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Nachtzug nach Lissabon

Roman - Geschenkausgabe

Pascal Mercier

(45)
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Beschreibung


Das Besondere Taschenbuch – Große Romane im besonderen Taschen-Format

Die Geschenkausgabe mit der abgerundeten Ecke: anspruchsvolle Haptik, hochwertiges Papier, mit Lesebändchen, kleines Format.

Mitten im Unterricht verlässt ein Lehrer seine Schule und macht sich auf den Weg nach Lissabon, um den Spuren eines geheimnisvollen Autors zu folgen. Immer tiefer zieht es ihn in dessen Aufzeichnungen und Reflexionen, immer mehr Menschen lernt er kennen, die von diesem Mann, den ein dunkles Geheimnis umgibt, zutiefst beeindruckt waren. Eine wundervolle Reise – die vergeblich sein muss und deren Bedrohungen der Reisende nicht gewachsen ist. Endlich kann er wieder fühlen, endlich hat er von seinem Leben zwischen Büchern aufgeblickt – aber was er sieht, könnte ihn das Leben kosten …

Ausstattung: mit Lesebändchen

Pascal Mercier, 1944 in Bern geboren, heißt mit bürgerlichem Namen Peter Bieri und lebt in Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung Professor für Philosophie an der Freien Universität Berlin war. Nach »Perlmanns Schweigen« und »Der Klavierstimmer« wurde sein Roman »Nachtzug nach Lissabon« einer der großen Bestseller der vergangenen Jahre und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Es folgte die Novelle »Lea«. Pascal Mercier wurde u.a. mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis und dem italienischen Premio Grinzane Cavour für den besten ausländischen Roman geehrt.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 695
Erscheinungsdatum 29.09.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-73888-5
Verlag btb
Maße (L/B/H) 14,4/9,5/3,5 cm
Gewicht 295 g
Verkaufsrang 39899

Buchhändler-Empfehlungen

Eine (Lese-)Reise ohnegleichen!

Judith-Lea Mönch, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Nachdem man Pascal Merciers Meisterwerk "Nachtzug nach Lissabon" zu Ende gelesen hat, kann es mitunter sehr schwer fallen, die richtigen Worte für eine Buchbesprechung zu finden. Der Grund hierfür liegt in der Sorge, der Leistung des Autors nicht gerecht zu werden und meiner Meinung nach zeichnet allein diese Tatsache schon den besonderen Stellenwert des Romans aus. Mit seinem "Nachtzug" nimmt uns Mercier voll und ganz mit auf seine Reise in das Leben des Berner Lehrers Raimund Gregorius, der von heute auf morgen alles stehen und liegen lässt, um nach Lissabon zu reisen. Motiviert ist sein überstürzter Aufbruch durch das Buch eines portugiesischen Arztes (Amadeu de Prado), dessen tagebuchähnliche Aufzeichnungen Gregorius so tief zu Herzen gehen und erschüttern, dass er beschließt, diesen Mann ausfindig zu machen und ihn zu treffen. Gregorius' Reise nach Lissabon ist dabei zugleich eine philosophische Reise des Lehrers zu sich selbst und den Grundfesten seiner Lebenseinstellung. Immer wieder wird sein Reisebericht durch die vielen wertvollen Gedanken de Prados unterbrochen, sodass sich der Leser auch in das Innenleben des Arztes einfinden kann, der zur politisch düsteren Zeit der Salazar-Diktatur aufwuchs. Prados Passagen üben eine so mächtige Anziehungskraft aus, dass ich gar nicht anders konnte, als es Gregorius gleich zu tun und beim Lesen ein Blatt Papier mitsamt Stift neben mich zu legen, um mir sehr besondere Zitate heraus zu notieren. Wer also vor der Frage steht, ob es die Zeit wert ist, dieses Buch zu lesen? Hier meine Antwort: JA! Diesen Roman muss jeder ein Mal im Leben gelesen haben und sich ganz dem Zauber Merciers hingeben.

Super.

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Auf einmal muss er los. Geterieben von der Lektüre eines portugiesischen Autoren, dessen Texte ihn nicht mehr loslassen. Er muss ihn finden. Doch in Lissabon finder der alternde Lehrer alles, nur nicht den er sucht. Wunderbarer Roman über Philosophie, Widerstand, das Leben.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
45 Bewertungen
Übersicht
24
7
5
4
5

Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier
von Io am 13.07.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Ein Gymnasiallehrer als Aussteiger. Philosphisch, leider zum Teil langatmig verfasst.

Nachtzug nach Lissabon
von einer Kundin/einem Kunden aus Adliswil am 20.03.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Ich fand dieses Buch sehr schwierig zu lesen obwohl ich eine Leseratte bin.

Nachtzug nach Lissabon
von einer Kundin/einem Kunden aus Domdidier am 28.02.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Spannend! Da wir unsere Ausgabe unserer Tochter verschenkt haben fehlte das Buch in unserer Bibliothek. Das geht doch nicht, so ein tolles Buch! Lissabon ist unbedingt eine Reise wert.


  • Artikelbild-0
  • Der Tag, nach dem im Leben von Raimund Gregorius nichts mehr sein sollte wie zuvor, begann wie zahllose andere Tage. Er kam um Viertel vor acht von der Bundesterrasse und betrat die Kirchenfeldbrücke, die vom Stadtkern hinüber zum Gymnasium führt. Das tat er an jedem Werktag der Schulzeit, und es war immer Viertel vor acht. Als die Brücke einmal gesperrt war, machte er nachher im Griechischunterricht einen Fehler. Das war vorher nie vorgekommen, und es kam auch nachher nie mehr vor. Die ganze Schule sprach tagelang nur von diesem Fehler. Je länger die Diskussion darüber dauerte, desto zahlreicher wurden diejenigen, die ihn für einen Hörfehler hielten. Schließlich gewann diese Überzeugung auch bei den Schülern, die dabeigewesen waren, die Oberhand. Es war einfach nicht denkbar, daß Mundus, wie alle ihn nannten, im Griechischen, Lateinischen oder Hebräischen einen Fehler machte.
    Gregorius blickte nach vorn zu den spitzen Türmen des Historischen Museums der Stadt Bern, hinauf zum Gurten und hinunter zur Aare mit ihrem gletschergrünen Wasser. Ein böiger Wind trieb tiefliegende Wolken über ihn hinweg, drehte seinen Schirm um und peitschte ihm den Regen ins Gesicht. Jetzt bemerkte er die Frau mitten auf der Brücke. Sie hatte die Ellbogen auf das Geländer gestützt und las im strömenden Regen, was wie ein Brief aussah. Sie mußte das Blatt mit beiden Händen festhalten. Als Gregorius näher kam, zerknüllte sie das Papier plötzlich, knetete es zu einer Kugel und warf die Kugel mit einer heftigen Bewegung in den Raum hinaus. Unwillkürlich war Gregorius schneller gegangen und war jetzt nur noch wenige Schritte von ihr entfernt. Er sah die Wut in ihrem bleichen, regennassen Gesicht. Es war keine Wut, die sich in lauten Worten würde entladen können, um dann zu verrauchen. Es war eine verbissene, nach innen gewandte Wut, die schon lange in ihr glimmen mußte. Jetzt stützte sich die Frau mit gestreckten Armen auf das Geländer, und ihre Fersen glitten aus den Schuhen. Gleich springt sie. Gregorius überließ den Schirm einem Windstoß, der ihn übers Brückengeländer hinaustrieb, warf seine Tasche voller Schulhefte zu Boden und stieß eine Reihe von lauten Flüchen aus, die nicht zu seinem gewohnten Wortschatz gehörten. Die Tasche ging auf, und die Hefte glitten auf den nassen Asphalt. Die Frau drehte sich um. Für einige Augenblicke sah sie reglos zu, wie die Hefte vom Wasser dunkler wurden. Dann zog sie einen Filzstift aus der Manteltasche, machte zwei Schritte, bückte sich zu Gregorius hinunter und schrieb ihm eine Folge von Zahlen auf die Stirn.
    »Entschuldigen Sie«, sagte sie auf französisch, atemlos und mit fremdländischem Akzent, »aber ich darf diese Telefonnummer nicht vergessen und habe kein Papier bei mir.«
    Jetzt blickte sie auf ihre Hände, als sähe sie sie zum erstenmal. »Ich hätte natürlich auch ...«, und nun schrieb sie, zwischen Gregorius' Stirn und der Hand hin und her blickend, die Nummer auf den Handrücken. »Ich . „ ich wollte sie nicht behalten, ich wollte alles vergessen, aber als ich den Brief dann fallen sah ... „ ich mußte sie festhalten.«
    Der Regen auf den dicken Brillengläsern trübte Gregorius die Sicht, und er tastete ungeschickt nach den nassen Heften. Wiederum, so schien ihm, glitt die Spitze des Filzstifts über seine Stirn. Doch dann merkte er, daß es jetzt der Finger der Frau war, die mit einem Taschentuch die Zahlen wegzuwischen versuchte.
    »Es ist eine Zumutung, ich weiß ...«, und nun begann sie, Gregorius beim Aufsammeln der Hefte zu helfen. Er berührte ihre Hand und streifte ihr Knie, und als sie sich beide nach dem letzten Heft streckten, stießen sie mit dem Kopf zusammen.
    »Vielen Dank«, sagte er, als sie sich gegenüberstanden. Er deutete auf ihren Kopf. »Tut es sehr weh?«
    Abwesend, mit gesenktem Blick, schüttelte sie den Kopf. Der Regen prasselte auf ihr Haar und lief ihr übers Gesicht.
    »Kann ich ein paar Schritte mit Ihnen gehen?«
    »Äh ... ja, sicher«, stotterte Gregorius.
    Schweigend gingen sie zusammen bis zum Ende der Brücke und weiter in Richtung Schule. Das Zeitgefühl sagte Gregorius, daß es nach acht war und die erste Stunde bereits begonnen hatte. Wie weit war »ein paar Schritte«? Die Frau hatte sich seinem Gang angepaßt und trottete neben ihm her, als ginge es den ganzen Tag so weiter. Sie hatte den breiten Kragen des Mantels so weit aufgestellt, daß Gregorius von der Seite nur ihre Stirn sah.
    »Ich muß dort hinein, ins Gymnasium«, sagte er und blieb stehen. »Ich bin Lehrer.«
    »Kann ich mitkommen?« fragte sie leise.
    Gregorius zögerte und fuhr sich mit dem Ärmel über die nasse Brille. »Jedenfalls ist es dort trocken«, sagte er schließlich. Sie gingen die Stufen hoch, Gregorius hielt ihr die Tür auf, und dann standen sie in der Halle, die besonders leer und still erschien, wenn die Stunden begonnen hatten. Ihre Mäntel tropften.
    »Warten Sie hier«, sagte Gregorius und ging zur Toilette, um ein Handtuch zu holen.
    Vor dem Spiegel trocknete er die Brille und wischte sich das Gesicht ab. Die Zahlen auf der Stirn waren noch immer zu erkennen. Er hielt einen Zipfel des Handtuchs unter das warme Wasser und wollte gerade zu reiben beginnen, als er mitten in der Bewegung innehielt. Das war der Augenblick, der alles entschied, dachte er, als er sich das Geschehen Stunden später in Erinnerung rief. Mit einem mal nämlich war ihm klar, daß er die Spur seiner Begegnung mit der rätselhaften Frau gar nicht auswischen wollte.
    Er stellte sich vor, wie er nachher mit einer Telefonnummer im Gesicht vor die Klasse treten würde, er, Mundus, der verläßlichste und berechenbarste Mensch in diesem Gebäude und vermutlich in der gesamten Geschichte der Schule, seit mehr als dreißig Jahren hier tätig, ohne Fehl und Tadel in seinem Beruf, eine Säule der Institution, ein bißchen langweilig vielleicht, aber geachtet und sogar drüben an der Hochschule gefürchtet wegen seines stupenden Wissens in den alten Sprachen, liebevoll verspottet von seinen Schülern, die ihn in jedem Jahrgang von neuem auf die Probe stellten, indem sie ihn mitten in der Nacht anriefen und nach der Konjektur für eine entlegene Stelle in einem alten Text fragten, nur um jedesmal aus dem Kopf eine ebenso trockene wie erschöpfende Auskunft zu bekommen, die einen kritischen Kommentar zu anderen möglichen Meinungen mit einschloß, alles aus einem Guß und mit einer Ruhe vorgetragen, die nicht die Spur von Ärger über die Störung erkennen ließ - Mundus eben, ein Mann mit einem unmöglich altmodischen, geradezu altertümlichen Vornamen, den man einfach abkürzen mußte und nicht anders als so abkürzen konnte, eine Abkürzung, die überdies das Wesen dieses Mannes ans Licht hob, wie kein anderes Wort es gekonnt hätte, denn was er als Philologe in sich herumtrug, war in der Tat nichts weniger als eine ganze Welt, oder vielmehr mehrere ganze Welten, da er neben jeder lateinischen und griechischen Textstelle auch jede hebräische im Kopf hatte, womit er schon manchen Lehrstuhlinhaber für das Alte Testament in Erstaunen versetzt hatte. Wenn ihr einen wahren Gelehrten sehen wollt, pflegte der Rektor zu sagen, wenn er ihn einer neuen Klasse vorstellte: Hier ist er.
    Und dieser Gelehrte, dachte Gregorius jetzt, dieser trockene Mann, der einigen nur aus toten Wörtern zu bestehen schien und der von Kollegen, die ihm seine Beliebtheit neideten, gehässig der Papyrus genannt wurde - dieser Gelehrte würde mit einer Telefonnummer den Raum betreten, die ihm eine verzweifelte, offenbar zwischen Wut und Liebe hin- und hergerissene Frau auf die Stirn gemalt hatte, eine Frau in einem roten Ledermantel und mit einem märchenhaft weichen, südländischen
    Tonfall, der wie ein endlos in die Länge gezogenes Flüstern klang, das einen schon durch das bloße Anhören zum Komplizen machte.
    Als Gregorius ihr das Handtuch gebracht hatte, klemmte die Frau einen Kamm zwischen die Zähne und frottierte mit dem Tuch das lange schwarze Haar, das in dem Mantelkragen lag wie in einer Schale.