gedanken und Erlebnissen, welche ... Mit diesem Reiseroman beschreitet Marc Buhl für mich ungewohnte Wege. Ein Mann reist mit einem Reiseführer aus dem Jahr 1911 im Gepäck außerhalb der Touristensaison nach und durch Neapel. Was sich auf den ersten Blick als schlichter Reisebericht präsentiert, wird nach und nach mit Betrachtungen, Gedanken und Erlebnissen, welche zum Teil die Grenze der Wirklichkeit zu überschreiten scheinen, angereichert. Dieses Spiel mit Wirklichkeit und Fantasie ist sehr geschickt gestaltet, da sich immer auch eine natürliche Erklärung bietet. Ich hatte das Glück, vor ein paar Jahren einmal einen kurzen Aufenthalt in Neapel verbringen zu können, und dieses ungewöhnliche Eintauchen in die faszinierende Welt Neapels spiegelt sehr schön den Charakter dieser Stadt mit dem erstaunlichen Nebeneinander von Vergangenheit und Gegenwart, wie ich sie erlebt habe, wider und bot mir gleichzeitig eine Fülle neuer Informationen zum Staunen und Träumen. Der Autor zeichnet ein Bild Neapels, das voller farbenfroher Lebendigkeit und von einer bodenständigen Schönheit ist, aber auch gleichzeitig geprägt von der Vorstellungskraft der Menschen, die auch bei der Entstehung dieser Stadt eine große Rolle gespielt hat: Parthenope, so lautete einst der Name einer kleinen Siedlung an dieser Stelle, benannt nach der griechischen Sirene, deren lebloser Körper dort an Land gespült worden sei, und später der dichterische Name Neapels, das Parthenope zur Stadtgöttin erhob. Und Parthenope ist es auch, der wir Leser in diesem Reiseroman immer wieder begegnen, ob als lebende Statue oder Exponat im archäologischen Museum. Dieses Eintauchen in das neapolitanische Kulturerbe und in die Mythen der Vergangenheit, vor allem aber auch die Einblicke in das Lebensumfeld einiger Bewohner des modernen Neapels bieten eine Fülle von kleinen Wissensperlen. Dabei wirkt das Buch keineswegs überladen und es wird trotz einiger aufregender Erlebnisse sehr entspannt erzählt, sodass ich mich beim Lesen wie im Urlaub fühlte. Der Autor schöpft aus einem reichen Wortschatz und bildet wohlgeformte, elegante Sätze, die das bunte Kaleidoskop Neapels treffend darstellen und gleichzeitig eine wohltuende Ruhe ausstrahlen. Begeistert haben mich neben dem Text auch die großformatigen, künstlerischen Fotos von Christian Seeling, die Neapel in all seinen Facetten zeigen und mich an Bölls Beschreibung von Wuppertal als einer Stadt, "die sich nicht schminkt" erinnern - solche Städte mochte ich immer schon besonders gerne. Ein einfach wunderbares Buch, um auch in Coronazeiten wenigstens "lesend" auf Reisen gehen zu können!

Wunderbare Verschmelzung
von einer Kundin/einem Kunden aus Bremerhaven am 02.05.2020

Eine Lesereise par excellence hatte ich mit dem Buch „Neapel oder Das Schweigen der Sirene“ von Marc Buhl. Es beginnt mit dem Cover, welches ein Foto von Neapel abbildet, und zieht sich durch das gesamte Buch. Für einen Roman ungewöhnlich sind die vielen Fotos die sich in sehr gelungener Form mit dem Text abwechseln. Genau genom... Eine Lesereise par excellence hatte ich mit dem Buch „Neapel oder Das Schweigen der Sirene“ von Marc Buhl. Es beginnt mit dem Cover, welches ein Foto von Neapel abbildet, und zieht sich durch das gesamte Buch. Für einen Roman ungewöhnlich sind die vielen Fotos die sich in sehr gelungener Form mit dem Text abwechseln. Genau genommen ist es eine Mischung aus Roman und Reisebericht, für den Leser verschmelzen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Mit leisen Tönen führt der Autor den Leser durch das Buch und damit auch durch Neapel. Man lernt Sehenswürdigkeiten kennen, die teilweise dem „normalen Touristen“ verwehrt bleiben, man trifft Menschen und erfährt viele Hintergrundinformationen. Das langsame Tempo des Buches ist sehr angenehm denn so kann man zwischendurch im Text und bei den Fotos verweilen, ohne den Gedanken das man jetzt unbedingt schon weiter will. Mir hat das sehr gut gefallen und dadurch den Lesespaß zu einem Lesegenuss gemacht. Der Protagonist beginnt seine Reise in einem Vulkan westlich Neapels und begibt sich auf das Abenteuer Neapel zu erkunden. Langsam und ruhig nähert er sich der Stadt, dabei wechselt er die Unterkünfte und lernt viele Menschen kennen, die durch ihre Geschichte seine Reise und damit auch das Buch sehr bereichern. Mit seinem Reiseführer aus dem Jahr 1911 folgt er viele Spuren und begegnet dabei immer wieder dem Mythos der Sirene Parthenope. Er betrachtet viele Dinge erst von der Oberfläche um dann ins Innere, in die Tiefe zu gelangen und manchmal sogar so weit das er sich wünscht nicht so tief eingetaucht zu sein. Im Laufe des Buches erklärt sich auch der zweite Teil des Buchtitels „ Neapel oder das Schweigen der Sirene“. Mit all seinen Facetten ist das ein sehr gelungenes Buch und sollte von jedem gelesen werden der sich für Neapel interessiert. Und wer weiß vielleicht ist das Buch ja eine Grundlage um selbst Neapel zu erkunden und seine eigene Geschichte daraus zu schreiben.

Parthenope, Januarius und andere Neapolitaner
von einer Kundin/einem Kunden aus Igensdorf am 02.05.2020

Zum Inhalt: Auf den Spuren eines alten Baedekers aus dem Jahre 1911 geht Marc Buhl mit dem Leser auf eine Reise nach Neapel. Unterwegs sammelt er Eindrücke, Szenen und Geschichten in Notizbüchern. Es war für mich weniger Neapel, was dieses Buch ausmachte - es waren für mich die eindrucksvollen Schilderungen der Menschen sowie... Zum Inhalt: Auf den Spuren eines alten Baedekers aus dem Jahre 1911 geht Marc Buhl mit dem Leser auf eine Reise nach Neapel. Unterwegs sammelt er Eindrücke, Szenen und Geschichten in Notizbüchern. Es war für mich weniger Neapel, was dieses Buch ausmachte - es waren für mich die eindrucksvollen Schilderungen der Menschen sowie die Verbindungen von Vergangenem und Gegenwärtigen. Bei seinen ausdrucksvollen und detailgenauen Beschreibungen fühlt man sich als Leser mitten im Geschehen. Doch nicht nur Positives wird hier erwähnt. Auch negative Erfahrungen, unschöne Szenen und nachdenkliche Assoziationen teilt der Autor immer wieder mit dem Leser. Es bleibt genug Luft und Freiheit, sich seinen eigenen Gedanken hinzugeben. Der Schreibstil ist brilliant - das Schreibtempo eher gemächlich, ruhig und ausdrucksstark. Natürlich erfährt der Leser auch vieles über den Entstehungsmythos der Sirene Parthenope. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch den Text. Fazit: Ein Meisterwerk der Erzählkunst, das den Leser von der ersten Zeile an gefangen nimmt. Was fiktiv oder real an diesem Reisebericht ist, entscheidet der Leser selbst. Die auf die Erzählung sehr gut abgestimmten Fotos sind eine zusätzliche Augenweide in diesem wunderbaren Buch. Darum von mir volle 5 Punkte mit der Gewissheit, dass dieses Buch einen besondern Platz bei mir bekommt und bestimmt noch oft in die Hand genommen wird.


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