Eurotrash

Roman

Christian Kracht

(11)
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Beschreibung

»I’ll see you in twenty-five years.« Laura Palmer.

»Also, ich musste wieder auf ein paar Tage nach Zürich. Es war ganz schrecklich. Aus Nervosität darüber hatte ich mich das gesamte verlängerte Wochenende über so unwohl gefühlt, dass ich unter starker Verstopfung litt. Dazu muss ich sagen, dass ich vor einem Vierteljahrhundert eine Geschichte geschrieben hatte, die ich aus irgendeinem Grund, der mir nun nicht mehr einfällt, ›Faserland‹ genannt hatte. Es endet in Zürich, sozusagen auf dem Zürichsee, relativ traumatisch.«

Christian Krachts lange erwarteter neuer Roman beginnt mit einer Erinnerung: vor 25 Jahren irrte in »Faserland« ein namenloser Ich-Erzähler (war es Christian Kracht?) durch ein von allen Geistern verlassenes Deutschland, von Sylt bis über die Schweizer Grenze nach Zürich. In »Eurotrash« geht derselbe Erzähler erneut auf eine Reise – diesmal nicht nur ins Innere des eigenen Ichs, sondern in die Abgründe der eigenen Familie, deren Geschichte sich auf tragische, komische und bisweilen spektakuläre Weise immer wieder mit der Geschichte dieses Landes kreuzt. »Eurotrash« ist ein berührendes Meisterwerk von existentieller Wucht und sarkastischem Humor.

»Krachts 'Dichtung und Wahrheit' (...) wird zu einem großen, heiteren Abenteuerroman, bestimmt dem herzlichsten, den es von Kracht bislang zu lesen gab.«

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 04.03.2021
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-05083-7
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 20,8/14,9/3 cm
Gewicht 426 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 1242

Buchhändler-Empfehlungen

Anja Werner, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Eine irrwitzige Reise durch die Schweiz bringt Mutter und Sohn einander näher. Christian Kracht verpackt das harte ungeschönte Leben zu einem großen Roman.

Almuth Brenner, Thalia-Buchhandlung Berlin East Side Mall

Mutter und Sohn auf einem irrwitzigen Roadtrip im Taxi durch die Schweiz. Witzig, anrührend, absolut lesenswert!

Kundenbewertungen

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Wenn man den Stomabeutel voller Durchfall wechseln muss, ist das kein Problem, das geht ganz leicht
von Manfred Fürst aus Kirchbichl am 01.05.2021

Er fährt nach Zürich, seine Mutter habe ihn einbestellt. Was wollte sie bloß? Selbstironisch und schalkhaft zieht der privilegierte Ich-Erzähler die Gegenwart durch den Kakao und lässt auf einer gemeinsamen Schweizrundfahrt mit seiner geistig verwirrten Mutter gekonnt die Grenzen zwischen Biografie und Fiktion verschwimmen. S... Er fährt nach Zürich, seine Mutter habe ihn einbestellt. Was wollte sie bloß? Selbstironisch und schalkhaft zieht der privilegierte Ich-Erzähler die Gegenwart durch den Kakao und lässt auf einer gemeinsamen Schweizrundfahrt mit seiner geistig verwirrten Mutter gekonnt die Grenzen zwischen Biografie und Fiktion verschwimmen. Sie ist nicht ganz bei Trost, dafür hat sie einen künstlichen Darmausgang und einen Sack voller Geld. Was einem so alles einfällt, wenn einer an die Decke des Hotelzimmers starrt. So ein Glück, dass er in der Schweiz sein dürfe und nicht in Deutschland sein müsse. Es war nicht zu entwirren mit seiner Mutter, wie ja alles nicht mehr zu entwirren war. Auf zum Elphinstone-Nationalpark und zu den Zebras. Wir sehen uns dort. Hoffentlich. Passend zum Eurotrash ein Liedtext von André Heller: „Schnucki, ach Schnucki, fahr' ma nach Kentucky! In der Bar Ould Schetterhend, da spielt a Indianerbend! Dann in die Pampas auf a Flaschen Schampas. Um halber achte geht der Zug! Ich hab' gesprochen! Hough!"

Das Maximum der Autofiktion
von einer Kundin/einem Kunden aus Sindelfingen am 23.03.2021

Sehnsüchtig und mit enormen Erwartungen habe ich dieses Buch erwartet, das übrigens ein ganz entzückendes Coverfoto hat. Als „Nachfolger“ von Krachts Debüt Faserland betitelt, habe ich letzteres noch kurz vorher aufgefrischt und entsprechendes erwartet. Allerdings ist das keine Fortsetzung, sondern eine ganz eigene Geschichte, d... Sehnsüchtig und mit enormen Erwartungen habe ich dieses Buch erwartet, das übrigens ein ganz entzückendes Coverfoto hat. Als „Nachfolger“ von Krachts Debüt Faserland betitelt, habe ich letzteres noch kurz vorher aufgefrischt und entsprechendes erwartet. Allerdings ist das keine Fortsetzung, sondern eine ganz eigene Geschichte, die sich aber an Faserland anlehnt: Auch hier finden wir die hyperrealistischen Beschreibungen, die vielen Referenzen zu Literatur, Marken oder Personen. Und doch ist der Stil anders geworden, die ersten 40 Seiten haben mich zunächst verwirrt, weil sie so gar nicht wie Faserland waren. Anstatt direkt ins Geschehen einzusteigen, wird im ersten Viertel des Buches durch Erinnerungen „flaniert“. Und wie der Stil erscheint auch der Inhalt etwas „reifer“: Faserlands namenloser und junger Erzähler weicht einem älteren Christian Kracht, der sich nicht mehr durch Partys trinkt, sondern seiner dementen Mutter den künstlichen Darmausgang wechselt. Die Handlung ist also relativ unspektakulär (und beginnt aktiv auch erst ab der Hälfte des Buches), aber darauf liegt auch nicht der Fokus des Buches. Die Genialität hier liegt in der fiktionalen Autobiografie. Wo bei Faserland noch gemunkelt wurde, ob Erzähler gleich Autor ist, nennt Autor Christian Kracht seine Hauptfigur Christian Kracht, Autor von Faserland. Ja, die Figuren wissen sogar von ihrem Auftauchen im Buch. Und doch kann man das natürlich nicht als Autobiographie bezeichnen, was ist darin überhaupt Realität und wie zuverlässig ist der Erzähler? Kracht hat die Spekulationen in diesem Buch auf die Höhe getrieben und wir werden wohl nie erfahren, inwieweit Krachts Reflexionen über seine eigene, reale Familiengeschichte stimmen. Mein Fazit: Ein charmanter Roadtrip und eine unglaubliche Autofiktion, 25 Jahre nach Faserland, mit dem typisch Krachtianischen Schreibstil und unheimlich vielen Referenzen, auch zu seinen eigenen Romanen. Mir gefiel Faserland einen Tick besser, aber vielleicht bin ich auch noch zu jung - oder muss es noch sacken lassen.


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