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Eure Heimat ist unser Albtraum

Mit Beiträgen von Sasha Marianna Salzmann, Sharon Dodua Otoo, Max Czollek, Mithu Sanyal, Olga Grjasnowa, Margarete Stokowski uvm.

Fatma Aydemir, Hengameh Yaghoobifarah

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Beschreibung


Wie fühlt es sich an, tagtäglich als „Bedrohung“ wahrgenommen zu werden? Wie viel Vertrauen besteht nach dem NSU-Skandal noch in die Sicherheitsbehörden? Was bedeutet es, sich bei jeder Krise im Namen des gesamten Heimatlandes oder der Religionszugehörigkeit der Eltern rechtfertigen zu müssen? Und wie wirkt sich Rassismus auf die Sexualität aus? 

Dieses Buch ist ein Manifest gegen Heimat – einem völkisch verklärten Konzept, gegen dessen Normalisierung sich 14 deutschsprachige Autor_innen wehren. Zum einjährigen Bestehen des sogenannten „Heimatministeriums“ sammeln Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah schonungslose Perspektiven auf eine rassistische und antisemitische Gesellschaft. In persönlichen Essays geben sie Einblick in ihren Alltag und halten Deutschland den Spiegel vor: einem Land, das sich als vorbildliche Demokratie begreift und gleichzeitig einen Teil seiner Mitglieder als »anders« markiert, kaum schützt oder wertschätzt.   

Mit Beiträgen von Sasha Marianna Salzmann, Sharon Dodua Otoo, Max Czollek, Mithu Sanyal, Margarete Stokowski, Olga Grjasnowa, Reyhan Şahin, Deniz Utlu, Simone Dede Ayivi, Enrico Ippolito, Nadia Shehadeh, Vina Yun, Hengameh Yaghoobifarah und Fatma Aydemir.  

Fatma Aydemir, 1986 in Karlsruhe geboren, ist Kolumnistin und Redakteurin bei der taz. 2017 erschien ihr Debütroman Ellbogen, für den sie mit dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet wurde. Als freie Autorin schreibt sie u.a. für das Missy Magazine. 2019 ist sie Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles. .
Hengameh Yaghoobifarah, geboren 1991 in Kiel, ist freie_r Redakteur_in beim Missy Magazine und bei der taz, schreibt für deutsch-sprachige Medien, u.a. die Kolumne „Habibitus“ für die taz sowie für Spex, an.schläge und für das Literaturjournal politisch schreiben. Yaghoobifarahs Essay Ich war auf der Fusion, und alles, was ich bekam, war ein blutiges Herz erschien 2018.
 

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 208
Erscheinungsdatum 02.11.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-548-06240-2
Verlag Ullstein Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 18,8/12,2/2 cm
Gewicht 196 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 1409

Buchhändler-Empfehlungen

Jedem zu empfehlen

Birgit Druffel, Thalia-Buchhandlung Wesel

Ein sehr wichtiges Buch - nicht nur in bestimmten Situationen, sondern immer. Es ist wichtig, sich seine eigenen Vorurteile und Privilegien vorzuhalten und etwas an seinem Verhalten zu ändern. Und das am besten, indem man eines tut: zuhören. Diese Essay-Sammlung von so vielen unterschiedlichen Autor*innen, die aber über so viele ähnliche Erfahrungen sprechen (Rassismus, Sexismus, Homophobie, u.A.), sollte jeder mal gelesen haben. Sie öffnet die Augen für Themen, die angegangen werden müssen, und regt einen Diskurs an - ein Diskurs, der geführt werden muss, um Veränderung zu bewegen.

Erschreckend, wie unterschiedlich das Leben in Deutschland sein kann.

Ramona Schulze, Thalia-Buchhandlung Frechen

Eine Gruppe an Autor_innen berichten von ihren Erlebnissen in Deutschland, dabei erleben diese Dinge, von denen die Mehrheit der Bevölkerung nichts mitbekommen. Denn die sind meist auf der anderen Seite der Kommunikation. Was diese Autor_innen über Jahre hinweg in ihrem Alltag erleben und inwieweit die Politik dem oftmals zuspielt ist schockierend. Wenn man lernen möchte, mit offenen Augen und ohne Intoleranz in einer gemeinsamen Gesellschaft zu leben, dann sollte man zu diesem Buch greifen.

Kundenbewertungen

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Außergewöhnliches Ultra tolles Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Aachen am 24.01.2021

Endlich ein Buch das Geschichten erzählt mit denen ich mich identifizieren kann. Beim Lesen habe ich mich verstanden und repräsentiert gefühlt und das ist super selten in der deutschen Literatur.

Augenöffnend
von einer Kundin/einem Kunden am 01.12.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

In diesem Buch werden nicht nur unterschiedliche Lebensrealitäten behandelt, sondern zusätzlich wird der Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten. Eine selbstkritische Auseinandersetzung mit den eigenen Privilegien ist ein interessanter Nebenprodukt dieses Buches

Heimaten
von Buecherseele79 am 21.11.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Als ich noch Kind war, da war ich mit vielen Kindern aus verschiedenen Ländern in einer Klasse und fand das immer toll weil soviele Kulturen aufeinander treffen. Und natürlich gab es auch Ausdrücke wie „Kanake“, „Spagettifresser“ oder „Kartoffelgesicht“, und damals wie heute weiß ich dass es jeden geschmerzt hat wenn er auf so ... Als ich noch Kind war, da war ich mit vielen Kindern aus verschiedenen Ländern in einer Klasse und fand das immer toll weil soviele Kulturen aufeinander treffen. Und natürlich gab es auch Ausdrücke wie „Kanake“, „Spagettifresser“ oder „Kartoffelgesicht“, und damals wie heute weiß ich dass es jeden geschmerzt hat wenn er auf so ein Wort reduziert wurde, es hat die anderen geschmerzt, ebenso wie mich. Wie sieht es heute aus? Ist der Rassismus aus Deutschland „verschwunden“? Kann man von einem „gerechtfertigten“ Rassismus reden oder sind das eben die Nazis und die AfD die nur so reden? Wie werden „andere Mitbürger“ in unserer Mitte respektiert, angenommen, wahrgenommen? „Eure Heimat ist unser Albtraum“ besticht schon durch sein Cover, denn wenn man genau hinsieht fallen ein paar Worte weg und geben so eine neuen und doch gleichen Sinn. Die Idee zu diesem Buch kam, als 2018 das Amt des „Heimatministeriums“ ins Leben gerufen wurde, mit einem Politiker an der Spitze, der eigentlich keine Ahnung von Heimat und Gemeinschaftsgefühl hat. Dem seine erste Amtshandlug daraus bestand zu behaupten dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre... 14 Menschen schreiben hier ihre Gedanken, Erfahrungen und Ansichten auf, was sie bewegt, was sie erschreckt, schockiert und sie auch ratlos zurücklässt. Auch beider Autorinnen/Herausgeberinnen schreiben ihre Erfahrungen nieder und das Buch ist wichtiger denn je, so einfach ist das. Beim lesen hatte ich ständig eine immense Wut im Bauch, ich habe mich geschämt, ich habe gelacht und war oft fassungslos, ich habe noch einiges dazugelernt und vor allem gemerkt - Nein!!, Deutschland hat seinen Rassismus nicht im Griff, auch nicht im Alltag. Das Buch ist keines was Menschen nutzen um zu jammern, Aufmerksamkeit zu erhaschen oder einen Gegenwind ohne Sinn zu erzeugen, sondern sie erzählen wie es ihnen im Alltag ergeht. Dass sie oft in 2ter oder 3ter Generation in Deutschland zu Hause sein sollten, hier geboren wurden und doch werden sie auf ihre Hautfarbe, Augen – oder Haarfarbe, auf ihr Gewicht oder Äusseres reduziert, müssen sich ständig anhören woher sie denn kommen, warum sie so gut die deutsche Sprache sprechen und ob sie nicht irgendwann wieder zurückwollen, in ihr Heimatland... doch Deutschland ist ihre Heimat, sie sind hier geboren, also haben sie die gleichen Rechte wie jeder andere Bürger auch. Und genau hier hapert es schon. Nicht nur dass man die Politik in dieser Angelegenheit komplett in die Tonne kicken kann, eigentlich halb Europa, nein, auch die Gesellschaft versagt. Und hier wird nicht nur die AfD erwähnt sondern das was man als „Alltagsrassismus“ bezeichnen kann. Nicht nur die Fragen an die Mitbürger, nein, auch dass man sie verurteilt wenn sie nur an meinem vorbeilaufen, aus „Spass“ werden eben mal so „nette“ Worte wie „Kanake“ oder „Spagettifresser“ oder „Nigger“ gesagt, die Leute sollen doch nicht alles so ernst nehmen. Sollte auch nur einer der „anderen“ Mitbürger meinen die Arbeit ist sehr anstrengend oder man fühlt sich krank, wurde belästigt, verdrängt, beleidigt, angegriffen – dann kommt der Standartsatz - „Dann geh doch zurück in deine Heimat!“ Diese 14 Menschen schreiben auch, was ihre Großeltern als Gastarbeiter damals in Deutschland geleistet haben, wie ihr Leben damals aussah, wie es für sie weiterging. Was wären wir denn ohne die Mitbürger aus anderen Kulturen in Deutschland? Wie gut würde die innere Struktur noch laufen, gerade im öffentlichen Bereich, im Gesundheitswesen, ect? Das Buch ist ein Augenöffner, in allen Belangen. Es versteht zu schockieren, es versteht zu erklären dass wir die ganze Thematik nach dem zweiten Weltkrieg überhaupt nicht aufgearbeitet haben, dass der Alltagsrassismus noch immer in sovielen Menschen steckt und es ein respektloser Umgang geworden ist. Die letzte Geschichte von Simone Dede Ayivi hat mich sehr berührt, hat Mut gemacht und war eine Freude zu lesen. „Zu Hause ist, wo ihr seid. Ich glaube nicht an Heimat, ich glaube an Heimaten“. Und dem kann man sich, nach diesem Buch, nur anschließen – wenn wir alle Heimaten haben, dann entsteht eine große Gemeinschaft die voneinander lernt, zueinander steht und viele interessante, kulturelle Eigenschaften hervorbringen wird. Es ist kein Hexenwerk gegen Rassismus einzustehen, im Alltag den Kopf einzuschalten, hinzusehen statt wegzusehen. Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem und allen, denn es ist wichtiger denn je! Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.


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