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Die zitternde Welt

Roman

Tanja Paar

(87)
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Beschreibung

WELCHER KAMPF TOBT IN DIR, WENN DIE WELT ÜBER DICH HEREINBRICHT? - EINE FRAU UND IHR UNBÄNDIGER DRANG NACH SELBSTBESTIMMUNG UND FREIHEIT.

Neuanfang im Orient: Maria nimmt ihr Leben in die Hand
Maria ist hungrig - lebenshungrig: Sie will spüren, frei sein, lieben. Hochschwanger reist sie 1896 nach Anatolien und überrumpelt damit den werdenden Vater. Wilhelm hat sich heimlich dorthin aufgemacht, um als Ingenieur am Bau der Bagdadbahn zu arbeiten, die Berlin mit Bagdad verbinden soll. Er, der seine Bleistifte stets streng nach deren Stärken ordnet, ist fasziniert von der eigensinnigen und unberechenbaren Frau. Fernab der trüben Enge des Dorfes, aus der Maria stammt, leben die beiden in der anatolischen Freiheit in wilder Ehe. Maria will ihren Körper nicht in ein Korsett schnüren lassen - sie trägt wallende Reformkleider, blickt in Liebesdingen über den Beziehungsrand hinaus und saugt mit jedem Atemzug genüsslich die fühlbare Weite der Landschaft ein. - Sie ist endlich angekommen.

Eine starke Frau und ihre Familie inmitten der großen Umstürze der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Marias und Wilhelms Kinder wachsen als Bürger des Osmanischen Reiches auf. Türkisch wird zu ihrer Muttersprache, nicht Deutsch. Von der alten Heimat bleibt bald nichts mehr als eine fahle Erinnerung. - Bis der Erste Weltkrieg ausbricht. Geburtsort, politische Grenzen und Allianzen gewinnen plötzlich an entscheidender Relevanz: Was bedeutet der Krieg für die beiden Söhne im wehrpflichtigen Alter? Was bedeutet er für Maria, für die ein Leben außerhalb von Anatolien fernab jeglicher Vorstellungskraft liegt? Droht der Selbstbestimmung und der frei gewählten Heimat nun ein Ende?

Ein Buch über unsere Verletzlichkeit in Zeiten großer Umbrüche. Und über die Kräfte, die dabei in uns erwachen.
Kunstfertig verwebt Tanja Paar den unbändigen Lebensdrang einer Frau und das Schicksal einer Familie mit den Verwerfungen der Weltgeschichte. In ihrem Generationenroman führt sie an blühende und aufregende, aber von Umwälzungen bedrohte Orte: in das Osmanische Reich des Fin de Siècle, ins Istanbul und die junge Türkei unter Atatürk, in den Irak des Ölbooms der 1930er. Ob damals oder heute - Tanja Paar stellt in ihrem aufwühlenden Roman eine Frage, die uns Menschen niemals loslässt: Wer bestimmt, welche Menschen wir werden? Sind es die Umstände? Oder wir selbst?

Ob an den Rändern der Kontinente, zu Zeiten großer politischer Umbrüche oder in den nur scheinbar kleinen Dramen des Alltags: Die Figuren in TANJA PAARS Romanen stehen vor inneren und äußeren Grenzen - und vor der Frage, wie sie sich überwinden lassen. Die Autorin wurde in Graz geboren, arbeitete u. a. am Theater und für diverse Publikationen und lebt heute als freie Schriftstellerin in Wien. 2018 erschien bei Haymon ihr Debütroman "Die Unversehrten".

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Seitenzahl 296 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 18.08.2020
Sprache Deutsch
EAN 9783709939284
Verlag Haymon Verlag
Dateigröße 12153 KB

Buchhändler-Empfehlungen

R. Braun, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Über ein halbes Jahrhundert geht diese beeindruckende Familiengeschichte. Ich empfehle diesen außerordentlich schön gestalteten, inhaltlich packenden, eindringlich erzählten und kurzweiligen Roman, welcher von einer Familie handelt, die Umwälzungen und Kriege ertragen muss.

Ein lesenswerter Versuch

Verena Flor, Thalia-Buchhandlung Hagen

Leichte Lektüre,bedenkt man den historischen Umfang des Settings. Ich fand die Idee grundsätzlich interessant und die Geschichte ist ebenso versehen mit genügend existentiellen Gewicht.Aber die Nüchternheit der Charaktere, die sich auch in der Sprache spiegelt, fand ich schwierig. Hier hätte man mehr in die Tiefe gehen müssen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
87 Bewertungen
Übersicht
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Eine Familiengeschichte
von Sikal am 07.03.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ende des 19. Jahrhunderts reist Maria hochschwanger dem Vater ihres ungeborenen Kindes von Österreich nach Anatolien nach. Wilhelm arbeitet dort als Ingenieur am Bau der Bagdadbahn mit und wollte sich erst ein Leben aufbauen, bevor er an Familie denkt. Doch meistens kommt es anders … Und so steht plötzlich Maria vor seiner T... Ende des 19. Jahrhunderts reist Maria hochschwanger dem Vater ihres ungeborenen Kindes von Österreich nach Anatolien nach. Wilhelm arbeitet dort als Ingenieur am Bau der Bagdadbahn mit und wollte sich erst ein Leben aufbauen, bevor er an Familie denkt. Doch meistens kommt es anders … Und so steht plötzlich Maria vor seiner Tür und lebt mit ihm in einem kleinen Dorf lange Zeit ohne Trauschein, denn in Anatolien fragt niemand danach. Die beiden bekommen drei Kinder, mussten auch den Tod eines Kindes miterleben. Als der Hauslehrer Frederic ins Dorf kommt und Maria Französischstunden nimmt, scheint sich einiges zu ändern. Doch Wilhelm ist klug und lässt seiner Frau die Freiheiten, die sie braucht. Als der Erste Weltkrieg naht und die beiden Söhne Erich und Hans ins wehrpflichtige Alter kommen, scheint nichts mehr so zu werden wie es war und die Türkei scheint kein sicherer Ort mehr zu sein für die Familie. Zurück in Österreich muss die Familie erleben, dass auch hier der Krieg alles verändert, Lebensträume durch die politischen Wirren zerstört werden und Familien nicht nur die Heimat verlieren sondern auch der Tod allgegenwärtig ist. Die Welt zittert … Der erste Teil des Buches zeigt den Mut einer Frau, sich auf Augenhöhe ihrem Mann zu stellen. Maria ist definitiv in einer falschen Zeit gelandet, denn durch ihre unkonventionelle Art und ihren Hang zur Freiheit, ist sie Vorreiterin einer Reformbewegung. Der zweite Teil zeigt den Zerfall der Familie, hier rückt das Leben Erichs in den Mittelpunkt, was mich manches Mal etwas verwirrt hat. Doch Erich ist anders – er lässt sich treiben und sucht nach einem besseren Leben. Traumatisiert durch den Kriegseinsatz, hängt er zu sehr an Opiaten. Tanja Paar hat einen schnörkellosen, reduzierten Schreibstil, den ich sehr schätze. Sie schafft es besonders im ersten Teil, die Atmosphäre Anatoliens einzufangen. Ein intensives Leseerlebnis. Im zweiten Teil gibt es viele Sprünge und Perspektivenwechsel, die dafür mehr an der Oberfläche bleiben. Erichs Orientierungslosigkeit wird gut eingefangen, hat mich aber ein wenig gestört. Die Charaktere sind sehr vielschichtig gezeichnet. Maria, die ihre Freiheit und ihre Kinder liebt und sich dann in eine verbitterte Frau verwandelt. Wilhelm, dem seine Arbeit über alles geht, gut für seine Familie sorgt. Die beiden haben eine Zweckgemeinschaft gefunden, schätzen und respektieren sich – ohne große Liebe. Nach dem Zuklappen des Buches, lässt mich diese Geschichte etwas gespalten zurück. Den ersten Teil finde ich äußerst lesenswert, der zweite Teil konnte mich nicht zur Gänze überzeugen, so gibt es 3,5 Sterne (gerundet 4).

Hastig durch die Weltgeschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Lüdinghausen am 01.03.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Tanja Paar beschreibt in „Die zitternde Welt“ das Leben einer Österreichischen Familie, die es zum Ende des 19. Jahrhunderts nach Anatolien verschlägt. Wilhelm hat hier beruflich zutun, während die von ihm schwangere Maria plötzlich auftaucht und von nun an seine Frau ist. Hier leben sie ein gutes Leben im Luxus und mit Ansehen.... Tanja Paar beschreibt in „Die zitternde Welt“ das Leben einer Österreichischen Familie, die es zum Ende des 19. Jahrhunderts nach Anatolien verschlägt. Wilhelm hat hier beruflich zutun, während die von ihm schwangere Maria plötzlich auftaucht und von nun an seine Frau ist. Hier leben sie ein gutes Leben im Luxus und mit Ansehen. Wilhelm, der Vater der fünfköpfigen Familie, ist als sehr sortierter Ingenieur am Bau der Bagdadbahn beteiligt, seine resolute, unberechenbare Frau Maria versorgt die drei Kinder. Ihr Leben wirkt weitestgehend glücklich und für ihre Zeit fast modern. Mittlerweile ist längt das Osmanische Reich zu ihrer Heimat geworden. Schließlich kommt es zum Ausbruch des ersten Weltkriegs und die Familie muss zurück in ihr Herkunftland Österreich ziehen. In Österreich angekommen, sorgt man sich fortan um die beiden Söhne der Familie und versucht diese vor dem gefährlichen Kriegsdienst zu schützen. Dies gelingt nicht. Unter dem Lauf der Dinge leidet vor allem Mutter Maria. Deren Wesen sich auf tragische Art und Weise ändert. Von der starken Persönlichkeit ist nur eine gebrochene Frau geblieben. Das Buch „Die zitternde Welt“ hatte mich gleich angesprochen. Der Titel ist sehr ansprechend und mit modernem Font gestaltet. Insgesamt mach das Buch mit Lesebändchen einen hochwertigen Eindruck. Allerdings hat es mich inhaltlich nicht ganz überzeugen können. Die Autorin erzählt fast ein halbes Jahrhundert auf nur 300 Seiten. Mir persönlich ist das zu knapp gefasst. Die vielen Gedankensprünge ließen mich immer wieder zurückblättern, um sie nachvollziehen zu können. Ein flüssiges Lesen war mir daher kaum möglich.

Toller historischer Roman!
von einer Kundin/einem Kunden aus Gärtringen am 27.12.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Maria verlässt 1896 hochschwanger ihre österreichische Heimat, um mit ihrem Geliebten Wilhelm ein neues Leben zu beginnen. Wilhelm ist Ingenieur und am Bau der Bagdadbahn in Anatolien beteiligt. Maria und Wilhelms Kinder werden allesamt im Osmanischen Reich geboren, ihre Muttersprache ist türkisch, die Familie lebt glücklich i... Maria verlässt 1896 hochschwanger ihre österreichische Heimat, um mit ihrem Geliebten Wilhelm ein neues Leben zu beginnen. Wilhelm ist Ingenieur und am Bau der Bagdadbahn in Anatolien beteiligt. Maria und Wilhelms Kinder werden allesamt im Osmanischen Reich geboren, ihre Muttersprache ist türkisch, die Familie lebt glücklich im Wohlstand. Doch dann zerstört der Erste Weltkrieg das Glück der Familie: Wilhelm kehrt mit Frau und Tochter nach Österreich zurück und zieht in den Krieg. Auch die beiden Söhne werden eingezogen, einer davon gilt später als verschollen. Die Familie zerfällt und verliert ihre Heimat. Die Welt zittert... Der Schreibstil von Tanja Paar gefällt mir sehr gut. Die Autorin versteht es, Charakterzüge einzelner Personen detailgetreu auszuarbeiten, Gefühle werden authentisch übermittelt, man kann sich in die Gedankenwelt der Protagonisten hineinversetzen. Auch die historischen Begebenheiten sind gut recherchiert worden, man erfährt einiges über den Bau der Bagdadbahn sowie über die Türkei und die dortige Kultur. Das Buch hat mich unterhalten, ich werde noch weitere Romane von Tanja Paar lesen und empfehle dieses Buch gerne weiter!

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