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Die Spur des Schweigens

Roman

Amelie Fried

(20)
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Beschreibung

Journalistin Julia schlägt sich mühsam als freie Schreiberin durch und träumt von der großen, investigativen Story. Sie erhält einen Hinweis auf mögliche sexuelle Übergriffe in einem renommierten Forschungsinstitut. Der Me-too-Debatte überdrüssig, geht sie dem Verdacht zunächst nur halbherzig nach. Als sich aber die erste Betroffene bei ihr meldet und Julia den attraktiven Hauptverdächtigen kennenlernt, ist ihr Reporterinnen-Instinkt geweckt.

Am Institut stößt sie auf ein gefährliches Gemisch aus Machtmissbrauch, Schweigen und Vertuschung – und auf eine schockierende Verbindung zu ihrem Bruder Robert, der zwölf Jahre zuvor spurlos verschwunden ist. Plötzlich muss Julia sich unangenehme Fragen stellen: Was hat Robert mit dem Selbstmord einer chinesischen Doktorandin zu tun? Warum wurde seine Leiche nie gefunden? Hat sie all die Jahre etwas übersehen?

»Amelie Fried hat eines der großen Themen unserer Zeit spannend und dabei unterhaltsam aufbereitet. ... Ein Buch, um es in einem Rutsch wegzulesen!«

Amelie Fried, Jahrgang 1958, wurde als TV-Moderatorin bekannt. Alle ihre Romane waren Bestseller. Traumfrau mit Nebenwirkungen, Am Anfang war der Seitensprung, Der Mann von nebenan, Liebes Leid und Lust und Rosannas Tochter wurden erfolgreiche Fernsehfilme. Für ihre Kinderbücher erhielt sie verschiedene Auszeichnungen, darunter den »Deutschen Jugendliteraturpreis«. Zusammen mit ihrem Mann Peter Probst schrieb sie den Sachbuch-Bestseller Verliebt, verlobt – verrückt?. Bei Heyne erschien zuletzt der Roman Paradies. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in München.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Angela Volknant
Seitenzahl 496
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-27048-0
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 20,5/13,2/4,3 cm
Gewicht 586 g
Verkaufsrang 78107

Buchhändler-Empfehlungen

Alina Borzenkova, Thalia-Buchhandlung Trier

Aktuell zur "Me Too"- Bewegung aber für mich leider nicht ganz so topp umgesetzt. Teilweise zu ausschweifend, teilweise nicht genug in die Tiefe gehend. Schade

R. Braun, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Eine sehr eindringlich geschriebene Geschichte und bis zum Ende spannend. Perfekte Mischung aus emotionalen und spannenden Momenten.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
20 Bewertungen
Übersicht
9
6
4
1
0

Die Spur des Schweigens
von einer Kundin/einem Kunden aus Aachen am 08.11.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Es geht hauptsächlich um die chaotische Journalistin, den verschwundenen Bruder & jede Menge privater Probleme. Typisches Frauenbuch nicht überzeugend. Am Thema vorbei.

Familiengeschichte mit Krimi-Elementen...
von Susanne Probst aus Ulm am 06.11.2020

Die ca. 40-jährige Julia Feldmann arbeitet als freie Journalistin bei einem Gesundheitsmagazin. Sie kämpft sich durch den Alltag, findet die Beschäftigung mit Venenleiden nicht besonders reizvoll, hangelt sich von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob und träumt vom Durchbruch und von DER Enthüllungsstory schlechthin. Auch das... Die ca. 40-jährige Julia Feldmann arbeitet als freie Journalistin bei einem Gesundheitsmagazin. Sie kämpft sich durch den Alltag, findet die Beschäftigung mit Venenleiden nicht besonders reizvoll, hangelt sich von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob und träumt vom Durchbruch und von DER Enthüllungsstory schlechthin. Auch das aktuelle und private Drumherum ist nicht ganz leicht. Beziehungstechnisch läuft es alles andere als vielversprechend, ihre Mutter wird zunehmend dement und ihre Wohnung wurde ihr wegen Eigenbedarf gekündigt. Und was dem Ganzen die Krone aufsetzt, ist, dass ihr Bruder Robert vor ca. 12 Jahren nicht von seinem Trekkingurlaub in Norwegen zurückkam. Niemand hat eine Ahnung von dessen Verbleib oder Schicksal. Er ist seither verschwunden. Niemand weiß, ob er überhaupt noch am Leben ist. Der Verlust begleitet sie schmerzlich und immer wieder wird sie von Erinnerungen eingeholt und Gefühlen übermannt. Eines Tages erhält Julia einen Hinweis, der ihren journalistischen Wissensdurst wecken könnte, der sie zunächst aber nicht besonders neugierig macht, weil sie der Thematik des Hinweises überdrüssig ist: Es geht um sexuelle Belästigung und sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz. Julia ist schlicht genervt von dem öffentlichen Rummel, der um dieses Thema gemacht wird und steht ihm eher skeptisch gegenüber. In einem renommierten Forschungsinstitut soll es zu Grenzüberschreitungen und Machtmissbrauch gekommen sein. Schließlich meldet sich eine Betroffene bei ihr und spätestens, als sie den attraktiven Hauptverdächtigen kennenlernt und vom Suizid einer chinesischen Studentin erfährt, sind ihre journalistischen Antennen ausgefahren. Noch ahnt sie nicht, dass genau dieser Auftrag ihrem Leben eine drastische Wende geben wird, dass sie dunkle Familiengeheimnisse aufdecken und ihrem Bruder, der an diesem Institut gearbeitet hat, auf die Spur kommen wird. Obwohl sie zunächst auf eine Mauer des Schweigens stößt, bekommt Julia nach und nach eine Ahnung davon, was im Institut vor sich geht. Sie spürt bei ihren Nachforschungen fragwürdige Machenschaften auf und entdeckt Machtmissbrauch, Geheimnisse, Schweigen und Vertuschung. Sie fragt sich, ob die Frauen wirklich belästigt wurden, oder ob es sich in Wahrheit um ein Komplott gegen die Führungskräfte handelt. All das kann sie mit einer gewissen Distanz und Nüchternheit betrachten, aber als sie mehr oder weniger zufällig eine unfassbare und bestürzende Spur zu ihrem verschollenen Bruder wittert, ist sie im Nu persönlich involviert und betroffen. Steht Robert mit dem Suizid einer chinesischen Doktoranden in Verbindung? Was ist mit ihrem Bruder passiert? Lebt er noch, musste aber untertauchen, weil er sich etwas zu Schulden kommen ließ oder weil er zu viel wusste? Hat er sich suizidiert? Wurde ihm etwas angetan? Hatte er einen Unfall? Warum wurde seine Leiche nie gefunden? Hat sie sich all die Jahre etwas vorgemacht? Was hat sie übersehen? Die Trauerverarbeitung konnte und kann wegen all dieser offener Fragen noch nicht abgeschlossen werden. Neben der Journalistin Julia lernen wir auch die private Julia kennen, die sich um ihre demenzkranke Mutter kümmert, die zwei zuverlässige Freundinnen, Kathrin und Nina, hat und die den Verlust ihres Bruders Robert, den wir in Rückblenden kennenlernen, noch nicht verwunden hat. Abwechselnd und mühelos tauchen wir in zwei Handlungsstränge ein, wobei wir immer die ca. 40- jährige Protagonistin Julia begleiten: Einerseits im Kontext ihrer tragischen Familiengeschichte und andererseits vor dem Hintergrund ihrer journalistischen Tätigkeit. Wir verfolgen eine turbulente Entwicklung im privaten und skandalöse Entdeckungen im beruflichen Bereich. Amelie Fried zeichnet ihre Protagonistin in all ihrer Komplexität, Vielschichtigkeit und Unzulänglichkeit. Wir lernen ihre sympathischen, selbstdestruktiven und weniger reizvollen Seiten kennen und es fällt leicht, mit ihr zu fühlen, zu hoffen, zu leiden und sich mit ihr zu freuen. Julia ist eine Person aus Fleisch und Blut mit Ecken und Kanten. Auch die anderen Personen und die geschilderten Geschehnisse werden authentisch und realitätsnah dargestellt. Sehr gelungen empfinde ich, dass die MeToo-Thematik aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und überhaupt nicht platt und klischeehaft dargestellt wird und dass Tagebucheinträge eingestreut werden, die die Geschichte noch abwechslungsreicher machen. Mir gefällt die gelungene Verwebung von Vergangenheit und Gegenwart sowie die geschickte Vernetzung des MeToo-Themas mit den familiären und persönlichen Belastungen und Herausforderungen der Protagonistin. Die Autorin verpackt ein interessantes, wichtiges und aktuelles Thema in einen Unterhaltungsroman, der sich flüssig, einfach und leicht lesen lässt und aufgrund seines eindringlichen Schreibstils enorm fesselt, so dass man ihn in einem Rutsch weglesen kann. „Die Spur des Schweigens“ erfüllt sicher keine hohen literarischen Erwartungen, ist aber unterhaltsam und entspannend. Es ist ein intensives und kurzweiliges Leseerlebnis. Auf die Frage nach dem Genre würde ich antworten, dass es sich hier um eine Familiengeschichte mit Krimielementen handelt, die das brandaktuelle und sensible Sujet „sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ aufgreift und weitere wichtige gesellschaftspolitische und soziale Themen, wie Demenz, Alkohol als Selbstmedikation, Bindungsängste, Machtmissbrauch, soziale Medien als Platform für Anfeindungen und Demütigungen, Probleme junger Ausländer mit unserer Kultur oder Schwierigkeiten einer alleinerziehenden Mutter, streift. Trotz dieser thematischen Vielfalt wirkte der Roman, in dem man auf Schritt und Tritt Geheimnissen und Tabus begegnet, auf mich nicht überladen, sondern eher wie das echte Leben, in dem es ja auch keine Begrenzung der Themenvielfalt gibt. Die Autorin hat sich an viele heikle Themen herangewagt, sie differenziert beleuchtet und unterhaltsam verpackt. Es ist ein ideales Buch für ein verregnetes Wochenende! Spannend, packend, unterhaltsam, informativ und mit überraschenden, unvorhersehbaren Wendungen, Amelie Fried packt ein heißes Eisen an und setzt sich differenziert mit dem hochaktuellen und brisanten Thema sexuelle Gewalt auseinander. Dabei beleuchtet sie auch die vielfältigen Fragestellungen und Probleme, die damit einhergehen: Anfeindungen, Scham- und Schuldgefühle des Opfers , Traumatisierung und Selbstzweifel. Sie geht dabei auch auf die inneren Hemmnisse ein, die es für die Betroffenen zu überwinden gilt, bevor sie das Trauma hinter sich lassen, Anklage erheben oder an die Öffentlichkeit gehen können. Lesenswert!

5 von 5 Sternen Einfach ÜBERWÄLTIGEND gut
von einer Kundin/einem Kunden aus Dortmund am 27.10.2020

Schon während des Lesens habe ich meine Familie immer wieder begeistert von der Geschichte erzählt. Tatsächlich habe ich ununterbrochen mit der Geschichte mitgefiebert und habe das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen. Bereits der Epilog hatte mich schon in seinem Bann und wie die Autorin es schafft die Geschichte aus der... Schon während des Lesens habe ich meine Familie immer wieder begeistert von der Geschichte erzählt. Tatsächlich habe ich ununterbrochen mit der Geschichte mitgefiebert und habe das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen. Bereits der Epilog hatte mich schon in seinem Bann und wie die Autorin es schafft die Geschichte aus der Vergangenheit mit der Gegenwart zu verweben, hat mir unglaublich gut gefallen. Nie hatte ich das Gefühl aus einem Strang der Geschichte hinaus gerissen zu werden oder umdenken zu müssen. Die "Me-Too"-Thematik wird sehr gut verpackt und beleuchtet, sodass diese weder übergangen wird noch mit den immer gleichen bekannten Parolen abgeklatscht wird. Es geht um sexuelle Gewalt und Unterdrückung und um Ausübung von Macht, sowie die hochaktuelle Problematik, dass dies als Politikum kleingehalten wird, um Imageschäden zu verringern. Um die Hürden, die Betroffenen überwinden müssen, sich zur Veröffentlichung zu entscheiden und die Probleme, die danach noch erst folgen. Die Haupt- und Nebencharaktere, die Haupt- und Nebenschauplätze der Geschichte sind unglaublich detailliert erschaffen und beschrieben und die Autorin schafft jeweils einen wunderbaren Spagat zwischen Spannung und Information, sodass man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann.


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