Meine Filiale

Die Gedächtnislosen

Erinnerungen einer Europäerin

Géraldine Schwarz

(1)
Die Leseprobe wird geladen.
Buch (Paperback)
Buch (Paperback)
20,00
20,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei

Weitere Formate

Paperback

20,00 €

Accordion öffnen

gebundene Ausgabe

28,00 €

Accordion öffnen

eBook (ePUB)

17,99 €

Accordion öffnen

Beschreibung

Géraldine Schwarz schreibt mit "Die Gedächtnislosen" Geschichte, europäische Geschichte. Ihre hochaktuelle These: Die rechtpopulistischen Strömungen in Europa lassen sich damit erklären, wie der Kontinent nach dem letzten großen Krieg sich mit seiner Geschichte auseinandergesetzt hat. Zur Veranschaulichung verknüpft die in Frankreich aufgewachsene deutsch-französische Autorin ihre Familiengeschichte mit der großen Geschichte und stellt dazu reiches Quellenmaterial in überraschend aufschlussreiche Zusammenhänge.

Géraldine Schwarz entdeckt eines Tages, dass ihr deutscher Großvater, ein Mitglied der NSDAP, 1938 ein jüdisches Unternehmen in Mannheim im Zuge der Arisierung erworben hat. Nach dem Krieg weigert sich Karl Schwarz, dem einzigen Überlebenden der in Auschwitz ermordeten Fabrikantenfamilie, Julius Löbmann, Reparationen zu zahlen. Hier beginnt ihre Recherche über drei Generationen ihrer Familie, dabei stets mit der Frage, wie die Verwandten und andere sich der Vergangenheit stellten – auch in Frankreich, denn bald erfährt die Autorin, dass ihr Großvater mütterlicherseits unter dem Vichy Regime in einem Gebiet als Gendarm gedient hat, in dem Franzosen mit Razzien nach Juden suchten.

Überdeutlich sind für sie die Unterschiede beim Umgang mit der nationalen Geschichte: Während in Deutschland Mitläufertum und Mittäterschaft zu bestimmenden Themen wurden, blendeten die Franzosen sie weitgehend aus. In der Bundesrepublik entstand auf dieser Grundlage ein differenziertes Verständnis individueller Verantwortung in einer Demokratie und ein kollektives Bewusstsein für die Gefahren rechtspopulistischen Denkens. Gerade die Willkommenskultur gilt ihr als Ausdruck eines an der Geschichte geschulten europäischen Humanismus. Die Kehrseite dieser These zeigt sich europaweit: Wo die Auseinandersetzung mit der Kollaboration spät oder so gut wie gar nicht stattgefunden hat, erstarken die Parolen des Rechtspopulismus umso unkontrollierter.

Die Gedächtnislosen ist ein sehr persönliches Werk der Erinnerungskultur. Mit beispielhafter Sorgfalt plädiert dieses Buch für eine Fortführung der Gedächtnisarbeit, um den völkischen und nationalistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Eines der besten und gleichzeitig provozierendsten Beispiele dieser Arbeit liefert es selbst.

Produktdetails

Einband Paperback
Seitenzahl 416
Erscheinungsdatum 16.05.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-906910-76-5
Verlag Secession Verlag für Literatur
Maße (L/B/H) 20,4/13,1/3,3 cm
Gewicht 464 g
Originaltitel Les Amnésiques
Auflage 1
Übersetzer Christian Ruzicska
Verkaufsrang 79062

Buchhändler-Empfehlungen

Annette W. , Thalia-Buchhandlung Berlin

Uber juden- und fremdenfeindliche Politik der französischen Vichy-Regierung, Hitlers Mitläufer, Entnazifizierung in BDR +DDR und Wiedervereinigung- gut recherchiert+persönlich!

Kundenbewertungen

Es wurden noch keine Bewertungen geschrieben.

  • Artikelbild-0