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Das eiserne Herz des Charlie Berg

Roman

Charlie Berg hat ein schwaches Herz und die feine Nase eines Hundes. Das einzige, was ihn seine Eltern gelehrt haben: Zwei Künstler sollten nie Kinder bekommen! Es sind die frühen 90er, Charlie will ausziehen, nicht mehr der Depp der Familie sein, der alles zusammenhält, während Mutter am Theater die Welt verstört und Vater wochenlang bekifft im Aufnahmestudio sitzt. Die Zivistelle im Leuchtturm ist zum Greifen nah – da läuft alles aus dem Ruder: Auf der Jagd mit Opa trifft ein Schuss nicht nur den Hirsch, sondern auch Opa. Und Charlies heimliche große Liebe Mayra, seine Videobrieffreundin aus Mexiko? Hat nichts Besseres zu tun, als den Ganoven Ramón zu heiraten…

Portrait
SEBASTIAN STUERTZ, geboren 1974, ist Medienkünstler, Musikproduzent und Podcaster, hauptberuflich animiert er Grafiken für Film und Fernsehen. Er wuchs am Steinhuder Meer auf, das man zu Fuß durchschreiten kann, so flach ist es. Seit Beginn des Jahrtausends lebt und arbeitet er in Hamburg. "Das eiserne Herz des Charlie Berg" ist sein Debütroman.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 720
Erscheinungsdatum 16.03.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-75851-7
Verlag btb
Maße (L/B/H) 21,6/15,2/5 cm
Gewicht 850 g
Verkaufsrang 4571
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Karin Harmel, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Anfangs etwas skeptisch ob der Dicke des Buches, freute ich mich später über jede zu lesende Seite. Ein Haufen skurriler Gestalten, eine Coming of Age Geschichte und spannend wie ein Krimi. Unbedingt lesen!

Ein Gulasch mit Tradition

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Die Zukunft geplant und herbeigesehnt, der Auszug vorbereitet. Noch ist ungewiss, ob Charlie seinen Wünschen und Vorstellungen folgen kann. Benötigt doch seine minderjährige, autistische Schwester Fritzi Fürsorge. Auch kommt ihm eine aus dem Ruder gelaufene Jagd in die Quere. Die Eltern sind keine verlässliche Instanz, verfolgen ganz eigene, egoistische Pläne… Eine Familie mit Hirschgulaschtradition. Ein Held mit einem Mängelexemplar in der Brust. Ein vielbeschäftigter Musiker mit Begeisterung für rauschhafte Substanzen. Eine theaterbesessene Weltverstörerin, die ihre letzten Besitztümer abholt. Zusätzlich sonstiges skurriles Personal. Vergangenes und Gegenwärtiges geht ineinander über, ein eindrückliches Bild entsteht. Eine etwas schräge, auch witzige Geschichte, die sich schwierig einordnen lässt. Über das Erwachsenwerden. Über Übermut und Furchtlosigkeit. Über Freundschaft, Familie und das Leben. Der es weder an Kuriosität noch an Fantasie mangelt. In flapsiger Sprache oft auch derb. Zuweilen etwas langatmig, mit unappetitlichen Sequenzen gespickt.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
40 Bewertungen
Übersicht
12
8
13
6
1

Ein Feuerwerk an Fantasie und Absurditäten
von Readaholic am 07.04.2020

Charlie Berg lebt ein außergewöhnliches Leben. Die Mutter ist als vielbeschäftigte Regisseurin in der Weltgeschichte unterwegs und hat sich noch nie um Charlie und seine kleine Schwester gekümmert. Der Vater ist ein dauerbekiffter Althippie, der im Keller haust und Musik macht. Der Opa, „Nonno“, der ebenfalls im Haus wohnt, ist ... Charlie Berg lebt ein außergewöhnliches Leben. Die Mutter ist als vielbeschäftigte Regisseurin in der Weltgeschichte unterwegs und hat sich noch nie um Charlie und seine kleine Schwester gekümmert. Der Vater ist ein dauerbekiffter Althippie, der im Keller haust und Musik macht. Der Opa, „Nonno“, der ebenfalls im Haus wohnt, ist zwar Deutscher, hat aber als er eine Italienerin heiratete quasi eine italienische Identität angenommen und spricht selbst im Familienkreis mit italienischem Akzent. Charlie selbst hat eine Supernase: er kann Gerüche bis auf ihre kleinsten Bestandteile analysieren. So kann er zum Beispiel ohne weiteres riechen, was eine Person Stunden zuvor gegessen hat und auch nach langer Zeit noch feststellen, wer sich in einem Raum aufgehalten hat. Die siebenjährige Schwester Fritzi ist Autistin mit Inselbegabung. Sie liest ununterbrochen und vergisst kein Wort dessen, was sie einmal gelesen hat. Wer in diesem Buch nach „normalen“ Personen sucht, wird nicht fündig werden, die Liste könnte endlos fortgeführt werden. Eine der wichtigsten Personen in Charlies Leben, wenn nicht sogar die wichtigste, ist Mayra, die er im Alter von 12 Jahren kennenlernt. Mayra lebt eigentlich in Mexiko, ist jedoch mit ihrem Vater zu Besuch bei Charlies Familie. Charlie und Mayra sind Seelenverwandte. Als das Mädchen Deutschland nach einem Sommer voller Abenteuer wieder verlässt, tauschen sie und Charlie jahrelang Videokassetten aus, die sie füreinander aufnehmen. So wissen sie immer, was im Leben des anderen gerade vor sich geht. Erst als Mayra kurz davor ist, den Drogenhändler Ramon zu heiraten, merkt Charlie, wie wichtig sie für ihn ist und welche Katastrophe die bevorstehende Heirat für ihn wäre. In Charlies Leben passieren die aberwitzigsten Dinge. So hat er ganz zu Beginn des Buches eine schicksalshafte Begegnung mit einem telepathisch begabten Hirsch, in deren Folge Charlies Opa sowie ein Wilderer zu Tode kommen und der Opa auf mysteriöse Weise verschwindet. Die Sprache in diesem Buch ist schwer zu beschreiben. Die meiste Zeit war ich hin und weg davon, allein die vielen fantasievollen Namen für Kiffen würden Seiten füllen. Das Buch ist ein wahres Feuerwerk an Wortneuschöpfungen und absurden, äußerst komischen Begebenheiten. Allerdings sind auch ein paar Situationen beschrieben, die dermaßen ekelhaft sind, dass ich inständig hoffe, die Bilder wieder aus meinem Kopf löschen zu können. Für 90 Prozent des Buchs würde ich bedenkenlos 5 Sterne vergeben, denn es hat mich hervorragend unterhalten und fällt komplett aus dem Rahmen des Üblichen. Doch die besagten Szenen haben mir den Genuss teilweise doch sehr verdorben, da sie unnötig eklig waren.

Skurril, liebenswert und unterhaltsam
von MarGen am 04.04.2020

Charlie Berg hat es nicht leicht. Eine abwesende Mutter, ein dauerbekiffter Vater und eine Freundin, die leider einen Anderen heiraten möchte. Dazu noch sein schwaches Herz, das selbst einen kleinen Sprint kaum aushält. Kein Wunder, dass er seinen Zivildienst in einem abgeschiedenen Leuchtturm an der Nordsee absolvieren möchte, ... Charlie Berg hat es nicht leicht. Eine abwesende Mutter, ein dauerbekiffter Vater und eine Freundin, die leider einen Anderen heiraten möchte. Dazu noch sein schwaches Herz, das selbst einen kleinen Sprint kaum aushält. Kein Wunder, dass er seinen Zivildienst in einem abgeschiedenen Leuchtturm an der Nordsee absolvieren möchte, um dort an einem Buch zu schreiben. Doch erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt… Ich mag dicke Bücher eigentlich nicht so gerne und dieses ist mit ca. 720 Seiten schon recht umfangreich. Allerdings hat mir schon der Anfang so gut gefallen, dass ich einfach das ganze Buch lesen wollte. Und ich bin so froh, dass ich mich nicht habe „abschrecken“ lassen, denn schon während der Lektüre war klar, „Das eiserne Herz des Charlie Berg“ wird in den Kreis meiner Lieblingsbücher aufgenommen werden. Herzlich willkommen! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, so sehr habe ich die Geschichte um Charlie genossen. Es ist skurril, es ist übertrieben, teilweise wirklich derb, absolut liebenswert, sehr besonders, phantasievoll, manchmal fast schon trashig und ein absoluter Lesegenuss. Ich bin so eingetaucht in diese ganz eigene kleine Welt, dass ich sogar gerne noch länger darin verweilt hätte. Die diversen Figuren, allen voran natürlich Charlie - aber auch Dave Killer, Mayra, Fritzi, Dito, Laura, um nur ein paar zu nennen -, sind mir wirklich ans Herz gewachsen und es hat sehr viel Spaß gemacht, Zeit mit ihnen zu verbringen. Dieses Buch ist wie ein (zugegebenermaßen recht langes) Musikvideo, ein Mixtape aus einer anderen Zeit (auch wenn die 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eigentlich noch gar nicht so lange her sind), es nimmt den Leser mit auf eine Reise ins Erwachsenwerden und durch Situationen, die man so eigentlich (und Gott sei Dank) normalerweise nicht erlebt. Immer ein Stückchen drüber, aber trotzdem so unterhaltsam und liebenswert, dass dies zumindest mich nie gestört hat. Einzig die letzten 100 Seiten waren mir dann teilweise wirklich ein bisschen zu viel (ich denke da vor allem an das Video von David), was mich aber trotzdem nicht von meiner Gesamtbegeisterung abbringen konnte. Ich kann nur allen raten: Lest dieses Buch! Für mich ist es jetzt schon legendär!

Lesevergnügen - absurd und herrlich schräg!
von einer Kundin/einem Kunden aus Brachbach am 04.04.2020

Bevor er zwecks Zivildienst und Verwirklichung seines eigenen Romanprojekts auf den einsamen Leuchtturm zieht, will Charlie Berg noch einmal mit seinem (Nazi-) Opa auf die Pirsch gehen. Am Ende ist nicht nur der kapitale Hirsch tot, sondern auch Opa und ein Wilderer bleiben auf der Strecke. Scheint zumindest so, und Charlie stec... Bevor er zwecks Zivildienst und Verwirklichung seines eigenen Romanprojekts auf den einsamen Leuchtturm zieht, will Charlie Berg noch einmal mit seinem (Nazi-) Opa auf die Pirsch gehen. Am Ende ist nicht nur der kapitale Hirsch tot, sondern auch Opa und ein Wilderer bleiben auf der Strecke. Scheint zumindest so, und Charlie steckt bis Oberkante Unterlippe im Schlamassel. Nach dieser grotesken Eröffnung gewährt uns Sebastian Stuertz tiefe Einblicke in die Familienverhältnisse der Bergs: die Mutter Rita, die als Rita del Monte die Theaterwelt „beglückt“, der ewig bekiffte Vater Dito, seine kleine autistische Schwester Fritzi, die laut Ultraschall eigentlich ein Fritz werden sollte und „kaum größer als ein Meerschweinchen“ zu früh zur Welt kam, seine mexikanische Freundin Mayra, die den Drogendealer Ramon zu ehelichen gedenkt, Murat und Mozart, kurz M&M, Nonno, Nonna und andere mehr. Diese Konstellationen und Charaktere genügen eigentlich schon, um zu erahnen, welche Absurditäten und schrägen Einfälle den Leser erwarten. Vielleicht stellenweise etwas weitschweifig, aber höchst vergnüglich, humorvoll, charmant, wild, obszön, vulgär, immer höchst unterhaltsam nimmt uns der Autor mit auf eine Achterbahn der Gefühle in die Neunziger- und rückblickend in die Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Jede Seite hält neue Überraschungen und witzige Ideen parat, und der Leser kann sich nie sicher sein, dass alles tatsächlich so ist, wie es scheint. So wird der Roman zur prall gefüllten literarischen Wundertüte, die in diesen traurigen Zeiten von Corona für wohltuende Abwechslung und herzerfrischendes Lesevergnügen sorgt!