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Lea

Novelle

Pascal Mercier

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Beschreibung

Wie schon im NACHTZUG NACH LISSABON stellt Mercier auch in seinem neuen Buch die Frage nach der Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz. Die achtjährige Lea hat sich nach dem Verlust der Mutter in eine eigene Welt zurück gezogen, in der auch ihr Vater Martin van Vliet sie nicht erreicht. Da hört sie eines Tages von einer Straßenmusikantin eine Partita von Bach und von einem Moment zum anderen erfüllt die Musik ihr Leben. Schon bald zeigt sich, daß Lea eine außergewöhnliche Begabung hat. Der Vater ist überglücklich, doch schon bald kann er ihr auch in die Welt der Musik nicht mehr folgen. Eifersüchtig wacht Lea über ihre Geigenlehrerin Marie und als der Geigenvirtuose David Levy Lea zu unterrichten beginnt und sie zu Mademoiselle Bach macht, entgleitet Martin seine Tochter erneut in Räume, die ihm verschlossen bleiben. Während Lea mit achtzehn die Musikwelt zu Füssen liegt, treibt es ihren Vater immer tiefer in die Einsamkeit. Doch auch Lea balanciert auf einem schmalen Grat. Bei einem verzweifelten Versuch, die Liebe und Nähe seiner Tochter zurückzugewinnen, verstrickt Martin van Vliet sich in ein Verbrechen, das nicht nur seine bürgerliche Existenz ruinieren wird.
Merciers Novelle stellt eindringlich die Frage, wie weit wir den Gang unseres Lebens selbst bestimmen können. Wieder gelingt es dem Autor, philosophische Reflexion, psychologische Einfühlung und erzählerische Virtuosität zu einer einzigartigen Geschichte zu verflechten.

Pascal Mercier, 1944 in Bern geboren, lebt in Berlin. Nach Perlmanns Schweigen (1995) und Der Klavierstimmer (1998) wurde sein Roman Nachtzug nach Lissabon (2004) einer der großen Bestseller der vergangenen Jahre und in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2007 folgte die Novelle Lea. Unter seinem bürgerlichen Namen Peter Bieri veröffentlichte er, ebenfalls bei Hanser, Das Handwerk der Freiheit (2001) sowie Eine Art zu leben (2013).
Pascal Mercier wurde 2006 mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis ausgezeichnet und 2007 in Italien mit dem Premio Grinzane Cavour für den besten ausländischen Roman geehrt. 2007 erhielt er die Lichtenberg-Medaille der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 11.05.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-20915-2
Verlag Hanser, Carl
Maße (L/B/H) 21,2/13,8/2,8 cm
Gewicht 394 g
Auflage 2
Verkaufsrang 79141

Kundenbewertungen

Durchschnitt
24 Bewertungen
Übersicht
18
3
1
2
0

Entfremdung zwischen Vater und Tochter und Musik als Bindeglied
von Stefanie Loebel aus Berlin am 14.04.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Eine eindrucksvolle und beklemmende Geschichte über das Nicht-Loslassen-Können eines Vaters sowie darüber, warum neben einer bedingungslosen Leidenschaft auch immer noch weitere Aspekte dem Leben eines Menschen einen Sinn geben sollten. Eine Geschichte über Musik als Heilung, der Schwierigkeit, Gefühle zu zeigen, und einer Beses... Eine eindrucksvolle und beklemmende Geschichte über das Nicht-Loslassen-Können eines Vaters sowie darüber, warum neben einer bedingungslosen Leidenschaft auch immer noch weitere Aspekte dem Leben eines Menschen einen Sinn geben sollten. Eine Geschichte über Musik als Heilung, der Schwierigkeit, Gefühle zu zeigen, und einer Besessenheit, die schließlich in einer Tragödie endet. Wunderschön geschrieben und hervorragend durch das Nachwort des Autors abgerundet.

Ein weiteres Meisterwerk vom Schweizer Pascal Mercier (eigentlich Peter Bieri)
von einer Kundin/einem Kunden am 16.10.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Es isit die traurig-schöne Vater Tochter Beziehung eines Vaters einer berühmten Geigenspielerin Frankreichs. Die Geschichte spielt in Frankreich der heutigen Zeit. Der Vater erzählt einem für ihn fremden die Lebensgeschichte seiner Tochter. Tragisch, schön, und liebevoll.

Pascal Mercier - Lea
von einer Kundin/einem Kunden aus Oberhausen am 19.10.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

In einem kleinen Café lernen sich Adrian Herzog und Marjin van Vliet kennen. Beide wollen nach Bern. Martjin bietet Adrian an ihn mitzunehmen. Unterwegs erzählt er dann seinem neuen Reisegefährten, die Geschichte seiner Tochter Lea. Das kleine Mädchen, dessen Mutter früh an Krebs stirbt, lauscht auf einem Bahnhof, dem Geigenspie... In einem kleinen Café lernen sich Adrian Herzog und Marjin van Vliet kennen. Beide wollen nach Bern. Martjin bietet Adrian an ihn mitzunehmen. Unterwegs erzählt er dann seinem neuen Reisegefährten, die Geschichte seiner Tochter Lea. Das kleine Mädchen, dessen Mutter früh an Krebs stirbt, lauscht auf einem Bahnhof, dem Geigenspiel einer Straßenmusikerin. In ihr wird der Wunsch wach, ebenso virtuos dieses Musikinstrument zu beherrschen. Martjin bestrebt danach seiner Tochter den Wunsch zu erfüllen, kauft ihr eine Geige und schon bald stellt er sein ganzes Leben auf Leas Spiel ein. Er vernachlässigt in den nächsten Jahren seine Arbeit und lebt nur für ihre Karriere. Für sie wird er sogar straffällig: er veruntreut Gelder des Instituts, um Lea eine Guarneri del Gesu zu kaufen, eine dieser besonders wertvollen und seltenen Instrumente aus dem 17. Jahrhundert. Die ersten Anzeichen einer geistigen Entrückung kann oder will er einfach nicht sehen, bis es zu spät ist und er sie in ein Sanatorium einweisen muss. Adrian Herzog lernt durch die Geschichte und deren mehr als tragischem Ende einen anderen Blickwinkel auf sein eigenes Leben zu werfen und die Beziehung zu seiner eigenen Tochter zu hinterfragen. Für ihn wird das Treffen mit diesem Fremden zu Welt erschütternden Erfahrung. Klein, aber fein kommt die Novelle "Lea" daher und hatte es nach dem großen Erfolg des "Nachtzug nach Lissabon" nicht einfach, weil die vorherrschenden Themen keine einfachen sind: Fremdheit und Entfremdung von Menschen, hier speziell Vater und Tochter; das Abgleiten eines Menschen in einen Wahn, der Verlust der Bodenhaftung; das Aufstauen von Ungesagtem und Missverständnissen bis zur Explosion. Kein "gewichtiges", aber ein "richtiges" Buch, nämlich richtig, um diese Thematik zu bearbeiten. Ein Buch, auf welches man sich einlassen muss... und dafür belohnt wird. Ganz große Klasse - Danke Herr Mercier!