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Schussfahrt / Kommissar Weinzierl Bd.1

Ein Allgäu-Krimi

Kommissar Weinzierl Band 1

Der fulminante Auftakt einer sechsbändigen Krimi-Serie um Kommissar Gerhard Weinzirl und Johanna Kennerknecht. Der kleine Ort Gunzesried im Allgäu ist ein Idyll. Das soll allerdings nicht so bleiben, denn der schwäbische Baulöwe Rümmele will einen gigantischen Freizeitkomplex errichten, um den Tourismus anzukurbeln. Die riesige Anlage verheißt aber nicht nur satte Einkünfte, sondern zerstört auch die Schönheit der Landschaft, und so ist die Bevölkerung in zwei Lager gespalten. Doch dann macht die einheimische Jo eines Morgens bei einem Ausritt eine schockierende Entdeckung ? sie stößt auf Rümmeles Leiche im Schnee. Während die örtliche Polizei noch im Dunklen tappt, beginnt Jo auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei unterläuft ihr jedoch ein fataler Fehler, denn sie hätte niemals an die Mordstelle zurückkehren dürfen ? "Authentische Protagonisten, Lokalkolorit und jede Menge Leichen, das ist die geschickte Mixtur ihres Erfolgs." Bayerischer Rundfunk "Mit Witz und Charme bereitet Förg vergnügliche Lesestunden." Münchner Merkur
Portrait
Nicola Förg ist im Oberallgäu aufgewachsen. Neben ihren sehr erfolgreichen Krimis hat sie auch Reiseführer und Bildbände veröffentlicht. Als freie Reisejournalistin arbeitete sie für namhafte Tageszeitungen und Magazine. Mit ihrer Familie sowie Ponys, diversen Kaninchen und Katzen lebt die Autorin auf einem Anwesen im südwestlichen Eck Oberbayerns, dort, wo man schon mit dem Ostallgäu flirtet. Bei Goldmann erscheint ihre Kommissar-Weinzirl-Reihe.
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  • ¿Wir sind doch hier nicht in Disneyland! >Interaktives Mountainbike-Downhill-Race am Nebelhorn in einem Event Castle<, ich glaube es nicht! Die sollten sich lieber mal live bewegen und ihren Gehirnen echten Sauerstoff zuf¿hren¿, grummelte Jo vor sich hin. ¿Am End haben wir computeranimierte Sennerinnen, die auf Knopfdruck ein Allg¿r Liedchen tr¿ern und dabei strippen, oder was sagst du dazu, Falco?¿
    Jos sechsj¿iger Fjordwallach Falco hatte wie immer mit freundlich nach hinten geklappten Ohren zugeh¿rt, ab und an zustimmend geprustet und ansonsten die Unaufmerksamkeit seiner Reiterin dazu genutzt, Tannenzweige vom Baum zu zupfen. Selbst ein dicker, kurzer Norwegerhals erreicht giraffenartige L¿e, wenn es ums Essen geht. Wieder schnappte er zu, und eine Ladung Schnee rieselte in Jos Halsausschnitt.
    ¿R¿bennase!¿, schimpfte Jo und hob drohend ein Ende des Z¿gels, was Falco mit einem Ohrklapp nach rechts quittierte, um sofort den n¿sten Ast zu erhaschen. Jo gab auf, wie fast immer. ¿In deiner Erziehung bin ich definitiv gescheitert. Ein Psychologe w¿rde mir wahrscheinlich sagen, ich ¿bertrage meinen Freiheitsbegriff auf die Kreatur. Freizeit ist Freiheit - auch f¿r so ein Vieh wie dich.¿
    Falco waren solche tiefsch¿rfenden Betrachtungen offenbar egal. W¿end er hurtig durch den Schnee trabte, gelang es dem Norweger immer wieder, Tannenzweige zu pfl¿cken. Der Naturlehrpfad von der Gunzesrieder S¿ herauf war im Winter eigentlich gesperrt, aber an einem Montagvormittag, ¿ber dem eine archaische Stille lag, k¿mmerte das niemanden. Kein Mensch weit und breit, und selbst auf dem Ostertalweg war der Schneepflug noch nicht gefahren. Jo lenkte nach rechts, um im Hohlweg zur Gei¿¿cken Alpe etwas an H¿he zu gewinnen - sie liebte den Blick auf den Stuiben und Buralpkopf auf der gegen¿berliegenden Seite des Tals. Das winterliche Licht zauberte der Natur sanfte Konturen, ein watteweiches Winterwunderland. Nach einer klirrend kalten Nacht ¿bernahm die Sonne das Zepter. Der Fr¿hling lie¿sich jetzt, Anfang M¿, bereits erahnen.
    Falco hatte etwas Neues, m¿glicherweise Essbares, entdeckt, auf das er jetzt zustrebte. Eine bunte Jacke, die an einer Fichte hing. Er schnappte zu, und mit einem Schneeschauer fiel der Anorak zu Boden.
    Jo wollte wegen der neuerlichen Dusche gerade fluchen, als ihr der Satz in der Kehle stecken blieb. Falco riss den Kopf hoch, seine N¿stern waren weit aufgebl¿. Dann erstarrten beide zu einer Art Reiterstandbild.
    Im Schnee sa¿ein Mann, friedlich an einen Baum gelehnt, was bei der K¿e ungew¿hnlich genug war. Weit verbl¿ffender fand Jo jedoch die Tatsache, dass er keine Schuhe, sondern nur dicke gelbe Socken trug. Das eigentlich Irritierende aber war das Loch in seinem Kopf: mitten auf der Stirn. Ein rotes Rinnsal war zur Nase gelaufen, hatte sich dort geteilt und war ¿ber beide Wangen geronnen; das eine Blutb¿lein war weiter bis zum Kragen vorgedrungen, das andere im Mundwinkel versiegt.
    Das alles registrierte Jo eher interessiert als panisch. Sie h¿e wohl noch lange so auf den Mann gestarrt, aber Falco machte einen j¿n Satz zur Seite. Mechanisch klopfte sie seinen Hals, so wie sie es immer tat, wenn das Pony wegen eines Traktors oder einer ¿berm¿tig ¿ber eine Koppel buckelnden Kuh erschrak. Das hier war allerdings weder ein Traktor noch eine Kuh! Das war ein Toter!
    Jetzt wagte Jo es nicht mehr, hinzusehen. Mit zitternden Fingern suchte sie nach dem Handy in der Innentasche ihrer Fleecejacke.
    ¿Mist, kein Netz, verfluchte Telekom¿, st¿hnte sie. Sie wendete Falco vorsichtig, trabte an und wurde pl¿tzlich von einem wilden Fluchtreflex erfasst. Sie hieb dem Fjordwallach die Hacken in die Seite und galoppierte den verschneiten Weg bergab.

    Jo riss an den Z¿geln, und Falco rutschte mit weggeknickter Hinterhand vor die T¿r des Anwander Hofs am Ortsrand von Gunzesried.
    Der Anwander Bauer stand auf eine Schneeschaufel gest¿tzt und l¿elte gutm¿tig. ¿Hofele, Frau Doktor, pressiert's so arg?¿
    Jo schaute ihn an, als w¿rde sie sein Gesicht zum ersten Mal sehen. Ein Gesicht, in das harte Bergbauernarbeit ihre Furchen gezogen hatte, ein Gesicht, aus dem braune Augen blickten, die viel j¿nger zu sein schienen als der z¿, kleine Mann. Sekundenlang passierte nichts. Dann legte der Anwander die Schneeschaufel weg, streckte die Arme aus und hob Jo fast vom Pferd. Sie sackte zu Boden und kam nur langsam wieder hoch.
    ¿Wahrscheinlich pressiert's wirklich nicht mehr.¿ Jo versuchte, zu ihrer sonst ¿blichen Ironie zu finden. ¿Da drau¿n sitzt einer ohne Schuhe, nur in Socken!¿
    Der Anwander Bauer schaute erstaunt. ¿Frau Doktor Johanna? Ja und?¿
    Jo riss sich zusammen. ¿Der ist tot, glaub ich. Du solltest die Polizei anrufen.¿
    Der Bauer hatte Jo noch immer fest umfasst und rief ¿ber den Hof: ¿Zenta, Zenta!¿
    Seine Frau in Kittelschurz und einer viel zu gro¿n Lammfellweste streckte den Kopf aus der schweren Holzt¿r. ¿H¿
    ¿Bring der Frau Doktor an Obschtler und ruf die Polizei in Kempten an. Mir hend a Leich. Schick di, fei glei allat!¿
    Wenn der Anwander Bauer ¿glei ¿ sagte, dann war's ernst; ¿glei allat¿ war schon brenzlig, aber in der Verst¿ung mit ¿fei¿ nun wirklich todernst!

    Als das Polizeiauto in den Hof gefahren kam, sa¿Jo in der Stube, hatte zwei Obstler getrunken und begann langsam, wieder klar zu denken.
    ¿Gria¿eich mitanand!¿ Polizeihauptkommissar Gerhard Weinzirl und sein junger Kollege, Polizeiobermeister Markus Holzapfel, traten in den Raum. Gerhard nickte den Anwanders zu und rutschte neben Jo auf die Eckbank unter dem Herrgottswinkel. Er sah sie scharf an und legte ihr eine Hand auf den Arm. ¿M¿l, was ist los?¿
    Jo blickte Gerhard an und sagte leise: ¿Da drau¿n sitzt der R¿mmele im Schnee, ohne Socken und so ... so blass.¿ Jo stockte und horchte dem Klang der Stimme nach. Jemand hatte R¿mmele gesagt. Sie selbst! Nat¿rlich, sie hatte ihn von Anfang an erkannt. Das war der R¿mmele gewesen, aber so fahl, so reduziert - wo der gro¿, feiste Mann doch sonst immer so rote Backen, eine von feinen roten ¿erchen durchzogene Nase und flackernde dunkle Augen gehabt hatte!
    Gerhard pfiff durch die Z¿e. ¿Du meinst Hans Joachim R¿mmele, den R¿mmele?¿
    Jo nickte. ¿Er war so, er wirkte so, er .¿
    Gerhard verst¿te den Druck seiner Hand. Es ging etwas Beruhigendes von ihm aus - eine Eigenschaft, die ihm Jo fr¿her nicht attestiert h¿e.

    Gerhard war der Local Hero ihrer Jungm¿hentr¿e gewesen, der geheimnisumwitterte Schwarm in ihrer Stammdiskothek, dem ¿Pegasus¿. Diese Diskothek in Kemptens Altstadt war eine Institution f¿r Jo gewesen, eine bessere Heimat als ihr Elternhaus. Hier hatten alle ihre pubertierenden Freundinnen Zuflucht gefunden. Im st¿igen Reigen begegnete man sich, ging ein St¿ck gemeinsam, geh¿rte zu Cliquen mit wechselnder Besetzung, verleumdete sich, hasste und liebte sich - und feierte.
    Die endlosen N¿te waren vielleicht gar nicht so spannend gewesen, und die Rauschgiftorgien, die man dem ¿Pega¿ nachsagte, hatte es nie gegeben. Aber Jo hatte zum Zirkel der Erlesenen geh¿rt. Sie durfte an der Getr¿eausgabe oder beim DJ stehen. Der Rock kurz, das Dekollete tief, ein Jungm¿lvamp im Banne einer ebenso banalen wie aufregenden Kleinstadt. Es waren N¿te mit ewig gleichen Ritualen gewesen. ¿Stairway to heaven¿ lief als letztes Lied, und stets schickte Jo sehns¿chtige Blicke zu Gerhard hin¿ber. Ob er sie noch zum ¿Kaffee¿ einladen w¿rde? Acht von zehn Malen war er schon weg, wenn das unbarmherzige Licht den Raum erleuchtete und Jo von ihren Drehungen ¿ber die fast leere Tanzfl¿e wieder aufsah.
    Nur manchmal hatte er sich die Ehre gegeben und war als Liebhaber eigentlich keine Offenbarung gewesen. Aber dieses Spiel von Kommen-Lassen und sich Entziehen, das beherrschte er meisterlich. Au¿rdem waren Frauen f¿r ihn wohl eher sekund¿ er h¿e eine Bergtour mit seinen Kumpels jederzeit einer Nacht mit Jo vorgezogen. Aber genau das machte ihn interessant.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 284
Erscheinungsdatum 10.11.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-46913-0
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 18,8/11,9/2,3 cm
Gewicht 239 g
Verkaufsrang 55384
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
3 Bewertungen
Übersicht
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Allgäu - erfrischend schmalzarm
von Lesen, lesen, lesen - anstatt immer an die Fakten denken... aus Hessen am 27.04.2011

Angenehme leichtverdauliche Kost mit ordentlicher Portion Lokalkolorit - ohne dabei lediglich ein Klischee an das nächste zu reihen. Das Richtige für zwischendurch.

Echt spitze
von Brigitte Bouman-Mengering aus Lingen (Ems) am 19.04.2011

Tja,da hab ich immer gedacht,meine Katze wäre verwöhnt.Die entsprechenden Passagen aus dem Buch habe ich ihr natürlich nicht vorgelesen,denn dann müsste ich jetzt in der Küche stehen und Milch aufschäumen,statt zu schreiben.Dieser Krimi mit den Protagonisten Weinzirl und Kennerknecht ist gut geschrieben.Eine spannende Geschichte... Tja,da hab ich immer gedacht,meine Katze wäre verwöhnt.Die entsprechenden Passagen aus dem Buch habe ich ihr natürlich nicht vorgelesen,denn dann müsste ich jetzt in der Küche stehen und Milch aufschäumen,statt zu schreiben.Dieser Krimi mit den Protagonisten Weinzirl und Kennerknecht ist gut geschrieben.Eine spannende Geschichte,viel Allgäu und ihre gewohnt schrullig-liebenswerten Bewohner.Eine gute Mischung,finde ich.Die beiden Charaktere passen hervorragend zusammen,grad weil sie so unterschiedlich sind.

Nette Unterhaltung
von einer Kundin/einem Kunden am 13.03.2009

Als Krimi würde ich dieses Buch nicht bezeichnen, da hierzu meiner Meinung nach die Spannung fehlt. Von Nervenkitzel ganz zu schweigen. Trotzdem machte es mir Freude, dieses Buch zu lesen. Die Mentalität der typischen Allgäuer wird gut dargestellt. Dem Leser wird aber zu oft unter die Nase gerieben, wie negativ der Allgäuer ... Als Krimi würde ich dieses Buch nicht bezeichnen, da hierzu meiner Meinung nach die Spannung fehlt. Von Nervenkitzel ganz zu schweigen. Trotzdem machte es mir Freude, dieses Buch zu lesen. Die Mentalität der typischen Allgäuer wird gut dargestellt. Dem Leser wird aber zu oft unter die Nase gerieben, wie negativ der Allgäuer an sich über Touristen denkt. Als Katzenliebhaberin finde ich es ganz nett, wie Jo Kennerknecht`s Beziehung zu ihren Katzen beschrieben wird.