Der Sommer meiner Mutter

Roman

Ulrich Woelk

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Beschreibung

Sommer 1969. Der elfjährige Tobias fiebert am Stadtrand von Köln der ersten Mondlandung entgegen, während sich seine eher konservativen Eltern mit den politisch engagierten und flippigen neuen Nachbarn anfreunden. Deren dreizehnjährige Tochter Rosa bringt Tobias nicht nur Popmusik und Literatur bei, auch was das Liebesleben hat angeht, hat sie ihm einiges voraus. Zwischen den Eltern entwickelt sich ebenfalls eine wechselseitige Anziehung, aber die Liebe geht andere Wege als vermutet.

Produktdetails

Verkaufsrang 38154
Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 08.03.2021
Verlag btb
Seitenzahl 192
Maße (L/B/H) 18,8/12,2/1,7 cm
Gewicht 202 g
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-77026-7

Buchhändler-Empfehlungen

Evgenia Bolshakova, Thalia-Buchhandlung Leipzig

Eine fesselnde Geschichte über den Emanzipationsversuch einer Frau. Während die Menschheit den ersten Schritt auf den Mond setzt, wagt sie den Schritt aus ihrem kleinbürgerlich-spießigen Alltag - zwei Ereignisse, die in diesem Buch gekonnt miteinander verwoben sind.

Eindrucksvoll geschrieben..

Milena König, Thalia-Buchhandlung Kassel

Ulrich Woelk erzählt eine emotionale, fesselnde Geschichte über die Emanzipation der Frau, über erwachende Sexualität und menschliche Beziehungen, im Kontext von bedeutenden historischen Ereignissen. Da man zu Anfang bereits weiß, wie die Erzählung endet, ist die Entwicklung während des Lesens noch dramatischer. Definitiv ein Roman der einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Alles chemie
von einer Kundin/einem Kunden aus Bülach am 17.07.2021
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Ich habe das Buch noch nicht fertig gelesen und bis jetzt ist es interessant.

Die Geschichte zweier Familien im Sommer 1969
von einer Kundin/einem Kunden aus Fulda am 20.07.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Als die Leinhardts das Haus neben dem von dem neunjährigen Tobias beziehen, entsteht zwischen den Familien schnell eine Freundschaft. Was erst nur nach Nachbarschafts-Gesten ausschaut, entwickelt sich schnell zu einer erotischen Spannung zwischen den Paaren, und auch Rosa, die Tochter der Leinhardts, bringt Tobias einiges über d... Als die Leinhardts das Haus neben dem von dem neunjährigen Tobias beziehen, entsteht zwischen den Familien schnell eine Freundschaft. Was erst nur nach Nachbarschafts-Gesten ausschaut, entwickelt sich schnell zu einer erotischen Spannung zwischen den Paaren, und auch Rosa, die Tochter der Leinhardts, bringt Tobias einiges über das Erwachsenwerden bei. Ein ästhetisch wundervoll strukturierter Sommer-Roman, der den Charme der Sechziger mit einem unzensierten Rhythmus überbringt. Ein Buch, das ich mehrfach lesen werde!

Eine Familientragödie im Jahr 1969
von einer Kundin/einem Kunden aus Baden-Württemberg am 17.09.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

„Im Sommer 1969, ein paar Wochen nach der ersten bemannten Mondlandung, nahm sich meine Mutter das Leben.“ Mit diesem Paukenschlag von einem Satz beginnt Ulrich Woelk seinen dichten atmosphärischen Roman, der nur die Zeitspanne eines Jahres umfasst. Der Ich-Erzähler Tobias ist zu diesem Zeitpunkt 11 Jahre alt, erzählt die Ges... „Im Sommer 1969, ein paar Wochen nach der ersten bemannten Mondlandung, nahm sich meine Mutter das Leben.“ Mit diesem Paukenschlag von einem Satz beginnt Ulrich Woelk seinen dichten atmosphärischen Roman, der nur die Zeitspanne eines Jahres umfasst. Der Ich-Erzähler Tobias ist zu diesem Zeitpunkt 11 Jahre alt, erzählt die Geschichte aber im Rückblick. Die Familie lebt am Stadtrand von Köln. Der Vater ist Ingenieur, die Mutter Hausfrau. Alles läuft in geregelten bürgerlich-konservativen Bahnen. Bis die neuen Nachbarn, die weltoffene Familie Leinhard mit Töchterchen Rosa, 13 Jahre alt, einziehen. Er ist Professor, sie arbeitet als Übersetzerin, schnell plaudert die Tochter aus, dass die Eltern Kommunisten seien, ihr eigener Name erinnere an die große Vorkämpferin Rosa Luxemburg. Dennoch scheinen sich Gegensätze anzuziehen und die Familien freunden sich miteinander an. Besonders inspiriert werden der Ich-Erzähler und seine Mutter. Rosa ist sehr liberal aufgewachsen, weiß nicht nur über die Friedensbewegung und den Vietnamkrieg bescheid, sondern auch einiges über Sexualität und Liebe. Letzeres macht sie neugierig und zum Vorreiter, nach und nach führt sie Tobias in die Materie ein, was den Jungen teils überrascht, teils überfordert – auf alle Fälle aber auch fasziniert. Ebenso fasziniert ist der Junge übrigens von der Raumfahrt, die sich gerade auf die erste Mondlandung vorbereitet. Beide Themen werden eindrucksvoll miteinander verwoben. Frau Leinhard unterscheidet sich mit neumodischer Jeans und Flatterbluse nicht nur äußerlich von ihrer Nachbarin. Sie wirft auch Fragen der politischen Orientierung, der Rollenverteilung zwischen Frau und Mann sowie Selbstbestimmungsthemen auf: „Wieso natürlich?“, rief Frau Leinhard aus der Küche. „Alle reden von gesellschaftlichen Veränderungen, aber wenn’s ums Kochen geht, soll alles so bleiben, wie es ist. Wir Frauen rauchen, fahren Auto, schreiben erfolgreich Bücher – warum sollen die Männer nicht kochen, putzen und sich um die Kinder kümmern?“ Auch wenn der Fortschritt bei Familie Leinhard mehr in Worten als in Taten Einzug gehalten hat, treffen die Ideen bei Tobias' Mutter auf offene Ohren: sie fängt wieder an, Englisch zu lernen und bewirbt sich um eine Übersetzer-Tätigkeit. Folglich muss sie ihre Hausfrauenpflichten etwas vernachlässigen. Bei gemeinsamen Treffen der Familien ist es für die Kinder offensichtlich, dass sich die Eltern wechselseitig zueinander hingezogen fühlen. Gerade Rosa, die sich „damit auskennt“, hat Befürchtungen, dass ihre Familie zerbrechen könnte. Tobias kann diese Ängste zwar nicht teilen, fängt aber an, sich mit seiner Mutter zu beschäftigen. Es treten Ereignisse ein, die niemand vorhersehen konnte und die vor dem Hintergrund der Zeit große gesellschaftliche Brisanz besitzen. Am Ende steht der Suizid, der bereits im ersten Satz angekündigt wurde. Es war eine Freude, in dieses Buch und vor allem in die Zeit meiner frühen Kinderjahre einzutauchen, auch wenn ich für die Mondlandung zu spät dran war. Das Zeitkolorit hat der Autor hervorragend eingefangen, die Dialoge sind authentisch und dürften in vielen Familien so oder so ähnlich stattgefunden haben. In der Buchbeschreibung ist von der sexuellen Initialisierung des Jungen und seiner Mutter die Rede. Ich gebe zu, dass dieser Satz bei mir fast dazu geführt hätte, das Buch nicht zu lesen. Welch ein Fehler wäre das gewesen! Der Roman geht soviel weiter. Er greift mit der Apollo-Mission ein Stück Zeitgeschichte auf, die geschickt mit dieser Geschichte einer Familie verwoben wird. Alternative Weltanschauungen stellen sich vor, zeigen Verbindendes und Trennendes, auch Anspruch versus Wirklichkeit ist in dem Zusammenhang ein Thema. Der Ich-Erzähler schreibt seine Geschichte als Erwachsener auf, mit seinen bis dahin erlangten Einsichten versucht er, seine damalige Sichtweise als Junge darzustellen und selbst zu verstehen. Das wird sehr gut und glaubwürdig transportiert. Ich habe diesen Roman in eineinhalb Tagen verschlungen, gebe volle Punktzahl und wünsche ihm, auch wenn er den Sprung auf die Shortlist zum DBP 2019 verpasst hat, ganz viele Leser.

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