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Die frühen Christen

Von den Anfängen bis Konstantin

Hartmut Leppin

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Beschreibung

DAS frühe Christentum gab es in den ersten drei Jahrhunderten nach Jesu Tod nicht. Was es gab, war eine Vielzahl von Christentümern. Die Entwicklungen der Gemeinden und die Wege ihrer Mitglieder konnten kaum unterschiedlicher sein. Denn die frühen Christen rangen mit der Frage, wie ein wahrhaft christliches Leben aussehen könnte, und gelangten dabei zu verschiedenen Antworten. Unter diesen Bedingungen entstand eine Vielfalt von Glaubensvorstellungen und christlichen Werthaltungen, die unmittelbare Auswirkungen auf die Lebenspraxis des Einzelnen hatten. So erzählt dieses Buch von einer christlichen Welt jenseits von Dogmen und Konzilsbeschlüssen. Empfand man sich als Christ, als Jude - und wer war eigentlich ein Heide? Auf welche Autoritäten sollte man in einer Welt hören, die so reich an Irrwegen und Verführungen war? Wie sollte man für sich selbst und für seinen Nächsten sorgen, auf dass Gott ein Wohlgefallen daran fand? Und welcher Weg führte über all die irdischen Zwänge, denen man im Imperium Romanum kaum entgehen konnte, hinweg zum ewigen Heil? Der renommierte Frankfurter Althistoriker Hartmut Leppin ist diesen und vielen weiteren Fragen anhand zahlreicher Beispiele nachgegangen und entwirft in seinem ebenso spannenden wie differenzierten Buch ein lebendiges, farbiges und facettenreiches Bild der Frühzeit des Christentums.

Hartmut Leppin lehrt als Professor für Alte Geschichte an der Goethe-Universität zu Frankfurt/Main. Im Verlag C.H.Beck sind von dem Leibnizpreisträger lieferbar: «Einführung in die Alte Geschichte» (22015); «Das Erbe der Antike» (2010); «Die Kirchenväter und ihre Zeit» (2007).

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 512 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 14.03.2019
Sprache Deutsch
EAN 9783406739743
Verlag C. H. Beck
Dateigröße 5146 KB
Verkaufsrang 11707

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Bevor es Dogmen gab...
von S.A.W aus Salzburg am 15.09.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Hartmut Leppin zeichnet ein differenziertes Bild der ersten 300 Jahre des Christentums. „Das Urchristentum“ gab es nicht, sondern viele Diskussionen über viele Fragen, die einzelne Gruppen unterschiedlich behandelten, was sich etwa 50 Jahre nach Christi Tod in verschiedenen Evangelien niederschlug. Die frühen Christen lehnten d... Hartmut Leppin zeichnet ein differenziertes Bild der ersten 300 Jahre des Christentums. „Das Urchristentum“ gab es nicht, sondern viele Diskussionen über viele Fragen, die einzelne Gruppen unterschiedlich behandelten, was sich etwa 50 Jahre nach Christi Tod in verschiedenen Evangelien niederschlug. Die frühen Christen lehnten die Macht des Kaisers ab und mussten sich doch mit der römischen Gesellschaft auf verschiedene Weise arrangieren. Anfangs gaben Propheten und Weise den Ton an, erst allmählich etablierte sich das Bischofsamt. Der Übertritt Kaiser Konstantins gab den machtorientierten Richtungen Oberwasser, diese arrangierten sich mit dem Kaiserhof, machten die Hälfte der schriftlichen Überlieferung zu verbotenen Apokryphen, die nur in Äthiopien und Indien überlebten und erklärten alle anderen Richtungen zu Häretikern. Das Abendmahl wurde in Privatwohnungen eingenommen und war zunächst nichts Ungewöhnliches, wurde doch bei heidnischen Opferritualen meist auch gemeinsam gegessen. Über die Diskussionen, ob man Fleisch essen, die jüdischen Essensrituale einhalten und den Sabbat einhalten sollte, entwickelten sich verschiedene Splittergruppen. Christen nahmen lange an heidnischen Festen teil, die sie nicht ernst nahmen, wo sie aber mitaßen und deswegen kaum auffielen. Erst als sie den Kaiserkult verweigerten, kam es zu Verfolgungen. Es gab auch neue Propheten: Marcion trennte das Christentum radikal vom Judentum, Mani entwickelte es weiter durch persische Elemente, gründete schließlich seine eigene Religion, die sich bis nach China ausbreitete. Es bürgerte sich der Sonntag als Tag des Herrn ein, an dem das Abendmahl gegessen wurde. Konstantin taufte ihn Sonntag, Tag des Sol Invictus, dem vor dem Christentum gehuldigt wurde. Weihnachten entstand erst viel später, wieder am Geburtstag des Sol Invictus. Danach wurden die heidnischen Prozessionen allmählich zu christlichen Umzügen. Die Bischöfe sicherten sich bald das Recht zu taufen. Der frisch Getaufte wurde angehalten, den Autoritäten zu folgen und ein christliches Leben zu führen. So entstand allmählich eine Hierarchie, die unter Konstantin die römische Verwaltung imitierte. Leppin ist Historiker und das macht sein Buch auch für kritische Geister lesbar. Er hält sich an die durch Quellen nachweisbaren Fakten und verzichtet auf dogmatischen und ideologischen Ballast. Das ist eine Wohltat für den Leser, nachdem fast alle bisherigen Bücher zum Christentum entweder von glühenden Dogmatikern oder von fanatischen Gegnern geschrieben worden sind. Niemand wird gezwungen, etwas zu „glauben“, wohl aber helfen die historischen Tatsachen beim Verstehen der christlichen Entwicklung bis in die Jetztzeit, sodass sich jeder Leser ungestört seine Meinung bilden kann, welche Prinzipien er akzeptiert und welche nicht. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Die Kinder des Tantalus. Ausstieg aus dem Kreislauf seelischer Verletzungen."


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