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Naokos Lächeln

Nur eine Liebesgeschichte. Roman

Haruki Murakami

(46)
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Beschreibung

Tokio in den späten 60er Jahren: Während sich auf der ganzen Welt die Studenten versammeln, um das Establishment zu stürzen, gerät auch das private Leben von Toru Watanabe in Aufruhr. Mit seiner ersten Liebe Naoko verbindet ihn eine innige Seelenverwandtschaft, doch ihre Beziehung ist belastet durch den tragischen Selbstmord ihres gemeinsamen Freundes Kizuki. Als die temperamentvolle Midori in sein Leben tritt, die all das ist, was Naoko nicht sein kann, muss Watanabe sich zwischen Vergangenheit und Zukunft entscheiden …

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 415
Erscheinungsdatum 01.02.2003
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-73050-6
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18,9/11,9/3,4 cm
Gewicht 332 g
Originaltitel Noruwei no mori
Abbildungen schwarz-weiss Illustrationen
Auflage 27. Auflage
Übersetzer Ursula Gräfe
Verkaufsrang 12561

Buchhändler-Empfehlungen

Diana Dieke, Thalia-Buchhandlung Berlin

Kaum ein Buch habe ich so oft gelesen wie "Naokos Lächeln"! Auf eine sehr melancholische Art ist die Geschichte um Toru Watanabe so faszinierend und fesselnd, dass einen dieses Buch nie wieder los lässt. Außerdem ist Murakami für mich unumstritten einer der Besten seines Fachs.

Ein Buch so melodisch wie ein Lied!

Judith-Lea Mönch, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

In diesem Roman stellt uns Haruki Murakami in Toru einen noch recht jungen Charakter vor, der sich gerade erst vom behüteten Elternhaus losgelöst und in Tokio sein Studium begonnen hat. Trotz des Ortswechsels ist Toru noch sehr stark an seine unerfüllte Jugendliebe Naoko gebunden, die mit seinem besten Freund Kizuki liiert war. Nachdem Kizuki aus heiterem Himmel Selbstmord begangen hat, werden sowohl Naoko als auch Toru zunächst aus der Bahn geworfen, was die beiden umso mehr verbindet. Naoko scheint sich von dem tragischen Verlust jedoch nur schwer erholen zu können und muss für mehrere Wochen in ein Sanatorium, das fernab jeglicher Zivilisation liegt. Über seinen Studiengang lernt Toru in der Zwischenzeit die fröhliche und lebenslustige Midori kennen, in die er sich langsam aber sicher verliebt. Doch was ist mit Naoko? Die Geschichte um Naoko und Toru geht tief zu Herzen und klingt gleich den letzten Akkorden eines wunderschönen Liedes noch lange nach. Obwohl die Charaktere, Handlung sowie Erzählweise dieses Mal sehr einfach gehalten sind, zieht uns dieser Roman vielleicht gerade angesichts seiner simplen Offenheit so sehr in seinen Bann. In ruhigem Erzähltempo begleiten wie Toru, Midori und Naoko auf ihrem noch jungen Lebensweg und fiebern an allen drei Fronten unweigerlich mit. Dass Murakami aus der Sicht eines Studenten erzählt, hat mich sehr überrascht und Feuer und Flamme für dieses Buch brennen lassen. Trotz des jungen Alters der Protagonisten strotzt der Roman voll kluger Lebensweisheiten, die mit dem melancholischen Grundton der Erzählung ganz wunderbar harmonieren. Ein echter Geheimtipp!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
46 Bewertungen
Übersicht
39
5
2
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0

Worst book I've ever read
von mari_liest am 15.11.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Worst book I‘ve ever read!!! Langweilig ohne Ende. Gelesen bis S. 226/415. Es geschieht nichts, Protagonisten langweilig, Plot??? Ich hab nach der Hälfte keine Ahnung, was das Buch ausdrücken wollen würde. Naoko nervt mich tierisch. Toru scheint iwie alles wurscht zu sein. Die Handlungsorte wechseln, was aber das Buc... Worst book I‘ve ever read!!! Langweilig ohne Ende. Gelesen bis S. 226/415. Es geschieht nichts, Protagonisten langweilig, Plot??? Ich hab nach der Hälfte keine Ahnung, was das Buch ausdrücken wollen würde. Naoko nervt mich tierisch. Toru scheint iwie alles wurscht zu sein. Die Handlungsorte wechseln, was aber das Buch für mich nicht besser macht. Der Spiegel schrieb: In Murakamis Büchern kann man sich wie in wunderbaren Träumen verlieren. Ich verlor mich. In einem Buchalbtraum. Von Leidenschaft keine Spur. Nur melancholisches Gelaber ohne Sinnhaftigkeit. Mir hat das Buch nichts gegeben, null, nada. Schade um die Zeit. Ich würde 0 Sterne vergeben, wenn ich könnte!

Einzigartig
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 11.11.2020

Selten war ich so in einem Buch vertieft. Dies war mein erster Murakami und wird nicht mein letzter sein. Zusammengefasst: Ehrlich, emotionsgeladen, außergewöhnlich

Naokos Lächeln
von Io am 07.06.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Wunderschöne Geschichte. Torus bester Freund bringt sich um, daraufhin ist ihm alles egal. Zwei Frauen verlieben sich in ihn. Eine Introvertierte, eine lebenslustige. Beide gegen die Dämonen der Vergangenheit kämpfend. Beide mit einem goldenen Herzen. Er muss sich für eine entscheiden, doch davor muss er sich selbst finden.


  • Artikelbild-0
  • Ich war siebenunddreißig Jahre alt und saß in einer Boeing 747. In ihrem Anflug auf Hamburg tauchte die riesige Maschine in eine dichte Wolkenschicht ein. Trüber, kalter Novemberregen hing über dem Land und ließ die Szenerie wie ein düsteres flämisches Landschaftsbild erscheinen: die Arbeiter in ihren Regenmänteln, die Fahnen auf dem flachen Flughafengebäude, die BMW-Reklametafeln. Ich war also wieder einmal in Deutschland.
    Nach der Landung erlosch das Nicht-Rauchen-Schild, und aus den Kabinenlautsprechern ertönte leise Hintergrundmusik - eine gedämpfte Instrumentalversion des Beatles-Stückes Norwegian Wood. Wie immer ließ diese Melodie mich erschauern, nur diesmal heftiger denn je.
    Ich mußte mich nach vorn beugen und meinen Kopf mit beiden Händen umfassen, damit er mir nicht zersprang; so blieb ich sitzen. Eine deutsche Stewardeß kam heran und fragte auf Englisch, ob mir nicht gut sei. Alles in Ordnung, antwortete ich, mir sei nur ein bißchen schwindlig.
    "Sind Sie sicher?"
    "Ja, wirklich, vielen Dank", sagte ich.
    Mit einem Lächeln verschwand sie. Inzwischen hatte die Musik gewechselt - ein Billy-Joel-Titel. Ich richtete mich auf, sah aus dem Fenster auf die dunklen Wolken, die von der
    Nordsee herüberzogen, und dachte an all die Verluste, die ich in meinem Leben schon erlitten hatte. Verlorene Zeit, Menschen, die gestorben waren oder mich verlassen hatten, Gefühle, die nie mehr wiederkehren würden.
    Während die Maschine zum Stillstand kam, die Leute ihre Sicherheitsgurte lösten und ihre Taschen und Jacken aus den Gepäckfächern nahmen, stand ich im Geist mitten auf einer Wiese. Ich sog den Duft des Grases ein, spürte den Wind auf meiner Haut und hörte Vogelgezwitscher. Es war im Herbst 1969, kurz vor meinem zwanzigsten Geburtstag.
    Die Stewardeß setzte sich zu mir, um sich nochmals nach meinem Befinden zu erkundigen.
    "Danke, es geht mir wieder gut", sagte ich lächelnd. "Ich kam mir nur ein bißchen verlassen vor."
    "Das geht mir manchmal auch so. Ich kenne das." Mit einem Nicken stand sie auf und schenkte mir ein liebenswürdiges Lächeln. "Dann also auf Wiedersehen und gute Reise." "Auf Wiedersehen", erwiderte ich.

    Achtzehn Jahre sind inzwischen vergangen, und doch habe ich jene Wiese noch immer deutlich vor Augen. Nach mehreren Tagen mit leichtem Sommerregen leuchteten die Hügel tiefgrün und wie frisch gewaschen; die Oktoberbrise ließ die Grasähren schwanken, und dünne Wolkenschleier hafteten am eisblauen Himmel, der so unendlich hoch erschien, daß einem die Augen schmerzten, wenn man zu ihm hinaufsah. Ein Windstoß strich über die Wiese, zauste leicht Naokos Haar und floh in die Wälder. In den Baumwipfeln rauschten die Blätter, und aus der Ferne ertönte das Bellen eines Hundes - leise, erstickte Rufe wie von der Schwelle einer anderen Welt. Sonst drang kein Laut bis zu uns. Wir begegneten keinem Menschen. Nur zwei karmesinrote Vögel flatterten erschreckt aus der Wiese auf und flogen in den Wald davon.
    Während wir nebeneinander hergingen, erzählte mir Naoko von einem Brunnen.
    Mit der Erinnerung ist es eine seltsame Sache. Als ich tatsächlich mit beiden Füßen in dieser Landschaft stand, hatte ich ihr kaum Beachtung geschenkt. Nie hätte ich gedacht, daß sie einen solchen Eindruck hinterlassen würde, und schon gar nicht, daß ich mich nach achtzehn Jahren noch bis in jede Einzelheit an sie erinnern würde. Ehrlich gesagt, mir war die Landschaft an jenem Tag völlig egal. Ich dachte an mich, an das schöne Mädchen an meiner Seite, ich dachte an uns beide und dann wieder an mich selbst. In jenem Alter kehrte alles, was ich sah, was ich fühlte, was ich dachte, am Ende wie ein Bumerang stets zu meiner eigenen Person zurück. Noch dazu war ich verliebt. Und diese Liebe hatte mich in eine entsetzlich komplizierte Lage gebracht. Schon deshalb gab es für so etwas wie eine Landschaft keinen Platz in meinem Kopf.
    Und doch kommt mir, wenn ich heute zurückdenke, als erstes die Wiese in den Sinn. Der Duft des Grases, die Brise mit ihrem Anflug von Kühle, die Hügelkette, das Hundegebell. Alles ist ganz deutlich, so deutlich, als müßte ich nur die Hand ausstrecken, um es zu berühren. Aber in dieser Szenerie gibt es keine Menschen. Niemanden. Naoko nicht und mich auch nicht. Was wohl aus uns geworden ist? Wie konnten wir einfach so verschwinden? Alles, was mir damals so wichtig schien - Naoko, ich und meine damalige Welt: Wohin sind sie nur verschwunden? Dabei kann ich mich ja kaum noch an Naokos Gesicht erinnern. Geblieben ist mir nur dieses menschenleere Bild.
    Sicher, wenn ich eine Weile nachdenke, fällt mir wieder ein, wie sie aussah. Sie hatte kleine kalte Hände, schönes Haar, das sich völlig glatt anfühlte, und unter dem einen ihrer weichen, runden Ohrläppchen ein winziges Muttermal. Ich erinnere mich an den eleganten Kamelhaarmantel, den sie im Winter trug, an ihre Art, einem in die Augen zu sehen, wenn sie eine Frage stellte, an das leichte Beben, das hin und wieder in ihrer Stimme lag (als spräche sie auf einer stürmischen Bergspitze) - wenn ich diese Bilder nach und nach zusammenfüge, tauchen auch ihre Gesichtszüge wieder vor mir auf. Zunächst ihr Profil, was vielleicht daran liegt, daß Naoko und ich immer nebeneinander gingen. Sie wendet sich mir zu, lächelt, legt den Kopf ein wenig zur Seite und beginnt zu sprechen, wobei sie mir forschend in die Augen sieht. Ganz so, als beobachte sie das Tummeln winziger Fischlein auf dem Grund einer klaren Quelle.
    Allerdings dauert es immer eine Weile, bis Naokos Gesicht aus den Tiefen meines Gedächtnisses auftaucht. Von Jahr zu Jahr hat es immer ein bißchen länger gedauert. Traurig, aber wahr. Zuerst brauchte ich fünf Sekunden, um die Erinnerung heraufzubeschwören, dann zehn, dann dreißig, bis eine Minute daraus geworden war. Ähnlich wie Schatten in der Dämmerung allmählich immer länger werden, bis die Dunkelheit sie ganz verschluckt, entfernte sich mein Gedächtnis tatsächlich immer weiter von Naoko, ebenso wie es sich immer weiter von meinem damaligen Ich zu entfernen schien. Allein die Landschaft, die Wiese im Oktober, spulte sich wie die Schlüsselsequenz in einem Film immer wieder vor meinem inneren Auge ab, drängte sich stets von neuem in mein Bewußtsein. Und jedesmal, wenn diese Landschaft in meinem Kopf erschien, versetzte sie mir einen Stoß.