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Der Stechlin

Roman

Fischer Klassik Band 90115

Theodor Fontane

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Beschreibung

»Alles still hier«. Harmlos scheint das kleine Dorf, wo alles Stechlin heißt, See, Dorf, Wald und Herrenhaus samt Adelsfamilie. Aber wenn irgendwo in der Welt etwas passiert, reagiert der abgeschiedene See auf unerklärliche Weise mit einer Wasserfontäne. Und die Bewohner, konservativ bis auf die Knochen, können nicht verhindern, dass die sich ändernde Welt auch zu ihnen vordringt …

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.

Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Theodor Fontane, am 30. Dezember 1819 in Neuruppin/Brandenburg geboren, war beinahe 60 Jahre alt, als sein Romanschaffen mit dem historischen Roman »Vor dem Sturm« 1878 einsetzte. Der Weg dorthin war lang und führte Fontane vom Apothekerberuf über journalistische Tätigkeiten schließlich zu seinen großen realistischen Zeit- und Gesellschaftsromanen. Fontane starb am 20. September 1898 in Berlin.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 429
Erscheinungsdatum 01.11.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-90115-9
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19/12,6/3,2 cm
Gewicht 472 g
Auflage 1. Auflage

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Ein Klassiker des Realismus

Maren Oberwelland, Thalia-Buchhandlung

Theodor Fontane begann seine Arbeit an dem realistischen Roman „Der Stechlin“ Ende 1895 nach der Veröffentlichung von „Effi Briest“. Nach einem Vorabdruck in einer Zeitung 1987 erschien die Buchausgabe des Stechlin nach einer umfassenden Überarbeitung schließlich im Jahr 1899. „Zum Schluss stirbt ein Alter, und zwei Junge heiraten sich; - das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht.“ Das ist es, was Theodor Fontane selbst über seinen erstaunlich handlungsarmen Roman sagt. Dominiert wird der Roman durch Gespräche, die die Charaktere bildreich charakterisieren. Darüber hinaus ist das ‚Sprechen‘ ein wichtiges Merkmal realistischen Erzählens; genauso wie die Tatsache, dass Fontane in „Der Stechlin“ eine Abbildung der gesellschaftlich-politischen Gegenwart schafft. Fontanes Werk kann also durchaus der Epoche des Realismus zugeordnet werden. Die Werke des Realismus sind als ästhetische Experimente zu begreifen, in denen die vordergründige Übereinstimmung mit der Wirklichkeit durch eine hochartifizielle Verfahrensweise erzeugt wird, die gerade auch die realistischen Romane primär als Kunst und damit als Fortführung der Romantik ausweist. „Der Stechlin“ ist somit keinesfalls eine bloße Widerspiegelung der sozialen Wirklichkeit, sondern geht weit darüber hinaus.

Kundenbewertungen

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Sie sehnen sich nach schöner Sprache?
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 23.06.2014
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Fontane, Der Stechlin, kann ich immer wieder lesen. Dieser Roman gefällt mir jedes Mal! Wenn ich das Bedürfnis nach schöner deutscher Sprache habe, finde ich bei Fontane immer das Richtige. Es stimmt, in diesem Buch passiert nicht allzuviel, aber, wie der Autor selber sagte: "Es heiraten zwei Junge und ein Alter stirbt." Was wil... Fontane, Der Stechlin, kann ich immer wieder lesen. Dieser Roman gefällt mir jedes Mal! Wenn ich das Bedürfnis nach schöner deutscher Sprache habe, finde ich bei Fontane immer das Richtige. Es stimmt, in diesem Buch passiert nicht allzuviel, aber, wie der Autor selber sagte: "Es heiraten zwei Junge und ein Alter stirbt." Was will ich mehr?

Ruppin
von Polar aus Aachen am 04.10.2008
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Ein Roman, von dem der Autor selber sagt, es geschehe in ihm nicht viel: zum Schluss sterbe einer und zwei Junge heiraten, der trotzdem einen festen Platz im deutschen Literaturkanon innehat, muss auf eine andere Weise Faszination versprühen. Es wird viel geredet im Stechlin. Die Menschen verschaffen sich ein Bild von sich und i... Ein Roman, von dem der Autor selber sagt, es geschehe in ihm nicht viel: zum Schluss sterbe einer und zwei Junge heiraten, der trotzdem einen festen Platz im deutschen Literaturkanon innehat, muss auf eine andere Weise Faszination versprühen. Es wird viel geredet im Stechlin. Die Menschen verschaffen sich ein Bild von sich und ihrem Land, indem sie darüber sprechen müssen, sich gegenseitig versichern. Fehler, Schwächen, werden dabei nicht radikal ins Scheinwerferlich gezerrt. Sie werden angemerkt, blossgelegt, aufgedeckt, erkannt, wenn nicht gar die Lösung debattiert. In Dubslav von Stechlins Welt kommt es nicht zum Umsturz, sie schwindet dahin. Natürlich ist man da nicht vor Fehlern in der Liebe geschützt, von falschen Entscheidungen frei, Freunde, die einem Böses wollen, laufen einem ohnehin über den Weg. Das Gefühl, dass mit einem selbst eine Welt untergeht, wächst bei Menschen, je älter sie werden. Auch der alte Stechlin nimmt sie mit sich mit. Dieser Ton prägt einen von Fontanes besten Romanen. Wer sich heute über die Krise der Sozialdemokratie mokiert, findet hier die genaue Beschreibung ihres Entstehens, ohne sie zu glorifizieren. Die Welt ist beschaulich am Stechlin. Sie wird in den Jahrzehnten danach hektisch, unübersichtlicher, schneller, umstürzlicher werden. Eine Faszination, die von dem Roman ausgeht, besteht sicher darin, noch einmal in sie abtauchen zu dürfen, sich Fontanes Sprache anzuvertrauen und sich zu wundern, was alles mit dem alten Stechlin untergegangen ist.


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