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Fünf Freunde und der Hexenring / Fünf Freunde Bd.53

Band 53

Fünf Freunde Band 53

Enid Blyton

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Beschreibung


Die Kultserie geht weiter

Hexen? Darüber können die fünf Freunde eigentlich nur lachen. Doch in dem kleinen Bergdorf, wo Julian, Richard, Anne und Georg ihre Ferien verbringen, munkelt man, dass sie genau hier ihr Unwesen treiben. Obwohl die Freunde tatsächlich einige merkwürdige Entdeckungen machen und auch noch eine fliegende Gestalt am Horizont beobachten können, lassen sie sich nicht beirren. Und schon bald stoßen sie im Wald auf eine Verbrecherbande, die rein gar nichts Übersinnliches an sich hat.

• Ein Hauch Mystery sorgt für zusätzliche Spannung

• Die 5 Helden haben bis heute nichts von ihrem Charme verloren

Ausstattung: Mit s/w Illustrationen

Enid Blyton, 1897 in London geboren, begann im Alter von 14 Jahren, Gedichte zu schreiben. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1968 verfasste sie über 700 Bücher und mehr als 3.000 Kurzgeschichten, die in über 40 Sprachen übersetzt wurden. Bis heute gehört Enid Blyton zu den meistgelesenen Kinderbuchautoren der Welt und mit den »Fünf Freunden« hat sie die bekanntesten Helden aller Zeiten geschaffen.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 141
Altersempfehlung 10 - 99
Erscheinungsdatum 27.02.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-570-13171-8
Reihe Einzelbände 53
Verlag Cbj
Maße (L/B/H) 22,1/14,1/1,7 cm
Gewicht 264 g
Abbildungen mit Illustrationen von Silvia Christoph. 22 cm
Illustrator Silvia Christoph
Verkaufsrang 141187

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  • Ab in die Berge!

    »Oh je, was mach ich nur mit euch beiden?«, sagte Tante Fanny und legte besorgt die Stirn in Falten. Sie saß auf Georgs Bettkante, ihre Hand ruhte auf der Stirn ihrer Tochter. »Du hast immer noch Fieber und dein Husten gefällt mir gar nicht.«
    Im Bett gegenüber lag Georgs Cousine Anne. Sie hatte der grippale Infekt nicht ganz so schlimm erwischt wie Georg, aber auch sie fühlte sich noch schlapp und musste immerzu husten.
    Die Mädchen waren vor einigen Tagen aus dem Internat gekommen, um die Ferien bei Georgs Eltern im Felsenhaus an der Küste zu verbringen. Ein paar Tage später sollten auch Annes Brüder Richard und Julius zu ihnen stoßen. Sie wurden wegen eines Schuljubiläums erst etwas später in die Ferien entlassen. Doch gleich am ersten Morgen hatten die Mädchen über Gliederschmerzen geklagt und wenig später musste Georgs Mutter sie beide mit Fieber ins Bett stecken.
    »Mama, mir ist so warm«, jammerte Georg. »Ich würde so gern rausgehen an die frische Luft.«
    Aber Tante Fanny schüttelte entschieden den
    Kopf. »Nein, mein Mädchen, das ist keine gute Idee. Ich weiß, wie sehr es dich hinauszieht in die Natur, aber es weht ein frischer Wind und das raue Meeresklima ist nicht gut für eure angegriffene Gesundheit.«
    Anne stützte sich im Bett auf. »Aber ich dachte immer, frische Seeluft ist gesund für die Lungen.«
    Tante Fanny seufzte. »An und für sich ja, aber wenn man bereits krank ist, dann belastet das raue Klima die Atemwege. Ihr bleibt also besser im Bett, bis das Fieber wirklich weg ist. Ich mache euch noch eine heiße Zitrone, ja?«
    Aber Georg wehrte ab. »Nein, für mich bitte nicht, das brennt zu sehr im Hals.«
    Tante Fanny legte den Kopf schief. »Dann heiße Milch mit Honig?«
    Georg griff sich an den Hals und tat so, als müsste sie würgen. »Uah! Ich hasse heiße Milch mit Honig.«
    Ihre Mutter hob die Arme zu einer hilflosen Geste. »Bleibt nur Kamillentee. Für dich auch, Anne?«
    Anne nickte und ließ sich zurück in die Kissen sinken. »Gern.«
    Kaum hatte Tante Fanny das Zimmer verlassen, da schlüpfte Georgs Hund Tim durch den Türspalt, um nach den beiden Patientinnen zu sehen. Schwanzwedelnd huschte er zwischen den Betten hin und her und versuchte, den Mädchen über die Gesichter zu schlecken.
    Lachend wehrte Anne ihn ab und schob ihn behutsam fort. »Hunde haben wirklich besondere Antennen dafür, ob es einem schlecht geht.«
    »Ja«, sagte Georg. »Tim mag es gar nicht, wenn man krank ist. Dann wird er selbst ganz krank … vor Sorge.« Sie nahm ein Wasserglas vom Nachttisch und trank gierig. Aber der Durst wollte nicht nachlassen, egal wie viele Gläser sie auch leerte.
    Zum Abendessen durften die Mädchen das Bett verlassen, doch sie aßen nur mit wenig Appetit.
    »Trinkt wenigstens eure Hühnerbrühe«, bat Tante Fanny. »Die gibt euch Kraft und außerdem stärkt sie die Abwehrkräfte.«
    Sehnsüchtig schaute Georg zum Fenster hinaus. Draußen blies immer noch ein kräftiger Wind. »Wenn wir doch wenigstens rausdürften. Hier drinnen wird es langsam zu langweilig.«
    Aber auch Onkel Quentin, Georgs Vater, hielt das für keine gute Idee und mahnte seine Tochter, geduldig zu sein.
    Gedankenverloren rührte er in seiner Teetasse.
    Plötzlich blickte er auf und sagte: »Sag mal, Fanny, was hältst du davon, wenn wir die Mädchen für einige Zeit in die Berge schicken?«
    Tante Fanny zog die Augenbrauen hoch. »Du meinst zu Tante Alberta?«
    »Ja, warum nicht? Das Klima in den Bergen wird für ihre Genesung förderlich sein und Alberta hat sicher nichts gegen ein bisschen Unterhaltung.« Dann wandte er sich an Georg und Anne. »Euch hat es dort doch auch gut gefallen, oder?«
    Die Mädchen nickten eifrig. Sie hatten vor einiger Zeit mit Tante Fanny und Annes Brüdern die Winterferien bei Tante Fannys Großcousine, die sie Tante Alberta nannten, verbracht.
    »Ja, das wäre sehr schön, Tante Alberta einmal zu besuchen, wenn kein Schnee liegt«, antwortete Anne.
    »Aber nur, wenn die Jungen auch mitdürfen«, sagte Georg mit Nachdruck.
    Onkel Quentin hob beschwichtigend die Hände. »Nun mal langsam. Zuerst müssen wir Tante Alberta fragen, ob es ihr überhaupt recht ist und sie Zeit für euch hat.«
    Tante Fanny nahm sich noch etwas Rührei und streute Petersilie darüber. »Ich werde sie nachher anrufen und fragen, was sie davon hält. Bevor ihr fahren könnt, müsst ihr sowieso erst fieberfrei sein. Schließlich soll sie nicht eure Krankenschwester spielen. Und jetzt trinkt bitte eure Brühe.«
    Ohne Appetit schlürften die Mädchen die Brühe und gingen bald darauf brav ins Bett.

    Wie Georg und Anne gehofft hatten, war Tante Alberta ganz angetan von der Idee, dass die Kinder ein paar Tage bei ihr verbringen sollten. Sie fand die Gesellschaft junger Leute sehr erfrischend und wollte auch Richard und Julius gerne bei sich willkommen heißen. Platz genug gab es allemal in dem alten Pfarrhaus, das Tante Alberta in dem kleinen Bergdorf bewohnte.
    Annes Brüder sollten vom Internat aus direkt dorthin fahren, denn es wäre ein erheblicher Umweg gewesen, wenn sie zunächst zum Felsenhaus gereist wären.
    »Freu dich, Tim!«, rief Georg begeistert. »Du triffst deinen alten Freund Cooper wieder!«
    Tim wedelte aufgeregt mit dem Schwanz, als hätte er verstanden, dass es um den kleinen Yorkshireterrier von Tante Alberta ging.
    Und da die Mädchen brav ihre Medizin schluckten, das Bett hüteten und Hühnerbrühe tranken, waren sie am übernächsten Tag so weit wiederhergestellt, dass Tante Fanny sie auf die Reise in die Berge schicken konnte. Onkel Quentin brachte die beiden Patientinnen selbst mit dem Auto zu Tante Alberta.
    Georg und Anne konnten es kaum abwarten, das zweigeschossige Haus mit dem Schieferdach zu erreichen, denn sie mochten Tante Alberta mit ihrer lebensfrohen und unkomplizierten Art sehr.
    »Sieh nur!«, rief Anne, als das Haus endlich in Sichtweite kam. Im Winter war es von einer dicken Schneehaube bedeckt gewesen, doch nun rankten überall Rosen, die bereits die ersten jungen Triebe bildeten, an den Spalieren empor und in dem kleinen Vorgarten blühten die Frühlingsblumen in allen Farben des Regenbogens.
    Tante Alberta stand schon in der Tür und winkte. »Was muss ich da hören, ihr beiden?«, rief sie den Mädchen mit gespielter Strenge entgegen. »Ihr seid krank? Na, dann schnell ins Haus mit euch, die Reise hat euch sicher angestrengt. Drinnen wartet heißer Kakao auf euch.«
    »Kakao?«, rief Georg. »Das ist gut. Ich kann Tee und Hühnerbrühe nämlich nicht mehr sehen!«
    Lachend nahm Tante Alberta die Mädchen in den Arm und schob sie dann sanft ins Haus. Onkel Quentin begrüßte sie mit kräftigem Händedruck und bat ihn, sich bei einem kleinen Imbiss zu stärken, bevor er den Heimweg antrat.
    Die Hunde hatten sich derweil schon begrüßt und tobten nun vor Freude kläffend durch das Haus.
    »Tim!«, rief Georg streng.
    Doch Tante Alberta winkte ab. »Ach, lass den beiden doch ihren Spaß. Die werden schon von selbst wieder ruhig.«
    Georg und Anne mussten zugeben, dass sie von der Reise erschöpfter waren, als sie erwartet hatten. Der Infekt setzte ihnen doch noch mehr zu, als ihnen lieb war, und so zogen sie sich gleich nach dem Essen in ihr Zimmer zurück, um sich auszuruhen. Schließlich wollten sie am nächsten Tag bei Kräften sein, wenn Annes Brüder eintrafen!
    »Geht nur«, sagte Tante Alberta, während sich die Mädchen von Onkel Quentin verabschiedeten und ihm eine gute Heimfahrt wünschten. »Ihr kennt euch ja aus. Ich habe schon alles für euch vorbereitet.«
    Erschöpft ließen sich die Mädchen in das große, bequeme Doppelbett fallen und schliefen schon bald ein. Nur hin und wieder wurde ihr Schlaf von leichten Hustenattacken gestört.

    Am nächsten Morgen erwachten sie ausgeruht und erfrischt. Die Luftveränderung hatte ihnen sogar einen ordentlichen Appetit beschert, sodass sie unter den zufriedenen Blicken von Tante Alberta eine große Portion Rührei mit Tomaten und Speck verputzten.
    Und dann war es Zeit aufzubrechen, um die beiden Jungen von der Bushaltestelle abzuholen.

    Die Luft war herrlich frisch, und die Frühlingssonne schien von einem wolkenlosen Himmel, als die beiden Mädchen und Tante Alberta mit den Hunden den Marktplatz erreichten. Ungeduldig trat Anne von einem Fuß auf den anderen. Sie freute sich so, ihre Brüder wiederzusehen!
    »He, du machst ja Tim und Cooper ganz nervös!«, rief Georg lachend. Die Hunde hatten unruhig zu fiepen begonnen.
    »Quatsch!«, sagte Anne. »Die beiden spüren eben auch, dass Richard und Julius gleich kommen!«
    Da kam endlich der Bus die enge und steile Straße heraufgeschnauft. Richard und Julius standen natürlich bereits an der Tür und winkten aufgeregt.
    »Oh, Mann!«, stöhnte Julius, als er, die Reisetasche geschultert, aus dem Bus sprang.
    Außer den Jungen stiegen nur wenige Leute aus: eine dicke Frau mit einem Korb, ein junges Mädchen und ein dünner Mann mit einer Aktentasche unter dem Arm. Er war offenbar in Gedanken versunken, denn als er den Bus verließ, rempelte er Richard an, schien dies aber noch nicht einmal zu bemerken.
    »Ich dachte schon, der olle Bus verreckt bei den steilen Straßen!«, sagte Julius grinsend. Dann hielt er sich blitzschnell die Hand vor den Mund. Diese Ausdrucksweise würde Tante Alberta sicher nicht mögen!
    Die aber tat so, als hätte sie es gar nicht gehört. Lachend versuchte sie, Annes Brüder zu begrüßen, was nicht so einfach war. Die Hunde sprangen ihnen um die Beine und Anne hielt Julius vor Freude mit einem Klammergriff umschlungen.
    Also klatschte sie in die Hände. »Ihr habt sicher Hunger nach der langen Fahrt. Kommt, meine Haushälterin, Frau Braun, hat extra einen leckeren Eintopf für euch gekocht. Und Schokoladenkuchen gibt es auch.«
    Julius rieb sich grinsend den Bauch. »Eigentlich hatten wir für die Fahrt jede Menge belegte Brote mit.«
    »Also, ich könnte eine Portion vertragen!«, rief Richard.
    Georg und Anne verdrehten die Augen. Das war mal wieder typisch Richard. Er war ein unverbesserlicher Vielfraß!

    Im alten Pfarrhaus angekommen, setzten sich alle an den Tisch und ließen sich den Eintopf schmecken. Den Kuchen allerdings schafften sie nicht mehr.
    Frau Braun zog enttäuscht die Mundwinkel herunter. »Dabei ist er mir heute besonders gut gelungen.«
    Tante Alberta legte ihr beschwichtigend die Hand auf den Arm. »Seien Sie nicht traurig, liebe Frau Braun. Ich bin sicher, der Kuchen wird den Kindern auch später noch schmecken.« Dann zwinkerte sie den Freunden zu.
    »Ich habe eine bessere Idee!«, rief Richard. »Warum machen wir nicht einen kleinen Ausflug? Die Sonne scheint so herrlich, und nachdem wir den halben Tag im Bus gesessen haben, könnte uns ein wenig Bewegung nicht schaden. Würden Sie uns etwas von dem Kuchen einpacken und heißen Tee in unsere Thermoskannen füllen, Frau Braun?«
    »Ja, wir machen ein Picknick!«, rief Georg begeistert.
    Tante Alberta blickte skeptisch in die Runde. »Ich weiß nicht, ob ihr euch da nicht zu viel zumutet. Ihr seid noch nicht wirklich gesund, ihr beiden, und die Luft ist noch frisch.«
    »Wir passen schon auf«, versprach Anne. »Wir können langsam gehen und öfter Pausen machen und rechtzeitig umkehren. Schließlich haben wir schon seit zwei Tagen kein Fieber mehr.«
    Tante Alberta seufzte. »Nun gut. Ich vertraue eurem gesunden Menschenverstand. Ihr werdet sicher Verständnis dafür haben, dass ich euch nicht begleite. Ich möchte nämlich meinen Mittagsschlaf halten. Aber versprecht mir, dass ihr euch nicht übernehmt. Ich möchte nicht, dass mir eure Eltern hinterher Vorwürfe machen.«
    Georg lachte. »Keine Sorge, Tante Alberta.«
    Plötzlich spürte sie, wie ihr ein heftiger Hustenreiz den Hals heraufkroch. Sie nahm sich zusammen, um ihn zu unterdrücken, denn sie wollte nicht, dass Tante Alberta ihre Meinung womöglich doch noch änderte.

    Die Sonne stand hoch oben über den Berggipfeln, als die Kinder sich gut gelaunt auf den Weg machten. Nur Tim schien eingeschnappt zu sein, weil sein Freund Cooper sie nicht begleiten durfte, und trottete zunächst mit hängendem Kopf hinter den Kindern her. Doch als sie den Pfad erreicht hatten, der sie durch den Wald weiter hinauf in die Berge führte, konnte er nicht anders, als aufgeregt zu schnuppern.
    »Seht mal«, rief Georg lachend. »Jetzt liest Tim wieder Zeitung. Na, Timmi, was sagen die neuesten Schlagzeilen?«
    Richard hielt sich die Hände wie einen Trichter an den Mund und rief: »Der Singdrossel wurde ein Kuckucksei ins Nest gelegt! Der Konflikt zwischen Dachs und Fuchs konnte trotz weiterer Verhandlungen noch immer nicht beigelegt werden! Und zum abendlichen Berufsverkehr ist auf den Waldwegen mit starkem Wildwechsel zu rechnen!«
    »Du bist vielleicht ein Spinner!« Anne boxte ihrem Bruder gegen die Schulter und musste so schrecklich lachen, dass sie plötzlich von einer heftigen Hustenattacke geschüttelt wurde.
    Besorgt legte Julius den Arm um seine kleine Schwester. »Geht’s wieder? Oder sollen wir lieber umkehren?«
    Aber Anne winkte tapfer ab. »Auf keinen Fall. Wir sind doch eben erst losgestiefelt.«
    Also setzten sie ihren Weg fort. Ein bisschen langsamer jetzt, denn Anne spürte, dass sie mit ihren Kräften wirklich haushalten musste.
    Schließlich gab der Wald sie wieder frei, und sie erreichten ein Hochplateau, auf dem sich saftige, von Hecken umfriedete Weiden erstreckten.
    »Hier oben grasen ja sogar Kühe!«, rief Anne erstaunt. »Das hätte ich nicht gedacht.«
    »Aber, Anne«, erwiderte Julius. »Natürlich wird hier oben Vieh gehalten. Du siehst doch, wie viel saftiges Gras es hier gibt. Die Bauern treiben die Kühe sogar noch weiter hinauf und da bleiben sie dann den ganzen Sommer.«
    Der Weg schlängelte sich ein gutes Stück zwischen den Weiden hindurch. Am Rande einer lichten Hecke entdeckten die Freunde schließlich eine Sitzgruppe, die aus zwei Bänken und einem Tisch bestand.
    »Lasst uns hier unser Picknick machen«, schlug Georg vor. »Ich gebe zu, dass ich jetzt auch dringend eine Pause brauche. Mein Puls rast wie die Feuerwehr.«
    Richard nahm den Rucksack vom Rücken, in dem sie ihren Proviant verstaut hatten, und Anne breitete das karierte Tischtuch aus, das sie im letzten Augenblick noch mit hineingestopft hatte.
    »Typisch Anne«, kommentierte Richard. »Immer auf einen perfekt gedeckten Tisch bedacht. Selbst bei einem Picknick im Freien.«
    Anne verdrehte die Augen. »Was ist schon dabei? So ist es doch viel netter!«
    Julius tätschelte ihr die Schulter. »Ist schon recht, Anne. Ich esse auch lieber von einem schön gedeckten Tisch.«
    Georg war froh über einen Becher heißen Tee und trank gierig. Sie hätte es den anderen gegenüber niemals zugegeben, aber ihre Kräfte schwanden allmählich und die Knie begannen, jetzt da sie saß, leicht zu zittern. Eigentlich hätte sie etwas sagen müssen, sie hatten es Tante Alberta versprochen und diese hatte ihnen vertraut. Aber es war so ein schöner Ausflug! Wenn sie jetzt ein Weilchen hier saßen, würde sie sicher gleich wieder zu Kräften kommen.
    Der Schokoladenkuchen schmeckte in der Tat herrlich, und besonders Richard langte so ordentlich zu, dass der gesamte Kuchen in null Komma nichts verputzt war. Auch Tim bekam ein kleines Stück ab.
    Richard wäre am liebsten sofort weitergelaufen, um noch ein Stück höher in die Berge zu gelangen. »Was ist, Leute, sollen wir aufbrechen?«, fragte er voller Tatendrang.
    Aber Georg räkelte sich genüsslich. »Ach, lass uns noch ein Weilchen hierbleiben. Es ist doch wunderschön und die Sonne scheint so herrlich.«
    »Aber …«, protestierte Richard. Georg war doch sonst so unternehmungslustig! Doch da hatte Julius ihm schon unsanft auf den Fuß getreten, und
    Richard fiel wieder ein, dass Georg ja krank gewesen war. Bestimmt mochte sie nicht zugeben, dass sie erschöpft war. Das würde ihr jedenfalls ähnlich sehen!
    »Puh!«, machte Anne. »Ich glaube, ich muss mich mal in die Büsche schlagen. Der Tee …« Sie schaute sich suchend um. Das nächste dichtere Gebüsch lag ein gutes Stück weit entfernt.
    »Ich lauf mal eben da rüber«, sagte Anne. Beim abrupten Aufstehen wurde es ihr für einen kurzen Moment schwindelig. Doch das ging sofort wieder vorbei.
    Die anderen sahen ihr nach. Dann war sie im Gebüsch verschwunden. Kurz darauf tauchte sie wieder auf und winkte aufgeregt.
    Weil sie so weit weg war, konnten die anderen kaum verstehen, was sie rief.
    »Ich glaube, sie hat etwas entdeckt«, sagte Richard.