Amra und Amir

Abschiebung in eine unbekannte Heimat

Maria Braig

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Beschreibung

Kurz nach ihrem achtzehnten Geburtstag wird die in Deutschland aufgewachsene Amra in den Kosovo, das Herkunftsland ihrer Eltern, abgeschoben. Sie kennt weder das Land noch die Sprache und findet sich plötzlich ohne Geld, Wohnung und Arbeit in einer völlig unbekannten Welt wieder. Ihr bleibt nur das Leben auf der Straße. Um sich zu schützen schlüpft sie in die Rolle des Jungen Amir, der sich als Müllsammler und Gelegenheitsjobber durchschlägt.
Neben dem alltäglichen Überlebenskampf muss sie sich schon bald auch mit ihrer eigenen Identität auseinandersetzen: Ist sie mehr Amra oder mehr Amir? Mehr Frau oder mehr Mann? Oder muss sie sich vielleicht gar nicht entscheiden?

Dies ist keine wahre Geschichte, aber sie wurde aus Bausteinen zusammengefügt, die dem wahren Leben entnommen sind.
Immer wieder werden junge Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind oder einen großen Teil ihrer Kindheit und Jugend hier verbracht haben, in das Herkunftsland ihrer Eltern abgeschoben. Gemeinsam mit ihrer Familie oder auch allein.
Heranwachsende, die erst wenige Jahre in Deutschland leben, sich aber bereits sehr gut eingelebt, Freunde gefunden, eine Ausbildung begonnen haben, erleben die Abschiebung ins Ungewisse nicht wesentlich anders als Amra. Der einzige Vorteil, den sie haben, sind Sprachkenntnisse, die ihnen den Anfang im „Herkunftsland“ etwas erleichtern. Dennoch stehen sie oft von heute auf morgen allein auf der Straße – ohne Kontakte, ohne Geld, ohne Wohnung und ohne Arbeit – und wissen nicht, wie es weitergehen soll.

Maria Braig wurde 1957 in Isny im Allgäu geboren und verbrachte dort die ersten neunzehn Lebensjahre. Anschließend studierte sie Germanistik, Geschichte und empirische Kulturwissenschaft in München und Tübingen.
Sie lebt und arbeitet heute als Autorin, Lektorin und LKW-Fahrerin in Osnabrück.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Altersempfehlung 1 - 99 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 31.03.2021
Verlag Epubli
Seitenzahl 220
Maße (L/B/H) 19/12,5/1,2 cm
Gewicht 264 g
Auflage 1
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7541-0221-3

Buchhändler-Empfehlungen

Und plötzlich hast du nichts mehr, ausser dir selbst

Laura Kuhn, Thalia-Buchhandlung Freiburg

Es ist ein schwer vorstellbarer Albtraum: Nur wenige Wochen nach ihrem 18. Geburtstag wird Amra, in Deutschland geboren und aufgewachsen, aus allem herausgerissen, was für sie Heimat bedeutet. Mit einem Schlag sind alle ihre Vorstellungen ihrer Zukunft und Möglichkeiten zerstört und sie findet sich im, ihr vollkommen fremden, Heimatland ihrer Eltern wieder. Allein, ohne die Sprache zu verstehen oder sprechen zu können, fast vollständig mittellos. (Als Leser schluckt man an dieser Stelle erst einmal und kriegt echte Angst bei der Vorstellung, selbst in dieser Situation zu sein...) Um sich selbst zu schützen und alleine überleben zu können, wird Amra zu Amir, sie gibt sich fortan als Junge aus. Der Alltag auf der Strasse ist sehr hart. Amir erlaubt sich kaum mehr zu träumen von der Zukunft, wie er sie sich immer vorgestellt hatte, von einer Rückkehr nach Hause zum Vertrauten, seiner Mutter, seinen Freunden und seiner besten Freundin Nina, von der ihm jetzt immer deutlicher bewusst wird, was sie ihm bedeutet... Doch seine Freunde zu Hause wollen und werden ihn nicht so einfach im Stich lassen... Aus mehreren Perspektiven erzählend gibt die Autorin einen sehr umfassenden und realistischen Blick auf die Thematik der Abschiebung. Die unfassbare Ohnmacht, ihres eigenen Lebens entmächtigt zu werden, die leider viele junge Menschen wie Amra/Amir erfahren müssen, wird erschreckend echt und ergreifend dargestellt. Der zweite Themenschwerpunkt im Buch befasst sich mit der Identitätsfindung Amras, die sich für sie aufgrund verwirrender Gefühle für ihre beste Freundin und dem Wechsel ihres Geschlechts gegenüber der Öffentlichkeit und schlussendlich auch sich selbst, etwas schwieriger gestaltet. Oder ist es eigentlich sehr einfach, sobald man die Schubladen der Gesellschaft aussen vor lässt? Ein absolut lesenswertes Buch, welches sich dazu noch dank des angenehmen Schreibstils in einem Rutsch durchlesen lässt :)

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Aus der Sicherheit auf die Müllhalde
von einer Kundin/einem Kunden aus Glauchau am 30.04.2021

„...Kurz nach ihrem 18. Geburtstag zerbrach Amras Welt in kleine Stücke...“ Mit diesen Worten beginnt ein Buch, das mich stellenweise wütend gemacht hat. Es zeigt, dass Gesetz und Menschlichkeit zwei Seiten einer Medaille sind. Amra ist in Deutschland geboren. Sie hat die Realschule abgeschlossen und viel Freude an ihrer Leh... „...Kurz nach ihrem 18. Geburtstag zerbrach Amras Welt in kleine Stücke...“ Mit diesen Worten beginnt ein Buch, das mich stellenweise wütend gemacht hat. Es zeigt, dass Gesetz und Menschlichkeit zwei Seiten einer Medaille sind. Amra ist in Deutschland geboren. Sie hat die Realschule abgeschlossen und viel Freude an ihrer Lehre als Kraftfahrzeugmechatronikerin. Noch ahnt sie nicht, dass sie diese Lehre nie abschließen darf. Schon in jungen Jahren musste sie stark sein, weil ihre Mutter nach dem Tode des Vaters häufig in Depressionen abglitt. Doch sie hatte Freunde an ihrer Seite, die zu ihr gestanden haben. Sie weiß, dass ihre Eltern aus dem Kosovo stammen, kennt aber weder die Sprache, noch das Land. „...Flora Mekuli hatte ihre Tochter nie mit der Tatsache konfrontiert, dass sie beide nur geduldete Gäste in diesem Land sind...“ Der Schriftstil der Buches passt sich perfekt den Gegebenheiten an. Freude und Ausgelassenheit zur Geburtstagsfeier weichen wenige Tage später einer tiefen Niedergeschlagenheit. Die Wut der Freunde und ihres Lehrmeister ist in jeder Zeile spürbar, als sie erfahren, dass Amra in den Kosovo ausgewiesen wird. Amra selbst gehen die folgenden Gedanken durch den Kopf. „...Sie selbst konnte doch nicht gemeint sein, sie gehörte doch hierher und nirgendwo anders hin. Sie war immer hier gewesen, sie war hier geboren...“ Wenige Tage vor Ablauf der Frist erscheinen zwei Polizisten, nehmen Amra mit und setzen sie in ein Flugzeug. Dass sie nicht ohne Geld und ohne Anlaufadresse sofort auf der Straße landet, ist der schnellen Reaktion ihre Mutter zu verdanken. Die hat ihr einige Euros und die Adresse ihres Bruders in die Tasche gesteckt. Das Besondere des Schriftstils besteht darin, dass ein Teil neutral erzählt wird, dann aber in kursiv gedruckten Abschnitte einige der Protagonisten persönlich zu Wort kommen. Dadurch erhalte ich einen Einblick in die Gedankenwelt von Amra, ihrer Mutter, ihren Freunden, aber auch ihren Onkel. Und der ist alles andere als begeistert, als Amra plötzlich vor der Tür steht. Hinzu kommt, dass sie sich nicht so verhält, wie man es von einer jungen Frau imKosovo erwartet. Eine Arbeit in der Autowerkstatt kann sie vergessen, dafür wird ihr der erste mögliche Bräutigam vorgestellt. Amra kommt jetzt entgegen, dass sie nur wenige frauliche Formen hat. Sie verkleidet sich als Junge und nennt sich Amir. Damit beginnt ihr Leben als Mann auf der Straße. Im Winter findet er Hilfe. Es bleibt die Erkenntnis: „...Und doch war es nicht sein Leben. Sein Leben hatte man ihm genommen, ihn einfach hinausgeworfen, ihn auf den Müll geworfen – und Haki hatte ihn gefunden...“ Haki hat er es zu verdanken, dass er den Winter überlebt hat. Nach einer schweren Grippe stand sein Leben auf Messers Schneide. Währenddessen unternehmen ihre Freunde in Deutschland alles, um ihr zu helfen. Doch die Bürokratie kennt keine Gnade. Ganz nebenbei ringt Amir um seine sexuelle Orientierung. Er hat problemlos seine Identität von Amra zu Amir und später zu Amal gewechselt. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Auch wenn sich das eine oder andere Gesetz mittlerweile geändert hat, sind solche Schicksale wie Amras nicht ausgeschlossen. Eine junge Frau wird in ein Leben ohne Zukunft geschickt. Ich möchte meine Rezension mit einigen Worte aus dem Nachwort der Autorin beenden: „...Woher nehmen „wir“, woher nehmen diejenigen, die sich von uns zu unseren politischen Vertretern wählen lassen, das Recht, Menschen in ein Leben zu stürzen ohne Perspektive, mit der ständigen Ungewissheit, was am nächsten Tag geschieht, in dem Krankheit und Älterwerden nicht vorkommen dürfen […]? ...“

Sehr Emotional!
von einer Kundin/einem Kunden aus Cottbus am 27.04.2021
Bewertet: Einband: Kunststoff-Einband

Über LOVELYBOOKS durfte ich das Buch " Amra und Amir - Abschiebung in eine unbekannte Heimat " testlesen . Autor : Maria Braig Handlung des Buches : Amra, die Tochter albanischer Eltern, die im Kosovokrieg nach Deutschland geflohen sind, wird nach ihrem 18. Geburtstag ins Herkunftsland ihrer Eltern abgeschoben. Amra, ... Über LOVELYBOOKS durfte ich das Buch " Amra und Amir - Abschiebung in eine unbekannte Heimat " testlesen . Autor : Maria Braig Handlung des Buches : Amra, die Tochter albanischer Eltern, die im Kosovokrieg nach Deutschland geflohen sind, wird nach ihrem 18. Geburtstag ins Herkunftsland ihrer Eltern abgeschoben. Amra, die weder das Land noch die Sprache kennt, findet sich plötzlich ohne Geld, Wohnung und Arbeit in einer ihr völlig unbekannten Welt wieder. Sie entwickelt ihre eigenen Überlebensstrategien und wird, um sich etwas sicherer zu fühlen, zu Amir, einem jungen Mann, der sich, wie viele andere auch, durch Müllsammeln und Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Amras ehemaligen Schulkameraden gelingt es, sie illegal zurück nach Deutschland zu bringen, aber auch hier hat sie ohne legalen Aufenthaltsstatus keine Perspektive auf ein "normales" Leben, wie es vor der Abschiebung für sich geplant hatte. Mein Fazit : Vor 9 Jahren war ich mit meinem 1. Mann in Serbien gewesen , denn seine Reiselust beschränkt sich auf ehemalige Kriegsgebiete und Afrika. Unter anderem waren wir in Dubrovnik und Mostar. Tief beeindruckt und berührt war ich von vielen Erlebnissen und als ich den Klappentext gelesen habe, musste ich mich einfach bewerben. Das Cover ist sehr schön gestaltet , es kommen sofort Gefühle und Emotionen rüber. Schon nach den ersten Seiten war ich gefesselt von der Geschichte. Eindrucksvoll schildert die Autorin das Leben von Amra , ihren Freunden die immer hinter ihr stehen und ihrer Familie die eigentlich so nicht mehr existiert. Amras Abschiebung aus Deutschland hat mich sehr bewegt. Es ist ein heikles und sehr sensibles Thema gerade in der heutigen Zeit. Ich verstehe es nicht. Gewalttätige Jugendliche dürfen in Deutschland bleiben, obwohl sie vielleicht einen Menschen auf dem Gewissen haben. Ein Mädchen das 18 Jahre in Deutschland gelebt hat, hier aufgewachsen ist und die Sprache spricht , ist unverständlich und nicht nachvollziehbar. Amra als Charakter gefällt mir sehr gut. Sie ist sehr stark, ein liebenswerter Mensch mit großem Herz. Als 3 - jährige hat sie ihren Vater verloren und musste sich fortan um ihre kranke Mutter die an an schweren Depressionen leidet kümmern. Ihre Lehre in der Autowerkstatt macht ihr viel Spaß und sie sieht sie als Zukunftschance an. Bis der Brief von der Ausländerbehörde kommt und ihr Leben auf den Kopf stellt. Sie muss sehr viel Leid in ihrem jungen Leben ertragen. Muss Amra die Abschiebung über sich ergehen lassen ? Wo liegt ihre Zukunft am Ende , in Deutschland oder im Kosovo ? Nina ihre beste Freundin von Kindheit an , kämpft wie eine Löwin für sie . Die zwei sind wie Geschwister und unzertrennlich. Aber kann sie die Kathastrophe noch abwenden? Das Buch habe ich an einem Tag gelesen, da es mir nicht möglich war das Buch zur Seite zu legen. Der Kampf Amras ums Überleben, ihr Kampf um Gerechtigkeit und Frieden in ihrem Leben haben mich tief bewegt. Die Protagonisten sind sehr autentisch beschrieben und man kann sich in ihre Charaktere sehr gut rein versetzen. Das Thema Abschiebung ist recht gut recherchiert und in die Geschichte eingebaut worden . Auch das sich Amra in Serbien zum Eigenschutz als Junge verkleidet , kann man gut nachvollziehen. Das würde glaube ich jeder machen um unentdeckt zu bleiben. Ihre Ängste, aber auch ihre Stärken kommen sehr gut rüber in der Geschichte und man möchte sich nicht vorstellen wie es Amra in Serbien ergangen ist. Auch als Amra bemerkt das sie sich mehr als Mann fühlt statt als Frau , erfährt sie viel Liebe und Verständnis. In der heutigen Zeit leider keine Selbstverständlichkeit. Sehr sensible Themen, super dem Leser verständlich gemacht. " Amra und Amir " ist eine tolle Geschichte die sehr zu Herzen geht und die Leser mit Sicherheit berühren wird. Ich hoffe das es sehr großen Zuspruch erfährt, denn die Geschichte ist mit sehr viel Herzblut geschrieben worden. Es ist eine fiktive Geschichte, aber mit Sicherheit gibt es sehr viele Schicksale wie die von Amra. Vielen Dank an die Autorin für dieses tolle Buch.

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von Huriye Celik aus Ludwigshafen am 12.07.2016
Bewertet: Einband: Kunststoff-Einband

Als Amras Eltern vor dem Kosovokrieg flohen, fanden sie halt in Deutschland. Amras Vater starb relativ früh, auch ihre Mutter trägt noch posttraumatische Spuren mit sich. So wächst das junge Mädchen auf sich allein gelassen in einer Norddeutschen Stadt auf. Hier findet sie wie üblich Freunde - vor allem Nina, ihre beste Feundin ... Als Amras Eltern vor dem Kosovokrieg flohen, fanden sie halt in Deutschland. Amras Vater starb relativ früh, auch ihre Mutter trägt noch posttraumatische Spuren mit sich. So wächst das junge Mädchen auf sich allein gelassen in einer Norddeutschen Stadt auf. Hier findet sie wie üblich Freunde - vor allem Nina, ihre beste Feundin - die bald so etwas wie eine Familie darstellen.  Außerdem macht sie eine Lehre zur KFZ-Mechatronikerin und ist somit alles andere als 'typisch' Mädchen. Nach der riesen Fete, für ihren 18. Geburtstag steht plötzlich alles auf dem Kopf, den sie soll Deutschland unverzüglich verlassen und in die Heimat ihrer Eltern zurückkehren. Das Problem jedoch ist, dass Amra keine Heimat außer Deutschland kennt, denn alles andere ist ihr unbekannt. Ihr wurde weder die albanische Sprache beigebracht, noch kennt sie Kontakte an die sie sich dort wenden könnte. In Kosovo angekommen merkt sie bald, dass sie nicht dem Frauenschema entspricht und sich der Gesellschaft in der Form nicht anpassen möchte. Aus Amra wird also Amir, der Straßenjunge. Doch zu Hause versuchen ihre Freunde mit allen Mitteln einen Ausweg zu finden. Vor allem aber Nina tut diese Abschiebung nicht gut. War Amra vielleicht doch viel mehr, als nur die beste Freundin?

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