Der Überläufer

Hamburger Ausgabe Bd. 2

Siegfried Lenz

(12)
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Beschreibung


Seinem zweiten Roman gibt Siegfried Lenz im Sommer 1951 zunächst den Titel … da gibt’s ein Wiedersehen. Er schickt das fertige Manuskript an den Verlag Hoffmann und Campe, der bereits sein Romandebut veröffentlicht hatte. Dort rät man zur gründlichen Überarbeitung. Der Autor versucht, den vagen Hinweisen des Verlags zu folgen, die nur ein Ziel haben: ihn zu bewegen, einen ganz anderen Roman zu schreiben. Das aber will Lenz nicht und er tut es auch nicht.

Erhalten geblieben ist das Manuskript seines Kriegsromans Der Überläufer gleichwohl. Erst im Nachlass wird der Roman entdeckt und 2016, zwei Jahre nach dem Tod des Autors und mit 65 Jahren Verspätung, veröffentlicht. Bei Hoffmann und Campe. Als er erscheint, erlebt er einen überragenden Presse- und Publikumserfolg. Das Feuilleton ist sich einig: Wäre der Roman 1952 erschienen, hätte er zu den großen Nachkriegsromanen gehört.

Band 2 der kommentierten Ausgabe der Werke von Siegfried Lenz dokumentiert erstmals den Entstehungsprozess, die wesentlichen Überarbeitungsschritte sowie die Gründe des Verlags, die zur Ablehnung des Manuskripts und zu seinem Verschwinden über Jahrzehnte führten.

 

»Über 60 Jahre nach seiner Entstehung überrascht ein großartiges Buch die literarische Öffentlichkeit.«

Siegfried Lenz, 1926 im ostpreußischen Lyck geboren, gestorben 2014 in Hamburg, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Seit seinem Debütroman Es waren Habichte in der Luft von 1951 veröffentlichte er alle seine Romane, Erzählungen, Essays und Bühnenwerke im Hoffmann und Campe Verlag. Mit den masurischen Geschichten So zärtlich war Suleyken hatte er 1955 seinen ersten großen Erfolg. Sein Werk ist geprägt von der Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Problemen (z.B. Der Mann im Strom, 1957, oder Brot und Spiele, 1959) und mit dem Nationalssozialismus bzw. seiner Aufarbeitung. Zu Lenz' größtem Erfolg wurde der 1968 erschienene Roman Deutschstunde. Bis heute ist die Geschichte eines Polizisten, der im Nationalsozialismus das Malverbot seines Freundes überwacht, eine bestechende Entlarvung eines pervertierten Pflichtgefühls. Das Buch wurde verfilmt, avancierte zur Pflichtlektüre an Schulen und war international ein großer Erfolg. Der Deutschstunde folgten viele weitere große Romane (Das Vorbild, 1973, Heimatmuseum, 1978, Der Verlust, 1981, Exerzierplatz, 1985, Die Auflehnung, 1994, Landesbühne, 2009), welche Siegfried Lenz neben Schriftstellern wie Heinrich Böll, Günter Grass oder Martin Walser zu einem der wichtigsten deutschen Gegenwartsautoren machte. Sein zweiter Roman Der Überläufer erschien postum im Jahr 2016 und wurde ein großer Erfolg. Für seine Bücher wurde er mit zahlreichen bedeutenden Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, den Gerhart-Hauptmann-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2009..
Heinrich Detering, geboren 1959, lehrt Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Göttingen. Bei Hoffmann und Campe veröffentlichte er zuletzt Planetenwellen, ausgewählte Gedichte und Prosatexte von Bob Dylan, sowie eine kommentierte Neuausgabe von Dylans Tarantel.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 05.01.2022
Herausgeber Günter Berg, Heinrich Detering
Verlag Hoffmann und Campe
Seitenzahl 544
Maße (L/B) 20/12,5 cm
Auflage 1
Reihe Siegfried Lenz Hamburger Ausgabe
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-455-40592-7

Buchhändler-Empfehlungen

Denise Winter, Thalia-Buchhandlung Delmenhorst

Ein spät entdecktes Meisterwerk eines der größten deutschen Literaten über das Schicksal eines einfachen Soldaten an der Ostfront und die Frage, wie man mit seiner persönlichen Schuld weiterleben kann.

Gina van Noppen, Thalia-Buchhandlung Köln

Unbedingt lesen! Ein Roman, der im letzten Kriegssommer spielt und einige Fragen bei dem Protagonisten und auch beim Leser aufwirft. Sprachlich und inhaltlich sehr empfehlenswert!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
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Lesenswerte und beeindruckende Lektüre
von einer Kundin/einem Kunden aus Dresden am 09.05.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Mich hat besonders die Sprachgewaltigkeit von Siegfried Lenz beeindruckt, die man auf diesem Niveau nicht allzu häufig findet. Demnächst schaue ich mir noch die Verfilmung an.

von einer Kundin/einem Kunden aus Münster am 15.09.2016
Bewertet: anderes Format

Sprachlich und inhaltlich eine absolut tolle "Neu"-Erscheinung. Gut, dass dieses Manuskript wieder aufgetaucht ist!

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