Meine Filiale

Sprachhänge und Sprechlänge

Ansichten, Erinnerungen, Gedanken

Helmut Lauschke

Schulbuch (Taschenbuch)
Schulbuch (Taschenbuch)
13,00
13,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Lieferbar in 2 - 3 Tagen Versandkostenfrei
Lieferbar in 2 - 3 Tagen
Versandkostenfrei

Weitere Formate

Taschenbuch

13,00 €

Accordion öffnen
  • Sprachhänge und Sprechlänge

    Epubli

    Lieferbar in 2 - 3 Tagen

    13,00 €

    Epubli

eBook (ePUB)

11,99 €

Accordion öffnen

Beschreibung

Das Brechen der Steine kostet viele Arme und Beine, manchen fallen die Spitzhacken aus den Händen, und die Schwächsten werden ihre Opfer. Abgeblättert sind Jahre in verstopften Rinnsteinen gesprengter Straßen. Mützen liegen neben zerrissenen Hosen und aufgerissenen Schuhen an weggeschossenen Beinen. Leere Taschen der Verzweiflung sind festgefroren am Boden eines eisig fremden Winters. Daneben liegen abgebrochene Zigaretten, beschriebene Zettel und verknitterte Briefstücke unter dem Eis. Aus einer Brusttasche werden zwei Fotos gezogen, das eine mit dem Kopf einer alten Frau, das andere mit einer jungen Frau. Im untersten Taschenwinkel steckt noch ein Kreuz, wie es Mütter ihren Söhnen mit auf den Weg gaben. Nur wenig weiter reihen sich die Urnen, das werden sie auch in Zukunft tun. Dann der Jugend andere Träume, hört die Uhren ticken noch, doch andere sind schon still. Knoten reißen mit den Jahren und Mäntel fallen von den Nägeln, nicht anders geht’s mit roten Roben, denn neue Zeiten gehn in neuen Schuhen mit neuen schwarzen Senkeln fest verschnürt. Von den Köpfen ziehen abgegriffene Mützen, die ihr Haar in dem, was war, verloren haben. Das Gedicht als Botschaft versucht, die Ketten der Kerkerung zu sprengen und aus dem Paradies der Freiheit zu berichten. Hoffnung ist das größte Angebot, es anzunehmen, ist die größte Chance, es auszuschlagen, bleibt die größte Tragik. Die Ansagerin sprach russisch durch den Lautsprecher. Darauf sagte Ilja Igorowitsch: “Mein Sohn, du musst gehn. Komm, lass dich umarmen; wer weiß, ob ich es noch einmal kann.” Boris beugte sich zum Vater herab, der den linken Arm um den Hals des Sohnes legte, ihn fest an sich drückte und mehrere Male seine Stirn küsste. Dann ließ er ihn los , als gäbe er ihn endgültig frei. Ilja Igorowitsch zog ein angeknittertes Schwarzweißfoto aus seiner linken Jackentasche: “Nimm das Foto und hüte es! Es ist meine Mutter Katharina Zwetlana Baródin. Du sollst das Foto deiner Großmutter haben, deren Namen du trägst.”

- Kindheitserlebnisse von der “Reichskristallnacht” und den Bombennächten über Köln
- Übersiedlung nach Bautzen, wo der Vater als Gynäkologe eine kleine Frauenklinik betreibt
- sieht als 10-Jähriger wenige Monate vor Kriegsende, wie ein Zug von Häftlingen in KZ-Kleidung von der SS bewacht durch die Stadt zieht
- 1951 Rückkehr nach Köln, um dem “roten” Polit-Terror zu entgehen
- Medizinstudium in Köln und München
- seit 1960 Arzt, 1961 promoviert
- dreijährige Ausbildung in der pathologischen Anatomie (Universität Köln)
- Facharzt der Chirurgie (Universität Köln), der Traumatologie und plastisch rekonstruktiven Chirurgie (Ruhr-Universität Bochum)
- 1985-1998 Arzt und Chirurg am Hospital in Oshakati
- zum “Honorary Professor of the University of Namibia” ernannt (1997

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 232
Altersempfehlung 1 - 99 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 23.09.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7531-0215-3
Verlag Epubli
Maße (L/B/H) 19/12,5/1,3 cm
Gewicht 277 g
Auflage 1

Kundenbewertungen

Es wurden noch keine Bewertungen geschrieben.
  • Artikelbild-0