Warenkorb
if (typeof merkur !== 'undefined') { $(document).ready(merkur.config('COOKIECONSENT').init); }

Tausend Zeilen Lüge

Das System Relotius und der deutsche Journalismus

Es war der größte Fälschungsskandal seit Jahrzehnten: Ein Reporter des "Spiegel" hatte Reportagen und Interviews aus dem In- und Ausland geliefert, bewegend und oftmals mit dem Anstrich des Besonderen. Sie alle wurden vom "Spiegel" und seiner legendären Dokumentation geprüft und abgenommen, sie wurden gedruckt, und der Autor Claas Relotius wurde mit Preisen geradezu überhäuft. Aber: Sie waren – ganz oder zum Teil – frei erfunden.
Juan Moreno hat, eher unfreiwillig und gegen heftigen Widerstand im "Spiegel“, die Fälschungen aufgedeckt. Hier erzählt er die ganze Geschichte vom Aufstieg und Fall des jungen Starjournalisten, dessen Reportagen so perfekt waren, so stimmig, so schön. Claas Relotius schrieb immer genau das, was seine Redaktionen haben wollten. Aber dennoch ist zu fragen, wieso diese Fälschungen jahrelang unentdeckt bleiben konnten. Juan Moreno schreibt mehr als die unglaubliche Geschichte einer beispiellosen Täuschung, er fragt, was diese über den Journalismus aussagt.
Portrait
Juan Moreno, geboren 1972 in Huercal-Overa/Spanien, aufgewachsen in Hanau, Studium der Volkswirtschaftslehre in Konstanz, Florenz und Köln. Kurzzeitig tätig fürs Fernsehen und Absolvierung der Deutsche Journalistenschule in München. Wöchentlich erscheint seine Kolumne "Von mir aus" in der Wochenendbeilage der SDZ. Der Autor lebt in Berlin.
… weiterlesen
  • Artikelbild-0
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails

Einband Paperback
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 17.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7371-0086-1
Verlag Rowohlt, Berlin
Maße (L/B/H) 21,1/13,6/3 cm
Gewicht 352 g
Abbildungen mit 4 schwarzweissen Fotos
Auflage 6. Auflage
Verkaufsrang 13100
Buch (Paperback)
Buch (Paperback)
18,00
18,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Ihr Feedback ist anonym. Wir nutzen es, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kundenservice wenden.

Buchhändler-Empfehlungen

Informativ und sympathisch geschrieben

Kristin Reinert, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Ein hochinteressantes und intelligent geschriebenes Buch, das Klarheit in die Spiegel-Affäre umd Claas Relotius bringt. Der Aufbau ist gut strukturiert, sodass man logisch dem Werdegang und den Hintergründen seiner Lügen und Persönlichkeit folgen kann. Dadurch bekommt der Leser nachvollziehbare mögliche Erklärungen, warum so lange kaum jemand etwas bemerkt oder auch nur geahnt hat.

Andreas Koch, Thalia-Buchhandlung Bergisch Gladbach

Spannende Darstellung wie der Ex-Spiegel Journalist Claas Relotius es geschafft hat, die Öffentlichkeit und seinen Arbeitgeber zu täuschen. Wieso sind seine Publikationen nicht ausreichend geprüft worden? Wieso fiel er anfangs nicht auf? Erhellend und kritisch.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
9 Bewertungen
Übersicht
6
3
0
0
0

Juan Moreno entlarvt Claas Relotius, hält uns aber auch einen Spiegel vor
von Dominik Alexander am 25.12.2019

Ich gebe zu, dass ich schon ein wenig schadenfroh war, als publik wurde, dass Claas Relotius, der hell leuchtende Stern am Reporterhimmel, nichts anderes als ein Schwindler und Betrüger war. Doch er konnte nur groß werden, weil andere ihn groß werden ließen. Wie es dazu kam, beleuchtet Juan Moreno auf geradezu sanfte Weise. Er ... Ich gebe zu, dass ich schon ein wenig schadenfroh war, als publik wurde, dass Claas Relotius, der hell leuchtende Stern am Reporterhimmel, nichts anderes als ein Schwindler und Betrüger war. Doch er konnte nur groß werden, weil andere ihn groß werden ließen. Wie es dazu kam, beleuchtet Juan Moreno auf geradezu sanfte Weise. Er klagt in seinem Buch nie an, ist selbst nicht schadenfroh oder freut sich gar diebisch darüber, Relotius als Einzigem auf die Schliche gekommen zu sein. Tatsächlich ist er das auch nicht. Bereits vor Dezember 2018 hatten Chefredakteure oder Herausgeber anderer Zeitschriften Zweifel an den Reportagen, die Relotius ihnen angeboten hatte. Irgendwie hatte der sich jedoch immer herausreden können. Reden - das schien Relotius' wirkliche Stärke gewesen zu sein. Schreiben war es nicht. Eher noch Zuhören - was wollen die Menschen lesen? Schwarz-weiß, kein verwaschenes Grau? Dann bekommen sie Schwarz-weiß! Ich habe Juan Morenos "Tausend Zeilen Lüge" verschlungen. Als Wissenschaftler liegen mir Fakten am Herzen. Als Autor und Journalist weiß ich, dass Recherche und Gespräche mit Augenzeugen essentiell sind. Zu lesen, wie Relotius "gearbeitet" hat und dafür mit Preisen und Lobreden überhäuft wurde, ist ein Schlag ins Gesicht für jeden ernsthaft arbeitenden Journalisten und Reporter. Juan Moreno klagt nicht direkt an, er schreibt tatsächlich - getreu dem Spiegel-Motto - "was ist". Dennoch sind einige moderne Missstände innerhalb des Publikums lesbar. Das Schwarz-weiß-Denken wird nicht mehr nur von diversen Algorithmen suggeriert, sondern mittlerweile vom Publikum auch gewünscht. Schwarz und Weiß, Gut und Böse - in einer globalisierten Welt, die immer stärker zusammenrückt, schafft dieses Denken eine vermeintliche Ordnung, die in der Realität nicht existiert. Diese Erwartung hat Relotius gerne bedient. Fazit: "Tausend Zeilen Lüge" von Juan Moreno ist ein wichtiges Buch, das eingängig geschrieben ist, dafür aber stets sachlich bleibt. Dass Relotius über seinen Anwalt nun seinerseits Juan Moreno der Lüge bezichtigt, ist armselig und lächerlich.

Ein Krimi der einen nicht aufhören lässt!
von einer Kundin/einem Kunden am 19.11.2019

Ich lese gerne und viele investigative Bücher - Panama Papers, beide Football Leaks usw aber dieses Buch hat mich wirklich nicht aufhören lassen. Von Anfang an packend (und das obwohl ich als Spiegel-Abonnent die Hintergründe schon kannte) aber ab Seite 200 ist aufhören unmöglich!!! Man setzt sich in Morenos Lage hinein und freu... Ich lese gerne und viele investigative Bücher - Panama Papers, beide Football Leaks usw aber dieses Buch hat mich wirklich nicht aufhören lassen. Von Anfang an packend (und das obwohl ich als Spiegel-Abonnent die Hintergründe schon kannte) aber ab Seite 200 ist aufhören unmöglich!!! Man setzt sich in Morenos Lage hinein und freut sich für ihn mit!!! Last but not least, in meinem guten Glauben ist Relotius ein Einzelfall der durch Glück so weit gekommen ist. Jetzt im Nachhinein sind die damals für ihn glücklichen Umstände umgekehrt gelaufen!

von einer Kundin/einem Kunden aus Oberhausen am 11.10.2019
Bewertet: anderes Format

Keine Anklage, sondern ein journalistischer Krimi und eine kluge Reflexion über den Journalismus. Morenos Buch ist außerordentlich lesenswert: spannend, aber nicht voyeuristisch, klug, aber nicht besserwisserisch, lang, aber nicht langatmig, dokumentarisch, aber nicht trocken.