Das Eis-Schloss

Roman

Tarjei Vesaas

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Beschreibung


»Ein literarisches Juwel.« Ulrich Baron in ›Buchjournal‹

Tarjei Vesaas erzählt die Geschichte von zwei elfjährigen Mädchen, Siss und Unn. Unn kommt als Waise zu ihrer Tante und bringt mit ihrer Traurigkeit das Gefüge der ländlichen Gemeinschaft aus dem Gleichgewicht. Siss fühlt sich angezogen und freundet sich mit ihr an – bis Unn plötzlich verschwunden ist. Mit eisklaren Sätzen und ergreifenden poetischen Bildern formt Vesaas eine Studie existenzieller Einsamkeit und der Sehnsucht nach menschlicher Nähe. Ein bezwingendes Sprachkunstwerk von enorm suggestiver Kraft.

Produktdetails

Verkaufsrang 9707
Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 20.10.2021
Verlag dtv
Seitenzahl 200
Maße (L/B) 19/11,5 cm
Originaltitel Is-slottet
Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14818-4

Buchhändler-Empfehlungen

Grandioses Buch über Freundschaft, Bindung und Gemeinschaft

Christopher Schnell, Thalia-Buchhandlung Jena

Wann taut das Eis? Wann werden wir Erwachsen sein? Und bleiben wir für immer Kind? In Norwegen ein Klassiker, bei uns ein Geheimtipp!!! Wunderschön erzählt in klarer Sprache, eindringlich, mitfühlend. Es besitzt so eine Kraft und soviel Liebe! Einfach "Wundervoll".

Katrin Petersohn, Thalia-Buchhandlung Berlin

Großartige Neuübersetzung eines norwegischen Klassikers. Jeder Satz steht fest und stolz, wie ein "weiß bereifter Baum"- märchenhaft wunderschön. Ein guggolzsches Kunstwerk- entdecken Sie einen außergewöhnlichen Verlag!

Kundenbewertungen

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Wunderschön und sehr traurig
von PMelittaM aus Köln am 15.02.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Als Unn neu in den Ort zieht, fühlt sich Siss schnell von ihr angezogen. Die Mädchen freunden sich an, doch dann verschwindet Unn. Der Autor malt wunderschöne Bilder mit seiner poetischen und sehr atmosphärischen Sprache. Es ist klirrendkalt, am Wasserfall hat sich ein Eisschloss gebildet. Es nimmt in der Geschichte eine zent... Als Unn neu in den Ort zieht, fühlt sich Siss schnell von ihr angezogen. Die Mädchen freunden sich an, doch dann verschwindet Unn. Der Autor malt wunderschöne Bilder mit seiner poetischen und sehr atmosphärischen Sprache. Es ist klirrendkalt, am Wasserfall hat sich ein Eisschloss gebildet. Es nimmt in der Geschichte eine zentrale Rolle ein, neben der Suche nach Unn und Siss‘ Trauer um die Freundin, von der keiner weiß, was mit ihr geschehen ist – außer dem Leser. Die Erzählung wird noch lange in mir nachhallen. Der Roman von 1963 ist ein Klassiker, den es sich zu lesen lohnt. Bisher hatte ich von Tarjei Vesass noch nie gehört, ein Versäumnis, das ich nun ändern konnte. Ich empfehle den Roman sehr gerne weiter und vergebe volle Punktzahl.

Ein Buch von zeitloser Schönheit
von einer Kundin/einem Kunden aus Kiel am 16.01.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Eine Stadt in Norwegen, ein Wasserfall, der im Winter zum Eis-Schloss friert und die beiden 11-jährigen Mädchen Siss und Unn, sind die Protagonist!nnen in Tarjei Vesaas Roman. Unn, die ihre Mutter verloren hat, kommt in die Stadt, um nach dem Tod ihrer Mutter, bei ihrer Tante zu leben . Durch ihre Traurigkeit ist sie eine Auß... Eine Stadt in Norwegen, ein Wasserfall, der im Winter zum Eis-Schloss friert und die beiden 11-jährigen Mädchen Siss und Unn, sind die Protagonist!nnen in Tarjei Vesaas Roman. Unn, die ihre Mutter verloren hat, kommt in die Stadt, um nach dem Tod ihrer Mutter, bei ihrer Tante zu leben . Durch ihre Traurigkeit ist sie eine Außenseiterin. Siss, eine robuste 11-jährige und oft die Anführerin ihrer Gruppe, gelingt es schließlich Unn näher zu kommen. Die Mädchen verbringen einen Abend miteinander, an dem Unn ein dunkles Geheimnis andeutet. Am nächsten Tag ist Unn verschwunden und bleibt es auch. Mit Unns Verschwinden erstarrt auch die Welt für Siss. Sie verliert sich fast selbst bei dem Versuch ihre Freundin nicht zu vergessen. Das Eis-Schloss ragt sowohl als Bedrohung, als auch als Metapher über der Geschichte. Es könnte ein Symbol für das an keiner Stelle enthüllte Geheimnis Unns stehen, aber auch für den Übergang von der Kindheit ins Erwachsensein. Beim Lesen kommt man nicht auf die Idee, dass das Buch fast 50 Jahre alt ist. Tarjei Vesaas Sprache ist zeitlos. Er bedient sich keiner Schnörkel und Verzierungen und doch ist der Text voller Poesie. Die Beschreibungen des Eises und der Gefühlswelt Sinns sind eisklar und warm und voller Wärme. Das Eis-Schloss wurde 1964 mit dem Preis des Nordischen Rates ausgezeichnet.

Zum Ausklang noch einmal Norwegen: Atemberaubend schöne Literatur für die kalte Jahreszeit
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 21.11.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

(Lesbarer ist dieser Text, wenn man auf meinen Namen klickt, dann erscheint er mit Absätzen.) Bereits 1993, als dieser Roman aus dem Jahre 1963 in englischer Übersetzung erschien, schrieb Doris Lessing: "Alle Superlative sind abgenutzt, zu oft haben wir sie eingesetzt, um irgendein gutes Buch, das neben anderen nach Aufmerksamk... (Lesbarer ist dieser Text, wenn man auf meinen Namen klickt, dann erscheint er mit Absätzen.) Bereits 1993, als dieser Roman aus dem Jahre 1963 in englischer Übersetzung erschien, schrieb Doris Lessing: "Alle Superlative sind abgenutzt, zu oft haben wir sie eingesetzt, um irgendein gutes Buch, das neben anderen nach Aufmerksamkeit schreit, sichtbar zu machen. 'Einzigartig!' 'Unvergesslich!' 'Außergewöhnlich!' Aber das wird über allen möglichen Mist gesagt." Es dennoch mit den eigenen unzureichenden Worten zu versuchen, ist eigentlich müßig. Doch dieses im kleinen, feinen Guggolz-Verlag erschienene Buch verdient unbedingt Sichtbarkeit. Die eiskalte Schönheit dieses Romans ist fast nicht zu ertragen, und doch wird man davon sofort "wie von Klauen an der Stirn gepackt." Eiskalt und grausam, wie man vom Wissen zum Hoffen, und weiter vom Hoffen zum Wissen gnadenlos in dieses Eis geschickt wird. Dabei bleibt alles durch und durch rätselhaft. Bei aller Grausamkeit erzählt diese Geschichte, wie Doris Lessing vor beinahe 30 Jahren schrieb, vom Zusammenhalt, von der Fürsorge und der Verantwortung füreinander "in einer jener Gemeinden, die es in unserer brutalen, hässlichen Zeit nicht mehr geben könnte." Wieviel brutaler und hässlicher es heutzutage ist. Die zweite Hauptperson im Roman ist einmal mehr die dem Menschen gegenüber so gleichgültige Natur, und sie ist alles andere als still. Es ist die Beschreibung einer umwerfenden Naturerscheinung, die sich unerbittlich in den Vordergrund drängt. Ich wünschte nur, dass in den Klappentexten und Rezensionen nicht schon fast der ganze Inhalt verraten würde! Wie viel besser liest sich dieser Text und viele andere Texte ohne allzu ausführliche Inhaltsangaben! Wozu denn bloß? Wie traurig ist es denn, die anderen Leser ihre Entdeckungen nicht selbst machen zu lassen? Auf die Übersetzungen von Hinrich Schmidt-Henkel ist wie immer Verlass, er fängt den poetischen, seltsamen, fremden und fast traumartigen Ton wunderbar ein. "Der wilde Vogel mit den Stahlklauen zog einen Schrägstrich zwischen zwei Bergesgipfeln, er brauchte keine Zeit dazu. Er ließ sich nicht nieder, stieg wieder auf und schnitt weiter seine Bahn. ... Sein Auge sandte geradezu Glassplitter und Blitze durch die Frostluft, und sie sahen alles." "Der feuchte Wind im Winterdunkel kann den Menschen zum Leuchten bringen." "Es schneit ohne Unterlass/ auf stille Brücken/ Brücken, von denen niemand weiß." "Befreit wird man nicht dank eines einzigen guten Wortes." "Ein Fels steht im fließenden Wasser. Er steht da wie eine still in die Luft erhobene Axt und zerteilt die Zeiten für uns, damit wir rasch genug vorankommen. Wir werden erwartet." Ich schließe mich Doris Lessing an, die 1993 bei Erscheinen der englischen Übersetzung (30 Jahre nach dem Original) über diesen atemberaubenden Roman schrieb: "So feinsinnig. So stark. So anders als alle anderen. Er ist einzigartig. Er ist unvergesslich. Er ist außergewöhnlich." Mehr Menschlichkeit wäre auch heute noch schön.


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