Über die Berge und über das Meer

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020

Dirk Reinhardt

(10)
Buch (Taschenbuch)
Buch (Taschenbuch)
10,00
10,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Erscheint demnächst (Neuerscheinung) Versandkostenfrei
Erscheint demnächst (Neuerscheinung)
Versandkostenfrei

Weitere Formate

Taschenbuch

10,00 €

Accordion öffnen
  • Über die Berge und über das Meer

    Cbt

    Erscheint demnächst (Neuerscheinung)

    10,00 €

    Cbt

gebundene Ausgabe

14,95 €

Accordion öffnen

Beschreibung


Eine berührende Geschichte zweier junger Flüchtlinge aus Afghanistan

Jedes Jahr im Frühling kommen die Nomaden auf dem Weg zu ihrem Sommerlager in den afghanischen Bergen in Sorayas Dorf vorbei. Mit ihnen kommt Tarek, der so wunderbare Geschichten zu erzählen weiß. Doch dieses Jahr wartet Soraya vergeblich auf ihn. Als siebte Tochter ist sie einem alten Brauch zufolge als Junge aufgewachsen, konnte sich frei bewegen und zur Schule gehen. Mit vierzehn Jahren hat sie jedoch das Alter erreicht, wo sie schon längst wieder als Mädchen leben sollte, in der Stille des Hauses. Die Taliban drängen unmissverständlich darauf. Auch Tarek haben sie bedroht. Sie erwarten, dass der erfahrene Spurenleser für sie arbeitet. Tarek und Soraya sehen keinen anderen Ausweg: Unabhängig voneinander machen sie sich auf in die Fremde. In den Bergen treffen sie unverhofft aufeinander.

Ein fesselnder Roman über Flucht und den Wunsch nach Freiheit

Dirk Reinhardt, Jahrgang 1963, studierte Geschichte und Germanistik. Nach seiner Promotion war er bis 1994 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Münster tätig, anschließend arbeitete er als freier Journalist. 2009 erschien sein erstes Kinderbuch, dem bald weitere folgten. 2016 wurde er mit dem Friedrich Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur ausgezeichnet.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Altersempfehlung 14 - 99 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 10.01.2022
Verlag Cbt
Seitenzahl 272
Maße (L/B/H) 18,7/11,8/2,1 cm
Gewicht 255 g
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-570-31429-6

Buchhändler-Empfehlungen

Real, hoffnungsvoll, unbedingt lesen!

Stefanie Sturm-Nolte, Thalia-Buchhandlung Halle (Saale)

Soraya und Tarek sind zwei afghanische Jugendliche, die in ihrer Heimat sehr unterschiedlich aufwachsen: Er als Nomadenjunge, der zudem sehr gut Geschichten erzählen kann, sie als siebte Tochter, die in ihrem Dorf zunächst aufwächst wie ein Junge. Sie lernen sich kennen und finden sich sehr sympathisch. Dann verlieren sie sich wieder aus dem Blick. Nun werden die Familien beide von den Taliban bedroht und sie gehen unabhängig voneinander auf die Flucht. Diese ist kräftezehrend, entbehrungsreich und extrem anstrengend. Doch sie schaffen es beide - über Grenzen, über Berge, über das Meer, zu Fuß, per Auto und per Boot. Manchmal ist es sehr knapp, und man fiebert mit, ob sie es überhaupt schaffen. Dirk Reinhardt schreibt lebendig und sehr realitätsnah - man ist als Leser direkt mittendrin und dabei. Auf dem Vor- und Nachsatzblatt kann man zudem auf Karten ihre Fluchtroute nachvollziehen und verfolgen, wo sie gerade sind, wie weit die Strecke überhaupt ist und wo die beiden Wege sich kreuzen... Ein zu Herzen gehendes Buch über die Flucht aus der Heimat und über Angst, Abschied, Gefahr, Hoffnung und Neuanfang. Durch dieses Buch kann man sehr gut verstehen, was Flüchtlinge alles durchgemacht haben müssen - in ihrer Heimat, aber auch auf dem weiten Weg, den sie zurückgelegt haben. Wenn man sich überlegt, dass selbst noch die eigenen Großeltern, Vertriebene und Flüchtlinge waren, es in ihrer Heimat, auf der Flucht und dann in ihrer neuen Heimat sehr schwer hatten und auch heutzutage Millionen Menschen auf der Flucht sind, dann kann dieses Buch seinen Beitrag leisten, die Augen zu öffnen und Verständnis und Offenheit zu vermitteln. Ein großartiges, kluges Buch! Bestens geeignet als Schullektüre oder zum einfach so Wegschmökern, auf jeden Fall zum Horizonterweitern!

Aufbruch ins Ungewisse

A. Crespo, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Zwei Jugendliche auf der Flucht. Aus unterschiedlichen Gründen brechen sie auf und verlassen ihre Heimat, mit Hoffnung im Herzen. Doch Angst ist ihnen nicht fremd. Denn ihre Familen werden von den Taliban bedroht. Was wird auf ihrer langen Reise nach Deutschland passieren? Werden sie es schaffen? Dirk Reinhardt gelingt es, die Erfahrungen von Soraya und Tarek sehr lebendig wiederzuspiegeln. Es ist ein sehr aktuelles und schwieriges Thema. Trotz dessen schafft der Autor dieses mit beeindruckend mitreisender, berührender Art zu erzählen und für Jugendliche verständlich zu machen. Ein Buch, das die Augen ein wenig öffnet. Dringende Leseempfehlung!!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
10 Bewertungen
Übersicht
9
1
0
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 23.07.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Soraya und Tarek, zwei Jugendliche aus Afghanistan, begeben sich auf den beschwerlichen Weg nach Deutschland. Beide haben sie unterschiedliche Beweggründe. Aber ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie keine Perspektive für ihr weiteres Leben in ihrer Heimat sehen. Im Gegenteil: Ihr Streben nach Individualität könnte ihnen sogar zum Ver... Soraya und Tarek, zwei Jugendliche aus Afghanistan, begeben sich auf den beschwerlichen Weg nach Deutschland. Beide haben sie unterschiedliche Beweggründe. Aber ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie keine Perspektive für ihr weiteres Leben in ihrer Heimat sehen. Im Gegenteil: Ihr Streben nach Individualität könnte ihnen sogar zum Verhängnis werden. Der Roman erzählt intensiv vom kargen Leben in den afghanischen Bergen, der entbehrungsreichen Flucht und dem Neuanfang beider in Deutschland. Ab 14 Jahren

Sehr aktuelles Jugendbuch
von einer Kundin/einem Kunden aus Glauchau am 14.02.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

„...Die Amerikaner hassen uns, weil wir nicht in Häusern leben und sie uns deshalb nicht kontrollieren können. Die Taliban hassen uns, weil wir unsere Frauen nicht verschleiern und die Gebetszeiten nicht einhalten..“ Soraya lebt in einem kleinen Dorf in den Bergen Afghanistans. Sie gehört zum Volk der Paschtunen. Als siebtes ... „...Die Amerikaner hassen uns, weil wir nicht in Häusern leben und sie uns deshalb nicht kontrollieren können. Die Taliban hassen uns, weil wir unsere Frauen nicht verschleiern und die Gebetszeiten nicht einhalten..“ Soraya lebt in einem kleinen Dorf in den Bergen Afghanistans. Sie gehört zum Volk der Paschtunen. Als siebtes Mädchen ihrer Eltern ist sie, einer alten Tradition zufolge, als Junge aufgewachsen, weil die Mutter nur Mädchen geboren hat. Sie nennt sich dann Samir. Das brachte ihr gegenüber den Mädchen des Dorfes eine ungeahnte Freiheit und die Möglichkeit, die Schule zu besuchen. Nun wartet sie wie jedes Jahr um diese Zeit auf Tarek. Der Junge gehört zum Nomadenvolk der Kuchi. Nach dem Winter kommen die Nomaden zum Handeln mit ihren Schafen in die Dörfer. Doch Soraya wartet umsonst. Der Autor hat einen spannenden Roman nicht nur für junge Leser geschrieben. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Jeweils ein Kapitel über Sorayas Leben wechselt mit den Erzählungen über Tarek. Anfangs werden ich nicht nur mit dem Leben der beiden, sondern auch mit den politischen Verhältnissen konfrontiert. Das Eingangszitat beschreibt die Situation der Kuchi. Den Dorfbewohner allerdings geht es nicht anders. Mit Beginn der Dämmerung patrouillieren Taliban, um zu kontrollieren, dass die von ihnen aufgestellten Regeln eingehalten werden. Tagsüber müssen die Einwohner damit rechnen, von dem Amerikanern abgeholt und verhört zu werden. Für die Kuchi und ihre Schafherden gibt es ein weiteres Problem. Ashkan, Tareks Bruder, formuliert das so: „...In diesem Land gibt es mehr Minen als Menschen. Und wir Kuchi haben stärker darunter zu leiden als alle anderen...“ Es ist das Jahr der Entscheidungen. Einerseits verlangen die Taliban, dass Soraya ab sofort als Mädchen lebt und das Haus nicht mehr verlässt, andererseits wollen sie demnächst Tarek als Kundschafter und Fährtenleser rekrutieren. Beide Familien fällen die gleiche Entscheidung. Sie schicken ihre Kinder gen Westen. Beide darf ich auf ihren Weg über die Berge und das Meer begleiten. Sie gehören unterschiedlichen Flüchtlingsströmen an und machen deshalb nicht die gleiche Erfahrung. Doch sie finden Menschen, die ihnen zur Seite stehen und weiterhelfen. Sehr detailliert wird der Weg beschrieben. Dabei arbeitet der Autor heraus, dass es bei den Schleusern auch solche und solche gibt. Mancher tut alles, damit die Anvertrauten ihr Ziel erreichen. Andere nehmen das Geld und lassen die Menschen danach in Stich. Auch die Motivation, sich gerade für diesen Job zu entscheiden, wird thematisiert. Als Tarek das erste Mal das Meer sieht, liest sich dass so: „...Er schnupperte in der Luft. Das Wasser riecht nach Salz und nach etwas anderem, seltsam faulig. Tarek kennt den Geruch nicht, er weiß nicht, was er davon halten soll...“ Sehr gut gefallen haben mir die eingestreuten Märchen und Legenden der Kuchi. Außerdem wird schnell klar, das das Leben in Deutschland für die jungen Leute eine große Herausforderung ist. Tarek hat nie eine Schule besucht, das Leben in geschlossenen Räumen ist für ihn ungewohnt. Dafür ist er praktisch begabt und kann sehr gut mit Tieren umgehen. Soraya dagegen macht das Lernen Spaß. Die Geschichte hat mir ausgezeichnet gefallen. Der Autor hat in einer fesselnden Handlung den Bogen geschlagen vom Leben in der Heimat über eine abenteuerliche und gefährliche Flucht bis zur Ankunft in Deutschland. Und er hat dabei geschickt die politischen Ursachen in die Handlung integriert. Ein aussagekräftiges Nachwort und zwei Karten zum Fluchtweg ergänzen die Geschichte. Ich würde mir das Buch als Schullektüre wünschen, denn es kann helfen, Vorurteile zu abzubauen.

Zwei Jugendliche werden von den Taliban bedroht und flüchten aus ihrer Heimat
von einer Kundin/einem Kunden aus Ludwigshafen am 11.02.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Zwei Jugendliche werden von den Taliban bedroht und flüchten aus ihrer Heimat Dieser Roman hat mich regelrecht gepackt . Er war sehr beeindruckend, bewegend, dramatisch, spannend und auch poetisch. Über die Berge und über das Meer Dirk Reinhardt Fester Einband: 272 Seiten Erschienen bei Gerstenberg Verlag, 01.01.2019 IS... Zwei Jugendliche werden von den Taliban bedroht und flüchten aus ihrer Heimat Dieser Roman hat mich regelrecht gepackt . Er war sehr beeindruckend, bewegend, dramatisch, spannend und auch poetisch. Über die Berge und über das Meer Dirk Reinhardt Fester Einband: 272 Seiten Erschienen bei Gerstenberg Verlag, 01.01.2019 ISBN 9783836956765 Genre: Jugendbuch Inhaltsangabe zu "Über die Berge und über das Meer"(übernommen) Jedes Jahr im Frühling kommen die Nomaden auf dem Weg zu ihrem Sommerlager in den afghanischen Bergen in Sorayas Dorf vorbei. Mit ihnen kommt Tarek, der so wunderbare Geschichten zu erzählen weiß. Doch dieses Jahr wartet Soraya vergeblich auf ihn. Als siebte Tochter ist sie einem alten Brauch zufolge als Junge aufgewachsen, konnte sich frei bewegen und zur Schule gehen. Mit vierzehn Jahren hat sie jedoch das Alter erreicht, wo sie schon längst wieder als Mädchen leben sollte, in der Stille des Hauses. Die Taliban drängen unmissverständlich darauf. Auch Tarek haben sie bedroht. Sie erwarten, dass der erfahrene Spurenleser für sie arbeitet. Tarek und Soraya sehen keinen anderen Ausweg: Unabhängig voneinander machen sie sich auf in die Fremde. In den Bergen treffen sie unverhofft aufeinander. Ein atmosphärischer Roman von Abschied und Aufbruch, poetisch und packend zugleich. Meine Meinung: Soraya und Tarek sind beide Patschtunen und leben nahe der pakistanischen Grenze. Soraya in einem Dorf und Tarek gehört zu den Nomaden, die immer im Sommer in die Berge ziehen und kommen an Sorayas Dorf vorbei. Soraya hat sich mit Tarek angefreundet, denn er kann so wunderbare Geschichten erzählen. Sie wartet dieses Jahr vergeblich auf Tarek, (Tarek ist ein Kuchi = wandernde Nomaden) denn die Nomaden wollen dieses Jahr in ein anderes Sommerlager. Die Nomaden leiden unter dem Klimawandel, die Bäche und Flüsse versanden und das Gras verdorrt. Außerdem machen ihnen die vielen Landminen große Probleme. Auch die Dorfgemeinschaften geben den Nomaden nicht mehr gerne von ihrem Wasser ab. Jetzt wird auch noch Tarek von den Taliban, die die Herrschaft über das Land haben, bedroht. Also beschließt die Familie, dass Tarek zu seinem Onkel nach Deutschland reisen soll und zwar mit Hilfe von Schleusern. Auch Soraya, sie ist 14 Jahre alt, hat die ganze Zeit als Junge gelebt, da sie als 7. Mädchen auf die Welt gekommen ist. Die Taliban wollen, dass Soraya jetzt endlich wieder ein Mädchen ist und in der Stille des Hauses aufwächst, was Soraya sehr schwer fällt. Denn als Junge hatte sie alle Freiheiten und durfte zur Schule gehen, als Mädchen ist ihr das verboten. Also beschließt die Familie, dass Soraya zu einem Freund ihres Vaters nach Istanbul/Türkei reisen soll und zwar mit Hilfe von Schleusern. So heißt es für beide Kinder von der Familie Abschied nehmen und sich auf eine abenteuerliche Reise, voller Gefahren zu begeben. Beide Kinder sind bei unterschiedlichen „Reiseveranstaltern“ und nehmen auch andere Routen, aber in den Bergen zur Türkei treffen sie aufeinander. Von den Kindern, d. h. besonders von Tarek wird erwartet, dass er von dem fremden Land aus seine Familie unterstützt. Der Autor Dirk Rheinhardt schreibt u. a. in seinem Nachwort, dass der aus Afghanistan nach Frankreich geflohene Schriftsteller und Filmemacher Atiq Rahimi 2008 sagte: „Afghanistan symbolisiere für ihn den Terror der ganzen Welt. Und es ist vielleicht das verlorenste Land, das es gebe.“ Tatsächlich herrscht dort seit 40 Jahren Krieg, und stets waren es fremde Mächte, die diesem Land diesen Krieg aufzwangen. Bei diesen Worten frage ich mich: „Warum die Bundesrepublik Deutschland Afghanistan als Herkunftssicher eingestuft hat?“ Das ist für mich einfach nicht zu fassen, denn auch heute hört man immer wieder von Anschlägen. Dirk Rheinhardt hat dieses eindrucksvolle Buch sehr gut recherchiert und er hat es sehr spannend geschrieben, sodass die Jugendliche es nicht aus der Hand legen können. Das Buch zeigt wie es in der Realität aussieht, auch wie die Chancen in Deutschland sind. Aber eins lässt sich aus diesem Buch ganz bestimmt mitnehmen: „Ein unbändiger Überlebenswille, spontane Hilfsbereitschaft, echte Freundschaft, Schönheit und auch Poesie. Fazit: Ein sehr beeindruckendes Jugendbuch, das auch unbedingt von Erwachsenen gelesen werden sollte, besonders Politiker. Vielleicht ändert sich ja dann endlich etwas in den Köpfen der Menschen in Bezug auf Flüchtlinge!


  • artikelbild-0