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Gott wohnt im Wedding

Roman


Ein Haus. Ein Jahrhundert. So viele Lebensgeschichten.

Im ehemals roten Wedding, diesem ärmlichen Stadtteil in Berlin, steht in der Utrechter Straße ein altes Haus. Sie alle sind untereinander und schicksalhaft mit dem Gebäude verbunden: Leo, der nach 70 Jahren aus Israel nach Deutschland zurückkehrt, obwohl er das eigentlich nie wollte. Seine Enkelin Nira, die Amir liebt, der in Berlin einen Falafel-Imbiss eröffnet hat. Laila, die gar nicht weiß, dass ihre Sinti-Familie hier einst gewohnt hat. Und schließlich die alte Gertrud, die Leo und seinen Freund Manfred 1944 in ihrem Versteck auf dem Dachboden entdeckt, aber nicht verraten hat.

Regina Scheer, die großartige Erzählerin deutscher Geschichte, hat die Leben ihrer Figuren zu einem bewegenden Roman verwoben, voller Wahrhaftigkeit und menschlicher Wärme.

Portrait
Regina Scheer, 1950 in Berlin geboren, studierte Theater- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität. Später arbeitete sie bei der Wochenzeitschrift »Forum«, bis diese wegen »konterrevolutionärer Tendenzen« aufgelöst wurde. Danach veröffentlichte sie mehrere Bücher zur deutsch-jüdischen Geschichte. Für ihren ersten Roman »Machandel« erhielt sie 2014 den Mara-Cassens-Preis. »Gott wohnt im Wedding« ist ihr zweiter Roman.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 432
Erscheinungsdatum 13.04.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-328-10580-0
Verlag Penguin
Maße (L/B/H) 18,7/11,8/3,4 cm
Gewicht 394 g
Verkaufsrang 17737
Buch (Taschenbuch)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

Ein bewegender Roman

Gabriele Förster, Thalia-Buchhandlung Hagen

Ein Haus im Wandel der Zeiten , ein Jahrhunderhaus in der Utrechterstraße in Berlin, Wedding. Das Haus selbst bekommt in diesem Roman auch eine Stimme. Viele unterschiedliche Bewohner des Hauses werden porträtiert. Regina Scheer schafft durch die Betrachtung der unterschiedlichen Lebensgeschichten, Träume, Beziehungen,Hoffnungen, aber auch Leid eine Atmosphäre, die den Leser packt.

Ein Haus, zwei Jahrhunderte, unzählige Schicksale

Tobias Groß, Thalia-Buchhandlung Gotha

Wenn Häuser sprechen könnten, was würden sie uns wohl erzählen? Von was für Ereignissen würden sie berichten, was für Momente haben sie erlebt, was für Menschen haben in ihnen gewohnt? Bestimmt würden sie ganze Bücher füllen könnten, denn im Laufe eines Häuserlebens kommt einiges an bemerkenswerten Erlebnissen zusammen. Doch leider sind sie stumm, sie können uns nichts erzählen. Doch reizvoll wäre diese Vorstellung allemal. Wie schön, dass diese Unmöglichkeit in der Literatur real werden kann, denn Regina Scheer hat in ihrem zweiten Roman 'Gott wohnt im Wedding' genau das getan. Sie hat ein fast 150-jähriges Wohnhaus im Berliner Wedding zu einer der Hauptpersonen ihres Buches gemacht. Die Erlebnisse des ‚Alten Hauses‘ bilden den Rahmen für diesen lesenswerten Gesellschaftsroman, welcher sowohl die Vergangenheit, als auch die Gegenwart im Blick hat. In seinen Mauern, haben viele unterschiedliche Menschen gelebt. So wie Leo und Gertrud. Beide über 80 Jahre alt und bis heute miteinander verbunden. Doch während Leo nach Israel ausgewandert ist, blieb Gertrud ihr Leben lang in diesem Haus in der Utrechter Straße wohnen. Beim ersten Berlinbesuch Leos nach über 70 Jahren treffen sie sich erneut, denn eins ist bis heute nicht klar: wer hat Schuld an diesem einen tragischen Ereignis, was alles veränderte und Leo und Gertrud bis heute keine Ruhe lässt? Doch Regina Scheer hat nicht nur die Vergangenheit und deren Auswirkungen auf unsere heutige Zeit verarbeitet, nein. Denn in Form der jungen Roma und Blumenhändlerin Leila, spricht die Autorin die großen Probleme Berlins an: Gentrifizierung, Entmietung, unbezahlbares Wohnen. Gleichzeitig liefert sie eine Fülle an Informationen zur Geschichte der Roma und Sinti. Danach begreift der Leser, warum sie so sind, wie sie sind. Und warum dieses Volk über keine echte Heimat verfügt. Genau so, wie früher die Jüdinnen und Juden. Regina Scheer ist mit 'Gott wohnt im Wedding' ein eindrucksvoller Roman gelungen, ein echter Jahrhundertroman. Die sympathischen Protagonisten und besonders das Haus machen die Lektüre zu etwas Besonderem. Doch leider verfügt das Buch über ein paar unnötige Längen, denn aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven werden manche Geschichten mehrfach erzählt. Das ist zwar einerseits interessant, aber andererseits auch ermüdend. Trotzdem ist es ein tolles Buch, dessen Lektüre dem Leser die Augen öffnet und gleichzeitig bestens unterhält.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
17 Bewertungen
Übersicht
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Ein altes Haus hat viel erlebt
von Ulrike Frey aus Haltern am See am 28.09.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Das Cover ist weiß, quer über dem Buchrücken sieht man einen Straßenzug. Mittig in blauen Lettern liest man den Namen der Autorin REGINA SCHEER, darunter den Titel "GOTT LEBT IM WEDDING" in schwarz. Das um 1890 in Berlin-Wedding erbaute Mietshaus weiß, dass es mit ihm zu Ende geht. Es soll abgerissen werden. Das Haus resümier... Das Cover ist weiß, quer über dem Buchrücken sieht man einen Straßenzug. Mittig in blauen Lettern liest man den Namen der Autorin REGINA SCHEER, darunter den Titel "GOTT LEBT IM WEDDING" in schwarz. Das um 1890 in Berlin-Wedding erbaute Mietshaus weiß, dass es mit ihm zu Ende geht. Es soll abgerissen werden. Das Haus resümiert (in der Ich-Form), was es über all die Jahre erlebt hat. Leo Lehmann, ein Jude, der während des 2. Weltkrieges in diesem Haus bei Gertrud Romberg als "U-Boot" untergeschlüpft und später nach Israel ausgewandert war, steht 75 Jahre darauf vor dem Haus. Er hat Angelegenheiten zu regeln, die mit dem Erbe seiner 1998 verstorbenen Ehefrau zusammenhängen. Begleitet wird er von seiner Enkelin Nira. Gertrud Romberg lebt noch immer im Haus, doch er weiß nicht, ob er sie sehen will. Er nimmt an, dass sie ihn und seinen Freund seinerzeit verraten hat. Im Haus haben neben Gertrud auch Russinnen vorübergehend gewohnt und vor allem Szinti und Roma. Die Geschichte der Roma, insbesondere der Familie Fidler und ihrer Nachkommen wird sehr ausführlich im Roman "Gott wohnt im Wedding" behandelt. Überhaupt ist dies der erste Roman, den ich persönlich kenne, der einmal ganz besonders auf die Probleme der Sinti und Roma eingeht. Ständig auf der Flucht, keiner will sie haben, seien wir doch ehrlich! Da ist die studierte Laila, die ihre Abstammung gar anfangs im Wedding verbirgt, doch später, als sie anderen Sinti hilft, dann doch dazu steht. Ein ganz toller Roman, in dem Generationen ums Überleben kämpfen. Wir begleiten zwei Familien durch diese schweren Zeiten in über 100 Jahren. Der Roman ist sehr unterhaltsam, auch wenn er Längen aufweist. Doch er macht auch neugierig, so dass man das Buch nicht so schnell aus der Hand legt. Die Autorin Regina Scheer hat die Protagonisten sehr lebensnah geschildert, man kann sich alles gut vorstellen. Sie malt mit ihren Worten, es ist toll, wenn jemand mit der deutschen Sprache die deutsche Geschichte so bildhaft schildern kann. Das Buch erscheint im Verlag Penguin.

Ein epischer Generationenroman, großartig erzählt
von Circlestones Books Blog am 13.09.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

„Jetzt bin ich schon dabei, mich zu erinnern. Das kann ich nicht oft, aber heute muss es sein. Was du weißt, ist nicht verloren.“ (Zitat Seite 311) Inhalt Leo Lehmann ist über 90 Jahre alt, als er mit seiner Enkelin Nira für ein paar Wochen nach Berlin zurückkehrt. Durch Zufall bucht sie ein Hotel im Wedding, wo er zwanzig J... „Jetzt bin ich schon dabei, mich zu erinnern. Das kann ich nicht oft, aber heute muss es sein. Was du weißt, ist nicht verloren.“ (Zitat Seite 311) Inhalt Leo Lehmann ist über 90 Jahre alt, als er mit seiner Enkelin Nira für ein paar Wochen nach Berlin zurückkehrt. Durch Zufall bucht sie ein Hotel im Wedding, wo er zwanzig Jahre lang gewohnt hatte, er war hier geboren. 1948 hat er Berlin verlassen und lebt seither in Israel. Das alte Haus, in dem er während des Krieges eine Zeit lang untergetaucht war, steht noch. Gertrud Romberg, die damals ihn und seine Freunde versteckt hatte, lebt noch immer dort, umgeben von ihren Erinnerungen und den Erinnerungen des Hauses. Die anderen Bewohner wechseln jetzt oft, das Haus soll abgebrochen werden, zuletzt leben hier Flüchtlinge, vor allem Zigeunerfamilien aus unterschiedlichen Ländern, so wie Laila. Seit einem Vorfall, damals im Jahr 1943, hatte Leo keinen Kontakt mehr zu Getrud und eine offene Frage steht immer noch zwischen ihnen. Thema und Genre Ein altes Berliner Haus mit Geschichte, ein zeitgeschichtlicher Generationenroman, der sich auch mit der NS-Zeit in Deutschland auseinandersetzt. Es geht um Familie, Heimat, Fremde, Traditionen und gegen das Vergessen. Charaktere Leo Lehmann steht für die Geschichte einer jüdischen Familie im Nationalsozialismus. Laila Fidler, eine in Polen geborene Sintiza, steht für die Roma und Sinti, die immer wieder versuchten, sesshaft zu werden und doch immer wieder vertrieben wurden. Heute hilft Laila den rechtlosen Frauen bei den komplizierten Behördenwegen. Nira, in Israel geboren und aufgewachsen, sieht ihr Heimatland kritisch. Berlin ist kein Feindbild für sie, trotz der Geschichte ihrer Familie. Es sind lebendige Figuren mit ihren Konflikten und Wünschen, die uns in diesem Roman begegnen Handlung und Schreibstil Im Mittelpunkt steht das alte, baufällige Haus in Berlin Wedding, das sich an seine wechselvolle Geschichte seit der Erbauung erinnert. Damit verbunden ist das Leben seiner unterschiedlichen Bewohner. Es sind die gestrandeten, verfolgten Menschen, aber auch die selbstbewussten Kämpfer, um die es in diesem Roman geht. Am Beispiel von zwei speziellen Familien entwickelt die Autorin ein zeitgeschichtliches Kaleidoskop, welches das Leben mehrerer Generationen aufzeigt. Rückblenden und geschichtliche Abläufe, sowie die Erinnerungen des alten Hauses selbst, runden die Handlung ab. Die Sprache erzählt, geht nahe an die Figuren heran, zeigt auf, beschreibt, malt lebhafte Bilder. Fazit Ein vielschichtiger Generationenroman, in dem es um Zeitgeschichte geht und um die Menschen, deren Schicksal in dieser gefährlichen Zeit darin bestand, irgendwie zu überleben. Ein beeindruckender Appell gegen Vorurteile und für die Menschlichkeit.

Hinter der Mauer hat jedes Haus seine Geschichte(n)
von einer Kundin/einem Kunden aus Fulda am 13.08.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Meine Meinung: „Da stehe ich, mit meinen über 120 Jahren, fest auf Grund und Boden, kann hier nicht weg und komme doch überall hin.“ Mich begleitete anfangs beim Lesen das Gefühl, ein fremder Gast auf einer Hausparty zu sein und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich im Geschehen bzw. in den Geschichten der einzelnen Be... Meine Meinung: „Da stehe ich, mit meinen über 120 Jahren, fest auf Grund und Boden, kann hier nicht weg und komme doch überall hin.“ Mich begleitete anfangs beim Lesen das Gefühl, ein fremder Gast auf einer Hausparty zu sein und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich im Geschehen bzw. in den Geschichten der einzelnen Bewohner angekommen bin. Diese sind von Regina Scheer mit sehr glaubhaften und berührenden Viten ausgestattet und mich hat die darin erkennbare Liebe zum Detail in ihrer kommunizierten Beobachtungsgabe stark beeindruckt. So wird selbst zu dem erzählendem alten Haus, dessen weiser Klang in Stimme mir sehr gefallen hat, eine ganz persönliche/familiäre Nähe aufgebaut und auch wenn ich den Schreibstil nicht als sehr emotional, sondern eher „dokumentarisch“ bezeichnen würde, entstehen durch die dargestellten Schicksale echte Emotionen beim Lesen und ich fühlte mich oft mit dem Gedanken nach meiner eigenen Definition von „Heimat“ konfrontiert. Das Thema „Vertreibung“ bzw. „Ausgrenzung“ ist ein zentrales Element und wird von der Autorin am Beispiel der Juden und Sinti und Roma, basierend auf einer großartigen Recherche, ebenso lehrreich wie berührend dargestellt. Ihr gelingt es, die einzelnen Schicksale sehr gekonnt/stimmig miteinander zu verknüpfen und sorgt dabei zudem für neue Blickwinkel auf eine Völkergruppe, der ich sicher nicht immer vorurteilsfrei begegnet bin. Fazit: Ein sehr volles aber auch sehr erfüllendes Leseerlebnis, das zeigt, wie sehr sich der Blick hinter die Fassade(n) lohnen kann.