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Blutspiel / Rachel Morgan-Serie Bd. 2

Die Rachel-Morgan-Serie 2 - Roman

Rachel Morgan Band 2

Kim Harrison

(21)
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Beschreibung


Die neuen Abenteuer von Kopfgeldjägerin Rachel Morgan

Nach einer weltumspannenden Seuche hat sich das Leben auf der Erde grundlegend verändert: Die magischen Wesen sind aus dem Schatten getreten, Vampire, Kobolde und andere Untote machen die Straßen unsicher. Dies ist die Geschichte der Hexe und Kopfgeldjägerin Rachel Morgan, deren Job es ist, diese finsteren Kreaturen zur Strecke zu bringen ...

Nach „Blutspur“ nun der zweite Band von Kim Harrisons Mystery-Kultserie - voller Action, Erotik und knisternder Spannung.

»Atemberaubend spannend! Blutspur ist der Auftakt zu einer wahrhaft magischen Serie.«

Kim Harrison, geboren im Mittleren Westen der USA, wurde schon des Öfteren als Hexe bezeichnet, ist aber - soweit sie sich erinnern kann - noch nie einem Vampir begegnet. Sie hegt eine Vorliebe für Friedhöfe, Midnight Jazz und schwarze Kleidung und ist bei Neumond nicht auffindbar. Mit ihren RACHEL-MORGAN-Romanen hat sie einen internationalen Bestseller gelandet.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 636
Erscheinungsdatum 05.11.2007
Sprache Deutsch, Englisch
ISBN 978-3-453-43304-5
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 21/13,4/4,5 cm
Gewicht 623 g
Originaltitel The Good, The Bad, and the Undead
Übersetzer Alan Tepper

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Teil 2

Yvonne Delvos, Thalia-Buchhandlung Mülheim

Rachel ist eine der Titelheldinnen, die man sofort und auf der Stelle ins Herz schließt. Bei ihr geht erstmal alles schief und dann auch noch daneben. Doch irgendwie schafft sie es immer um die Kurve.

Stefan Tinkloh, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein neuer Fall für Rachel Morgen, große Steigerung in der Geschichte wie auch Entwicklung der Protagonisten. Sehr spannend!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden aus Oberhausen am 14.05.2017
Bewertet: anderes Format

Die Reihe um Rachel Morgan ist ein wenig wie "Anne Rice auf Speed" - spannend, actionreich und sehr lesenswert.

Rachel und das Spiel mit dem Leben
von Anja L. von "books and phobia" am 23.09.2016
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Das war er also nun , der 2. Band der Rachel Morgan-Reihe. Und was soll ich sagen... es war einfach eine Freude ihn zu lesen. Zuerst dachte ich mir = ok der 1. Teil war ja ganz gut aber deine SuB-Liste wieder immer größer, fang doch erstmal ein anderes Buch an=. Da ich zudem bei einigen Leserunden bei LovelyBooks teilnehme, woll... Das war er also nun , der 2. Band der Rachel Morgan-Reihe. Und was soll ich sagen... es war einfach eine Freude ihn zu lesen. Zuerst dachte ich mir = ok der 1. Teil war ja ganz gut aber deine SuB-Liste wieder immer größer, fang doch erstmal ein anderes Buch an=. Da ich zudem bei einigen Leserunden bei LovelyBooks teilnehme, wollte ich es nicht beginnen aber die Neugier siegte dann doch Haushoch. Die Geschichte fängt da an, wo der 1. Teil aufhörte und geht somit nahtlos über. Die ersten Namen kommen einen auch gleich bekannt vor und die wenigen neuen Charaktere lassen sich gut merken. Ok außer der Dämon.... bei ihm musste ich etwas üben um ihn aussprechen zu können:-) Man merkte auch sehr schnell das dieses Buch nicht unbedingt in die Hände von 10 Jährigen gehört, den auch in diesem Teil mangelt es nicht an Gewalt, Blut und dem einen oder anderen Moment der Lust. Und trotzdem hat man wieder mitgefiebert wer am Ende nun der Serienkiller ist und wie er zu schlägt. Die Orte aus dem Vorteil haben sich kaum geändert , den Rachel bewohnt mit Ivy und Jenks immer noch die Kirche , Nick hat eine kleine Wohnung und Trent besitzt nach wie vor sein riesiges Anwesen. Der einzigste richtig neue Ort ist wohl eine Pizzeria die eine 5 Sterne LGP Bewertung besitzt und wer sich fragt was das bedeutet, der muss das Buch wohl oder übel lesen. Ich spoilere nicht gerne .:-) Was mir bei dieser Reihe sofort auffällt, ist die teilweise detailtreue Wiedergabe der Geschehnisse. Man kann sich wirklich vorstellen wie z.B. ein Bannkreis gezogen wird oder wie man das Jenseits betritt um eine Kraftlinie anzuzapfen. Auch der Ideenreichtum welcher sich dabei befindet ist einfach nur grandios. Denn wer hätte gedacht das Zauberstäbe so teuer sind. Ich hielt sie eigentlich immer für erschwinglich. Nachdem man so eine tolle Geschichte gelesen hat, wünscht man sich manchmal auch das es das alles gäbe.Ok, nicht unbedingt alles aber einen großen Teil. Ich bedanke mich für diesen tollen Lesespaß und kann auch den 2. Teil nur empfehlen.

Blutspiel
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 28.09.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Auch der zweite Teil der Rachel Morgan Geschichte ist spannend geschrieben. Ich habe das Buch sehr schnell gelesen und ich freue mich schon auf den 3. Teil, den gerade gekauft habe.


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    Ich zog den Leinengurt des Wasserkanisters höher auf die Schulter und streckte mich, damit ich die Wasserdüse in den Topf der Hängepflanze halten konnte. Die Wärme des hereinströmenden Sonnenlichts drang durch meinen blauen Arbeitsanzug. Hinter den schmalen Flachglasfenstern lag der Innenhof, umgeben von den VIP-Büros. Ich blinzelte in die Sonne, drückte den Sprühknopf, aber nur einige Tröpfchen quälten sich durch das Scheißding.

    Das laute Klappern der Computertastaturen drang in meine Ohren, als ich zum nächsten Grünzeug ging. Aus dem Büro hinter der Rezeption waren Telefongespräche zu hören, begleitet von einem bauchigen Lachen, das an das Kläffen eines Hundes erinnerte. Tiermenschen! Je höher sie in der Rangordnung standen, desto menschlicher sahen sie aus, aber dieses Lachen verriet sie immer.

    Ich blickte die Reihe der Hängepflanzen vor dem Fenster entlang. Hinter dem Empfang befand sich ein frei stehendes Aquarium. Jepp! Cremefarbene Flossen. Ein schwarzer Punkt auf der rechten Seite. Das musste er sein. Mr. Ray züchtete Koi, die er auf der jährlichen Fischausstellung in Cincinnati präsentierte. Der Gewinner des letzten Jahres wurde immer in seinem Vorzimmer ausgestellt, aber nun schwammen da zwei Fische, und das Maskottchen der Howlers war verschwunden. Mr. Ray war ein Anhänger der Dens, eines Rivalen des Inderlander Baseballteams. Zählte man eins und eins zusammen, ergab das einen gestohlenen Fisch.

    »So, so«, meinte die freundliche Frau hinter dem Tresen, als sie aufstand, um einen Stapel Papier in den Drucker einzulegen. »Mark hat Urlaub? Er hat mir gar nichts davon gesagt.«

    Ich nickte, sah die Sekretärin in ihrem beigen Geschäftsanzug aber nicht an, während ich mein Equipment einen Meter weiter zerrte. Mark machte nur einen Kurzurlaub. Er lag im Treppenhaus des Gebäudes, in dem er vorher gearbeitet hatte, durch einen temporären Schlafzauber außer Gefecht gesetzt. »Ja, Madam«, antwortete ich mit lauter Stimme und einem leichten Lispeln. »Er hat mir erklärt, welche Pflanzen bewässert werden müssen.« Bevor sie näher hinschauen konnte, drückte ich meine rot lackierten Fingernägel in die Handinnenflächen. Die passten wirklich nicht zum Erscheinungsbild einer Gärtnerin. Ich hätte vorher daran denken sollen. »Zuerst kommen die Pflanzen auf dieser Etage dran, und danach der Baumgarten auf dem Dach.«

    Die Frau lächelte und entblößte dabei ihre leicht überlangen Zähne. Sie war ein Werwolf und stand anscheinend weit oben in der Hackordnung des Büros. Mr. Ray würde wohl auch keinen dahergelaufenen Straßenköter einstellen, wenn er sich so ein schnuckeliges Ding leisten konnte. Ihr leichter Moschusgeruch war gar nicht mal unangenehm.

    »Hat Mark Ihnen von dem Arbeitsaufzug auf der Rückseite des Gebäudes erzählt?«, fragte sie hilfsbereit. »Das ist viel bequemer, als diese Karre die Treppen hinaufzuschleppen.«

    »Nein, Madam.« Ich zog die hässliche Kappe mit dem Gärtnerlogo tiefer ins Gesicht. »Ich glaube, er will mir das Leben richtig schwer machen, damit ich nicht versuche, ihm ins Gehege zu kommen.« Mit steigender Pulsfrequenz schob ich Marks Arbeitswagen weiter die Pflanzenreihe entlang. Auf ihm befanden sich Gartenscheren, Düngestäbchen und das Bewässerungsequipment. Natürlich kannte ich den Aufzug, ebenso wie die Lage der sechs Notausgänge, der Feuermelder und das Donut-Depot.

    »Männer«, seufzte sie, rollte mit den Augen, und setzte sich wieder vor den Bildschirm. »Haben die denn immer noch nicht kapiert, dass wir die Welt regieren könnten, wenn wir es nur wollten?«

    Ich nickte zustimmend und bespritzte die nächste Pflanze mit ein wenig Wasser. Irgendwie regierten wir doch sowieso schon die Welt. Über dem Geräusch des Druckers und des entfernten Bürogeschnatters erklang ein durchdringendes Summen. Es war Jenks, mein Partner, und er hatte offensichtlich eine ziemlich miese Laune, als er aus dem Büro des Chefs geflogen kam. Seine libellenähnlichen Flügel waren rot vor Wut, und das Licht der Sonne erleuchtete den von ihnen herabfallenden Pixiestaub. »Ich bin mit den Pflanzen da fertig«, moserte er lauthals und landete auf dem Rand des Hängetopfes vor mir. Die Hände in die Hüften gestemmt, sah er in dem blauen Overall aus wie ein erwachsener Peter Pan, der es bis zum Müllmann gebracht hatte. Seine Frau hatte ihm sogar eine passende Mütze genäht. »Die brauchen nur Wasser. Kann ich dir hier irgendwie helfen oder kann ich zurück in den Truck und schlafen?« Er klang ätzend und genervt.

    Ich nahm den Wasserkanister vom Wagen und stellte ihn auf den Boden, um den Deckel abzuschrauben. »Ich bräuchte ein Düngestäbchen.« Was hatte der denn für ein Problem?

    Grummelnd flog Jenks zum Wagen und begann darin herumzuwühlen. Grüne Verschlussstreifen, Rankhölzer und gebrauchte ph-Teststreifen flogen durch die Gegend. »Hab eins«, meinte er und zog ein weißes Stäbchen hervor, das so groß war wie sein Kopf. Er warf es in den Kanister, wo es sich mit einem Zischen auflöste. Es war allerdings kein Düngestäbchen, sondern ein Sauerstoffpellet, das auch gegen Algen wirkte. Wozu einen Fisch stehlen, wenn er beim Transport krepiert?

    »Oh mein Gott, Rachel«, flüsterte Jenks, als er auf meiner Schulter landete. »Das ist Polyester. Ich trage Polyester!«

    Ich entspannte mich. Daher kam also die schlechte Laune. »Alles wird wieder gut.«

    »Ich hab Ausschlag!«, rief er und kratzte sich wie ein Besessener unter seinem Kragen. »Ich kann keinen Polyester tragen! Pixies reagieren allergisch auf Polyester. Schau mal, siehst du das?« Jenks neigte den Kopf nach vorne, sodass die blonden Haare seinen Nacken freigaben, aber er war viel zu nahe vor meinen Augen, als dass ich ihn klar hätte erkennen können. »Überall Striemen. Und es stinkt. Ich kann das Öl riechen. Ich trage tote Dinosaurier. Ich kann doch kein totes Tier tragen! Das ist barbarisch, Rachel«, flehte er.

    »Jenks?« Ich schraubte den Verschluss provisorisch auf den Kanister und warf ihn mir über die Schulter, während ich Jenks wegschob. »Ich trage die gleichen Klamotten. Das musst du abkönnen.«

    »Aber es stinkt!«

    Ich verdrehte genervt die Augen und stieß zwischen zusammengebissenen Zähnen ein »Mach mal halblang« hervor.

    Während er rückwärts abschwirrte, zeigte der Kerl mir doch glatt beide Mittelfinger! Ich klopfte die Gesäßtasche meines schäbigen Overalls ab und fand die Gartenschere. Miss »Büroprofi« tippte gerade einen Brief, und so stellte

    ich die kleine Stehleiter auf, kletterte hinauf und begann die Hängepflanzen hinter ihrem Schreibtisch zu beschneiden. Jenks hatte sich wieder eingekriegt und half mir dabei. Nach wenigen Momenten fragte ich ihn flüsternd: »Hast du alles vorbereitet?«

    Die Augen auf die offene Tür von Mr. Rays Büro gerichtet, nickte er. »Wenn er das nächste Mal die Mails checkt, wird das ganze Internetsicherheitssystem verrückt spielen. Seine Sekretärin wird fünf Minuten brauchen, um es zu reparieren, wenn sie sich auskennt, vier Stunden, wenn sie keinen blassen Schimmer davon hat.«

    »Ich brauche nur fünf Minuten.« Durch die hereinströmende Sonne begann ich zu schwitzen. Hier drin roch es wie in einem Garten – einem Garten, in dem ein nasser Hund auf den kühlen Fliesen liegt.

    Mein Herz schlug schneller, und ich schob die kleine Leiter eine Pflanze weiter. Ich stand nun hinter dem Schreibtisch und konnte die Anspannung der Frau spüren. Sie musste wohl oder übel damit klarkommen, dass ich in ihr Revier eingedrungen war. Immerhin war ich die Wassertussi. Ich arbeitete weiter und hoffte, dass sie meine Nervosität auf die Nähe zu ihr zurückführen würde. Meine Hand lag auf der Verschlusskappe des Kanisters. Nur eine Drehung, und sie wäre ab.

    »Vanessa!« Aus dem Büro schallte eine wütende Stimme.

    »Los jetzt«, drängte Jenks und flog hoch an die Decke zu den Überwachungskameras.

    Ich drehte mich um und sah den verärgerten Mann, offensichtlich ein Werwolf, erkennbar an der schmalen Figur und der Körpergröße. Er stand in der Tür zu seinem Büro. »Es ist schon wieder passiert.« Mit gerötetem Kopf krallte er sich an der Türzarge fest. »Ich hasse diese Technik. Was ist so schlecht an gutem, altem Papier. Ich mag es.«

    Auf dem Gesicht der Sekretärin erschien ein professionelles Lächeln. »Mr. Ray, Sie haben ihn schon wieder angeschrien, nicht wahr? Ich habe Ihnen doch erklärt, dass Computer wie Frauen sind. Wenn Sie sie anschreien oder zu viel auf einmal verlangen, machen sie dicht und tun gar nichts mehr.«

    Er knurrte irgendeine Antwort und verschwand in seinem Büro. Entweder ignorierte er die indirekte Warnung seiner Sekretärin, oder er hatte sie überhaupt nicht bemerkt. Mein Herz schlug bis zum Hals, als ich das kleine Treppchen direkt hinter das Aquarium stellte.

    Vanessa seufzte. »Gott steh ihm bei«, murmelte sie beim Aufstehen. »Wenn er weiter solche Sprüche bringt, wird ihm irgendwann mal jemand gehörig die Eier zerquetschen.« Sie warf mir einen aufgebrachten Blick zu und verschwand dann mit klappernden Absätzen in dem Büro. »Rühren Sie bloß nichts an«, rief sie. »Ich komme ja schon.«

    Ich holte tief Luft. »Kameras?«

    Jenks schnellte von der Decke herab. »Zehnminutenschleife. Leg los.«

    Er flog zur Haupttür, setzte sich auf die obere Türleiste und beobachtete kopfüber den gesamten Eingangsbereich. Seine Flügel bewegten sich so schnell, dass sie vor meinen Augen verschwammen, als er mir das Okayzeichen gab.

    Mein ganzer Körper war angespannt wie ein Stahlseil. Ich öffnete den Deckel des Aquariums und zog das grüne Fischnetz aus der Innentasche meines Overalls. Auf der obersten Stufe der Leiter balancierend, krempelte ich die Ärmel bis zum Ellbogen hoch und tauchte den Käscher ins Wasser. Beide Fische flitzen sofort in den hinteren Teil des Beckens.

    »Rachel, die hat was drauf. Sie ist schon halb durch.«

    »Pass einfach nur auf die Tür auf«, zischte ich. Wie lange kann es schon dauern, einen Fisch zu fangen? Ich drückte einen Stein nach vorne, um das dahinter versteckte Tier zu fangen. Beide Fische schossen zur Vorderseite des Aquariums.

    Plötzlich klingelte mit einem weichen Summen das Telefon. »Jenks, gehst du mal ran?« Behutsam trieb ich beide Fische mit dem Käscher in eine Ecke. »So, jetzt hab ich dich …«

    Jenks sauste von der Tür zum Telefon und landete mit den Füßen auf dem blinkenden Annahmeknopf. »Mr. Rays Büro, bitte warten Sie einen Augenblick«, fiepte er in einem hohen Falsett.

    »Du hinterhältiges Schuppenvieh«, fluchte ich, als sich der zappelnde Fisch aus dem Netz befreite. »Na, komm schon. Ich versuche doch nur, dich nach Hause zu bringen, du schleimiges, schuppiges Ding«, säuselte ich mit zusammengebissenen Zähnen. »Ja … fast … komm schon.« Er steckte jetzt zwischen dem Netz und dem Glas. Wenn er doch nur stillhalten würde …

    »Hey!«

    Das Adrenalin schoss mir in den Kopf. Im Durchgang zu den vorderen Büros stand ein kleiner Mann mit gepflegtem Bart, der einige Akten unter dem Arm trug. »Was machen Sie denn da?«, fragte er streitlustig.

    Ich blickte auf meinen Arm im Aquarium. Der Käscher war leer. Der Fisch hatte sich befreit. »Ähh, mir ist die Schere da reingefallen?« Es klang nicht sonderlich überzeugend.

    Aus Mr. Rays Büro kam ein Aufstampfen, dann ein Stoßseufzer von Vanessa. »Mr. Ray!«

    Verflucht. Das klappte wohl doch nicht auf die leichte Tour. »Plan B, Jenks.« Ächzend schnappte ich mir die Abdeckung des Aquariums und zog daran.

    Als das Becken kippte und sich über hundert Liter ekliges Fischwasser über ihren Schreibtisch ergossen, hörte ich Vanessa schreien.

    Plötzlich stand sie mit Mr. Ray in der Tür. Von der Taille bis zu den Füßen durchnässt torkelte ich von der Leiter. Geschockt standen sie alle wie angegossen da. Ich suchte den Boden nach den Fischen ab. »Da seid ihr ja.« Mit einem Aufschrei versuchte ich mir den richtigen der beiden zu greifen.

    »Sie will den Koi«, schrie der kleine Mann, während noch mehr Leute aus dem Flur hereinkamen. »Schnappt sie euch!«

    »Lauf!«, kreischte Jenks. »Ich halte sie dir vom Leib.«

    Triefend watschelte ich hinter dem Fisch her und versuchte ihn zu fassen, ohne ihn zu verletzen. Der Koi rutschte zuckend über den Boden. Endlich bekam ich ihn zwischen die Finger, ließ ihn in den Kanister fallen und drehte den Verschluss fest zu.

    Jenks flitzte währenddessen wie ein Leuchtkäfer aus der Hölle zwischen den Tiermenschen hin und her, fuchtelte dabei mit Bleistiften herum und donnerte sie ihnen wie ein Speerwerfer in die empfindlichsten Körperpartien. Ein gerade mal zehn Zentimeter großer Pixie hielt drei Tiermenschen in Schach. Nicht, dass mich das überrascht hätte. Mr. Ray stand nur fassungslos da, bis er bemerkte, dass ich einen seiner Fische hatte. »Was, zum Teufel, machen Sie mit meinem Koi?« Sein Gesicht lief vor Wut knallrot an.

    »Ich gehe mal mit ihm spazieren.«

    Er kam auf mich zu und versuchte, mich mit seinen klobigen Händen festzuhalten. Höflich streckte ich ihm meine Hand entgegen und riss ihn vorwärts, direkt in mein Knie. Er stolperte zurück und drückte sich beide Hände in die Magengrube.

    »Hör auf, mit den Hunden zu spielen!«, schrie ich in Jenks’ Richtung und suchte verzweifelt nach einem Fluchtweg. »Wir müssen verschwinden.«

    Ich hob Vanessas Monitor hoch und warf ihn in das Flachglasfenster. Das wollte ich schon lange mal machen, allerdings mit Ivys Bildschirm! Er krachte mit einem wohltuenden Geräusch durch das Glas und schlug auf dem Rasen auf, ein merkwürdiger Anblick. Wütende Tiermenschen strömten in den Raum und sonderten ihren starken Moschusgeruch ab. Ich schnappte mir den Kanister und hechtete durch das Fenster.

    »Los, hinterher«, schrie jemand.

    Meine Schulter knallte auf den gepflegten Rasen, und ich rollte mich ab. »Komm hoch«, hörte ich Jenks direkt an meinem Ohr. »Da entlang.«

    Er flitzte durch den kleinen Innenhof. Ich folgte ihm, wobei ich mir den schweren Kanister auf den Rücken schnallte, um beide Hände frei zu haben. Dann zog ich mich an dem Rosengitter an der Mauer hoch, ohne auf die Dornen zu achten, die meine Haut durchdrangen.

    Keuchend kam ich oben an. Das Rascheln der Zweige verriet mir, dass sie mir auf den Fersen waren. Ich zog mich über die Brüstung des mit Teer und Kieselsteinen bedeckten Flachdachs und sprintete los. Hier oben wehte ein heißer Wind, und ich warf einen kurzen Blick auf die Skyline von Cincinnati.

    »Spring«, brüllte Jenks, als ich am Rand angekommen war.

    Ich vertraute ihm und sprang mit wirbelnden Armen und Beinen von der Dachkante.

    Adrenalin schoss durch meinen Körper, und ich hielt die Luft an. Es war ein Parkplatz. Er hatte mich vom Dach auf einen Parkplatz springen lassen!

    »Ich hab keine Flügel, du Idiot.« Zähneknirschend zog ich die Knie an. Als ich am Boden aufschlug, kam der Schmerz wie eine Explosion. Ich fiel nach vorne und riss mir die Handinnenflächen auf. Der Schultergurt riss, und der Kanister schlug klappernd auf den Asphalt. Ich rollte zur Seite, um den Sturz abzufangen.

    Der metallene Kanister rollte in die entgegengesetzte Richtung. Noch immer keuchend vor Schmerz stolperte ich hinterher. Beinahe hätte ich ihn erwischt, doch dann rollte er unter einen Wagen. Mit einem Fluch legte ich mich flach auf den Bauch und versuchte das Ding mit einem Arm zu erreichen.

    »Da ist sie!«

    Ich hörte ein Pling von dem Auto über mir, dann noch eins. Im Asphalt klaffte plötzlich ein Loch, und ich konnte den stechenden Schmerz von Splittern in meinem Arm spüren. Schossen die etwa auf mich?

    Mit einem Stöhnen schlängelte ich mich unter dem Auto hervor und zog den Kanister hinter mir her. Den Fisch wie einen Schutzschild vor die Brust gedrückt, ging ich langsam rückwärts. »Hey«, rief ich und zog mir eine Strähne aus dem Gesicht. »Was zur Hölle macht ihr da? Es ist nur ein Fisch! Er gehört euch doch nicht einmal!«

    Das Tiermenschentrio glotzte vom Dach herab. Einer von ihnen legte seine Waffe auf mich an.

    Blitzschnell drehte ich mich um und rannte los. Und das alles für fünfhundert Dollar? Für fünftausend vielleicht! Ich lief hinter Jenks her und schwor mir, mich das nächste Mal über die Einzelheiten zu informieren, bevor ich das Standardhonorar veranschlagte.

    »Hier lang«, brüllte Jenks. Teile des Asphalts platzten ab und trafen mich, begleitet vom Echo der Schüsse. Der Platz war nicht abgesperrt, und so rannte ich mit vor Adrenalin zitternden Muskeln über die Straße, um mich möglichst unauffällig in den Strom der Fußgänger einzureihen. Mit klopfendem Herzen hielt ich kurz an und entdeckte ihre Silhouetten, die sich vor dem weiten Himmel abzeichneten. Sie waren nicht gesprungen. Sie mussten sich auch nicht beeilen, denn am Gitter klebte noch überall mein Blut. Trotzdem glaubte ich nicht, dass sie mich verfolgen würden. Der Fisch gehörte nicht ihnen, sondern den Howlers. Das Baseballteam würde mich bezahlen, und damit hätte ich das Geld für die Miete.

    Ich versuchte meine Atmung zu verlangsamen und mich der Geschwindigkeit der Fußgänger anzupassen. Die Sonne brannte vom Himmel, und ich schwitzte in dem verdammten Polyestersack. Wahrscheinlich hielt mir Jenks den Rücken frei, also bog ich in eine Gasse ein, um mich umzuziehen. Ich stellte den Kanister ab, ließ den Kopf nach hinten fallen und lehnte mich an die kühlende Wand des Gebäudes. Ich hatte es geschafft. Die Miete war wieder für einen Monat gesichert.

    Mit einer Hand riss ich mir den Tarnzauber vom Hals und fühlte mich augenblicklich besser. Das Trugbild einer dunkelhäutigen Frau mit dicker Nase und braunen Haaren verschwand und enthüllte mein krauses, schulterlanges rotes Haar und meinen blassen Teint. Ich begutachtete meine zerschundenen Hände und rieb sie behutsam aneinander. Vielleicht hätte ich einen Schmerzzauber einpacken sollen. Nein, es war besser, so wenige Zauber wie möglich mit mir rumzutragen. Hätten sie mich gefangen, wäre ich nur wegen »versuchten Diebstahls« dran gewesen, und nicht wegen »versuchten Diebstahls und des Vorsatzes der Körperverletzung«. Vor einer Anschuldigung hätte ich mich drücken können, aber zwei wären zu viel gewesen. Ich war ein Runner – ich kannte das Gesetz.

    Während die Leute am Eingang der Gasse vorbeigingen, zog ich den feuchten Overall aus und stopfte ihn in einen Müllcontainer. Erleichtert bückte ich mich, um den Saum meiner Lederhose über meine schwarzen Stiefeletten zu rollen. Wieder in der Vertikalen, betrachtete ich die neuen Kratzspuren an meiner Hose und drehte mich dabei, um das Ausmaß des Schadens zu begutachten. Ivys Lederpolitur würde die feinen Risse ein wenig ausbessern, aber eins war klar – Leder und Asphalt harmonierten nicht miteinander. Aber besser Kratzer an der Hose als Kratzer an mir. Darum trug ich sie ja schließlich.