Adas Raum

Sharon Dodua Otoo

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Beschreibung

Das erste Hörbuch der Bachmann-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo: "Adas Raum" verwebt die Lebensgeschichten vieler Frauen zu einer Reise durch die Jahrhunderte und über Kontinente. Ein überraschender Roman, der davon erzählt, was es bedeutet, Frau zu sein.

Ada erlebt die Ankunft der Portugiesen an der Goldküste des Landes, das einmal Ghana werden wird. Jahrhunderte später wird sie für sich und ihr Baby eine Wohnung in Berlin suchen. In einem Ausstellungskatalog fällt ihr Blick auf ein goldenes Armband, das sie durch die Zeiten und Wandlungen begleitet hat. Ada ist viele Frauen, sie lebt viele Leben. Sie erlebt das Elend, aber auch das Glück, Frau zu sein, sie ist Opfer, leistet Widerstand und kämpft für ihre Unabhängigkeit. Sharon Dodua Otoos Mut und ihre Lust zu erzählen, ihre Neugier, die Vergangenheit und die Gegenwart zu verstehen, machen atemlos.

Produktdetails

Verkaufsrang 1557
Abo-Fähigkeit Ja
Family Sharing Ja i
Medium MP3
Sprecher Sharon Dodua Otoo, Dela Dabulamanzi
Spieldauer 525 Minuten
Erscheinungsdatum 28.05.2021
Verlag Argon Digital
Format & Qualität MP3, 525 Minuten, 434.96 MB
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Sprache Deutsch
EAN 9783732456451

Buchhändler-Empfehlungen

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach

Vom Feuilleton gefeiert, von Denis Scheck und Ijoma Mangold verehrt! Ein wirklich ungewöhnliches, vielschichtiges, irritierendes, komplexes und anspruchsvolles Buch, das den Leser fordert.

Bettina Krauß, Thalia-Buchhandlung Neuwied

Ein absolut eigenwilliges und ungewöhnliches Buch. Hier ist konzentriertes Lesen für inhaltlich schwere Kost gefragt. Die Grenzen zwischen Zeit und Ort verschwimmen und machen etwas Größerem Platz, das viel Raum benötigt. Faszinierend toll!

Kundenbewertungen

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Im Kaleidoskop der Identität(en)
von BjoernAndBooks aus Hildesheim am 08.04.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ada ist stark – in jeder Hinsicht und in jedem Leben, das Sharon Dodua Otoo ihren Adas angedeihen lässt. Denn sie ist keine singuläre Protagonistin, sondern vielmehr ein Prinzip, das sich durch die Identitäten der verschiedenen Adas über die Jahrhunderte verkörpert. Im 15. Jahrhundert in Ghana, im 19. in London und im Jahr 1945 ... Ada ist stark – in jeder Hinsicht und in jedem Leben, das Sharon Dodua Otoo ihren Adas angedeihen lässt. Denn sie ist keine singuläre Protagonistin, sondern vielmehr ein Prinzip, das sich durch die Identitäten der verschiedenen Adas über die Jahrhunderte verkörpert. Im 15. Jahrhundert in Ghana, im 19. in London und im Jahr 1945 im KZ Mittelbau-Dora werden wir Zeuge, wie Ada ihr jeweils individuelles Schicksal Teil eines Geflechts werden lässt, dass das Prinzip Ada durch die von Otoo als Schleifen betitelten Realitäten trägt. Im Jahr 2019 angekommen kulminieren die Erfahrungsschätze in einer Ada, die in Berlin versucht, eine Wohnung zu finden, und dabei mit allen Sujets aus Gegenwart und Vergangenheit konfrontiert wird: Es geht um Rassismus, um ihre Rolle als Frau, um Identitäten und Identitätslosigkeit, um Heimat und Fremde, Familie und Freundschaft. Und es geht um die Liebe zu den Männern in ihren Leben. Otoo bricht mit sämtlichen etablierten Lesegewohnheiten und das auf fulminante Art: Sie fragmentiert die Linearität der erzählten Zeit, verwebt die einzelnen Stränge zu einem wurzelartigen Gebilde und versprüht dabei so viel Power und Leidenschaft, dass der Leser*in positiv schwindlig wird. Nicht nur, dass sie ihre Protagonistin in mehreren Entitäten und Persönlichkeiten auftreten lässt und diese immer wieder zusammenführt und trennt. Gleichzeitig führt sie eine Art spirituellen Begleiter ein – mal Reisigbesen, mal Türklopfer oder eben der titelgebende Raum im Konzentrationslager -, der mit Gott – mal weiblich, mal klischeemäßig als „alter weißer Mann“, zumeist berlinernd – konferiert und auf Adas schicksalshaften Wegen begleitet. Die Sprachgewalt und die Wucht der beschriebenen Bilder sind in ihrer Ausformung wahrlich einzigartig. Otoo gibt der Leser*in die Möglichkeit, jede Ada einzeln lieben zu lernen, sie ins Herz zu schließen, dabei vor den Ungerechtigkeiten der Welt beschützen wollend. Das Bild des Perlenarmbands als Symbol, das sich durch die Jahrhunderte fortschreibt, fungiert als Kitt zwischen den Schleifen und zwischen den Adas und ikonisiert gleichzeitig mit seinen Referenzen zu den Anfängen des Kolonialismus. Eine einzelne Rezension und einmaliges Lesen erfassen nicht im Ansatz, was Sharon Dodua Otoo dem Lesenden auf den Weg mitgibt. Sie liebt, sie hasst, sie verurteilt, sie beurteilt, ist sachlich-nüchtern, dann wieder forsch und fordernd und all das mit einer gehörigen Portion Charme, unfassbarer Intelligenz und einer wahnsinnigen Freude am Leben. Das überträgt sich voll und ganz. Ich möchte mehr!

Sharon Dodua Otoo - Adas Raum
von Miss.mesmerized am 31.03.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ist das Leben nur auf ein einziges Dasein beschränkt oder lebt von einem selbst auch immer etwas in den nachfolgenden Generationen weiter? Ist mit dem Tod der ersten Ada im 15. Jahrhundert schon alles besiegelt? Mitnichten, es folgen weitere Adas, die als mutige Frauen ihren Weg gehen und von Afrika über das viktorianische Engla... Ist das Leben nur auf ein einziges Dasein beschränkt oder lebt von einem selbst auch immer etwas in den nachfolgenden Generationen weiter? Ist mit dem Tod der ersten Ada im 15. Jahrhundert schon alles besiegelt? Mitnichten, es folgen weitere Adas, die als mutige Frauen ihren Weg gehen und von Afrika über das viktorianische England bis in ein KZ und das Berlin der Gegenwart kommen und dort auch immer etwas von dem finden, was einst in ihnen angelegt wurde. All ihnen ist gemein, dass sie für ihre Unabhängigkeit kämpfen, sich nicht von Männern einfach unterwerfen lassen und auch als Opfer brutaler Gewalt noch eine gewisse Haltung zu bewahren vermögen. Sharon Dodua Otoos Debütroman war nach dem Gewinn den Ingeborg-Bachmann-Preises mit hohen Erwartungen versehen. Als Autorin, die nicht in Deutschland bzw. mit der deutschen Sprache aufgewachsen ist, war dies ein viel beachtetes Novum. Seit nunmehr 15 Jahren lebt sie in Berlin und engagiert sich auch politisch, insbesondere für Themen wie Feminismus und Rassismus, die beide auch eine ganz wesentliche Rolle in ihrem Roman „Adas Raum“ spielen. In der Konstruktion gewagt, überschreitet sie nicht nur Raum- und Zeitgrenzen, sondern erweckt auch die dingliche Welt zum Leben und diese darf von dem berichten, was sie beobachtet und die Menschen nicht auszusprechen wagen. Im Zentrum stehen jedoch die vier Frauen, die erste wird als Sklavin in Afrika zum Opfer des weißen Kolonialismus. Ada Lovelace wiederum erlebt den verachtenden Blick ihres Liebhabers, der ihre mathematischen Gedanken nicht zu würdigen weiß. Die Prostituierte Jüdin Ada kämpft im KZ ums Überleben und erlebt so aufgrund ihrer Religion die Einordnung als Mensch zweiter (oder dritter oder eher vierter) Klasse. Auch das Berlin der Gegenwart hält für die schwangere Ada zweifelhafte Blicke und wenig verschleierten Rassismus bereit. Verschiedene Formen von Diskriminierung ziehen sich durch den Roman und die Geschichten der Frauen. In Schleifen werden die Ereignisse erzählt, was literarisch anspruchsvoll und durchaus herausfordernd ist. Ein ambitioniertes Konzept, das zwar insgesamt aufgeht, aber gepaart mit erzählendem Besen und KZ-Zimmer war mir das Ganze etwas zu gekünstelt und eigenwillig. Das fraglos relevante Thema verliert sich so in der Form, was schade ist, denn dafür ist es zu aktuell und bedeutsam.

Erzählkunst in neuer Dimension
von Lesendes Federvieh aus München am 22.03.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Sharon Dodua Otoo ist mit ihrem Debüt eine literarisch ganz spezielle, außergewöhnliche Lektüre gelungen. Nach den ersten Seiten war ich mir nicht sicher, ob mir dieser Stil gefallen würde. Doch ohne es gleich zu bemerken, war ich von dieser Art des Erzählens doch gepackt. "Adas Raum" ist ein Buch, das man nicht so leicht ko... Sharon Dodua Otoo ist mit ihrem Debüt eine literarisch ganz spezielle, außergewöhnliche Lektüre gelungen. Nach den ersten Seiten war ich mir nicht sicher, ob mir dieser Stil gefallen würde. Doch ohne es gleich zu bemerken, war ich von dieser Art des Erzählens doch gepackt. "Adas Raum" ist ein Buch, das man nicht so leicht konsumieren kann, man muss sich Zeit nehmen, um alle Feinheiten dieser Geschichte zu entdecken. Es ist eine mitreißende, intelligente, bewegende und in einigen Passagen humorvolle, jedoch auch rätselhafte Erzählung. Sie besteht aus unterschiedlichen Teilen, die gekonnt miteinander verbunden sind. Die ersten Schleifen spielen an drei Orten in der Vergangenheit, die zusammen in einer Person, Ada, vereint sind. Es sind Zeiten großer Umbrüche in der Geschichte: Kolonialismus, Industrialisierung und Nationalsozialismus. In den nächsten Schleifen, die in der Gegenwart spielen, erlebt man mit Ada, wie Diskriminierung immer noch funktioniert und was es bedeutet im Heute eine Frau zu sein. Generell geht es im Buch um die Beziehung zwischen Menschen und der Gesellschaft, es geht um Frauen in verschiedenen Epochen, um Frauen, die gegen heftige Widerstände kämpfen müssen, sowohl in der Vergangenheit als auch in unserer heutigen Zeit. Und um Rassismus, der bis jetzt leider immer noch präsent ist. Aus all diesen wichtigen und spannenden Themen formt die Autorin mit modernen, unkonventionellen und vielschichtigen Bausteinen Räume, die in ihrer Gesamtheit ein für mich beeindruckendes Leseerlebnis bieten. So lässt sie Gegenstände als Erzähler auftreten, ein Besen aus Palmwedel in Afrika, ein Löwenkopftürklopfer in England, ein Raum im KZ und schließlich in Berlin als britischer Reisepass. Alles Dinge, die sehr mitteilsam sind, die ihre Meinung und Gedanken ohne Umschweife formulieren. Sprachgewaltig, einfallsreich und faszinierend geschrieben, gibt es somit immer wieder Neues zu entdecken, sei es auf sprachlicher Ebene oder im Aufbau des Buches. Dieses Buch war nach der letzten Seite für mich nicht zu Ende, denn es bleibt noch lange im Gedächtnis haften und bietet viel Stoff, um über unsere Gesellschaft im Allgemeinen zu diskutieren. Wer Freude an spielerischer und experimenteller Fabulierkunst verspürt, dem lege ich "Adas Raum" ans Herz.

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