Meine Filiale

Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben

Roman

Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe Band 14

Heidi Rehn

(30)
eBook
eBook
9,99
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
Sofort per Download lieferbar
Sie können dieses eBook verschenken  i

Weitere Formate

Taschenbuch

12,99 €

Accordion öffnen
  • Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben

    Aufbau TB

    Sofort lieferbar

    12,99 €

    Aufbau TB

eBook (ePUB)

9,99 €

Accordion öffnen
  • Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben

    ePUB (Aufbau)

    Sofort per Download lieferbar

    9,99 €

    ePUB (Aufbau)

Beschreibung

"Ein vielschichtiges Buch über die schillerndste Tochter Thomas Manns." Brigitte Glaser

New York, 1936: Erika hofft darauf, mit ihrem politischen Kabarett die Amerikaner für den Kampf gegen Hitler zu gewinnen. Dann lernt sie im Kreis der europäischen Exil-Künstler einen Mann kennen, der ihr mehr bedeutet, als sie jemals für möglich gehalten hätte - den Arzt und Lyriker Martin Gumpert, der fasziniert ist von ihrer Stärke und Unabhängigkeit. Bald muss sie sich entscheiden: Ergreift sie die Chance, sich als Kämpferin für Frieden und Freiheit zu etablieren, oder setzt sie ihr persönliches Glück an erste Stelle?

Die bislang unbekannte Liebesgeschichte einer großen Frau, die sich in einer düsteren Epoche behaupten muss

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 448 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 18.08.2020
Sprache Deutsch
EAN 9783841219688
Verlag Aufbau
Dateigröße 2359 KB
Verkaufsrang 462

Weitere Bände von Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe

Buchhändler-Empfehlungen

Marianne Sibbing, Thalia-Buchhandlung Bocholt

Vielversprechend: ein Roman über das Leben der Erika Mann im Exil in Amerika; so hatte ich gedacht. Leider wurde ich enttäuscht: ein alberne Vierecksgeschichte, die der historischen Person nicht gerecht wird. Kann man trotzdem lesen, weil ein gutgeschriebener Unterhaltungsroman.

Was für eine faszinierende Frau!

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Dass ich dieses Buch lesen musste, war von dem Moment an klar, als ich es in der Vorschau des Aufbau Verlags entdeckte. Und dafür gibt es genau 3 Gründe: 1. Ich mag diese Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ des Aufbau Verlags. Ich habe zwar nicht alle Bände gelesen, sondern entscheide mich immer für die, deren Hauptpersonen mich interessieren. Und ich bin auch nicht von allen Bänden gleich angetan, weil sie mir manchmal einen zu großen Wert auf die Liebesgeschichte legen. Aber nichtdestotrotz ist diese Reihe ein toller Einstieg für Menschen, die sich für Biografien interessieren, sich aber nicht gleich direkt an eine reine Biografie heranwagen. 2. Ich liebe die Bücher der Autorin Heidi Rehn, die ich lese, seitdem sie mit ihren Romanen im 20. Jahrhundert angekommen ist. Sie schafft es immer wieder, die Geschichten in ihren Romanen so bildhaft zu erzählen, dass ich das Gefühl habe mittenmang zu sein. 3. Erika Mann interessiert mich ungemein. Die ganze Familie Mann fasziniert mich, weil alle außergewöhnlich begabte Menschen waren. Aber Erika Mann und ihr ein Jahr jüngerer Bruder Klaus ganz besonders. Und was soll ich Ihnen jetzt sagen, nachdem ich das Buch gelesen habe, außer dass ich ganz begeistert bin? Diese Romanbiografie ist für mich die bisher beste, der bereits erschienen Bände (soweit ich sie gelesen habe). Heidi Rehn erzählt von einer sehr kleinen, aber entscheidenden Zeitspanne im Leben Erika Manns. Das Buch beginnt im September 1936 und endet im Dezember 1937. Erika und Klaus Mann reisen zum 2. Mal in die USA. Dieses Mal wollen sie versuchen, dass das ganze Ensemble der Pfeffermühle in die USA einreisen darf, um dort ihre Kabarett-Auftritte gegen Hitler auf- und fortzuführen. Einige Texte wurden im Vorfeld bereits mit Hilfe von Erika Manns Ehemann W. H. Auden ins Englische übersetzt. Seit dreieinhalb Jahren sind Klaus und Erika Mann jetzt auf der Flucht vor den Nationalsozialisten. In New York steigen sie im Hotel Bedford, welches von einem Deutschen, Anton Nägel, geleitet wird, ab. Es ist das Hotel, in dem ganz viele Exilliteraten untergekommen sind. Dort treffen sie u.a. auf Prinz Hubertus Friedrich von Löwenstein, Rolf Nürnberg, Billy Wilder, Curt Riess, Emil Ludwig und Martin Gumpert. Es ergibt sich schnell eine Clique, die fortan viel gemeinsam unternehmen wird. Doch das Hauptthema für Erika ist, dass sie Klinken putzen muss, damit sie die nötigen Formalitäten mit den Behörden klären kann, Geld für Hotel und Unterhalt besorgen kann, sowie Probe- und Auftrittsmöglichkeiten findet. Von ihrem Vater hat sie einige Empfehlungsschreiben mitbekommen. So sind Treffen mit Eleanor und Theodore Roosevelt, dem Präsidentenpaar, als auch Alfred A. Knopf, dem amerikanischen Verleger Thomas Manns, und seiner Gattin Blanche bereits fest eingeplant. Auf einer dieser Treffen lernt sie den Bankier und Philanthropen Maurice Wertheim kennen, der sie fortan unter seine Fittiche nimmt. Erika Mann ist zu dieser Zeit mit der Theaterschauspielerin und dem Ensemble-Mitglied der Pfeffermühle Therese Giehse liiert und mit W. H. Auden pro forma verheiratet. Doch sowohl Maurice Wertheim mit seinem Charme und seinem Geld als auch Martin Gumpert mit seiner fast schon buddhistischen Ruhe faszinieren Erika Mann, und sie ist fortan während ihres Aufenthalts in den USA zwischen diesen drei Personen hin- und hergerissen. Und so pendelt die Geschichte zwischen dem, was Erika Mann für ihr Ensemble und für Deutschland tut und der schwierigen Liebessituation hin- und her. Dazu muss sie sich zusätzlich noch um ihren Bruder Klaus, ihre Eltern und ihre Großeltern mütterlicherseits – die Juden Alfred und Hedwig Pringsheim, sorgen. Klaus ist schwer drogenabhängig und schwankt wahrscheinlich deshalb zwischen manischen und depressiven Phasen hin und her. Dazu kommen seine Homosexualität und sein Problem, dass er endlich als eigenständiger Autor anerkannt werden und nicht immer nur als der älteste Sohn Thomas Manns gelten möchte. Von den Eltern wünscht sie sich, dass sie auch nach Amerika auswandern, und die Großeltern hängen noch in München unter den schwierigsten Bedingungen fest. Dies alles beschreibt Heidi Rehn großartig! Sie schafft es, Erika Mann als eine ganz besondere Frau darzustellen. Eine Frau, die liebt, wen sie lieben möchte. Eine Frau, die wie keine andere für die Menschen kämpft, die sie liebt. Eine Frau, der Deutschland wichtig ist, und die deshalb mit all ihrer Kraft versucht, die US-Amerikaner dazu zu bekommen, endlich Stellung gegen Hitler zu beziehen. Eine Frau, die sich auch in Englisch brillant ausdrücken kann, eine gute Schauspielerin und eine gute Autorin ist. Eine Frau, die charismatisch und attraktiv ist. Doch an ihre eigenen Bedürfnisse denkt sie zuallerletzt. Sie macht so lange weiter, bis sie irgendwann erschöpft zusammenbricht. Und selbst dann gibt sie noch nicht auf. Und vor allem ist sie DIE Tochter Thomas Manns. Für ihren Vater würde sie alles tun. Sie ist hinter der toughen Fassade eine sensible und zerrissene Frau. Und was mir an diesem Buch besonders gut gefällt, ist, dass die Autorin die Liebesgeschichte nicht so in den Vordergrund stellt, wie es bei manch anderen Büchern dieser Reihe der Fall ist. Sie beschreibt den Menschen Erika Mann und nicht die Liebende. Liebe ist für Erika Mann zwar wichtig, aber auch sie muss sich unterordnen. Diese Romanbiografie von Heidi Rehn hat bei mir wieder einmal die Lust geweckt, mich mehr mit der Familie Mann und hierbei speziell mirtErika Mann auseinanderzusetzten. Die Romanbiografie hätte für meinen Geschmack das ganze Leben Erika Manns umfassen können. Man merkt diesem Buch einfach an, dass Erika Mann bei Heidi Rehn ein richtiges Herzensthema ist!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
30 Bewertungen
Übersicht
23
5
0
1
1

Ein faszinierender Roman über eine starke Frau
von einer Kundin/einem Kunden aus Krefeld am 06.12.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Heidi Rehn gehört zu meinen Lieblingsautorinnen. Ich habe nahezu jedes Buch von ihr gelesen. In ihrem neusten Werk beschreibt sie einen kleinen Teil der Geschichte Erika Manns, nämlich ihre ersten Monate im amerikanischen Exil. Der Roman ist im Aufbau Verlag in der Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ erschienen. E... Heidi Rehn gehört zu meinen Lieblingsautorinnen. Ich habe nahezu jedes Buch von ihr gelesen. In ihrem neusten Werk beschreibt sie einen kleinen Teil der Geschichte Erika Manns, nämlich ihre ersten Monate im amerikanischen Exil. Der Roman ist im Aufbau Verlag in der Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ erschienen. Erika und ihr Bruder Klaus Mann treffen 1936 in ihrem amerikanischen Exil ein. Sie beziehen in New York Zimmer im berühmten Bedford Hotel, wo viele Künstler logieren, die aus Deutschland ausgewandert sind, weil sie dem Nationalsozialismus entfliehen mussten. Unter ihnen ist auch der Mediziner und Autor Martin Gumpert, der Erika vom ersten Augenblick an fasziniert. Erika will die amerikanische Bevölkerung wachrütteln, ihr vermitteln, dass von Hitler eine große Gefahr ausgeht, auch für das ferne Amerika. Dies versucht sie, indem sie das Kabarett „Pfeffermühle“ in New York etablieren will. Leider scheitert dieser Versuch jedoch kläglich. Zu unterschiedlich sind die Erwartungen in ein Showprogramm in USA und Deutschland. Als sich die Truppe auflöst, findet Erika auf andere Art und Weise Gehör. Ihr Bruder Klaus, der labil und drogensüchtig ist, schreibt derweil an seinem Roman „Mephisto“. Er hat, anders als seine Schwester, große Probleme damit, immer nur als Kind des berühmten Thomas Mann wahrgenommen zu werden. Heidi Rehn ist es in diesem Roman gelungen, einen kleinen Teil der Geschichte Erika Manns unterhaltsam zu beschreiben. Wie im Anhang zu lesen ist, hat sie dafür sehr genau recherchiert. Das merkt man dem Buch auch an. Sie beschreibt Erikas Zerrissenheit zwischen ihrer Geliebten Therese Giehse, dem reichen Maurice Wertheim und dem eher stillen Martin Gumpert sehr gefühlvoll. Dazu kommen ihre Bemühungen, bei den Amerikanern Gehör für ihr Anliegen zu finden, die schließlich bei einer Rede im Madison Square Garden endlich Früchte tragen und ihr Tourneen als politische Rednerin einbringen. Ich habe auf sehr unterhaltsame Art und Weise viel über „die Tochter des Zauberers“ gelernt, was ich bislang noch nicht wusste. Fazit: Dieser Roman ist ein Lesegenuss für Menschen, die etwas über die Familie Mann oder das Leben von Künstlern im amerikanischen Exil erfahren möchten.

Erika war auch eine Zauberin!
von Samantha aus Freihung am 28.10.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Das Buch greift aus den biographischen Zeitläuften der faszinierenden Erika M. September 1936 bis Dezember 1937 heraus.  Es ist sehr genau recheriert, weil Heidi Rehn auf alle zugänglichen Quellen zurückgegriffen hat. Zwecks dramaturgischer Verdichtung nimmt sie sich einige literarische Freiheiten heraus. Dieser Kunstgriff ist ... Das Buch greift aus den biographischen Zeitläuften der faszinierenden Erika M. September 1936 bis Dezember 1937 heraus.  Es ist sehr genau recheriert, weil Heidi Rehn auf alle zugänglichen Quellen zurückgegriffen hat. Zwecks dramaturgischer Verdichtung nimmt sie sich einige literarische Freiheiten heraus. Dieser Kunstgriff ist jedoch durchaus vertretbar, weil sie dadurch noch andere Facetten aufzeigen kann. Es führt jedenfalls nicht zu unzulässigen Verzerrungen.  Trotz aller Genauigkeit beansprucht das Buch für sich nicht, ein Sachbuch oder eine "akademische" Biographie zu sein. Es ist fiktionalisiert, aber eben mit sovielen Fakten wie möglich. Diese Mischung aus Fiktion und Authentizität gibt dem Buch seinen ganz besonderen Reiz.  Denn es ist quasi so, als ob man in Erikas Haut steckte und durch ihren Blick gefärbt die Welt sieht.  W. H. Auden ermöglichte ihr mit einer Scheinheirat, daß sie fliehen konnte, während Thomas und Katia noch in Europa blieben.  Sie und ihr Bruder Klaus waren die "Gemini", die schillernden Apollofalter und zogen viel Aufmerksamkeit auf sich.  Klaus, labil und eher emotional haderte mit dem riesigen Schatten des Zauberers. Erika war stark, manchmal anstrengend, hochintelligent, fürsorglich. Mit einem unsteten Liebesleben. Sie machte keinen Hehl aus ihrer Bisexualität, während Klaus die Männer liebte und ebenso hochbegabt war wie sie.  Sie erkannte schon sehr früh, welche Gefahr Hitler darstellte und engagierte sich flammend gegen ihn. Auf manche macht sie einen unwirschen Eindruck und daß sie manchmal zu ichbezogen war. Aber ich denke, daß das ein Irrtum ist. Sie war auch sensibel, versteckte das jedoch hinter ihrer impressiven Art, um nicht verletzt zu werden. Sie besaß zweifellos Charisma. Innerlich unruhig und wie ein Blatt im Wind, aber vor Energie übersprudelnd.  Heidi Rehn schreibt in einer eingängigen, verständlichen, irisierenden Art über Erika und hat ihr so ein Denkmal geschaffen, aber nicht abgehoben über uns allen schwebend. Sie macht sie menschlich greifbar mit all ihren Stärken und Schwächen. Beim Lesen generiert sich ein wirbelnder Sog, der alles um einen herum vergessen macht. Dieses Buch ist ebenso hilfreich die Schwellenangst vor Erika Mann zu überwinden, falls einer schon mehr über sie wissen wollte, aber an einer "akademischen" Biographie gescheitert ist. Und zwar wegen eines temporär auftretenden Bibliokomas, der akuten Langeweile der "Trockenheit" geschuldet. So kann der interessierte Mensch einen Blick riskieren, bis er ebenfalls im Buch versinkt, um dann auszurufen: Erika war selber eine Zauberin!

Erika Mann, eine kluge, starke und charismatische Frau mit einer klaren Mission
von einer Kundin/einem Kunden aus Memmingen am 12.10.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Der Roman „Die Tochter des Zauberers – Erika Manns Flucht ins Leben“ schildert eindrücklich das Leben von Thomas Manns Tochter, die ihren eigenen, anstrengenden, aber auch mutigen Weg durch die instabile Zeit des Jahres 1936 geht. Inmitten deutscher Künstler im Exil in New York versucht sie, ihr Ensemble Pfeffermühle/Pepper Mill... Der Roman „Die Tochter des Zauberers – Erika Manns Flucht ins Leben“ schildert eindrücklich das Leben von Thomas Manns Tochter, die ihren eigenen, anstrengenden, aber auch mutigen Weg durch die instabile Zeit des Jahres 1936 geht. Inmitten deutscher Künstler im Exil in New York versucht sie, ihr Ensemble Pfeffermühle/Pepper Mill zu etablieren und den Menschen die Augen vor der Willkür der Nazis und dem drohenden 2. Weltkrieg zu öffnen. Dabei stößt sie auf so manchen Widerstand und riskiert ihr privates Glück mit ihrer Lebensgefährtin Therese. Doch Erika kann einfach nicht anders und so kämpft sie stets für Aufklärung und Auflehnung gegen Hitler, der ihre Heimat fest im Griff hat und nach der ganzen Welt zu greifen versucht. Erika Mann ist klug, stark, mutig, fürsorglich, beharrlich, elegant, charmant, willensstark und überzeugend. Sie steht für ihre Überzeugung ein und verfolgt unnachgiebig ihre Mission, die Amerikaner über das Geschehen in Deutschland und ganz Europa die Augen zu öffnen und vor Hitler zu warnen. Ihren Vater, den Nobelpreisträger Thomas Mann, musste sie erst mühevoll davon überzeugen, ebenfalls gegen Nazideutschland aufzustehen und sich klar zu positionieren. Dass Erika das geschafft hat, zeigt, wie viel Überzeugungskraft sie hat und welche Leidenschaft in ihr brennt, mit der sie unablässig vor der großen Gefahr eines erneuten Krieges warnt. Wer nun vermutet, dass wir es hier mit einer verhärmten und nicht sehr attraktiven Frau zu tun haben, irrt gewaltig. Sie hat eine enge Bindung zu ihrem labilen und sensiblen Bruder Klaus. Sie unterstützt ihn stets und verliert ihn trotz eigener Probleme und ihres Kampfes um Anerkennung als eigenständige Persönlichkeit und nicht nur als „Tochter von …/Tochter des Zauberers“ nie aus den Augen. Erika hat mit ihrem androgynen Aussehen, ihrer Ausstrahlung und ihrem Charme Männer wie Frauen betört und für sich eingenommen. Das hat ihr viele Türen geöffnet, sie aber in Liebesdingen schwanken lassen und oft geriet sie zwischen die Stühle und konnte sich nur schwer entscheiden. Galt ihre jahrelange Liebe Theres Giehse, der etwas grummeligen, bayrischen Powerfrau mit dem losen Mundwerk aus dem Ensemble der Pfeffermühle, entbrennt sie in New York in Liebe für den Arzt und Poeten Martin Gumpert und den reichen, amerikanischen, Geschäftsmann Maurice Wertheim. Das sorgt nicht nur in Erikas Herz für Wirbel, sondern auch in ihrer Beziehung zu Therese. Sie kann sich nicht entscheiden und will keinem weh tun. Das sieht von außen betrachtet wie Berechnung oder Hinhaltetaktik aus, doch es ist nicht richtig, das zu unterstellen, denn ihr Charakter ist sehr viel komplexer. Die Pfeffermühle ist ein politisches, kritisches Kabarett, das von Deutschland in die Schweiz vor Hitler geflohen ist und nun von Erika nach New York geholt werden soll. Allerdings stellt sich schnell die Frage, ob das was in Deutschland und der Schweiz als Kritik an der Vorherrschaft der Nazis funktioniert, auch in New York überzeugen kann. Die Amerikaner leben in einem so großen Land, dass Europa viel zu weit außerhalb ihrer Reichweite ist. Erika hofft jedoch darauf, die deutschen Exilant*innen zu überzeugen und so auch an die amerikanische Bevölkerung heranzukommen. Oftmals stürzt sie sich so in die Arbeit, die Vorbereitungen für die Pepper Mill, die Einreise des Ensembles und die Sorge um ihren drogenabhängigen und labilen Bruder Klaus, dass sie sich dabei selbst sträflich vernachlässigt. Wie gut, dass sie immer wieder Menschen um sich hat, die diese Sorge für sie übernehmen und ihr Aufmerksamkeit und Zuneigung entgegenbringen. Die Geschichte von „Die Tochter des Zauberers – Erika Mann und ihre Flucht ins Leben“ hat mich so gut unterhalten und neugierig gemacht, dass ich sofort angefangen habe, über sie zu recherchieren und nachzulesen. Natürlich komme ich dabei an ihrem Vater Thomas, ihrem Onkel Heinrich und ihrem Bruder Klaus nicht vorbei. Heidi Rehn hat mit ihrem wunderbaren Schreibstil das Jahr 1936 in New York so bildhaft vor meinen Augen entstehen lassen, dass ich zu gerne noch ewig weitergelesen hätte. Bisher wusste ich nicht sehr viel über die Familie Mann und schon gar nicht über die wunderbare Erika. Sie muss eine wirklich faszinierende und aufregende Frau gewesen ein. Ihr wäre ich gerne begegnet. Zwar hätte ich keine Zigarette mit ihr geraucht, aber ein Glas Wein oder Stärkeres mit ihr getrunken und mich über ihre Ansichten zur Zeit des Nationalismus, des 2. Weltkrieges und ihr ganz persönliches leben unterhalten. Die Zeit wäre sicher verflogen. Was gibt es Schöneres beim Lesen, als sich in der Geschichte zu verlieren und sich der Hauptfigur Erika Mann so nahe zu fühlen, dass es schwerfällt, sie zu verabschieden. In der Handlung finden sich sehr viele bekannte Namen wie Billy Wilder oder Vicky Baum, die zwar nur kurz skizziert werden, dennoch im Gedächtnis bleiben und die Neugier wecken, auch über sie nachzulesen. Ich habe den Roman gewonnen und im Rahmen einer Leserunde gelesen. Die Autorin Heidi Rehn war in der Leserunde stets präsent und hat nicht nur geduldig Fragen beantwortet oder Anmerkungen kommentiert, sondern auch jede Menge zusätzliche Informationen zu Erika Mann parat. Das empfinde ich nicht als selbstverständlich und deshalb hat mir diese Leserunde besonders viel Spaß gemacht.


  • Artikelbild-0