Meine Filiale

Ignoriert, ausgelacht und abgezogen

Wenn Politik und Bürger auf verschiedenen Planeten leben

Siegfried Genreith

(1)
Buch (Taschenbuch)
Buch (Taschenbuch)
12,90
12,90
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Lieferbar in 1 - 2 Wochen Versandkostenfrei
Lieferbar in 1 - 2 Wochen
Versandkostenfrei

Weitere Formate

Taschenbuch

12,90 €

Accordion öffnen

eBook (ePUB)

5,49 €

Accordion öffnen

Beschreibung

Sein erster Ausflug in die Untiefen der Landes- und Kommunalpolitik entwickelt sich zu einem Krimi ungeahnten Ausmaßes. Hoffnungen im ständigen Wechsel mit Aussichtslosigkeit und überraschenden Wendungen begleiten ein dramaturgisches Feuerwerk im Kampf mit Politik, Medien und milliardenschweren Lobbyinteressen. "Alles dicht in NRW" trat eine Protestlawine los, die nach kaum zehn Monaten mit Wucht in Landtag und Landesregierung einschlug und schließlich ein Gesetz zu Fall brachte, das von allen Parteien einstimmig beschlossen und in den Kommunen schon umgesetzt wurde - ein beispielloser Vorgang in der gesamten Geschichte des Landes.

"Für mich ist immer noch unfassbar, welcher immense Aufwand und gigantische Energie unzähliger Bürger über Jahre hinweg eingesetzt werden mussten, um eine einzelne Fehlentscheidung zu revidieren, die innerhalb von Minuten von uninteressierten Parlamentariern durchgewunken wurde." [der Autor]

Siegfried Genreith, 63, ist Mathematiker, verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und lebt in Nideggen/Eifel/NRW. Nach Abschluss seines Studiums an der Universität Köln arbeitete er mehr als drei Jahrzehnte bei einem weltweit führenden IT-Unternehmen als IT-Architekt und Chefdesigner in der Betreuung internationaler Großkunden aus der Banken- und Versicherungsbranche. Neben seinen Hauptaufgaben schrieb er dabei seit den frühen 90er Jahren immer wieder einmal Artikel für Fachzeitschriften. Einer seiner Schwerpunkte war das Thema "Künstliche Intelligenz", zu deren Grundlagen er eigene Gedanken und Ideen seit 2010 in mehreren Büchern veröffentlicht hat. Dazu zählen die Sachbücher "Bewusstsein, Zeit und Symmetrien", "The Source of the Universe", sowie unter seinem Pseudonym "Friedegis Heintger" die fiktionalen Erzählungen "Funkenflug" und "Einsichten eines Schwarms".

Sein neues Buch "Ignoriert, ausgelacht und abgezogen" fällt aus diesem Rahmen heraus. Er beschreibt darin in lockerem Erzählstil seine Erfahrungen mit einer landesweiten Initiative, die er im Frühjahr des Jahres 2010 ins Leben gerufen hatte, die schnell weite Kreise zog, außerordentlich erfolgreich wurde und letztlich ein bestehendes Landesgesetz in NRW zu Fall brachte.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 340
Erscheinungsdatum 19.08.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7412-9433-4
Verlag BoD – Books on Demand
Maße (L/B/H) 21,5/13,5/2 cm
Gewicht 456 g
Auflage 3. Auflage

Kundenbewertungen

Durchschnitt
1 Bewertungen
Übersicht
1
0
0
0
0

Ich bin begeistert, nachdem ich das Buch gelesen habe.
von einer Kundin/einem Kunden aus Bochum am 21.09.2019

Ich denke, der Autor hat sich eine ausführliche Rezension redlich verdient, die ich hiermit liefere: Politikverdrossenheit und Bürgerwut stellen Politik und Medien vor Rätsel. Analysen der um sich greifenden Stimmungslage gehen allzu oft meilenweit an der Wirklichkeit vorbei. Wie wird aus einem angepassten Bürger ein Rebell, ... Ich denke, der Autor hat sich eine ausführliche Rezension redlich verdient, die ich hiermit liefere: Politikverdrossenheit und Bürgerwut stellen Politik und Medien vor Rätsel. Analysen der um sich greifenden Stimmungslage gehen allzu oft meilenweit an der Wirklichkeit vorbei. Wie wird aus einem angepassten Bürger ein Rebell, der fortan jedes öffentlich vorgestellte Faktum, jede Meinung und jeden Bericht in Frage stellt? Der Autor liefert mit seinem neuen Werk auf eine sehr lebendige Art Antworten, die nicht jeden freuen dürften. Dem Leser wird darin eine gelungene Mischung aus Tatsachenbericht und spannungsgeladener Unterhaltung geboten. Das Buch ist von Anfang an klar gegliedert. Ein Inhaltsverzeichnis verrät mit treffend gewählten Überschriften im Grunde schon den Verlauf der Erzählung. Die „fast wahre Geschichte“ der Einleitung stellt auf wenigen Seiten die Grundproblematik dar. Genreith setzt die Fiktion durch eine handschriftartige Schriftart angenehm von der eigentlichen Chronologie ab. Schon diese fiktive Geschichte ist spannend und flüssig in der Art eines Tagebuchs erzählt mit einer Spur von schwarzem Humor. Zusätzliches Hintergrundwissen ist danach nicht mehr erforderlich. Der Leser verliert an keiner Stelle den Faden bei manchmal vielen Details, die Genreith so in den Fluss der Geschichte einbettet, dass keine weiteren Erklärungen notwendig erscheinen. Die Verwendung nur der Vornamen für einige der Aktivisten kann für Verwirrung sorgen, wenn man den Text nicht von Anfang an liest. Ansonsten ist ein gutes Gedächtnis von Vorteil. Trotz vieler Zitate aus einem umfangreichen Schriftverkehr und aus anderen Originaldokumenten bleibt der Fluss der Erzählung intakt. Genreith gelingt der schwierige Balance-Akt zwischen Authentizität und Spannung recht gut. Der Erzählstil im Präsens lässt die Ereignisse außerordentlich lebendig wirken und versetzt den Leser schnell mitten hinein in diesen wahren Krimi mit allen Gefühlen der Beteiligten von Niedergeschlagenheit und Verzweiflung bis hin zu Euphorie und Siegestaumel. Die Rolle seiner Initiative „Alles dicht in NRW“ arbeitet er im Verlauf der Geschichte deutlich heraus. So wird bald klar, dass er das Netzwerk zwar in Gang gesetzt hat und es weiterhin beeinflusst, aber keineswegs steuert. An mehreren Stellen beschreibt er die Organisation der Proteste als „Flohzirkus“, der nicht in den Griff zu bekommen ist. Aber das will er auch gar nicht und es stört ihn auch kaum. Die Rolle seiner Initiative sieht er als Katalysator, der bei geringstmöglichem Mitteleinsatz ein Maximum an Wirkung entfaltet. Diese Gedanken am Rande sorgen zusätzlich für eine Auflockerung der strengen Chronologie der Ereignisse. Genreith fragt, wie ein solches Netzwerk ohne zentrale Steuerung denn überhaupt funktionieren kann. Da geht es um Selbstorganisation, um Chaos, um Verfahren der Künstlichen Intelligenz, die er als Mathematiker fachlich durchdringt und die er hier erfolgreich am Werk sieht. Eher nebenbei skizziert er Handlungsempfehlungen für ähnliche Protestbewegungen. Im Verlaufe der Erzählung platziert Genreith immer wieder zugespitzte politische Botschaften. Die damalige rot-grüne Landesregierung kommt dabei naturgemäß nicht gut weg, aber auch die taktischen Spiele der Oppositionsparteien erregen immer wieder seine Kritik: „Immerhin ist die Opposition uns Amphibien noch wohlgesonnen. Ich mache mir über die Motive keine Illusionen. Natürlich haben die ihre eigene Agenda im Hinterkopf, für die wir derzeit durchaus nützlich zu sein scheinen. Vorläufig aber kann deren Vorgehen unseren Interessen nur dienlich sein.“ Mehrfach betont er, ein zutiefst unpolitischer Mensch zu sein. Insgesamt gelingt diese Selbstdarstellung dann nicht wirklich überzeugend. An mehreren Stellen spricht er von einem grundsätzlichen Vertrauensverlust in die aktuelle Politik, von seiner Desillusionierung über die Rolle der Presse und anderer gesellschaftlicher Institutionen. Spätestens am Ende der Geschichte wird dem Leser klar, dass seine Kritik nicht nur einzelne Parteien trifft, sondern grundlegend das System der politischen Willensbildung. Die Tendenz zur Systemkritik wird gerade im letzten Teil des Buches überdeutlich. Je nach persönlicher Einstellung können manche Formulierungen auf einige Leser verstörend wirken. So sieht er bei vielen großen Organisationen ein „verstecke Agenda“ am Werk, die dazu führt, dass Worte und Taten weit auseinanderklaffen. Gerade im letzten Absatz weitet er dann seine Kritik ausdrücklich über die Kernproblematik des Buches hinaus aus. So schreibt er „Die vergangenen Jahre haben mich desillusioniert zurückgelassen und mein Urvertrauen darin zerstört, dass Politik letztlich den Menschen dient.“ Und so ist mir selbst bei Genreiths Schlusssatz, den er direkt an die jetzige schwarz-gelbe Landesregierung richtet, nicht ganz klar, ob es sich dabei um eine schlichte Feststellung handelt, oder schon um eine unterschwellige Drohung: „Noch haben Sie es in der Hand!“ Der Epilog schließlich glänzt nicht nur mit einem umfangreichen Quellenverzeichnis. Genreith bringt hier auch seine Kritik noch einmal mit teils überspitzten Formulierungen auf den Punkt. Gerade der SPD, der er sich vermutlich einmal verbunden fühlte, schreibt er einige Anmerkungen ins Stammbuch, die nicht jedem Leser gefallen dürften. Insgesamt halte ich die Erzählung für eine gelungene Mischung aus nacktem Tatsachenbericht und spannender Unterhaltung mit einem Schuss Humor. Fakten und Meinung sind immer klar als solche erkennbar. Für das Buch bedeutet dies aus meiner Sicht eine klare Kaufempfehlung.

  • Artikelbild-0