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Das Mädchen

Roman

"Ich war einmal ein Mädchen, aber ich bin es nicht mehr."

Wie ihre Mitschülerinnen wurde Maryam von Boko-Haram-Kämpfern aus ihrer nigerianischen Schule an einen ihnen unbekannten Ort entführt. Mit ihrer Freundin Buki übersteht sie die höllische Gefangenschaft und gemeinsam gelingt ihnen die Flucht. Mit »tiefer, unverbrüchlicher Empathie« (Richard Ford) erzählt Edna O'Brien von einem langen Weg zurück ins Leben, von unvermuteter Hilfsbereitschaft und Mitgefühl. Den kriegerischen Wirren setzt sie die Schönheit der Natur entgegen und gibt der traumatisierten Seele ihre Würde zurück. Aber ist für Maryam überhaupt eine Heimkehr möglich, gibt es doch dort, wo sie einmal zuhause war, keine Sprache für das, was sie durchlebt hat?

Für ihren kunstvollen, mutigen Roman hat Edna O'Brien in den letzten Jahren Nigeria bereist und das Schicksal der entführten Mädchen eingehend recherchiert. Es ist ein Buch über ihr Lebensthema: Gewalt gegen Frauen und deren Fähigkeit, diese wieder und wieder zu überwinden. Gewidmet ist es den Müttern und Töchtern Nordostnigerias. "Das Mädchen" ist Weltliteratur.
Portrait
Edna O’Brien, geb. 1930 in Tuamgraney/Westirland, gilt als bedeutendste Schriftstellerin ihres Landes. Bereits ihr Debüt Die Fünfzehnjährigen (The Country Girls), das in Irland verboten wurde, machte sie international bekannt. Seither hat sie mehr als zwanzig Romane und Erzählbände verfasst. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter die American National Arts Gold Medal, der Frank O'Connor Prize, 2018 der PEN / Nabokov Award for Achievement in International Literature und 2019 der rennomierte David Cohen lifetime achievement award.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 04.03.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-455-00826-5
Verlag Hoffmann und Campe
Maße (L/B/H) 21,1/13,2/2,7 cm
Gewicht 378 g
Auflage 1
Übersetzer Kathrin Razum
Verkaufsrang 52570
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

"Hat Gott gesehen, was gerade passiert ist, und es in sein großes Buch geschrieben?"

Matthias Kesper, Thalia-Buchhandlung Paderborn

Vorneweg: Die große, sehr zornige, alte Dame der irischen Literatur hat einen Roman geschrieben, der kaum in Worte zu fassen ist. Ich war das ein oder andere Mal ganz dicht davor, das Buch zu schliessen, zu grausam, zu hart, zu unerträglich scheint das, was man gerade gelesen hat. Aber es ist alles wahr, es passiert jetzt, im Moment, immer wieder, und die welt schweigt dazu! Edna O`Brien gibt all den von der Terror-Miliz "Boko Haram" verschleppten Mädchen eine Stimme. Maryam ist noch fast ein Kind, als sie von der Schulbank weg entführt wird. Nach Tagen findet sie sich tief im Dschungel Nigerias wieder, wiederholt werden sie und die anderen Mädchen vergewaltigt, sie müssen einer Steinigung zusehen, täglich erhalten sie "Unterricht", der sie auf die Zwangs-Konvertierung zum Islam, in seiner hier pervertierten Form, vorbereiten soll. Maryam wird mit einem "Kämpfer" verheiratet, der selbst Kind-Opfer der Miliz war. Bei einem Befreiungsversuch durch die nigerianische Armee gelingt ihr mit ihrem Baby und ihrer Freundin Buki die Flucht. Doch der Urwald erweist sich als fast genauso grausam und unmenschlich wie die Entführer.... Im hohen Alter von fast neunzig Jahren reiste die Autorin nach Nigeria, sprach mit überlebenden Opfern der Terrormiliz und Betreuerinnen der zutiefst traumatisierten Frauen. Und schrieb ihr härtestes und wichtigstes Buch. Nicht angenehm und "schön" zu lesen, aber es ist ein großes Stück (Welt)-Literatur!!!

Harter Tobak

Ulrike Ackermann, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Die Autorin Edna O‘Brien fuhr mit fast 90 Jahren nach Nigeria um über das Schicksal der Mädchen zu recherchieren, die von Boko Haram verschleppt wurden. Anhand ihrer Erkenntnisse konnte sie diesen wichtigen Roman schreiben. Für uns schier unvorstellbar, welche Unmenschlichkeit an manchen Orten herrscht! Hart zu lesen - noch härter, das alles selbst erfahren zu haben!

Kundenbewertungen

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Unbedingt lesen!
von Lesendes Federvieh aus München am 11.05.2020

Maryam besucht wie jeden Tag zusammen mit vielen anderen Mädchen die Schule. Doch dieser Tag sollte ihrer aller Leben drastisch verändern. Plötzlich dringen Kämpfer der berüchtigten Gruppe Boko Haram ins Klassenzimmer und entführen die Schülerinnen in ihr Lager tief im Dschungel. Ein Martyrium beginnt. Edna O‘Brien ist mit „D... Maryam besucht wie jeden Tag zusammen mit vielen anderen Mädchen die Schule. Doch dieser Tag sollte ihrer aller Leben drastisch verändern. Plötzlich dringen Kämpfer der berüchtigten Gruppe Boko Haram ins Klassenzimmer und entführen die Schülerinnen in ihr Lager tief im Dschungel. Ein Martyrium beginnt. Edna O‘Brien ist mit „Das Mädchen“ ein aufwühlendes, schockierendes, aber auch hoffnungsvolles Buch gelungen. Die Geschichte der nigerianischen Mädchen, die während des Schulunterrichts von Boko Haram entführt wurden, ging um die Welt. Doch nach und nach geriet ihre Geschichte ins Vergessen. Genau hier setzt die Autorin an. Mit diesem grandios ehrlichen und schonungslosen Roman sorgt sie dafür, dass ein Vergessen nicht möglich sein wird. Für ihre Recherche bereiste sie Nigeria und informierte sich vor Ort über das Schicksal der entführten Mädchen. Und diese Authentizität spürt man in jedem Satz dieses absolut lesenswerten Buches. Sie beschreibt die unvorstellbaren Gräueltaten, denen die Mädchen ausgesetzt waren und gibt ihnen durch Maryam ein Gesicht. Sie erzählt aber auch über die gefährliche Flucht von Maryam, die sie zusammen mit ihrer Freundin Buki versucht und dem schwierigen Ankommen Zuhause und in ihrer Familie. Doch trotz aller Düsternis gibt es auch Lichtblicke - und auch für die Moral einer ganzen Gesellschaft in der Frauen keine Rechte haben und Gleichberechtigung ein Fremdwort ist, denn es gibt sie noch, die Menschen, die hinsehen und anpacken. Hier sind es ein Nomadenstamm und Nonnen, die eine Hand reichen, allesamt Frauen. Edna O‘Brien hat für mich nicht nur ein weiteres Stück Gewalt gegen Frauen aus der Versenkung geholt, sondern dies auch literarisch hervorragend umgesetzt.

Ein schonungsloser Roman
von einer Kundin/einem Kunden am 19.04.2020

So beginnt dieser Roman „Ich war einmal ein Mädchen, aber ich bin es nicht mehr.“ Ein Roman, der unter die Haut geht, erschreckend, erschüttert und an die Grenze stößt. Aus meiner Sicht keine leichte Lektüre und auch nicht für zartbesaitete LeserInnen. Die Autorin hat als Grundlage für diesen Roman die Ereignisse von 2014 in Nig... So beginnt dieser Roman „Ich war einmal ein Mädchen, aber ich bin es nicht mehr.“ Ein Roman, der unter die Haut geht, erschreckend, erschüttert und an die Grenze stößt. Aus meiner Sicht keine leichte Lektüre und auch nicht für zartbesaitete LeserInnen. Die Autorin hat als Grundlage für diesen Roman die Ereignisse von 2014 in Nigeria eingearbeitet, wo viele Mädchen entführt wurden von den Boka-Haram-Kämpfer. Sie gab ihrer Protagonistin den Namen Maryam, die über die Gefangenschaft, das Pein und Leid, ihre Schwangerschaft sowie die Flucht mit ihre Freundin Buki und all das was noch so passiert berichtet. Teilweise schonungslos.

Erschütternd, aber auch lesenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Weeze am 16.03.2020

„Das Mädchen“ ist eine Kunstfigur, aber dennoch auf seine ganz spezielle Art authentisch. Denn Edna O’Brien vereint in dem Mädchen, dem sie den Namen Maryam gibt, die Geschichten der 2014 in Nigeria durch die islamistische Terrororganisation Boko Haram entführten mehr als 200 Schülerinnen. Es wurde berichtet, dass diese Opfer vo... „Das Mädchen“ ist eine Kunstfigur, aber dennoch auf seine ganz spezielle Art authentisch. Denn Edna O’Brien vereint in dem Mädchen, dem sie den Namen Maryam gibt, die Geschichten der 2014 in Nigeria durch die islamistische Terrororganisation Boko Haram entführten mehr als 200 Schülerinnen. Es wurde berichtet, dass diese Opfer von Zwangsverheiratungen und sexuellen Übergriffen geworden seien. Zwar gab es zu verschiedenen Zeitpunkten Freilassungen und einigen Schülerinnen gelang sogar die Flucht, aber aktuell werden immer noch mehr als 100 der Mädchen vermisst, beziehungsweise von Boko Haram festgehalten. Um die erschütternde Geschichte dieses Buches erzählen zu können, reiste die 1930 geborene Autorin nach Nigeria und verbrachte viel Zeit mit Mädchen in Aufnahmelagern, in den Dörfern, in Klöstern und Schulen. So erhielt sie Einblicke in die größtenteils verschwiegene Geschichte der entführten Mädchen. Und genau das merkt man diesem Buch auch an. Die Autorin vereint in dem Mädchen Maryam all diese Geschichten und man bekommt beim Lesen eine leise Ahnung von dem Grauen, das diese Mädchen durchgemacht haben. Maryam arbeitet schwer, hungert und wird immer wieder vergewaltigt. Schließlich wird sie einem Kämpfer zur Frau gegeben, von dem sie schwanger wird. Doch gemeinsam mit einer Freundin gelingt ihr die Flucht. Aber damit endet die Not der aus der Gefangenschaft zurückkehrenden Mädchen noch lange nicht, denn sie werden von der traditionsbehafteten eigenen Sippe abgelehnt und manchmal sogar von der Gemeinschaft verstoßen. „Es hatte sich herumgesprochen, dass wir die Frau eines Milizionärs und ihr Kind verstecken. Alle dort unten haben furchtbare Angst. Sie wissen, was passieren wird. Man wird ihre Waren beschlagnahmen, ihre Verkaufsstände niederbrennen und sie selbst abschlachten. Und dann werden die Dschihadis hierher zu uns kommen, denn sie wissen, wo sie uns finden können, sie kennen jeden Quadratzentimeter von diesem Wald. Sie werden alles zerstören. Sie werden uns unsere Herde wegnehmen. Es wird nichts von uns übrig bleiben.“ (S. 90) Eindringlich schildert Edna O’Brian die Geschehnisse mit harten Fakten, eher distanziert und dabei doch näher, als einem lieb sein kann. So kommt man Maryam beim lesen nicht wirklich nah, fühlt aber dennoch das unbeschreibliche Grauen, die Abstumpfung der Gefühlswelt und die Hilflosigkeit mit. Dieser Abstand, ein gebührender nicht verletzender Abstand, sorgt dafür dass die Geschehnisse und Taten in ihrer Grausamkeit begriffen werden können, man das Gelesene aber noch aushalten kann. Auf der anderen Seite schafft es die Autorin jedoch auch durch die Beschreibung eines einzelnen Bildes eine ganze Geschichte im Kopf des Lesers zu erzeugen, so schmerzhaft und grausam, dass man froh ist, dass man es nicht ausformuliert lesen muss. „Das Mädchen“ ist ein verstörendes Buch, das von Gewalt, Terror, Angst und Traditionen handelt und nebenbei Einblicke in das nigerianische Frauenbild gibt. Erschütternd, aber auch lesenswert. „Er dreht sich zu den anderen um und sagt, es sei wahrscheinlicher, dass ich eins von den Schulmädchen bin. Das sehe man in den Augen: das Trauma tief in den Augenhöhlen und der gehetzte Blick. Er sehe das nicht zum ersten Mal.“ (S. 93)