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Fünf Freunde auf hoher See / Fünf Freunde Bd.54

Band 54

Fünf Freunde Band 54

Enid Blyton

(4)
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Beschreibung


Die Kultserie geht weiter

Ein Segeltörn gerät für die fünf Freunde zu einer Reise des Schreckens: Ein Sturm zieht auf, der Kompass spielt verrückt, die Jacht kommt vom Kurs ab. Mit Mühe können sie sich auf eine Insel retten. Doch da geht der Albtraum erst richtig los. Ein Mitglied der Crew verschwindet spurlos und bei ihren Nachforschungen stoßen die Freunde auf eine Mauer des Schweigens. Als sie dann während ihrer Suchaktion auf der Insel eine Silbermine entdecken, kommen sie einem unglaublichen Verbrechen auf die Spur …

• Ein Hauch Mystery sorgt für zusätzliche Spannung

• Die 5 Helden haben bis heute nichts von ihrem Charme verloren

Ausstattung: Mit s/w Illustrationen

Enid Blyton, 1897 in London geboren, begann im Alter von 14 Jahren, Gedichte zu schreiben. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1968 verfasste sie über 700 Bücher und mehr als 3.000 Kurzgeschichten, die in über 40 Sprachen übersetzt wurden. Bis heute gehört Enid Blyton zu den meistgelesenen Kinderbuchautoren der Welt und mit den »Fünf Freunden« hat sie die bekanntesten Helden aller Zeiten geschaffen.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 141
Altersempfehlung 10 - 99
Erscheinungsdatum 27.02.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-570-13172-5
Reihe Einzelbände 54
Verlag Cbj
Maße (L/B/H) 22/14,2/1,9 cm
Gewicht 257 g
Abbildungen mit Illustrationen von Silvia Christoph. 22 cm
Illustrator Silvia Christoph
Verkaufsrang 97566

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Lowey Diana, Thalia-Buchhandlung Muenster

Auch wenn das Buch nicht so gruselig ist, wie es vielleicht der Titel verspricht, ist es dennoch eine tolle Folge der Fünf Freunde und wird die wahren Fans begeistern.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
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von Anna-Maria Beck aus Fulda am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Der Jubiläumsband zum 50. Fall!

von I. Schneider aus Mannheim am 16.03.2016
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Fünf Freunde, das sind Julian, Dick und Anne, George und Timmy, der Hund, sehr bekannt durch das Aufklären ihrer aufregenden Fälle! Spannung bis zur letzten Seite!

Auf hoher See
von Nicole aus Nürnberg am 11.03.2015
Bewertet: Medium: H?rbuch-Download

Meine Meinung zum Hörbuch: Fünf Freunde auf hoher See Inhaltsangabe in meinen Worten! Auf einmal sind die 5 Geschwister auf hoher See, und nichts läuft so, wie es geplant war. Doch warum? Auf dieser Spur sind die Kinder. Dann zum Schrecken aller verschwindet der Vater von Paul Wie finde ich die Erzähler Stimme? Einfach ... Meine Meinung zum Hörbuch: Fünf Freunde auf hoher See Inhaltsangabe in meinen Worten! Auf einmal sind die 5 Geschwister auf hoher See, und nichts läuft so, wie es geplant war. Doch warum? Auf dieser Spur sind die Kinder. Dann zum Schrecken aller verschwindet der Vater von Paul Wie finde ich die Erzähler Stimme? Einfach fabelhaft. Die Sprecherin Rosemarie Fendel klingt sehr schön, und sie bringt durch ihre Stimme viel Gefühl in die Geschichte hinein. Dabei klingt die Stimme manchmal etwas rauchig, manchmal etwas sanfter, dann wiederum besorgt. Das finde ich sehr gut! Die Geschichte: Wie man es von Enid Blyton kennt, ist die Geschichte gut durchdacht und spannend! Ich hab immer das Gefühl mitten dabei zu sein. Auch weil sie die Orte, immer auf so magische Art und Weise zum Leben erwecken kann. Die Charakter: Sind wie immer total wertvoll! Tim ist halt doch mein kleiner Favorit ;). Ohne ihn, wäre die Geschichte vielleicht gar nicht so schön. Aber Georg(ina)´s Hund bringt dadurch noch mehr Leben und Treue in die Geschichte. Und ist einfach dadurch auch beständig. Fazit: Für jeden der einfach gerade mal nicht lesen möchte, und sich berieseln lassen möchte mit einer schönen Kindergeschichte, ist hier auf jeden Fall gut aufgehoben. Sterne: Es gibt 4 Sterne. Denn trotz dem Tollen, es gibt irgendwie etwas, das mir fehlt. Was kann ich jedoch nicht benennen.


  • Artikelbild-0
  • »Das ist echt verrückt!«, sagte Georg und grinste. In der Hand hielt sie einen Brief, den ihr Cousin Richard ihr in die Hand gedrückt hatte. »Da kommen wir gerade aus den Bergen zurück und stechen auch schon in See.«
    Anne ließ sich rücklings auf ihr Bett fallen. Vor wenigen Tagen erst hatten Georgs Eltern die Freunde von einem Besuch bei Tante Alberta abgeholt, einer Großcousine von Tante Fanny, die in den Bergen wohnte. »Das ist doch großartig!«, rief sie und riss ihrer Cousine den Brief aus der Hand, um die Zeilen noch einmal zu überfliegen. »Ich finde es ganz toll von Paul, dass er nicht nur Richard und Julius einlädt, sondern uns auch!«
    Paul war ein Schulkamerad von Annes Brüdern und ging in dieselbe Klasse wie Richard. Sein Vater besaß ein großes Segelboot und hatte schon vor langer Zeit versprochen, die Jungen einmal zu einem Segeltörn einzuladen. Dass nun auch noch die Mädchen mitdurften, war eine große Überraschung.
    »Na ja, es ist wohl eher sein Vater, der uns einlädt«, erinnerte Georg. »Und Pauls Onkel fährt auch mit?«
    Anne nickte. »Ja, natürlich, das wäre ja sonst zu gefährlich, wenn Pauls Vater allein mit uns unterwegs wäre. Paul ist zwar schon oft mitgesegelt, hat Richard erzählt, aber wir vier sind ja nun wirklich unerfahren.« Sie hielt sich die flache Hand auf die Brust. »Also ich hab überhaupt keine Ahnung vom Segeln. Du etwa?«
    Georg, die an der See groß geworden war und ein kleines Ruderboot besaß, zuckte die Schultern. »Ich bin schon ein paar Mal mit einer Optimist-Jolle mitgefahren, aber dass ich deshalb die große Ahnung habe, das kann ich beim besten Willen nicht sagen«, gab sie zu. »Übrigens – da fällt mir noch etwas anderes ein. Was ist mit Tim?«
    Anne verzog den Mund. »Von Tim schreibt er nichts. Hoffentlich hat er an ihn gedacht.«
    »Wir müssen unbedingt herausfinden, ob er mitdarf«, sagte Georg mit entschlossener Miene. »Wenn nicht, dann bleibe ich auch hier.«
    »Aber …«, wollte Anne erwidern.
    Doch Georg fiel ihr sogleich ins Wort. »Da gibt es gar nichts zu diskutieren. Entweder darf er mit oder ich bleibe hier. Basta.«
    Anne wusste, dass es überhaupt keinen Sinn hatte, Georg umzustimmen. Dafür kannte sie ihre Cousine zu gut. Sie hatte eben ihren eigenen Willen. Und wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann war daran nicht zu rütteln. Blieb zu hoffen, dass für Tim noch Platz auf dem Segelboot war.
    »Und wer ist Markus?«, fragte Georg. »Paul schreibt, dass Markus auch mitkommt.«
    »Das ist Pauls großer Bruder«, erklärte Anne. »Der ist schon fast erwachsen. Ich kenne ihn aber auch nur vom Hörensagen.«
    »Pft!«, machte Georg. »Hoffentlich ist das nicht so ein hochnäsiger Typ. Jungs in dem Alter spinnen ein bisschen und sind immer so überheblich.«
    Anne sprang auf die Füße. »Oh, ich muss mit Mutter telefonieren! Ich brauche doch Segelschuhe und eine Leinenhose und …«
    Georg zeigte ihrer Cousine einen Vogel. »Nun übertreib mal nicht. Ganz normale Turnschuhe und Jeans tun es auch.«
    Aber Anne schüttelte entschieden den Kopf. »Mit Turnschuhen, das mag ja gehen, aber Jeans sind beim Segeln ganz sicher unpraktisch. Wenn sie einmal nass werden, trocknen sie ganz schlecht.«
    Georg seufzte. »Du hast doch so leichte Baumwollhosen, dann nimm eben die mit.«
    Anne legte die Stirn in Falten. »Meinst du, die sind warm genug?«
    Georg breitete die Arme aus. »So warm wie eine Leinenhose bestimmt. Aber wenn du meinst, dann nimm halt auch noch die Trainingshose mit.« Sie konnte überhaupt nicht verstehen, warum Anne solch ein Aufheben von der Kleiderfrage machte. Sie selbst sah das alles viel unkomplizierter.
    Anne winkte lachend ab. »Ach, Georg, du bist wirklich ein hoffnungsloser Fall!«
    Zum Glück war ja noch ein paar Tage Zeit. Bis dahin würde Anne die Kleiderfrage für sich geklärt haben. »Der kommt auf jeden Fall mit!«, rief sie und fischte ihren neuen Anorak vom Kleiderhaken. »Wind- und wasserdicht und atmungsaktiv. Das ideale Kleidungsstück fürs Segeln.«
    In den kommenden Tagen telefonierte Richard viel mit seinem Freund Paul, um alle wichtigen Details ihrer Reise zu besprechen. Auch Tante Fanny und Onkel Quentin hatten noch etliche Fragen, die geklärt werden mussten.
    Doch schließlich waren alle Bedenken aus dem Weg geräumt und die große Fahrt konnte endlich beginnen.
    Als Onkel Quentin die Freunde zur Anlegestelle brachte, herrschte wie auf Bestellung das herrlichste Wetter. Die Sonne schien von einem wolkenlosen Himmel und eine leichte Brise ließ die Taue und Schoten an die Masten der Segelboote schlagen, sodass sie das Krächzen der Möwen mit ihrem hellen Klang begleiteten.
    Voller Erwartung standen die Freunde mit ihren Taschen auf dem Bootssteg. Onkel Quentin hatte sogar noch einen alten Seesack im Keller gefunden, den er Richard für die Reise zur Verfügung gestellt hatte.
    Alle vier Kinder reisten mit kleinem Gepäck. Pauls Vater hatte sie gebeten, nur das Nötigste einzupacken. Auf dem Boot war nämlich nicht allzu viel Platz.
    Georg hatte ohnehin nur auf den letzten Drücker ein paar Sachen zusammengesucht. Ihr wichtigstes Gepäckstück saß an ihrer Seite – Tim!
    »Welches Boot ist es denn nun?« Anne hüpfte aufgeregt wie ein Flummi auf und ab und ließ ihre Blicke über die vielen weißen Boote schweifen, die hier vor Anker lagen.
    »Da! Ich sehe Paul!«, rief Richard. Im selben Moment kam ein strohblonder Junge auf den Bootssteg gehüpft und lief ihnen winkend entgegen.
    »Hallo! Da seid ihr ja!« Die Freunde wurden überschwänglich von Paul begrüßt. Onkel Quentin schüttelte lachend den Kopf über so viel Freude. Georgs Vater zu begrüßen vergaß Paul in seinem Eifer natürlich. Stattdessen packte er Richard am Ärmel und zog ihn mit sich. »Kommt, kommt, ich zeig euch alles.«
    Und schon folgten ihm die Freunde im Gänsemarsch zu der stattlichen weißen Segelyacht. Isabella stand in geschwungenen Lettern an der Seite. Die Freunde wussten, dass Pauls Vater sein Boot nach seiner Ehefrau benannt hatte.
    »Willkommen an Bord!«, begrüßte Pauls Vater die Kinder, als sie, einer nach dem anderen, über die schmale Gangway in das Boot stiegen.
    Georgs Hand hielt er einen Moment länger fest und sagte: »Du bist sicher Georgina.« Dabei betonte er Georgs Namen, als würde er eigentlich sagen: die Georgina.
    Georg grinste. »Einfach Georg, bitte.«
    Pauls Vater zwinkerte ihr zu. Offensichtlich gefiel ihm die Tatsache, dass Georg lieber wie ein Junge auftrat.
    Diesmal wurde natürlich auch Onkel Quentin begrüßt, der kurz mit an Bord kam, um sich noch einen Moment mit Pauls Vater und dessen Bruder, Pauls Onkel Max, zu unterhalten.
    Die Kinder verschwanden sogleich unter Deck, denn Paul wollte ihnen die Kajüte zeigen, in der sie untergebracht waren.
    Anne war sogleich begeistert, als sie einen kurzen Blick in die kleine Kombüse warf. Alles war hinter kleinen Klappen verstaut und gesichert, damit nichts hinunterfallen konnte. Trotz des spärlichen Platzes war alles da, was man brauchte, um eine einfache Mahlzeit zuzubereiten.
    »Und hier sind unsere Kojen«, verkündete Paul grinsend, als sie eine Kabine im Bug betraten und vor vier schmalen Schlafstätten standen, jeweils zwei übereinander.
    Die Freunde sahen sich fragend an. Vier Kojen für acht Personen?
    Paul zuckte die Schultern. »Mehr Schlafplätze gibt es leider nicht an Bord, es müssen sich immer zwei Leute ein Bett teilen und im Wechsel schlafen«, erklärte er.
    Anne fühlte ihr Herz in die Knie rutschen. Das ging ja schon gut los! Am liebsten wäre sie wieder von Bord gegangen. Dass sie ihr Bett mit jemandem teilen müsste, das hätte Paul ihr vorher sagen sollen! Aber weil die anderen nichts sagten, protestierte auch sie nicht. Schließlich war sie hier Gast. Zögernd stellte sie ihre Tasche ab.
    Plötzlich brach Paul in schallendes Gelächter aus. »Eure Gesichter müsstet ihr mal sehen!«
    »Du Hornochse!«, schimpfte Richard und boxte seinem Klassenkameraden lachend gegen die Schulter. Sie hätten doch wissen müssen, dass Paul es faustdick hinter den Ohren hatte!
    Natürlich gab es noch zwei weitere kleine Kabinen an Bord. »In der einen schlafen Papa und Onkel Max, in der anderen Markus und ich«, erklärte Paul. »Dies hier ist euer Reich. Fühlt euch wie zu Hause. Da oben könnt ihr eure Sachen verstauen.«
    Julius öffnete eine der Klappen, die oberhalb der Kojen angebracht waren. Der Platz war in der Tat knapp bemessen. Wie gut, dass sie nicht so viele Sachen mitgenommen hatten.
    Georg pfefferte ihren Rucksack einfach in die Klappe über ihrer Koje, ohne sich die Mühe zu machen, die Sachen herauszuholen und ordentlich in das Fach zu legen.
    Anne schüttelte den Kopf, während sie ihre Kleidung sorgfältig einräumte. Typisch Georg!
    »Irgendwie ist hier alles wie in einer Puppenstube, findet ihr nicht?«, rief Anne kichernd.
    Die anderen verdrehten die Augen.
    »Die Einrichtung hier, liebe Anne, ist praktisch, nicht niedlich«, feixte Richard und tippte Anne mit dem Zeigefinger an die Stirn.
    Georg spitzte die Ohren. »Hört ihr, sie rufen uns. Bestimmt will mein Dad sich verabschieden.«
    So war es auch. Sie hatten nur noch auf Markus gewartet, der im nächsten Ort ein paar Einkäufe erledigt hatte. Jetzt waren sie bereit aufzubrechen. Endlich hieß es Leinen los!
    »Auf Wiedersehen, Kinder!«, rief Onkel Quentin noch einmal, als er wieder auf dem Bootssteg stand und winkte. »Kommt gesund wieder und lasst zwischendurch von euch hören!«
    »Das machen wir, Vater!«, versprach Georg.
    Plötzlich herrschte reges Treiben. Der Motor wurde angeworfen, der das Boot antrieb, bis sie aus der Bucht gefahren waren. Markus hatte die Leinen gelöst und war dann an Bord gesprungen.
    Onkel Quentin legte die Hände wie einen Trichter an den Mund und rief lachend: »Hoffentlich wird keiner von euch seekrank!«
    Anne musste schlucken. Daran hatte sie gar nicht gedacht! Sie hatte keine Ahnung, ob sie dazu neigte, seekrank zu werden!
    Im Moment war sie auf alle Fälle beeindruckt davon, was für ein eingespieltes Team Paul und seine Familie waren. Jeder wusste sofort, was er zu tun hatte, ohne dass sie sich absprechen mussten. Jeder Handgriff saß.
    »Man sieht, dass sie das nicht zum ersten Mal machen«, stellte auch Georg anerkennend fest.
    Anne und Georg standen am Bug und ließen sich die leichte Brise um die Nase wehen. Ein Pulk von Seemöwen begleitete das Boot bei seiner Fahrt aus der Bucht hinaus.
    Dann lag das offene Meer vor ihnen. Sofort spürten die Mädchen ein Kribbeln im ganzen Körper. Das war die pure Abenteuerlust! Georg hätte am liebsten laut gejauchzt.
    Nur Tim wusste offenbar noch nicht so recht, was er von der neuen Situation halten sollte. Mit eingezogenem Schwanz und hängenden Ohren stand er neben Georg und fiepte.
    »Keine Sorge, Tim!«, rief Georg lachend und tätschelte ihn. »Auch dir wird es gefallen. Du wirst schon sehen.«
    Im selben Moment kam ihm eine der Möwen gefährlich nahe. Tim zögerte keine Sekunde und schnappte nach ihr.
    »Tim!«, schimpfte Georg. »Pass auf, dass du nicht noch über Bord gehst!«
    Anne sah sich besorgt um. Sie hatte eine ganz andere Befürchtung, nämlich, dass Tim unangenehm auffallen würde. Sie wusste, dass der Hund nur hatte mitkommen dürfen, weil Paul bei seinem Vater ein gutes Wort für Tim und Georg eingelegt hatte. Aber die Crew war im Augenblick mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Denn jetzt hieß es Segel setzen!
    Anne hörte Pauls Vater ihr völlig unbekannte Wörter rufen, wie Großschot und Spinnakerbaum, Toppnant und Niederholer.
    »Ob ich da jemals den Durchblick kriegen werde?«, seufzte sie. »Ich glaube, ich werde mich dann lieber in der Kombüse nützlich machen. Da kann es ja auf einem Boot auch nicht so ganz anders sein als in jeder anderen Küche.«
    Georg legte ihr tröstend die Hand auf die Schulter. »Für mich sind das auch alles nur böhmische Dörfer. Aber wir müssen das ja auch nicht alles verstehen. Wir sind schließlich hier, um die Fahrt zu genießen.«
    Anne zuckte die Schultern. »Aber wir sollten doch auch ein bisschen mithelfen.«
    Georg winkte ab. »Ja, sicher, aber das kommt schon von selbst mit der Zeit. Schau mal, deine Brüder sind schon mit eingespannt worden.«
    Richard war zusammen mit Pauls Onkel Max an einer Kurbel beschäftigt, während Julius Markus dabei half, einige Dinge in einer Bordkiste zu verstauen.
    Anne wies zu dem weiß-roten Rettungsring, der an der Reling befestigt war. »Hoffen wir, dass wir den nicht brauchen werden.«
    Georg lachte. »Keine Angst, Anne, du hast doch gehört, dass wir in Küstennähe bleiben, und es ist für die nächsten Tage nur schönes Wetter angesagt. Wir werden in der leichten Brise ruhig dahinsegeln.« Dabei holte Georg mit dem Arm aus und beschrieb einen großen Bogen über das Meer. »Ist es nicht herrlich, Anne?«
    Anne blinzelte zu dem strahlend weißen Großsegel hinauf und seufzte zufrieden. »Es ist fast zu schön, um wahr zu sein. Weißt du was? Ich gehe jetzt in die Kombüse und mache für alle Tee. Ich habe nämlich noch was Leckeres dabei.«
    Georg sah ihrer Cousine grinsend nach. Sie wusste, dass Anne einen großen Marmorkuchen gebacken hatte. So war sie eben, immer auf das leibliche Wohl aller bedacht!
    Kurze Zeit später saßen sie an Deck bei Tee und Kuchen, während das Boot im ruhigen Fahrwasser sanft dahinfuhr. Wenn ihre ganze Fahrt so ruhig verlief, würde sie garantiert nicht seekrank werden, da war sich Anne sicher.
    Die beiden Erwachsenen stellten den Freunden allerlei Fragen, um sie besser kennenzulernen. Was waren ihre Hobbys, welches ihre Lieblingsfächer? Wohin hatten ihre Reisen sie schon geführt?
    Die Freunde konnten natürlich eine Menge erzählen, denn sie hatten schon so viele Abenteuer erlebt!
    Gegen Abend machten sie in einer kleinen Hafenstadt fest, wo sie über Nacht bleiben wollten. Tim sprang als Erster von Bord. Er war froh, wieder rennen zu können, und musste außerdem dringend sein Geschäft erledigen. Georg lachte, als er kläffend einige Möwen von der Kaimauer verjagte.
    »Seid bitte pünktlich vor Sonnenuntergang wieder an Bord«, mahnte Pauls Vater. »Ansonsten könnt ihr euch von mir aus nach Herzenslust hier herumtreiben. Max und ich gehen jetzt zur Hafenmeisterei und besorgen uns die neueste Wettervorhersage.«
    Als sein Vater sich zum Gehen wendete und ihnen den Rücken zudrehte, zwinkerte Paul den Freunden zu. »Typisch Papa, immer total gewissenhaft. Dabei hat er vorhin noch gesagt, es sei für die nächsten Tage nur gutes Wetter angesagt. Kommt, ich kenne hier in der Gegend ein paar interessante Ecken. Wollt ihr sie sehen?«
    Das ließen sich die Freunde nicht zweimal sagen und stürzten sich mit Paul zusammen ins Getümmel. Nur Markus blieb an Bord zurück.
    Jetzt, da sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten, merkten die Freunde doch, dass sie den ganzen Tag auf dem Wasser zugebracht hatten, obwohl die Fahrt ruhig und ohne viel Seegang verlaufen war.
    »Habt ihr auch das Gefühl, ihr würdet beim Laufen schwanken?«, rief Julius lachend.
    »Du auch?« Richard grinste breit. »Mir kommt es vor, als hätte ich plötzlich ein kürzeres Bein.«
    »Wie mag das wohl sein, wenn man ordentlich Seegang hatte?«, fragte Anne besorgt.
    Obwohl es bereits auf den Abend zuging, war noch viel los in den kleinen Gassen des Hafenviertels. Hier und da waren sogar noch Marktstände aufgebaut, an denen lauthals Waren feilgeboten wurden.
    Paul grinste vergnügt. »Papa sieht es gar nicht gern, wenn ich mich hier herumtreibe. Er hat halt immer Angst, ich könnte von irgendwelchen betrunkenen Matrosen angepöbelt oder gar in eine der Kneipen gelockt werden. Pft!«
    Die anderen lachten, doch Anne fand diese Sorge gar nicht so unbegründet, als sie sah, dass unmittelbar vor ihnen ein dicklicher Mann aus einem Gasthaus getorkelt kam. Er blickte die Freunde aus seinen glasigen Augen an, grinste und tippte sich grüßend an seine Seemannsmütze. Dann schlug er die entgegengesetzte Richtung ein und schwankte davon.
    Anne war froh, dass Tim und ihre älteren Brüder bei ihr waren.
    Julius lachte spöttisch. »Ich kann mir kaum vorstellen, dass einem solch ein Knilch gefährlich werden kann, zumal, wenn er so betrunken ist.«
    Paul nickte zustimmend. »Die Matrosen sind wirklich harmlos. Meistens sind sie sogar sehr gut gelaunt und lustig, wenn sie ein Bier zu viel getrunken haben.«
    Anne verzog die Miene. Sie wollte mit solchen Typen trotzdem nichts zu tun haben. Daher war sie froh, als sie endlich aus dem Hafenviertel hinaus und zu einem Marktplatz kamen, in dessen Mitte ein kleiner Brunnen plätscherte. Hier kauften sie sich jeder einen Bagel, die von einer alten Frau an einem kleinen Stand verkauft wurden. Das frische, knusprige Gebäck schmeckte herrlich nach Sesam.
    Plötzlich schlug die Glocke im Kirchturm sieben Mal.