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Der Vatikan und die verbotenen Bücher

Beck Reihe Band 1749

Hubert Wolf

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Buch (Taschenbuch)
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Beschreibung


Der Vatikan und die verbotenen Bücher

Das Christentum ist eine Buchreligion - und doch oder gerade deshalb verbrennt es Bücher: die Heilige Schrift genauso wie medizinische, juristische, naturwissenschaftliche, belletristische, klassische, theologische und philosophische Literatur. Das Medium Buch ist so gefährlich, dass sich die kirchliche Autorität lange nur mit Bücherverboten zu helfen wusste. Im Vatikan lagert dazu eine Fülle von höchst aufschlussreichem Material: ein einmaliges Archiv neuheitlicher Wissenskultur mit negativem Vorzeichen.

 Hubert Wolf bietet einen Überblick über Entstehung, Geschichte und Arbeitsweise der Indexkongregation und beschreibt, wie Bücher in ihr Visier gerieten, wer die Zensoren waren, die die "gefährlichen" Bücher lasen, und welche Folgen eine Verurteilung hatte.

Nicht zuletzt erzählt er von überraschenden Prozessen und Urteilen, etwa gegen den "Knigge" und "Onkel Toms Hütte", gegen Leopold von Rankes Papstgeschichte oder Werke von Heinrich Heine und Karl May.

Die höchst anschaulich erzählten Beispielfälle vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Arbeit der Zensoren, die die freigeistigen, erotischen, kirchenfeindlichen oder umstürzlerischen Bücher lesen mussten, die für andere tabu waren.

Hubert Wolf, geboren 1959, ist Professor für Kirchengeschichte an der Universität Münster. Er wurde u. a. mit dem "Leibnizpreis" der DFG, dem "Communicator- Preis" und dem "Gutenberg-Preis" ausgezeichnet.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 303
Erscheinungsdatum 23.08.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-54778-2
Verlag C.H.Beck
Maße (L/B/H) 19,2/12,3/2 cm
Gewicht 310 g
Abbildungen mit Abbildungen 19 cm
Auflage 1
Verkaufsrang 108995

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Was hinter dem Mythos steckt
von Mario Pf. aus Oberösterreich am 23.01.2008

Es gibt viele Bücher in denen Verbrechen der römisch-katholischen Kirche gegeißelt werden, wobei natürlich immer wieder gerne Buchverbote und Bücherverbrennungen als typisches Verbrechen ins Feld geführt werden. Aber wirklich selten fundiert gehen diese Werke auch näher auf die genauen Hintergründe des so genannten Index der ver... Es gibt viele Bücher in denen Verbrechen der römisch-katholischen Kirche gegeißelt werden, wobei natürlich immer wieder gerne Buchverbote und Bücherverbrennungen als typisches Verbrechen ins Feld geführt werden. Aber wirklich selten fundiert gehen diese Werke auch näher auf die genauen Hintergründe des so genannten Index der verbotenen Bücher ein. Auch heute ist es wieder ein Thema, Bücher wie Filme und Internetseiten einer strengeren Zensur und Indizierung zu unterstellen, gerade wenn diese unglaubliche Gewalttaten oder radikale Botschaften verbreiten. Der erste Index wurde beispielsweise 494 erstellt um häretische Bücher bei der Zusammenstellung des Kanons auszuschließen, den wir heute als die Bibel kennen. Auch gab es damals noch keine Sanktionen gegen diese Werke und ihre Autoren, denn sie fanden sich beispielsweise ebenso wie die kanonischen Werke in klösterlichen Bibliotheken. Ursprünglich wurde dieser Index sogar noch als eine Art Richtschnur begrüßt an die man sich freiwillig halten kann. Erst mit der Aufklärung begann man den Index erstmals öffentlich zu verdammen, da er sich längst vom gut gemeinten Rat zu einem Instrument repressiver Unterdrückung entwickelt hatte, da Wissen nun einmal Macht war und die Kirche dieses Wissen durch gewisse Bildungsmonopole kontrollieren konnte, war sie auch im Besitz aller damit verbundenen Macht. Aber was war dieser Index der verbotenen Bücher wirklich? Als anerkannter Dozent für Kirchengeschichte lüftet Hubert Wolf den Mythos und entkräftet dadurch auch falsche Annahmen und die Legende vom Vatikanischen Geheimarchiv, in welchem viele historisch interessante Dokumente zwar verborgen sind, dabei jedoch weniger weil diese verschwiegen werden, sondern in einem unglaublich schlecht verzeichneten System begraben sind. Darüber noch hinaus schildert Wolf auch die historischen Hintergründe, sowie Arbeitsweise und Aufbau der Indexkongregation, wodurch man sehr viel über die beinahe fade Realität hinter dem Mythos erfährt, wie ein sehr geringes Arbeitspensum oder den Ruf der Kongregation als Sackgasse für jede Karriere. Nebenher war es auch notwendig dass ein zu indizierendes Werk erst in einer romanischen Sprache erscheinen musste, um überhaupt indiziert werden zu dürfen. Fazit: Ein Standardwerk für alle die sich ernsthaft oder wissenschaftlich mit dem Index der verbotenen Bücher befassen möchten.


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