Du stirbst nicht

Kathrin Schmidt

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Beschreibung

Helene Wesendahl erwacht ohne Orientierung im Krankenhaus. Nach einem Schlaganfall hat sie keine Kontrolle über ihren Körper, kann sich nicht ausdrücken und kämpft mit Erinnerungslücken. Langsam erobert sie sich die Welt zurück. Dabei ist sie gezwungen, sich der Lebensgeschichte einer fremden Frau zu stellen, die sie doch selbst war. Helene Wesendahl entdeckt Brüche in ihrer eigenen Biographie und muß sich sowohl mit ihrer Vergangenheit als auch mit der Gegenwart auseinandersetzen. Buchpreis-Gewinnerin Kathrin Schmidt schildert das verzweifeltes Bemühen um die eigene Sprache und das verlorene Gedächtnis aus eigener Erfahrung heraus. Eva Mattes fängt mit ihrer Stimme das ganz besondere Gefühl des Romans ein, dessen Thema ebenso bewegend wie hoch aktuell ist.

Geboren am 12.März 1958 in Gotha bei Thüringen, machte die deutsche Schriftstellerin Kathrin Schmidt Mitte der Siebziger ihr Abitur und studierte anschließend Psychologie an der Universität Jena. Nach Erhalt ihres Diploms war sie wissenschaftliche Assistentin an der Universität Leipzig. Ab 1982 arbeitete Kathrin Schmidt als Kinderpsychologin in einem Krankenhaus und in Berlin Marzahn beim Kinder- und Jugend Gesundheitsschutz. 1986 bis 1987 absolvierte sie ein Sonderstudium in Literarischem Schreiben in Leipzig. Nach der Wende 1989 in der DDR wirkte sie am Runden Tisch in Ost Berlin mit. Zwei Jahre später war Kathrin Schmidt Redakteurin der Frauenzeitschrift Ypsilon und war bis 1993 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Berliner Institut für Vergleichende Sozialforschung. Erst seit 1994 ist Schreiben zu ihrem Hauptberuf geworden. Seitdem gehören Auszeichnungen dazu, wie der Leonce-und Lena Preis, Meraner Lyrikpreis, Heimito-von-Doderer Preis oder auch der Deutsche Kritikerpreis in Form von Lob und Anerkennung für ihr künstlerisches Schreiben. 2009 gelang es Kathrin Schmidt mit "Du stirbst nicht" den Deutschen Buchpreis zu gewinnen. Ein unglaublicher Erfolg, da sie zur Romanvorlage aus eigenen Erfahrungen schöpfen konnte und das Buch, teils autobiografisch, nicht wie viele andere um Betroffenheit ringt. Ihr Ausdruck wird verglichen mit dem frühen Günther Grass. Egal ob sie Gedichte verfasst oder sich Geschichten ausdenkt, auf eigene Art vermittelt sie eine starke, mitfühlende und verspielte Sprache. Kathrin Schmidt lebt mit ihrem Mann, mit dem sie fünf Kinder hat, in ihrem Haus bei Berlin Mahlsdorf und engagiert sich als Mitglied des P.E.N. Zentrums Deutschland.

Meinung der Redaktion
Ich war und bin nachhaltig beeindruckt davon, wie Kathrin Schmidt es geschafft hat, ein sehr intellektuelles Buch über ein sehr persönliches Thema zu verfassen. Die Autorin hat selbst als Psychologin gearbeitet, ist unheimlich reflektiert, und das verleiht gerade auch der erneuten Annäherung des Paares eine ganz besondere Tiefe.

Produktdetails

Abo-Fähigkeit Ja
Medium MP3
Family Sharing Ja i
Sprecher Eva Mattes
Spieldauer 385 Minuten
Erscheinungsdatum 12.07.2019
Verlag Audiobuch Verlag
Fassung gekürzt
Hörtyp Lesung
Sprache Deutsch
EAN 9783958624863

Buchhändler-Empfehlungen

Vermutlich mein liebster Preisträger des Deutschen Buchpreises

Ingbert Edenhofer, Thalia-Buchhandlung Essen

Mir fehlen noch fünf Romane, die den Deutschen Buchpreis erhalten haben, deshalb kann es natürlich sein, dass irgendwo noch ein überzeugenderer Titel schlummert, aber unter denen, die ich gelesen habe, ist "Du stirbst nicht" wohl mein Favorit. Ich würde nicht behaupten, dass der Roman keine Probleme habe - je mehr Helene sich an ihr Leben vor der Hirnblutung erinnert, desto abstruser wirkt es. Es geht ein bisschen in Richtung "wir versuchen mal zu schocken", wie es so viel Gegenwartsliteratur versucht und nur selten auf eine Art schafft, die nicht wie Selbstzweck wirkt. Aber die Schilderung, wenn Helene zu sich kommt und ins Bewusstsein reingleitet und wieder heraus, sind ehrlich beklemmend. Schmidt hat das selber erlebt, und wenn ich die Maxime "Write what you know" nicht für ultimativ wahr halte: Hier ist es sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass es die schwächeren Elemente mehr als aufwiegt. Ich habe bisher nur ein weiteres Buch von Kathrin Schmidt gelesen - sie sollte wirklich mal wieder den Weg auf meinen Bücherstapel finden - aber wer z.B. "Neujahr" von Juli Zeh so beklemmend und faszinierend fand wie ich, hat hier ein äußerst gelungenes Pendant.

Fesselnd

Sylvia Holtschke, Thalia-Buchhandlung Plauen

Man kann in die doch eher traurige Geschichte sehr gut eintauchen und mitfühlen. Sprachlich hervorragend und einfach nur fesselnd. Sehr zu empfehlen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
10 Bewertungen
Übersicht
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Hochachtung zu einem sehr guten Werk
von J.G. aus Berlin am 20.02.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Kathrin Schmidt hat für dieses teilweise autobiographische Werk den Deutschen Buchpreis 2009 erhalten und verarbeitet darin ihre Erlebnisse eines Schlaganfalls. Die Protagonistin Helene Wesendahl wacht eines Morgens auf der Intensivstation und hat keinerlei Kontrolle mehr über ihren Körper, kann nicht sprechen und erinnert si... Kathrin Schmidt hat für dieses teilweise autobiographische Werk den Deutschen Buchpreis 2009 erhalten und verarbeitet darin ihre Erlebnisse eines Schlaganfalls. Die Protagonistin Helene Wesendahl wacht eines Morgens auf der Intensivstation und hat keinerlei Kontrolle mehr über ihren Körper, kann nicht sprechen und erinnert sich nicht mal an die grundlegendsten Dingen, wie bspw. Ihren Namen. Ihre Ehe stand kurz vor dem Zusammenbruch und ihre Kinder sind auf dem Weg ihr eigenes Leben zu führen. Helene muss zuerst sich selbst wieder finden und in ihre Leben zurückkehren. Dem Leser werden der Krankheitsprozess und die langsame Rückkehr ins Leben dargeboten. Kathrin Schmidt gelingt es in diesem Werk dem Leser die Erlebnisse und Gefühle eines Schlaganfallsopfers näher zu bringen und ihn für dieses Thema zu sensibilisieren. Einfach großartig werden Stimmungen eingefangen und innere Zustände dargestellt. Ihr Schreibstil steht im Einklang mit den Empfindungen, der Verzweiflung und der Wut. Ich habe vorab nicht gewusst, dass Kathrin Schmidt aus ihren eigenen Erfahrungen erzählt, aber nach Recherchen hat sich mein Verdacht bestätigt. Es kann jemand so gut darüber schreiben, der das auch erlebt hat. Hochachtung zu einem wirklich außerordentlich guten Werk.

Mit Mut und Willenstärke zurück ins Leben
von MissyLissy am 08.02.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Sehr beeindruckend wie die Geschichte aus der Sicht der Patientin Helene, die ein Aneurysma erlitten hat und im Wachkoma liegt, geschrieben ist. Sie kann zu Beginn nicht sprechen und sich nicht bewegen, trotzdem kämpft sie sich mühsam wieder zurück ins Leben und erlebt hier einiges existentiell Bedrohliches. Alte längst vergesse... Sehr beeindruckend wie die Geschichte aus der Sicht der Patientin Helene, die ein Aneurysma erlitten hat und im Wachkoma liegt, geschrieben ist. Sie kann zu Beginn nicht sprechen und sich nicht bewegen, trotzdem kämpft sie sich mühsam wieder zurück ins Leben und erlebt hier einiges existentiell Bedrohliches. Alte längst vergessene und vergrabene Geschichten und Begebenheiten kommen ans Tageslicht und sie versucht die Vergangenheit und die Geschehnisse in der Realität auseinanderzuhalten. Das Buch hat mich zwar sehr beeindruckt und bewegt, aber leider mein Inneres nicht völlig berührt, was vielleicht daran gelegen haben mag, dass ich die Geschichte stellenweise etwas langatmig empfand.

Von Krankheit und Hoffnung
von Dr. Christian Rößner aus Göttingen am 07.12.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Helene Wesendahl, 44-jährige Schriftstellerin aus Berlin, erwacht eines Tages im Krankenhaus, kann aber ihre Umwelt nur schlaglicht- und schemenhaft wahrnehmen. Nach und nach erfährt sie – im Wachkoma liegend -, dass sie eine Hirnblutung, ein Aneurysma, erlitten hat und jetzt nicht nur körperlich gelähmt ist, sondern auch ihre E... Helene Wesendahl, 44-jährige Schriftstellerin aus Berlin, erwacht eines Tages im Krankenhaus, kann aber ihre Umwelt nur schlaglicht- und schemenhaft wahrnehmen. Nach und nach erfährt sie – im Wachkoma liegend -, dass sie eine Hirnblutung, ein Aneurysma, erlitten hat und jetzt nicht nur körperlich gelähmt ist, sondern auch ihre Erinnerungen und ihre Sprache verloren hat. Dabei erfährt die Protagonistin neben der körperlichen Einschränkung vor allem den Verlust der Worte als existentielle Bedrohung. Kathrin Schmidts beeindruckender Roman schildert Helenes mühsamen Weg aus der Krankheit mit Hilfe von Erinnerungen an ihr Leben vor der Krankheit, langwierigen Therapien und der Neuordnung ihrer Familienverhältnisse. Der besonders erzählerische Clou liegt in der Perspektive des Romans: Der Leser erfährt unmittelbar aus der Sicht Helenes ihr Ringen mit diesem Realität gewordenen Alptraum und lässt damit den Leser an jeder noch so kleinen Gemütsregung teilhaben. Ein wirklich großartiger Roman, der auf eine ganz ungewöhnliche Art und Weise betroffen, aber nie mutlos macht.

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