Zank am Zaun - Eine Ethnographie über den versteckten Konflikt bei Nachbarschaftsstreits

Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Ethnologie / Volkskunde, Note: 1,0, Philipps-Universität Marburg (Europäische Ethnologie), Veranstaltung: Ethnographien lesen - ethnographisch schreiben, 4 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: "Schon immer tat Frau Zindler, was Deutsche aus Ost und West am liebsten tun - sich über den Nachbarn ärgern. Ein Anlass war schnell gefunden. Auf dem Grundstück des Anrainers wächst ein Knallerbsenstrauch. Der berührt Frau Zindlers Maschendrahtzaun - und wegen dieses Kontakts fängt das Metall angeblich zu rosten an. Der deutsche Mensch kennt in solchen Fällen nur einen Weg, den vor Gericht. Aber noch mehr Autorität als Justitia besitzt Justitia im Fernsehen. So focht Frau Zindler ihren Kampf wider das Knallerbsengesträuch vor der Hamburger TV-Richterin Barbara Salesch aus, die auf Sat 1 eine Gerichtsshow mit telegenem Brillenspiel betreibt." "Noch nie hat ein Nachbarschaftsstreit so absurde Blüten getrieben wie der um Regina Zindlers Maschendrahtzaun und des Nachbars Knallerbsenstrauch. Nach 20 Jahren Kleinkrieg hat Gerd Trommer jetzt vor laufenden Kameras nachgegeben - und das Gewächs versetzt. [...] Auerbach - Gerd Trommer zeigte sich am Sonntagabend in einer Live-Sendung des Sat-1-Boulevard-Magazins blitz nachgiebig. Er versetzte seinen Knallerbsenstrauch an eine andere Stelle, damit er nicht mehr ins Drahtgeflecht wuchert und Rostflecken verursacht. [...] Trommer sagte am Sonntagabend in der SAT-1-Sendung, er wolle mit seiner Aktion endlich einen Schlussstrich ziehen und erreichen, dass in der Wohnsiedlung wieder Ruhe einzieht. [...] Zindler hatte zuvor in einem Zeitungsinterview gesagt, dass sie sich als Opfer der Leute fühle, die diesen ganzen Rummel veranstaltet haben: Ich habe ja nur verlangt, dass mein
Nachbar Herr Trommer einen Strauch wegnimmt, und deshalb hat mich Frau Salesch als böse Nachbarin hingestellt. Das bin ich nicht, hieß es." Der/Die böse NachbarIn. In Deutschland gehört der Streit mit dem Nachbar zum Alltag. Es gibt Streit um Bäume, Hecken, Sträucher, Zäune, Lärm, Maschendraht und Knallerbsensträuche. Wo fängt das Andere an, und wo hört das Eigene auf? Diese ur-ethnologische Frage bekommt im Nachbarschaftsstreit einen ganz neuen Aspekt. Scheinbar sind Pflanzen und Ballestraden die Ursache der Auseinandersetzungen. Und dahinter steckt - und das soll diese Hausarbeit zeigen - vielleicht doch mehr. Ich vermute, mehr als nur die Beanspruchung von Territorium, auch wenn sie in den Konflikten durchaus vorherrschend scheint. Wo aber liegt der wahre Grund für diese Auseinandersetzungen, wo doch die Gefahr von unbekannten Eindringlingen in der Nachbarschaft relativ niedrig ist? Erst recht nach Jahren des Nebeneinanders.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 24
Erscheinungsdatum 26.02.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-638-91588-5
Verlag GRIN Publishing
Maße (L/B/H) 21/14,8/0,2 cm
Gewicht 49 g
Auflage 1. Auflage.
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