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Der Sonne nach

Gabriele Clima

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Beschreibung


Ziemlich beste Freunde

Dem 16-jährigen Dario ist alles egal. Als er in der Schule randaliert, verdonnert man ihn zu gemeinnütziger Arbeit: Er soll sich um Andy kümmern, der im Rollstuhl sitzt und sich kaum mitteilen kann. Dario hat seine eigenen Vorstellungen von Fürsorge und haut mit Andy kurzerhand ab. Mit dem Zug fahren sie ans Meer, immer der Sonne nach. Den »Halbidioten im Rolli« sieht er plötzlich mit anderen Augen. Es ist der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Gabriele Clima, geboren 1967 in Mailand, hat über 50 Bilderbücher, Beschäftigungsbücher, Kinder- und Jugendbücher geschrieben und entwickelt. „Der Sonne nach“ wurde 2017 mit dem Andersen Prize für das beste Jugendbuch ausgezeichnet und kam in die Auswahlliste des IBBY – als bestes Buch über einen Jungen mit Behinderung.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 160
Altersempfehlung 12 - 99 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 22.05.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-62728-3
Reihe Reihe Hanser
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 21,1/13,4/1,5 cm
Gewicht 220 g
Originaltitel Il Sole fra Le Dita
Übersetzer Barbara Neeb, Katharina Schmidt
Verkaufsrang 1087

Buchhändler-Empfehlungen

Der Weg ist das Ziel

I. D., Thalia-Buchhandlung Mayersche Buchhandlung Essen

Dario ist ein wütendes Ärgernis; für seine Lehrerin, für den Direktor, und manchmal auch für seine Mutter. Eigentlich will er nur seine Ruhe haben und raucht gerne mal einen Joint, um sich aus der Welt auszuklinken. Vor allem aber will er nicht ständig Niete genannt oder als abfälliger Grund benannt werden, warum Darios Vater die Familie vor neun Jahren verlassen hat. Dieser Umstand ist für den Jungen ein wunder Punkt. Es ist eine Sache ohne einen Vater aufzuwachsen, aber eine andere sich für den Grund zu halten, warum dieser gegangen ist. Unterschwellig nagt diese Vermutung immer an Dario. Als die furchtbare Lehrerin Dario mal wieder zur Weißglut bringt, indem sie sagt, wegen ihm sei der Vater doch überhaupt erst abgehauen, hilft auch kein Gras mehr. In seiner Wut wirft er die Klassenzimmertür hinter sich so feste zu, dass der Griff abbricht und durch die Gegend fliegt. Ins Büro des Direktors zitiert, wird ihm zur Strafe aufgebrummt, sich zusammen mit einem Mädchen namens Elisa um den behinderten Andy zu kümmern, der an seinen Rollstuhl gefesselt ist. Schnell stellt Dario fest, dass Elisa eine blöde Kuh ist, die Andy nicht wie einen Menschen behandelt, sondern eben wie einen Behindi. Dario und Andy sind sofort freundschaftlich miteinander verbunden, allerdings interveniert Elisa ständig, weil sie Andy unterschätzt und ihn immer bemuttert und bevormundet, während Dario ihm auch mal was zutrauen möchte. In einer Kurzschlussreaktion haut Dario ab und nimmt Andy einfach mit. Er will seinen Vater finden und lässt sich nicht von den wiederholten Anrufen des Direktors ablenken, der ihm mit Jugendknast droht. Während die Tage auf der Reise durch Italien mit Andy vergehen, ist Dario vor einige Herausforderungen mit dem eingeschränkten Jungen gestellt, aber irgendwie meistert er sie immer. Dabei behandelt und spricht er mit Andy eigentlich immer so als wäre dieser ein ganz normaler Kerl ohne Einschränkungen, weil er die nonverbalen Zeichen des Jungen so zu deuten weiß wie offenbar keiner vor ihm. Unter ihm blüht Andy nicht nur auf, sondern entwickelt sich weiter. Am Ende ihres abenteuerlichen Roadtrips finden sie tatsächlich Darios Vater. Aber anders als er diesen in Erinnerung hatte, erwartet den Sohn eine traurige Version seines früheren Idols. Die Frage, warum er die Familie verlassen hat, kann der Vater nicht beantworten. Dario muss erkennen, dass nicht beim Vater Antworten liegen und dieser nicht der Schlüssel zu Darios Glück ist. Desillusioniert nimmt Dario Abschied von seinem Vater und stellt sich der Konsequenz seines Handelns. Zu Hause angekommen rechnet er mit der angedrohten Jugendstrafanstalt, aber trotz Strafe erhält er auch Wertschätzung, denn unter Darios Fürsorge ist Andy auch etwas selbstständiger in seiner Behinderung geworden. Das Buch beschreibt sich selbst mit „Ziemlich beste Freunde“ als Jugendbuch, und am ehesten lässt es sich mit dem französischen Film wohl auch vergleichen. Der Inhalt ist offensichtlich bewusst teilweise etwas stereotyp geschrieben. Schon auf den ersten paar Seiten erkennt man ganz klar, wer für und wer gegen den Jugendlichen ist. Die „Bösen“, die den nach Freiheit drängenden Dario einfach nicht so sein lassen wollen wie er möchte, werden klar gekennzeichnet. Was mir aber wirklich gut gefiel, war die Zwiesprache zwischen Andy und Dario, die eine schöne Ergänzung zu Andys unfertiger geäußerter Sprache ist. Manche Szenarien wirken allerdings etwas konstruiert, wie z.B. dass einem den Obrigkeiten derart verantwortungslos und gewalttätig erscheinender Jugendlicher ein behinderter Rollstuhlfahrer einfach so anvertraut wird. Diese konstruierten Szenen haben mich als erwachsene Leserin etwas gestört, auf die Zielgruppe wirkt es vielleicht anders. Die Kapitel sind allesamt überschaubar kurz gehalten, und der Einstieg in die Lektüre fällt leicht. Gerade für eher leseschwächere Jungs, die vielleicht ähnliche Probleme wie Dario haben, könnte ich mir das Buch passend vorstellen. Vielleser könnten sich unabhängig vom Inhalt aufgrund der Kürze des Buches aber womöglich langweilen.

Sylvia Donath, Thalia-Buchhandlung Ettlingen

Ein bewegendes und berührendes Buch, über Dario, dem es gelingt über seinen Schatten zu springen. Eine abenteuerliche Reise beginnt. Behutsam wird über "anderssein" bzw. "Behindert sein" gesprochen. Nicht nur für Jugendliche ein wichtiges Buch. Sehr lesenswert!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
9 Bewertungen
Übersicht
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Ziemlich beste Freunde für ,,Kleine''
von einer Kundin/einem Kunden aus Erlangen am 23.07.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Dario wird von der Schule zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert. Als wär das nicht schon schlimm genug, muss er auch noch auf einen ,,Halbidioten im Rolli'' aufpassen. Aber als die Betreuerin von Andy beiden ziemlich auf die Nerven geht beschließt Dario kurzerhand mit ihm abzuhauen. Eine kurze Geschichte über Selbstfindung und F... Dario wird von der Schule zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert. Als wär das nicht schon schlimm genug, muss er auch noch auf einen ,,Halbidioten im Rolli'' aufpassen. Aber als die Betreuerin von Andy beiden ziemlich auf die Nerven geht beschließt Dario kurzerhand mit ihm abzuhauen. Eine kurze Geschichte über Selbstfindung und Freundschaft. Hat etwas von ,,Ziemlich beste Freunde'' und ist für meinen Geschmack etwas zu ,,typisch Buch'' geschrieben.

Über Freundschaft und Enttäuschungen
von einer Kundin/einem Kunden am 31.03.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Ein schönes und einfühlsames Buch über Freundschaft, Enttäuschungen, Abenteuer und den jugendlichen Versuch, zumindest für einen kurzen Augenblick aus dem "normalen" Leben auszubrechen.

Wichtiges Buch, das sein Potenzial nicht ganz ausschöpft!
von Der Medienblogger am 11.03.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Der „Roadmovie“ definiert ein Filmgenre, in dem oftmals eine Reise als Metapher für die Suche nach Freiheit und der eigenen Identität des Protagonisten dargestellt wird. Spätestens mit Herrndorfs „Tschick“ hat sich auch in Deutschland der Roadmovie-Roman durchgesetzt und erfreut sich großer Beliebtheit. Mich persönlich, der sich... Der „Roadmovie“ definiert ein Filmgenre, in dem oftmals eine Reise als Metapher für die Suche nach Freiheit und der eigenen Identität des Protagonisten dargestellt wird. Spätestens mit Herrndorfs „Tschick“ hat sich auch in Deutschland der Roadmovie-Roman durchgesetzt und erfreut sich großer Beliebtheit. Mich persönlich, der sich in einer Selbstfindungsphase kurz vor dem Einschreiten ins Berufsleben befindet, spricht dieses Buchgenre stark an, da oftmals die Stärke dieser Romane darin liegt, dem Leser ein locker-lebendiges Lebensgefühl, gleichzeitig aber auch Stoff zum Nachdenken mitzugeben, mit dem ich mich identifizieren kann. Vor nur wenigen Tagen ist im Hanser Literaturverlag ein ganz spezieller Genrevertreter erschienen: „Der Sonne nach“ behauptet von sich selbst, das „Ziemlich beste Freunde“ für Jugendliche zu sein und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Inklusionsdebatte zu bieten – welche Versprechen das Buch halten kann, das erfährst du in der folgenden Rezension. Das Cover von „Der Sonne nach“ kann mich von der ersten Sekunde, in der ich dieses Buch in Händen halte, an begeistern. Eine zwar dezente, dennoch auffällige Farbwahl unterstreicht eine herzerwärmende Fotographie der beiden Protagonisten, die Huckepack tragend durch das Meer waten. Eine perfekte Wahl, die den Inhalt des Buchs gelungen darstellt, und zudem auch als alleiniges Motiv gut funktioniert. Das Äußere eines Buchs sollte zwar nie in die Bewertung mit einfließen, aber das bloße Lob daran erschien mir hier einer Erwähnung wert. Kommen wir zum Inhalt: Autor Gabriele Clima hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der der Leserschaft es ermöglicht, rasch in den Lesegenuss zu starten und ihn innerhalb weniger Stunden zu beenden. Er thematisiert in seinem Werk so viele wichtige zielgruppenrelevante Streitfragen, dass das Lesen der Lektüre für eine Schulklasse der Stufen 8 bis 10 sicherlich denkbar ist und eine erzieherische Funktion erfüllen kann. Dennoch bin ich, und das muss ich an dieser Stelle ehrlich zugeben, nach dem Beenden des Romans ein wenig enttäuscht zurückgeblieben. Das liegt weder daran, dass der Autor nicht schreiben könnte noch daran, dass ich die wichtigen Werte, die er seinem Lesepublikum mit auf den Weg gibt, nicht zu schätzen wüsste. Es ist tatsächlich die kurze Lauflänge des Buchs, die einige Probleme mit sich zieht: Es gelingt hier nur bedingt, die beiden Hauptfiguren, um deren Beziehung zueinander das Buch handelt, zu etablieren. Ihre charakterlichen Unterschiede werden deutlich dargestellt und genau die machen ihre gemeinsame Reise ja so interessant. Dennoch erfahren weder Andy noch Dario die emotionale Tiefe, die sie hätten bekommen können. Man nimmt sich zum Beispiel viel zu selten die Zeit, die enorme innere Entwicklung, die Dario, aus deren Ich-Perspektive der Roman nun einmal größtenteils verfasst ist, durchschreitet, näher darzustellen und gedankliche Vorgänge zu vertiefen. Dadurch wirkt der Fortschritt der Handlung viel zu oft konstruiert und hinter einer künstlichen Fassade verborgen. Der Roadmovie-Roman lebt davon, dass man als Leser die Möglichkeit bekommt, facettenreiche Identifikationsfiguren auf einer persönlichen und intimen Reise zu begleiten – und da gehört meiner Meinung nach die innere Handlung zweifelsohne dazu! Auch fehlt mir an vielen Stellen das gewisse Etwas, das die Lektüre von anderen Genrevertretern unterscheidet. Natürlich berührt die Tatsache, dass die Grundhandlung an einen ähnlichen, realen Vorfall angelehnt ist, auch einen ewigen Kritiker wie mich (weshalb ich an dieser Stelle sehr zum Lesen des Nachworts raten möchte). Dennoch folgt die Handlung vielen Stereotypen und schon oft gehörten Wegen, mit denen sie sich größtenteils selbst von eigener Individualität abhält. Die Schiene, die Clima am Ende einschlägt, möchte mich ebenfalls nicht so ganz überzeugen. Dass beide Schüler zusammenfinden, ist doch schon zu Beginn klar. Wie sie sich Schritt für Schritt aufeinander zu bewegen, wie eine echte und innige Freundschaft durch die gemeinsamen Erlebnisse entsteht, welche Fortschritte sie zusammen erreichen – das wird alles nicht in dem Maße behandelt, wie ich es für nötig befinde. Der Autor lässt den Leser für meinen Geschmack viel zu abrupt wie eine heiße Kartoffel wieder fallen und etwas unbefriedigt zurück. Dass „Der Sonne nach“ nichtsdestotrotz einen wichtigen Beitrag zur Inklusionsdebatte bietet, das möchte ich an dieser Stelle nicht bestreiten, sondern sogar unterstreichen. Er öffnet der jugendlichen Zielgruppe, der sich der Roman zuwendet, die Augen und ruft sie zu einem rücksichtsvollen, toleranten und reflexiven Lebensstil auf. Mich treffen solche direkten Aufrufe immer direkt ins Herz – und wenn sie durch eine trotz der etlichen Schwächen authentischen Freundschaftsgeschichte geäußert werden, erreichen sie die Menge noch wirkungsvoller. Wenn man mich fragen würde, ob ich „Der Sonne nach“ weiterempfehlen kann, dann kann ich leider keine eindeutige Antwort darauf geben. Wer Lust auf ein im wahrsten Sinne des Wortes kurzweiliges Lesevergnügen hat und auch nicht davor zurückschreckt, einen stattlichen Preis dafür zu bezahlen, der hat hiermit definitiv meine Empfehlung: Es ist eine Lektüre, die trotz alledem Spaß macht und ihr Herz definitiv am rechten Fleck hat. Ich vergebe (noch) gute drei von fünf mögliche Sternen.


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