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Der schwarze Steg

Roman

Åsa Larsson

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Beschreibung


Ein neuer Fall für die sympathische Anwältin Rebecka Martinson

Anwältin Rebecka Martinsson fasst nach ihrem letzten Fall nur schwer wieder Fuß. Sie entschließt sich, Stockholm zu verlassen und nach Kiruna zu ziehen, in das alte Haus ihrer Großmutter. Doch die Stille ihres neuen Lebens wird jäh unterbrochen, als eine Frau ermordet aufgefunden wird. Die Identität der Toten ist schnell geklärt: Sie war leitende Angestellte einer Grubengesellschaft. Bei ihren Ermittlungen stößt Rebecka auf die dubiosen Machenschaften des schillernden Industriemagnaten Mauri Kalli. Ein Mann, der offensichtlich bereit ist, über Leichen zu gehen.

„Åsa Larsson ist Skandinaviens neuer Krimikomet.“

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 441
Erscheinungsdatum 01.12.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-73862-5
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18,7/11,8/3,1 cm
Gewicht 360 g
Originaltitel Svart Stig
Übersetzer Gabriele Haefs
Verkaufsrang 95647

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Die Vorgänger-Bücher waren viel besser
von MissRichardParker am 06.02.2013

Obwohl ich ein grosser Fan von Åsa Larssons Bücher bin, kann ich hier leider nur 3 Sterne geben. Die beiden Vorgänger-Bücher haben mich absolut überzeugt und dementsprechend hatte ich bei diesem Krimi gewisse Erwartungen. Die Geschichte hat mich von Anfang an nicht richtig gepackt und der Schreibstil ist sehr detailliert. Für m... Obwohl ich ein grosser Fan von Åsa Larssons Bücher bin, kann ich hier leider nur 3 Sterne geben. Die beiden Vorgänger-Bücher haben mich absolut überzeugt und dementsprechend hatte ich bei diesem Krimi gewisse Erwartungen. Die Geschichte hat mich von Anfang an nicht richtig gepackt und der Schreibstil ist sehr detailliert. Für meinen Geschmack zu viel Informationen die mich nicht wirklich interessiert hatten und ich zum Teil auch etwas kompliziert fand. Vorallem die rechtlichen Grundlagen die im Buch erklärt und beschrieben werden. Erst gegen den Schluss des Buches hat mich die Geschichte dann doch noch gepackt und interessiert aber dann war alles auch schon wieder vorbei. Wenn Sie noch nie ein Buch von Åsa Larsson gelesen haben dann fangen Sie nicht mit diesem an! Sonnenstrum und Weisse Nacht sind viel besser. Ausserdem lese ich jetzt gerade den nächsten Krimi von Åsa Larsson (Bis dein Zorn sich legt) und hier bin ich bis jetzt wieder zu 100% von der Autorin überzeugt.

Zerstörerisch gegen sich selbst
von Polar aus Aachen am 17.11.2008

Eine Tote in einer Fischerhütte, die sich als die engste Mitarbeiterin eines Bergbaumagnaten herausstellt. Asa Larssons Schwarzer Steg entwickelt sich zu Anfang verheißungsvoll. Die Autorin sprengt die Ketten der ersten Romane um die Polizeikommissarin Anna Maria Mella und die Anwältin Rebecka Martinsson und wendet sich dem Wirt... Eine Tote in einer Fischerhütte, die sich als die engste Mitarbeiterin eines Bergbaumagnaten herausstellt. Asa Larssons Schwarzer Steg entwickelt sich zu Anfang verheißungsvoll. Die Autorin sprengt die Ketten der ersten Romane um die Polizeikommissarin Anna Maria Mella und die Anwältin Rebecka Martinsson und wendet sich dem Wirtschaftsverbrechen zu. Zwei Starke Frauen, von denen eine sich immer wieder in Bredouille bringt, obwohl sie ein sehr auf sich bedachtes Leben führt, geradeso als lege sie es darauf an, verletzt zu werden. Im Mittelpunkt steht Mauri Kallis, der das Verlierersyndrom auf dem Weg nach oben abgestreift hat, um in den Olymp der Reichen aufzusteigen, in dem man nur miteinander umgeht und sich abschottet. Nicht selten wird in diesem Kreis auf den Niedergang einer Aktie gewettet, ein Machtwechsel in der dritten Welt betrieben, um Schürfrechte abzusichern. So führt Asa Larsson ihre Geschichte erstmals über die Grenzen Schwedens nach Afrika und weist die Flecken nach, die ein ungebrochener Aufschwung mit sich bringt. Was in den beiden Vorgängern durch religiöse Verstrickungen zu einer komplexen Persönlichkeitsstruktur vor allem bei Rebecca Martinsson führt, verblasst in diesem Roman. Der schwarze Steg ist vorhersehbar, moralisch abgesichert, die Geschichte der Guten gegen die Bösen und endet, wie der Titel vorgibt, auf einem wackligen Steg. Wer die beiden Vorgänger nicht kennt, mag die Autorin für sich entdecken, wer bereits mehr von Asa Larssons psychologischen Abgründen gelesen hat, wird enttäuscht sein.

Warum ein leichter Sommermantel vor dem Winter in Schweden nicht schützt. Und vor schwedischen Gardinen erst recht nicht.
von Apicula aus Apiculis am 30.09.2008

Ehe ich "Der schwarze Steg" las, war mir nicht bewusst, dass die Autorin mit dem Ermittlerteam bereits eine Art Serie geschaffen hat - und diese auch noch weiter führen wird. Für mich steht fest, dass ich weitere Fälle aus der Feder der Autorin lesen werde, denn ihr Stil ist erfrischend - anders! Das erwähnte Ermittlerteam b... Ehe ich "Der schwarze Steg" las, war mir nicht bewusst, dass die Autorin mit dem Ermittlerteam bereits eine Art Serie geschaffen hat - und diese auch noch weiter führen wird. Für mich steht fest, dass ich weitere Fälle aus der Feder der Autorin lesen werde, denn ihr Stil ist erfrischend - anders! Das erwähnte Ermittlerteam besteht aus Polizeikommissarin Anna Maria Mella und Anwältin Rebecka Martinsson. Letztere hat noch ordentlich an ihrer Vergangenheit zu knabbern, stürzt sich aber aus genau diesem Grund total in die Ermittlungsarbeit, die mit dem Auffinden einer Toten - Inna Wattrang - ihren Lauf nimmt. Die Tote wird in einer Fischerhütte auf einem zugefrorenen See gefunden. Dabei ist der Autorin auch gleich eingangs ein eleganter Spaß gelungen, denn unter welchen Umständen die Tote gefunden wird - da läuft es mir jetzt noch kalt den Rücken runter. Aber Dummheit wird eben umgehend bestraft. ;-) Der Leser wird Stück für Stück - mit Voranschreiten der polizeilichen Ermittlungen - in die Verstrickungen des "Kallis Mining"- Konzerns eingebunden und zugleich in die krude Bande von Freunden und Verwandten und Geschäftspartner von Mauri Kallis. Zuweilen liest sich das verwirrend und ich habe das Buch manchmal ordentlich genervt zur Seite gelegt, weil mir lange nicht klar war, worauf das alles hinausläuft und von wem grad in welcher Zeit die Rede ist. Es hat bei mir etwas gedauert, ehe ich diesen Stil tatsächlich genießen konnte. (Ich stell mir das übrigens als grausame Tortur für die Übersetzerin vor.) Die Autorin springt von Absatz zu Absatz in Vergangenheit und Gegenwart herum und beschreibt alles andere als exakte Handlungen oder Geschehnisse. Und das nicht aus Sicht EINER einzigen Person! - Dafür charakterisiert sie mit wenigen Worten getriebene Menschen, wie ich das kaum vorher kannte. - Beeindruckend. Asa Larsson spielt mit den Ahnungen und Vermutungen die ihre "Ausflüge in die Vergangenheit der Beteiligten" vielleicht ergeben mögen. Sie gibt den Lesern allerdings einen dicken Vorsprung - denn die Ermittler erkennen Ausmaß der Konzern-Verstrickungen von Kallis Mining und das Motiv für den Mord an Inna Wattrang erst ganz am Ende. Neben den Kriminalromanen von Jo Nesboe für mich ein grandioser Lichtblick in Hinsicht Krimi und intelligenter Lesegenuss abseits des Einheitsbrei.


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  • Die Zeit ist nahe.
    Sehet, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen.
    Die Stunde ist nahe.
    Es ist die Zeit des feuerroten Pferdes. Dessen, der da kommt mit dem langen Schwert, auf dass die Menschen einander abschlachten.
    Und hier! Halten sie mich in den Armen! Sie hören nicht! Hartnäckig weigern sie sich, den Blick zum Himmel zu heben, der sich über ihnen auftut.
    Es ist die Zeit des fahlen Pferdes.
    Und er scharrt mit seinem scharfen Huf. Er tritt die Erde auf seinem Weg fort. Da geschah ein großes Erdbeben, und die Sonne wurde finster wie ein schwarzer Sack voller Haare, und der ganze Mond wurde wie Blut.
    Und ich blieb zurück. Es sind ihrer viele, die zurückgelassen wurden. Wir fallen vor unserer Reise in die Finsternis auf die Knie, und wir leeren vor Furcht unser Gedärm. Auf dem Weg zur See, die mit Feuer und Schwefel brennt, und das ist der zweite Tod. Nur wenige Minuten bleiben noch. Man packt das Erstbeste. Klammert sich an den Nächstbesten.
    Ich höre die Stimmen der sieben Donner. Endlich sind die Wörter deutlich.
    Sie sagen. Dass die Zeit. Nahe ist.
    Aber hier hört niemand zu!

    Auszug aus dem Krankenbericht, 27. September 2003, betr. Patientin Rebecka Martinsson.
    Die Patientin ist ansprechbar, antwortet auf Anrede, kann sich zu den Ereignissen äußern, die die depressive Psychose ausgelöst haben. Zeigt Symptome von Depressivität, wie Gewichtsverlust, Unlust, gestörten Nachtschlaf und frühes Erwachen. Suizidgefährdet. ECT-Behandlung wird fortgesetzt. Cipramil in Tablettenform, 40 mg/Tag.

    Einer der Pfleger (ich habe Pfleger, allein die Vorstellung!) heißt Johan. Oder Jonas? Johnny? Er geht mit mir spazieren. Ich darf nicht allein los. Wir gehen nicht weit. Trotzdem werde ich unvorstellbar müde. Vielleicht sieht er das, als wir zurückgehen. Er gibt vor, nichts zu merken. Redet die ganze Zeit. Das ist gut, dann muss ich nichts sagen.
    Er spricht über Muhammad Alis Titelkampf 1974 gegen George Foreman in Zaire.
    »Der hat so viel Prügel eingesteckt! Stand vor dem Seil und ließ Foreman schlagen. Foreman, also, der war übel. Wir reden hier von Schwergewicht, die meisten haben das ja vergessen, aber die Leute haben sich vor diesem Kampf wirklich Sorgen um Ali gemacht. Dachten, Foreman würde ihn vielleicht umbringen. Und dann stand Ali einfach da wie ein verdammter . „ Fels! Und steckte sieben Runden lang Prügel ein. Hat Foreman psychisch total fertig gemacht. In der siebten Runde beugte er sich zu Foreman vor und flüsterte ihm ins Ohr: >Is that all you got, George?Ich gehe schweigend weiter. Registriere, dass es bei den Bäumen jetzt nach Herbst riecht. Er dagegen redet. Rumble in the Jungle. I am the greatest. Thrilla in Manilla.
    Oder er redet über den Zweiten Weltkrieg (darf er das eigentlich, frage ich mich in Gedanken, bin ich denn nicht empfindlich, zerbrechlich sozusagen, was würde der Oberarzt dazu sagen?).
    »Die Japaner, das sind echte Krieger. Verstehst du, wenn den Kampfflugzeugen mitten über dem Pazifik der Treibstoff ausging. Wenn ein amerikanischer Flugzeugträger in Reichweite war, haben sie sich einfach drauffallen lassen. Peng. Oder sie haben auf dem Meer eine elegante Bauchlandung hingelegt, nur um zu zeigen, was sie für unglaublich fähige Flieger waren. Danach, wenn sie überlebt hatten, sprangen sie ins Wasser und töteten sich mit dem Schwert. Sie fielen dem Feind nicht lebend in die Hände. Das war auch bei den Kämpfen bei Guadalcanal so. Sie sprangen wie Lemminge in den Abgrund, als ihnen aufging, dass sie besiegt waren. Die Amis standen da mit ihren Megafonen und riefen, sie sollten sich ergeben.«
    Als wir zur Station zurückkommen, habe ich plötzlich Angst, er könnte mich fragen, ob ich gern spazieren gehe. Fragen, ob ich diesen Spaziergang gern gemacht habe. Ob ich morgen auch einen machen möchte.
    Ich kann nicht mit »ja« oder »gern« antworten. Dann komme ich mir vor wie damals als Kind. Bei den Frauen im Dorf, wenn sie zu Eis oder Limo einluden. Die mussten immer fragen: »Schmeckt das?« Obwohl sie es doch sehen konnten. Ich saß da und schleckte, andächtig, stumm. Ich musste ihnen etwas geben. Einen Preis. »Ja« und am liebsten »danke« von der Kleinen, der Armen mit der verrückten Mutter. Jetzt habe ich nichts zu geben. Nicht einen Mucks. Wenn er fragt, muss ich Nein sagen. Obwohl es wunderschön war, in der Luft zu atmen. Auf der Station riecht es nach ausgeschwitzter Medizin, nach Zigaretten, Schmutz, Krankenhaus, Reinigungsmittel für die Plastikböden.
    Aber er fragt nicht. Nimmt mich auch am nächsten Tag mit auf eine Runde.

    Auszug aus dem Krankenbericht, 27. September 2003, betr. Patientin Rebecka Martinsson.
    Patientin reagiert gut auf die Behandlung. Suizidgefahr scheint nicht mehr zu bestehen. In den beiden vergangenen Wochen Behandlung im Rahmen der Gesundheitsgesetzgebung. Niedergeschlagen, aber nicht ernsthaft deprimiert. Wird in eine Wohnung in Kurravaara gebracht, einem Dorf bei Kiruna, wo sie aufgewachsen ist. Weiterhin poliklinische Gesprächstherapie in Kiruna. Weiterhin medikamentös behandelt, Cipramil 40 mg/Tag.

    Der Oberarzt fragt, wie es mir geht. Ich antworte: Gut.
    Er schweigt und sieht mich an. Fast ein Lächeln. Verständnisvoll. Er kann unendlich lange schweigen. Darin ist er Experte. Schweigen provoziert ihn nicht. Am Ende antworte ich: Gut genug. Das ist die richtige Antwort. Er nickt.
    Ich darf nicht hierbleiben. Habe lange genug Platz weggenommen. Es gibt Frauen, die diesen Platz dringender brauchen. Solche, die sich die Haare anstecken. Die hier auf der Toilette Spiegelscherben schlucken und in aller Eile auf die Notstation gebracht werden müssen. Ich kann sprechen, antworten, morgens aufstehen und mir die Zähne putzen.
    Ich hasse ihn, weil er mich nicht dazu zwingt, in alle Ewigkeit hierzubleiben. Weil er nicht Gott ist.
    Dann sitze ich im Zug nach Norden. Die Landschaft jagt in kleinen Bruchstücken vorbei. Zuerst hohe Laubbäume in roten und gelben Tönen. Herbstsonne und jede Menge Häuser. In allen leben Menschen ihre Leben. Auf irgendeine Weise kommen sie weiter.
    Hinter Bastuträsk liegt Schnee. Und dann endlich: Wald, Wald, Wald. Ich bin auf dem Heimweg. Die Birken schrumpfen, heben sich jämmerlich und schwarz vom Weiß ab.
    Ich presse Stirn und Nase ans Fenster.
    Mir geht es gut, sage ich mir. So ist es, wenn es gut geht.

    Samstag, 15. März 2005
    Spätwinterabend in Törneträsk. Das Eis lag dick, über einen Meter. Überall auf dem siebzig Kilometer langen See standen die Archen, kleine Hütten auf Kufen, vier Quadratmeter groß. Im Spätwinter pilgerten die Bewohner von Kiruna nach Torneträsk. Sie fuhren mit dem Schneemobil und der Arche im Schlepp.
    Der Boden der Arche hatte eine Luke. Ins dicke Eis wurde ein Loch gebohrt.