Der ehemalige Sohn

Roman

Sasha Filipenko

(31)
Die Leseprobe wird geladen.
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
23,00
23,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei

Weitere Formate

gebundene Ausgabe

23,00 €

Accordion öffnen
  • Der ehemalige Sohn

    Diogenes

    Sofort lieferbar

    23,00 €

    Diogenes

eBook (ePUB)

19,99 €

Accordion öffnen

Hörbuch-Download

10,95 €

Accordion öffnen

Beschreibung

Eigentlich sollte der junge Franzisk Cello üben fürs Konservatorium, doch lieber genießt er das Leben in Minsk. Auf dem Weg zu einem Rockkonzert verunfallt er schwer und fällt ins Koma. Alle, seine Eltern, seine Freundin, die Ärzte, geben ihn auf. Nur seine Großmutter ist überzeugt, dass er eines Tages wieder die Augen öffnen wird. Und nach einem Jahrzehnt geschieht das auch. Aber Zisk erwacht in einem Land, das in der Zeit eingefroren scheint.

»Ein brillanter Roman, der die Fakten mit Humor unterspült.«
Peer Teuwsen / NZZ am Sonntag, Zürich

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 24.03.2021
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-07156-6
Verlag Diogenes
Maße (L/B/H) 18,5/12,2/2,6 cm
Gewicht 326 g
Originaltitel Biwschij Sin
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Ruth Altenhofer
Verkaufsrang 3250

Buchhändler-Empfehlungen

Sabrina Kaiser, Thalia-Buchhandlung

Ein großartiger Roman, der eine schwierige Situation in Belarus mit unterschwelligem Humor beschreibt und wunderbare, im Gedächtnis bleibende Protagonisten beinhaltet.

Kevin Beckmann, Thalia-Buchhandlung Hilden

Auch mit seinem zweiten Roman schafft Filipenko erneut etwas ganz Besonderes. Ausgehend von einer sehr persönlichen Geschichte, geht es um politische Zustände und ein fast schon erdrückendes Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit in einem totalitären Staat. Wieder ein Volltreffer.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
31 Bewertungen
Übersicht
18
9
3
1
0

Darf Satire eigentlich alles? Ja, darf sie!
von Kaffeeelse am 17.05.2021

Auch von diesem Buch war ich etwas enttäuscht. Sasha Filipenko konnte mich mit "Rote Kreuze" doch richtig anzünden und irgendwie erwartete ich hier ähnliches. Doch "Der ehemalige Sohn" ist völlig anders geschrieben als "Rote Kreuze". Der Autor kritisiert hier völlig treffend, aber auch provokant und überaus satirisch die Lebensv... Auch von diesem Buch war ich etwas enttäuscht. Sasha Filipenko konnte mich mit "Rote Kreuze" doch richtig anzünden und irgendwie erwartete ich hier ähnliches. Doch "Der ehemalige Sohn" ist völlig anders geschrieben als "Rote Kreuze". Der Autor kritisiert hier völlig treffend, aber auch provokant und überaus satirisch die Lebensverhältnisse in Belorussland. Ein Buch, welches den Machthabern in diesem Land sicher nicht gefallen wird. Und den Autor damit auch zur Zielscheibe macht. Dieses Geschehen zu brandmarken und ebenso auch sichtbar zu machen ist wichtig und richtig und absolut mutig. Dafür andere Arten des Schreibens zu wählen ist auch vollkommen nachvollziehbar. Gefällt mir halt nur nicht. Denn dieses Überzogene und Satirische erzeugt bei mir zwar eine gewisse Betroffenheit, erreicht mich aber nicht vollkommen und das erhoffe ich mir von der Lektüre eines Buches einfach. Ich möchte berührt werden! Und das schafft Sasha Filipenko hier nicht. Was sicher auch gewollt war in der Gestaltung des Buches. Denn der Autor rechnet hier ab. Völlig nachvollziehbar für einen Belorussen und/oder einen belorussischen Autor. Zum Inhalt: der junge Franzisk fällt in ein Koma, ein Jahrzehnt lang. Dann erwacht er und findet eine vollkommen veränderte Heimat vor. Eine in eine Diktatur verwandelte Heimat. Ja, in zehn Jahren kann viel passieren!?!? Aber auch so steckt in dem Text viel Kritik. Viel Kritik an den Lebensverhältnissen in Belorussland und ebenso eine Gesellschaftskritik, die nicht immer mit den Veränderungen zu tun hat, die eine Diktatur so mit sich bringt, sondern auch die Menschen in ihrer Natur betrifft. Auch mit so etwas kann man sich Feinde machen, viele Feinde. Und auch hier kann man nur den imaginären Hut vor Sasha Filipenko ziehen und einen tosenden Applaus spenden. Nur eben richtig berührt bin ich leider nicht. Und genau dies wünsche ich mir von meinem Lieblingsmedium literarisches Buch! Schade!!! Ein richtig gutes Buch! Aber durch die Satire leider auch etwas hölzern geraten!

Anstrengend und depressiv
von Annett Wendt am 13.05.2021

Alles in allem hat mich dieser Roman nicht überzeugt. Die Sprache ist sehr anstrengend, eine Handlung nicht erkennbar und die Darstellung der gesellschaftlichen und politischen Lage in Belarus finde ich zu einseitig. Der ganze Roman (wobei Roman für mich hier unpassend ist) gestaltet sich lediglich in Gut und Böse. Eine einzige ... Alles in allem hat mich dieser Roman nicht überzeugt. Die Sprache ist sehr anstrengend, eine Handlung nicht erkennbar und die Darstellung der gesellschaftlichen und politischen Lage in Belarus finde ich zu einseitig. Der ganze Roman (wobei Roman für mich hier unpassend ist) gestaltet sich lediglich in Gut und Böse. Eine einzige Schwarz-Weiß-Malerei. Auch die Charaktere erweisen sich als sehr einseitig geprägt. Der Stiefvater soll dem Leser alles andere als sympathisch sein, ein absolut selbstsüchtiger Typ, der wohl einen Teil der Gesellschaft darstellen soll. So zumindest meine Vermutung, dass die einzelnen Charaktere einen Einblick in die Gesellschaftsstruktur geben sollen, der stille Rebell Stass, der gierige Arzt, die etwas naive nach Führung suchende Mutter, der resignierende Zisk und die weitsichtige immer mehr sich anpassende kompromissbereite Großmutter. Jedoch auch hier wird keiner der Charaktere tiefgründig beleuchtet, es findet lediglich eine Typisierung statt. Es fehlt an Farbe und Vielfalt! Meine Erwartungen an das Buch wurden bei Weitem nicht erfüllt. Deutlich wird die Kritik des Autors, er nennt das Kind beim Namen und schildert politische Geschehnisse, die nur in einer Diktatur so passieren können. Menschen verschwinden einfach so, Kritik ist unerwünscht, bzw. wird verleugnet, die Opposition wird mit staatlichen Mitteln einfach ausgeschaltet. In den Medien finden sich keine kritischen Stimmen. Die Stimmung ist düster und hoffnungslos. In nur wenigen Szenen spürt man die Lebendigkeit der Protagonisten, den Wunsch nach Freiheit und Veränderung. Am Palast der Republik kommt dies stellvertretend in Zisk zum Ausdruck. Euphorisch spürt er die Macht der Masse, Hoffnungen keimen in ihm auf, Glücksgefühle entstehen. Ebenso brutal werden all die positiven Wahrnehmungen niedergeschlagen und erlöschen wieder. Er fühlt sich machtlos und sieht schlussendlich seine einzige Option in der Auswanderung nach Deutschland, um dem vorherrschenden System zu entkommen. Einzige Optionen, die uns der Autor vermittelt sind Suizid oder Ausreise und genau das wird den Menschen absolut nicht gerecht. Es fehlt dem Geschriebenen an Vielseitigkeit und Differenziertheit.

politisch zu einseitig, literarisch zu wenig
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 10.05.2021

Meinung Der Roman „Der ehemalige Sohn“ von Sasha Filipenko erschien schon im Jahre 2014 in Russland und bekam dort einen renommierten Literaturpreis. Aufgrund dessen waren meine Erwartungen an den Roman zugegebenermaßen hoch. Jedoch war ich nicht darauf gefasst, dass sich schon nach ungefähr fünfzig Seiten die Enttäuschung a... Meinung Der Roman „Der ehemalige Sohn“ von Sasha Filipenko erschien schon im Jahre 2014 in Russland und bekam dort einen renommierten Literaturpreis. Aufgrund dessen waren meine Erwartungen an den Roman zugegebenermaßen hoch. Jedoch war ich nicht darauf gefasst, dass sich schon nach ungefähr fünfzig Seiten die Enttäuschung anbahnt. Über weite Strecken des Buches empfand ich den Schreibstil als anstrengend. Zudem habe ich mich des Öfteren gefragt, welches Ziel der Autor mit seinem Roman verfolgt. Die Frage wurde für mich unzureichend, aber einfach beantwortet: Hauptsache Kritik an Belarus. Am meisten vermisste ich eine tiefer gehende Erzählung, schlüssige Handlungen und vielschichtige Charaktere. Das alles hat der Roman leider nur ansatzweise zu bieten. Die Figuren sind an Eindimensionalität kaum zu überbieten und die gesamte Geschichte klebt vehement an der Oberfläche fest. Bis zur letzten Seite, habe ich keine Ahnung, welcher Mensch die Hauptfigur Franzisk eigentlich ist. Zu Beginn erschien er mir als ein verwöhnter, leichtlebiger junger Mann. Viel mehr habe ich auch im Verlauf des Romans nicht über ihn erfahren. Ähnlich ergeht es mir mit den weiteren Charakteren in diesem Buch. Belarus ist eine Diktatur, das lässt sich nicht schön reden, aber diese Art und Weise der Darstellung entspricht lediglich der Sicht des Autors, der sich keinerlei Mühe gemacht hat, andere Perspektiven mit einfließen zu lassen. Dementsprechend fungieren die Charaktere entweder als Sprachrohr oder als Feindbild. Es gibt in dem Buch eine einzige richtige Meinung, die des Autors, und darauf ist alles ausgerichtet. Es ist eine politisch sehr einseitige, kritische Haltung zum Staat. Einen differenzierten Blick auf das Land sucht man in diesem Roman vergebens. Es gibt schwarz, es gibt weiß, aber absolut keine Grautöne, keinerlei Schattierungen. Mich hat es beim fortschreitenden Lesen immer mehr gestört, dass mir das Buch diese einseitige, undifferenzierte Sichtweise auf fast dogmatische Weise überstülpen möchte. Da ich eine Freundin mit Verwandtschaft in Minsk, Belarus, habe, sprach ich mit ihr über das Land und habe dadurch einen wesentlich besseren Eindruck vom Leben dort bekommen. Dieses Gespräch hat auch meine Vermutung der eindimensionalen Betrachtungsweise bestätigt. Damit möchte ich keinesfalls eine Diktatur gutheißen, dennoch finde ich es wichtig mehr als eine Perspektive zuzulassen, um wenigstens den Versuch zu machen, ein ganzheitliches Bild abzubilden. Genau das habe ich im gesamten Roman vermisst. Fazit Vielversprechender Ansatz, allerdings zwingt der Autor Leser:innen seine Sichtweise auf, und erschafft weder eine lesenswerte Erzählung noch Charaktere mit Erinnerungswert.


  • Artikelbild-0