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Als ich jung war

Roman

Am Anfang ist da nur ein Kuss. Aber gibt es das überhaupt, nur ein Kuss? Franz wächst im hintersten Tirol auf. Er fotografiert Paare "am schönsten Tag ihres Lebens", bis bei einer Hochzeitsfeier die Braut ums Leben kommt. Was hat das mit ihm zu tun? Was damit, dass er nur Wochen zuvor am selben Ort ein Mädchen geküsst hat? Vor diesen Fragen flieht er bis nach Amerika. Doch dann stirbt auch dort jemand: ein Freund, in dessen Leben sich ebenfalls mögliche Gewalt und mögliche Unschuld die Waage halten. Was wissen wir von den anderen? Was von uns selbst? Hungrig nach Leben und sehnsüchtig nach Glück findet sich Franz in Norbert Gstreins Roman auf Wegen, bei denen alle Gewissheiten fraglich werden.
Portrait
Norbert Gstrein, 1961 in Tirol geboren, lebt in Hamburg. Er erhielt unter anderem den Alfred-Döblin-Preis und den Uwe-Johnson-Preis. Bei Hanser erschienen Die Winter im Süden (Roman, 2008), Die englischen Jahre (Roman, Neuausgabe 2008), Das Handwerk des Tötens (Roman, Neuausgabe 2010), Die ganze Wahrheit (Roman, 2010), In der Luft (Erzählungen, Neuausgabe 2011), Eine Ahnung vom Anfang (Roman, 2013), In der freien Welt (Roman, 2016) und Die kommenden Jahre (2018). Im Herbst 2019 folgt der Roman Als ich jung war.
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 352 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 22.07.2019
Sprache Deutsch
EAN 9783446265455
Verlag Hanser
Dateigröße 1533 KB
Verkaufsrang 15996
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
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Ungewöhnlich und spannend
von einer Kundin/einem Kunden aus Potsdam am 23.10.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Dieser Roman steht auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreises 2019. Franz, der ältere Sohn eines österreichischen Hotelbesitzers, hilft schon frühzeitig mit im Betrieb. So fotografiert er im Sommer die Paare, die im Hotel ihre Hochzeit feiern und hilft im Winter den Skilehrern. Franz verliebt sich eines Tages in ein... Dieser Roman steht auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreises 2019. Franz, der ältere Sohn eines österreichischen Hotelbesitzers, hilft schon frühzeitig mit im Betrieb. So fotografiert er im Sommer die Paare, die im Hotel ihre Hochzeit feiern und hilft im Winter den Skilehrern. Franz verliebt sich eines Tages in ein Mädchen. Kurze Zeit später stirbt eine Braut. War es ein Unfall oder Mord oder Selbstmord? Bald darauf wird Franz vom Vater fort, in die USA geschickt. Dort landet er in Wyoming, wird zum Skilehrer, obwohl er das nie werden wollte und bleibt für 13 Jahre. Tiefere Bindungen geht er eher nicht ein. Ein älterer tschechischer Professor, "der traurigste Mann auf der Welt" kommt jährlich und möchte nur Franz als Skilehrer, so dass sie über Jahre regelmäßigen Kontakt haben. Doch irgendwann begeht der Professor, während er wieder in seinem jährlichen Skiurlaub weilt, Suizid. Franz muss nicht lange danach, aufgrund von Skiunfällen den Job aufgeben und kehrt verarmt in die Heimat zurück. Dort wird er vorerst von seinem Bruder Victor, der mittlerweile das Hotel führt, (eher ungern) aufgenommen. Die Milieus in Österreich und Wyoming samt kalter, winterlicher Schnee- und Skiatmosphäre sind stimmungsvoll gezeichnet. Der Leser erfährt alles aus der Perspektive von Franz, der, wie sich bald herausstellt, allerdings ein sehr unzuverlässiger Erzähler ist. Er wirkt erstmal wie ein recht zielloser, träger, auch leicht irritierbarer Mensch. Stück für Stück kommt man ihm etwas näher. Der Roman ist durchzogen von seltsamen Vorkommnissen und seltsamen, häufig sehr einsamen Menschen. Thematisch geht es um toxische oder auch einseitige Beziehungen, um Mann- Frau Beziehungen. Es geht um Missbrauch, um Grenzen und Gewalt, um Macht und Ohnmacht, um Lüge und Wahrheit, um Verdrängung und verzerrte Wahrnehmung. Gerüchte, Halbwahrheiten, Vermutungen, Unklarheiten stehen im Raum. Wie gut kennen wir das Gegenüber? Wo ist das innere "Zentrum des Schweigens, ein Zentrum der Scham", an dass man sich selbst kaum heranwagt? Tja, was ist das für ein Roman – ein Kriminalroman, ein Spannungsroman, ein psychologischer Roman, eine Milieustudie – von allem etwas. In jedem Fall äußerst spannend und fesselnd erzählt. Auch sehr unterhaltsam. Vieles wird angedeutet, die Athmosphäre ist oft merkwürdig, manchmal gar gruselig. Seite um Seite wird alles ungeheuerlicher und nimmt andere Formen an, neue Perspektiven tun sich dabei auf. Im Gewahrwerden des Gesamtblicks brachte mich das Ende dann zum Schaudern. Großartig! Letztendlich bleibt ein offener Deutungsspielraum, bleibt Raum für Spekulationen und Diskussionen. Fazit: Ein klug geschriebener Roman, über die Geschichten, die nicht erzählt werden.

Als ich jung war
von einer Kundin/einem Kunden am 03.10.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Norbert Gstrein, ein fantastischer zeitgenössischer Geschichtenerzähler - alle seine Bücher faszinieren inhaltlich durch klare Sprache, dennoch geheimnisvoll mit Andeutungen in denen das Geschehen so klar gar nicht beschrieben wird. Fesselnd jedenfalls und lesenswet.

Norbert Gstrein – Als ich jung war
von Miss.mesmerized am 25.09.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Franz wächst in den Tiroler Bergen auf, wo seine Eltern ein Hotel haben, in dem regelmäßig Hochzeiten ausgerichtet werden. Dass die Kinder mithelfen müssen, steht außer Frage und so wird der Junge schon früh zum Hochzeitsfotograf, der den schönsten Tag im Leben der Verliebten für immer festhalten soll. Ein mysteriöser Suizid ein... Franz wächst in den Tiroler Bergen auf, wo seine Eltern ein Hotel haben, in dem regelmäßig Hochzeiten ausgerichtet werden. Dass die Kinder mithelfen müssen, steht außer Frage und so wird der Junge schon früh zum Hochzeitsfotograf, der den schönsten Tag im Leben der Verliebten für immer festhalten soll. Ein mysteriöser Suizid einer Braut lässt ihn jedoch aus der Enge der Berge nach Jackson, Wyoming, flüchten, wo er sich als Skilehrer durchschlägt. Ach in der Ferne kann er jedoch Sarah nicht vergessen, offenbar seine große Liebe. Dem tschechischen Professor, der ihn engagiert hat, erzählt er von ihr, kurz bevor dieser verunglückt. Überhaupt häufen sich seltsame Todesfälle in Franz‘ Umgebung, so dass auf beiden Seiten des Atlantik ermittelt wird. Doch Franz kann sich die Vorkommnisse nicht erklären, Zufälle wohl, und kehrt nach einer schweren Verletzung zurück in die Heimat und das Familienhotel, wo er erneut mit der Vergangenheit konfrontiert wird. Man muss Norbert Gstreins Roman erst sacken lassen, bevor man das, was man da gelesen hat, so richtig begreifen kann. Die Nominierung für den österreichischen Buchpreis verwundert zunächst, je weiter die Gedanken jedoch um die Geschichte kreisen, desto klarer sieht man jedoch, welch genialer Einfall hier literarisch umgesetzt wurde. In Romanen geht es immer darum, was erzählt wird, bei Gstrein geht es jedoch viel mehr um das, was nicht erzählt wird, die Leerstellen sind es, die besonders interessant sind, die Lücken in der Erinnerung bzw. auch die bewussten Verdrängungen in der eignen Biografie. Der Ich-Erzähler schildert seine zunächst eher unspektakuläre Kindheit und die unzähligen Hochzeiten, die er erlebt und für die Ewigkeit festhält. Was er hier einfängt, weist schon daraufhin, dass ihm auch als Erzähler nicht zu trauen ist, denn nicht alles, was man sieht, entspricht der Wirklichkeit hinter dem Bild: „sie wollten alle auf den Fotos besser dastehen als in Wirklichkeit, aber dazu brauchte es nicht viel, dazu brauchte ich nur die billigsten Tricks anzuwenden, oder ich fotografierte an ihren Unvollkommenheiten und Menschlichkeiten vorbei.“ So wie er die Frischvermählten im besten Licht einfängt, schildert er auch sein eigenes Leben, das voller Unschuld zu sein scheint, bis am Rand die Zweifel ins Bild drängen. Der Tod der Braut, das Verschwinden einer Frau in den USA, die vermeintlich unschuldige Schwärmerei für Sarah, die sich jedoch dramatisch in eine ganz andere Richtung entwickelt - Franz erzählt sein Leben, wie er es sich zurechtgerückt hat. Doch Wesentliches scheint er dabei auszulassen. So wird der Roman fast zu einem Krimi und das Unbehagen beim Leser wächst. Mit was für einem Erzähler hat man es da zu tun, was hat er getan? So wie Franz nach dem Tod des Professors erkennt, dass er diesen eigentlich gar nicht kannte und nichts über ihn wusste, geht es einem mit dem Protagonisten ebenfalls. Ob er sich und die Welt bewusst täuscht und sich seine Realität so erschafft, wie er sie gerne hätte, oder ob seine Wahrnehmung tatsächlich so ist, bleibt ebenso offen wie vieles andere auch. Das nicht Gesagte, die Fragezeichen, die bleiben, machen den Reiz der Geschichte aus, deren klare Sprache eine Eindeutigkeit suggeriert, die jedoch keineswegs vorhanden ist. Und so muss man als Leser selbst die Ereignisse konstruieren und steckt damit mitten in der Geschichte.