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Briefwechsel mit seinen 'Kindern' II

Band 96 der Gesammelten Werke

Karl Mays Gesammelte Werke und Briefe Band 96

Karl May

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Beschreibung

Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts traten aus dem breiten Lesepublikum Karl Mays vier junge Menschen in Erscheinung, die dem Schriftsteller in besonderer Weise nahestanden und sich in der Zeit der zermürbenden Presse- und Prozesshetze für ihn engagierten: die Geschwister Marie und Ferdinand Hannes, Lu Fritsch, Willy Einsle und der Philologe und Pädagoge Dr. Adolf Droop, der auch bereits eine wissenschaftliche Analyse von Mays Reiseerzählungen veröffentlicht hatte.
Diese fünf Verehrer standen Karl May geistig und seelisch derart nahe, dass seine zweite Ehefrau Klara sie als seine "Kinder" bezeichnete.
Die umfangreiche Korrespondenz der 'Kinder' mit Karl und Klara May wird in dieser zweibändigen, kritisch kommentierten Edition erstmals - und soweit möglich vollständig - veröffentlicht.
Die vorgestellten Briefe bieten nicht nur wichtige und spannende, sondern auch bewegende, sehr private Einblicke in die Persönlichkeit des populären Schriftstellers; sie dokumentieren überdies das für Mays Biografie sehr bedeutende Engagement der 'Kinder' für den literarischen 'Outlaw' und ihre unermüdlichen, z.T. auch recht abenteuerlichen Bemühungen, den vielfach beschuldigten und geschmähten Autor öffentlich zu rehabilitieren.

Karl May (1842-1912) war das fünfte von 14 Kindern einer armen Weberfamilie aus Ernstthal/Sachsen. Vom Studium am Lehrerseminar wurde er zunächst ausgeschlossen, nachdem er Kerzenreste unterschlagen hatte. Später konnte er die Ausbildung fortsetzen, arbeitete nur 14 Tage in seinem Beruf, bevor er wieder des Diebstahls bezichtigt und von der Liste der Kandidaten gestrichen wurde. Wegen Diebstahls, Betrugs und Hochstapelei wurde er in den Jahren darauf immer wieder verhaftet und monatelang festgesetzt. Die Jahre zwischen 1870 und 1874 verbrachte er im Zuchthaus Waldheim. Erst viele Jahre nach dem Erscheinen des akribisch recherchierten Orientzyklus reiste Karl May tatsächlich in den Orient. Karl May war lange Zeit einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller. Er starb 1912 in Radebeul.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Bernhard Schmid
Seitenzahl 640
Erscheinungsdatum 01.09.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7802-0096-9
Verlag Karl-May
Maße (L/B) 17,5/11,5 cm
Gewicht 470 g
Auflage 1

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Kundenbewertungen

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Spannend, berührend, kurios
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 15.07.2020

Nach sechs Jahren endlich wieder ein neuer "Karl May"! Das war an sich schon ein Grund zur Freude, die sich beim Lesen aber noch steigerte. Es ist erneut ein Band mit Briefen, leider nur wenige von Karl May, deutlich mehr von seiner Frau Klara, überwiegend aber von seinen Korrespondenzpartnern, deren Briefe sich im Nachlass Karl... Nach sechs Jahren endlich wieder ein neuer "Karl May"! Das war an sich schon ein Grund zur Freude, die sich beim Lesen aber noch steigerte. Es ist erneut ein Band mit Briefen, leider nur wenige von Karl May, deutlich mehr von seiner Frau Klara, überwiegend aber von seinen Korrespondenzpartnern, deren Briefe sich im Nachlass Karl Mays erhalten haben. Wie die Anführungszeichen im Titel schon andeuten, sind es nicht Karl Mays wirkliche Kinder, deren Briefe der Karl-May-Verlag hier veröffentlicht (Karl May war kinderlos), sondern mehrere junge Leser, die mit ihm in intensivem persönlichen Austausch standen: Marie und Ferdinand Hannes, Willy Einsle, Lu Fritsch und später noch Adolf Droop. Spannend ist der Briefwechsel vor allem deshalb, weil sich darin die persönliche Entwicklung der Briefeschreiber , aber auch deren Beziehung zu dem berühmten Autor abbilden: Die ersten Briefe stammen meist aus Kindheitstagen und haben einen schwärmerischen Ton ("Teurer, prachtvoller Old Shatterhand!"). Vor allem bei der kränklichen Marie Hannes wandelt sich die anfängliche Schwärmerei alsbald in eine tiefe Zuneigung zu ihrem "geliebtesten Onkel Karl", und umso größer ist ihr Schock, als der dieses zunehmend merkwürdige Verhältnis schließlich abrupt beendet. Lu Fritsch hingegen zeigt sich in ihren Briefen vor allem als Bewunderin und Kennerin von Mays Spätwerk. Ihre Verehrung richtet sich nicht so sehr auf Mays Person, ist aber nicht weniger grenzenlos und erreicht manchmal fast religiöse Dimensionen: "Ich verehre Herrn Dr. Karl May, als Prophet, als Mensch, als Reformator und Dichter." Von Willy Einsle, für den Karl May eine Art väterlicher Freund war, gibt es berührende Briefe, in denen er über seine Glaubenszweifel oder seinen Liebeskummer spricht. Auch aus mentalitäts- und sittengeschichtlicher Sicht ist das interessant. Dies gilt auch für das Kuriosum, dass Klara May sich noch zwei Jahre nach ihrer Hochzeit als Mays Schwester ausgibt, um Mays Scheidung von seiner ersten Ehefrau geheim zu halten. Erst 1905 äußert Willy Einsles Mutter den "furchtbaren Verdacht": "Ist May's Schwester, Frau Plöhn, nicht doch eigentlich seine Frau?", woraufhin May dann flugs das Versteckspiel eingestehen muss und darum bittet, "doch ja nicht bös darüber zu sein". So etwas liest sich durchaus vergnüglich und bringt einem auch den Menschen May näher. Am meisten zeigt der Band aber, wie enorm Mays Wirkung auf einzelne seiner Leser war (und sicher bis heute ist). Diese fünf Jugendlichen standen zwar in engerer Beziehung zu ihm als andere Leser, waren mit ihrer Begeisterung und Verehrung für "Old Shatterhand" aber natürlich nicht allein. Der Band wird von einem ausführlichen Vorwort eingeleitet und ist mustergültig kommentiert, sodass man beim Lesen stets genug über die Hintergründe der einzelnen Briefe erfährt. Dadurch wird man auch gut über manche Lücke in der überlieferten Korrespondenz hinweggeführt. Auf Band II, der die Fortsetzung des Briefwechsels ab 1910 bringt, bin ich sehr gespannt.


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