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Ich habe einen Namen

Eine Geschichte über Macht, Sexualität und Selbstbestimmung

»EIN BUCH, DAS HOFFNUNG GIBT. MÖGE CHANEL MILLERS MUT ANSTECKEND SEIN.«
Margarete Stokowski

Unter dem Pseudonym Emily Doe verlas sie vor Gericht einen Brief an den Mann, der sie nach einer Party an der Stanford University vergewaltigt hatte und zu nur sechs Monaten Haft verurteilt worden war. Der Text erreichte Millionen Menschen weltweit, der Kongress debattierte über den Fall, der zuständige Richter wurde abgesetzt, und man änderte die Gesetze in Kalifornien, um Opfer zu schützen. Wortmächtig beschreibt Chanel Miller, wie es sich anfühlt, den eigenen Körper wie eine Jacke abstreifen zu wollen. Wie unsere Gesellschaft über den Alkoholkonsum, die Kleidung und das Liebesleben von Frauen urteilt. Ihre Geschichte zeigt, dass Sprache die Kraft hat, zu heilen und Veränderungen herbeizuführen.
Portrait
Die Künstlerin und Autorin Chanel Miller, geboren 1993 in Palo Alto, studierte am College of Creative Studies an der University of California. Sie lebt in San Francisco.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 480
Erscheinungsdatum 22.10.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-550-20080-9
Verlag Ullstein Buchverlage
Maße (L/B/H) 21,2/13,4/3,5 cm
Gewicht 555 g
Originaltitel Know my Name
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Yasemin Dinçer, Hannes Meyer, Corinna Rodewald
Verkaufsrang 96349
Buch (gebundene Ausgabe)
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Missbrauch verjährt nicht
von Buecherseele79 am 07.11.2019

Am 17. Januar 2015 änderte sich das Leben von Chancel Miller, lange Zeit als Emily Doe oder Chanel Miller in der Öffentlichkeit geführt, für immer. Mit Freundinnen und ihrer jüngeren Schwester fuhr sie zu einer Party auf dem Stanford Campus, natürlich wurde gefeiert, natürlich wurde auch getrunken. Als Chanel mit ihrer Schwest... Am 17. Januar 2015 änderte sich das Leben von Chancel Miller, lange Zeit als Emily Doe oder Chanel Miller in der Öffentlichkeit geführt, für immer. Mit Freundinnen und ihrer jüngeren Schwester fuhr sie zu einer Party auf dem Stanford Campus, natürlich wurde gefeiert, natürlich wurde auch getrunken. Als Chanel mit ihrer Schwester Tiffany raus geht zum pinkeln verschwindet Chanel...und wacht erst wieder im Krankenhaus auf, verdreckt, halb nackt und ohne Erinnerung was geschehen ist....ihr Leben hat sich unwiderruflich verändert... Es ist schwer dieses Buch, diese ganze Thematik zu fassen, da man, gerade als Leserin, unglaublich wütend wird, man leidet und freut sich mit, man hofft und bangt und merkt – dieses Thema ist nie in der Gesellschaft angesprochen worden, Metoo ist wichtiger denn je geworden, die „Opfer“ müssen stärker erhört werden, denn es sind zu viele die jahrelang geschwiegen haben. Und wer jetzt wieder um die Ecke kommt und motzt weil es um Metoo geht bzw. ein angebliches Opfer welches mit seinem Leid ein Buch schreibt um Kohle zu verdienen – gerade denen empfehle ich dieses Buch zu lesen, dringend! Denn es geht hier nicht um die Opfer, egal ob männlich, weiblich, gender oder was auch immer, die Geld machen wollen, sondern um Menschen die geschwiegen haben weil das gesellschaftliche und vor allem rechtliche System sie zum schweigen bringt, weil die Gesellschaft genauer hinsehen muss, weil es jeden Tag überall passiert. Der Fall von Chanel Miller erregte Weltweit aufsehen, weil sie einen Bericht verfasste, ein Bericht, der ihr „neues“ Leben, nach dem sexuellen Übergriff, beschreibt. Aber auch was ihre Freunde, ihr Freund, ihre Familie mitgemacht hat, dass nicht nur sie als Opfer leidet und neu leben beginnen muss, sondern dass so ein Fall, so eine Tat, das ganze Umfeld umschmeißt, in eine Starre versinken lässt und man das Gefühl hat erstmal keine Luft zu bekommen. Das Buch dient der Verarbeitung dessen was Chanel Miller in den nächsten 3-4 Jahren nach dem sexuellen Übergriff von Brock Turner erleben musste. Gesellschaftlich aber auch über das Rechtssystem, vor Gericht, in den sozialen Medien, in den Medien im allgemeinen. Welch ein Versteckspiel es zum Teil war weil man versucht wieder ein normales Leben zu führen was eigentlich gar nicht möglich ist. Zwar hat sich viel getan wenn ein sexueller Übergriff stattfand, die Untersuchungen sind sensibler und genauer geworden, geschultes Personal steht zur Verfügung, die Rape – Kid sind eingeführt worden, aber was bringt das alles wenn die Untersuchungen jahrelang dauern weil das Person fehlt? Wenn die ausgeführten Rape – Kid verfaulen, verfälschen, falsch gelagert werden müssen weil nichts vorwärts geht, sie verschimmeln oder beschädigt werden? Ein Opfer ewig warten muss und vor Gericht keinerlei Chancen mehr hat weil die Ergebnisse zu spät kommen und eine Verjährungsfrist eingetroffen ist? Durch Chancel ihren Bericht, ihre Erlebnisse, spürt man im Ganzen sehr schnell und erschreckend einfach – die Opfer werden nicht aufgeklärt, sie werden nicht über die Tat vollständig informiert, gerade bei Chanel wäre es wichtig gewesen dies von der Polizei zu erfahren und nicht aus den Medien! Keiner steht ihnen bei um sie aufzuklären wie hoch die Chancen bei Gericht sind, was müssen sie beachten, auf was müssen sie sich einstellen, was ist okay, was nicht? Was kann man ihnen als Beweislast auslegen? Wie genau schaut die andere Seite hin um aus dem Opfer ein Nichts zu machen? Und das ist die grosse Thematik dieses Buches – denn Chanel wird geschützt, ja, ihr Name wird nicht vollständig genannt, auch nicht als sie vor Gericht steht. Aber keiner ist da, ob von der Presse oder dergleichen, um aufzuzeigen wie ihr Leben sich verändert hat, was sie erlebt, jeden Tag, wie schwer es ihr fällt aufzustehen, dass sie ihre Vollzeitstelle aufgeben musste, dass sie Depressionen hat, Ängste, erstmal keinen neuen Weg findet. Chancel hat Alkohol getrunken und somit ist sie eben selbst Schuld, sobald die Gegenseite ein Indiz hat wird dieses komplett ausgeschlachtet. Währenddessen erfährt man alles über das Opfer, natürlich nur Gutes, was er doch für ein toller Kerl ist der einfach nur einmal Mist gebaut hat, wer wird denn hier nachtragend sein, muss wegen einer so dummen Tat sein ganzes Leben versaut werden? Es ist okay dass der Täter gewisse Dinge verschweigt und vertuscht, lügt und wenn es doch ans Licht kommt – Scheiß drauf, was kümmert es. Wie gemerkt – es macht wütend, denn das Buch gibt Einblick dass Täterschutz immer noch vor Opferschutz steht, dass die Opfer eher diffamiert werden, dass die Hautfarbe, auch wenn man es nicht sehen will, heute noch immer eine sehr große Hauptrolle spielt, dass es für ein Land nicht sinnvoll ist einen Politiker in hoher Machtposition zu haben der den Frauen sonst wo hinfasst und dies vollkommen okay findet, sich über sexuelle Themen lustig macht. Chanel bietet für ihre Ausführungen auch immer Beispiele an die sich so zugetragen haben. Ein Muster wird sehr schnell klar. Missbrauch verjährt nicht und es muss mehr getan werden, egal wo man auf dieser Welt zuhause ist. Es müssen neue Regeln her, in der Justiz, aber auch in der Gesellschaft, wir müssen sensibler werden und aufzeigen dass jeder Mensch einen Wohlfühlkreis um sich hat den man nicht einfach so durchbrechen darf, egal ob das Opfer laut „Nein“ sagt, zu betrunken ist, zu high, nicht Herr seiner Sinne, bewusstlos oder sonstiges. Metoo ist wichtiger denn je und man sollte immer bedenken – egal wo man ist, wer man ist, man ist nicht alleine. Dieses Buch muss von jedem gelesen werden! Ich danke dem Ullstein Buchverlag für das Rezensionsexemplar.