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Die Bienenhüterin

Roman - Geschenkausgabe

Das Besondere Taschenbuch ? Große Romane im besonderen Taschen-Format Lilys Mutter ist vor zehn Jahren umgekommen. Ihr Vater herrscht wie ein grausamer Rachegott über die inzwischen 14-jährige. Eines Tages flieht Lily aus der bedrückenden Atmosphäre ihres Elternhauses, wandert über die staubigen Straßen der Südstaaten, um ein neues Zuhause zu finden. Sie begegnet wunderbaren Menschen, rettet mit Mut und Klugheit ein Leben und findet bei drei Frauen Unterschlupf, die, wie im Märchen, in großer Eintracht zusammenwohnen. Die drei Schwestern geben dem Mädchen alles, was es braucht: Liebe, Halt, und Geborgenheit. Sie nehmen Lily in ihre Familie auf und weihen sie in die Geheimnisse weiblichen Wissens ein. Lily lernt alles über die Bienenzucht. Sie erfährt, wer ihre Mutter, die sie so schmerzlich vermisst, wirklich war, und sie verliebt sich. Doch eines Tages steht ihr Vater am Gartentor ? Bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen. "Die Geschichte eines mutterlosen Mädchens, das entdeckt, was Liebe wirklich bedeutet und an welch seltsamen und wunderbaren Orten wir Liebe finden können." The Washington Post
Portrait
Sue Monk Kidd hatte sich in den USA bereits mit dem Schreiben von Biografien einen Namen gemacht, ehe „Die Bienenhüterin“ erst zum Geheimtipp, dann zum großen internationalen Bestseller wurde, der sich allein in den USA über 6 Millionen Mal verkaufte und in England für den renommierten Orange Prize nominiert war. Auch „Die Meerfrau“ stand monatelang auf den Bestsellerlisten. Ihr lange erwarteter neuer Roman "Die Erfindung der Flügel" sorgte in den USA gleich nach Erscheinen für großes Aufsehen und stieg auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste ein. Die Filmrechte hat sich Oprah Winfrey gesichert. Sue Monk Kidd lebt mit ihrer Familie in South Carolina.
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  • Die Königin verkörpert die einigende Kraft der Gemeinschaft. Entfernt man
    sie aus dem Bienenkorb, spüren die Arbeitsdrohnen ihre Abwesenheit sehr rasch. Schon nach einigen wenigen Stunden zeigt ihr Verhalten eindeutige Anzeichen dafür, dass die Königin fehlt.

    Nachts lag ich im Bett und schaute zu, wie die Bienen durch die Spalten in der Wand meines Schlafzimmers schlüpften und in Kreisen durch mein Zimmer flogen, sie machten ein Geräusch wie Propeller, ein ganz hohes Sssssssss, das dicht um mich herum summte. Ich sah ihre Flügel im Dunkeln wie kleine Chromteilchen schimmern und spürte in mir eine unbestimmte Sehnsucht aufsteigen. Dass die Bienen einfach so herumflogen, ohne nach einer einzigen Blume zu suchen, allein, um den Wind unter ihren Flügeln zu spüren, das hat mich bis in die Tiefe meines Herzens berührt.
    Tagsüber hörte ich zu, wie sie sich Gänge durch die Wände meines Zimmers bohrten, es klang, als würde im Nebenzimmer ein Radio rauschen, und ich stellte mir vor, wie sie die Wände von innen in Honigwaben verwandelten, aus denen satter Honig tropft, von dem ich dann kosten dürfte.
    Die Bienen kamen im Sommer 1964, es war der Sommer, in dem ich vierzehn Jahre alt wurde und von dem an mein Leben eine neue Wendung nahm, und damit meine ich eine völlig neue Wendung. Aus heutiger Sicht kommt es mir vor, als wären mir die Bienen gesandt worden. Ich will damit sagen, sie erschienen mir, so wie der Erzengel Gabriel die Jungfrau Maria heimsuchte. Die Bienen setzten eine Kette von Ereignissen in Gang, von denen ich niemals zu träumen gewagt hätte. Ich weiß, es ist vermessen, mein kleines unbedeutendes Leben mit dem ihren zu vergleichen, aber ich habe guten Grund zu glauben, dass sie nichts dagegen hätten - aber dazu komme ich später. Im Moment will ich nur so viel sagen: Trotz allem, was in diesem Sommer geschehen ist, hege ich für die Bienen nur gute Gefühle.

    1. Juli 1964, ich liege im Bett und warte darauf, dass die Bienen kommen, und denke an das, was Rosaleen gesagt hatte, als ich ihr von den nächtlichen Besuchen erzählt hatte.
    »Bienen schwärmen, bevor jemand stirbt«, hatte sie gesagt.
    Rosaleen arbeitete für uns, seit meine Mutter gestorben war. Mein Daddy - den ich T. Ray nannte, weil »Daddy« einfach nicht zu ihm passte - hatte sie aus der Pfirsichplantage geholt, in der sie als Pflückerin gearbeitet hatte. Sie hatte ein großes, rundes Gesicht, und ihr Körper sah aus wie ein Zelt, das sackartig von ihrem Hals herabhing, und sie war schwarz wie die Nacht. Sie lebte ganz alleine in einem kleinen Haus, das tief im Wald kauerte, gar nicht so weit weg von uns. Sie kam jeden Tag, um zu kochen, zu waschen und um meine Ersatzmutter zu sein. Rosaleen hatte nie ein eigenes Kind gehabt, und so war ich in den letzten zehn Jahren ihr Versuchskaninchen gewesen.
    Bienen schwärmen, bevor jemand stirbt. Sie hatte immer jede Menge verrückter Ideen im Kopf, denen ich sonst nicht groß Beachtung schenkte, aber jetzt lag ich doch wach und dachte über diesen Satz nach und fragte mich, ob die Bienen gekommen waren, um mich zu töten. Dieser Gedanke machte mir gar nichts aus, ehrlich nicht. Die Bienen hätten sich alle auf mir nieder lassen können, jede dabei so sanft wie ein Engel, und mich totstechen können, und es wäre nicht einmal das Schlimmste gewesen. Die Leute, die glauben, dass der Tod das Schrecklichste ist, haben keine Ahnung vom Leben.
    Meine Mutter starb, als ich vier Jahre alt war. Das war nun mal so, aber immer, wenn ich auf das Thema kam, interessierten sich die Leute plötzlich für ihre eingewachsenen Nägel oder ihre Nagelhaut, oder aber sie starrten einfach in die Luft. Mich schienen sie überhaupt nicht zu hören. Nur dann und wann sagte eine mitfühlende Seele: »Denk nicht weiter darüber nach, Lily. Es war doch ein Unfall. Du hast es ja nicht mit Absicht getan.«
    In jener Nacht lag ich also im Bett und dachte über das Sterben nach und dass ich zu meiner Mutter ins Paradies kommen würde. Ich würde zu ihr gehen und sagen: »Mutter, verzeih mir. Bitte verzeih mir.« Und sie würde meine Haut so lange küssen, bis sie unter ihren Küssen ganz rau würde, und sie würde mir sagen, dass mich keine Schuld trifft. Das würde sie mir während der ersten zehntausend Jahre immer wieder sagen.
    In den nächsten zehntausend Jahren würde sie mir dann mein Haar zurechtmachen. Sie würde es bürsten, und es würde so schön sein, dass alle Leute im Himmel ihre Harfen weglegen würden, nur um mein Haar zu bewundern. An den Haaren eines Mädchens kann man sehen, ob es noch eine Mutter hat. Mein Haar stand immer vom Kopf ab, in alle Himmelsrichtungen, und natürlich weigerte sich T. Ray, mir Lockenwickler zu kaufen. Ein ganzes Jahr lang musste ich mir leere Saftdosen ins Haar wickeln, weshalb ich unter ständiger Schlaflosigkeit litt. Ich hatte immer nur die Wahl zwischen einer halbwegs akzeptablen Frisur bei Tage oder ungestörtem Nachtschlaf.
    Ich beschloss, dass ich mir vier oder fünf Jahrhunderte lang Zeit nehmen würde, um ihr zu erzählen, wie entsetzlich es wirklich war, bei T. Ray zu leben. Missmutig war er ja das ganze Jahr über, aber im Sommer, wenn er von morgens bis abends in der Pfirsichplantage arbeitete, wurde es besonders schlimm. Ich ging ihm meistens aus dem Weg. Nett war er nur zu Snout, seinem Spürhund, der in seinem Bett schlafen durfte und dem er immer den Bauch kraulte, sobald sich der Hund auf seinen drahtigen Rücken rollte. Einmal habe ich sogar gesehen, wie Snout auf T. Rays Stiefel pinkelte, und er hat noch nicht einmal mit der Wimper gezuckt!
    Ich habe Gott immer wieder gebeten, etwas wegen T. Ray zu unternehmen. Vierzig Jahre lang ist er zur Kirche gegangen, aber er wurde nur noch schlimmer. Ich finde, das sollte Gott doch eigentlich zu denken geben.
    Ich schlug die Laken zurück. Im Zimmer war es vollkommen ruhig, nicht eine einzige Biene, nirgendwo. Jede Minute sah ich auf die Uhr an meinem Nachttisch und fragte mich, wo sie wohl blieben.
    Endlich, kurz vor Mitternacht, als mir vor lauter Anstrengung die Augenlider beinahe zugefallen wären, setzte drüben in der Ecke ein schnurrendes Geräusch ein, dunkel und vibrierend, es klang fast, als käme es von einer Katze. Wenige Momente später huschten Schatten über die Wand. Wenn sie am Fenster vorbeikamen, fiel Licht auf sie, und ich konnte die Umrisse ihrer Flügel sehen. Das Geräusch schwoll im Dunkel an, bis das ganze Zimmer pulsierte, bis die Luft bebte und vibrierte, schwer und voll von Bienen. Sie flogen um mich herum, mein Körper lag mitten in dieser wirbelnden Wolke. Ich konnte nicht einmal mehr klar denken, so laut summten die Bienen.
    Ich presste die Fingernägel gegen die Handflächen, bis sich auf meiner Haut tiefe Rillen abzeichneten. In einem Raum voller Bienen kann ein Mensch so gut wie zu Tode gestochen werden.
    Und dennoch, das war ein unglaublicher Anblick. Auf einmal konnte ich es nicht mehr aushalten, ich musste das jemandem zeigen, selbst wenn der einzige Mensch in meiner Nähe T. Ray war. Und sollte er von Hunderten von Bienen gestochen werden, na ja, das täte mir dann wohl Leid.
    Ich schlüpfte aus dem Bett und stürzte zur Tür, mitten durch die Bienen hindurch. Ich weckte ihn auf, indem ich seinen Arm mit einem Finger berührte, erst ganz sachte, dann immer fester, bis ich schließlich meinen Finger in seinen Arm stieß und staunte, wie hart er sich anfühlte.
    T. Ray sprang aus dem Bett, er hatte nur seine Unterwäsche an. Ich zerrte ihn zu meinem Zimmer, während er brüllte, wehe, wenn sich das nicht lohnt, wehe, wenn nicht wenigstens das verdammte Haus in Flammen steht, und Snout bellte, als ob wir beim Taubenschießen wären.
    »Bienen!«, rief ich, »in meinem Zimmer ist ein Bienenschwarm!«
    Aber als wir in mein Zimmer kamen, hatten sie sich wieder in der Wand verkrochen, als ob sie gewusst hätten, dass er kommt, als ob sie ihre Flugkünste nicht an ihn verschwenden wollten.
    »Verdammt noch mal, Lily, das find ich nich' komisch.«
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 475
Erscheinungsdatum 29.09.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-73887-8
Verlag btb
Maße (L/B/H) 15,5/9,5/2,7 cm
Gewicht 225 g
Originaltitel The Secret Life of Bees
Übersetzer Astrid Mania
Verkaufsrang 27544
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

Einzigartig fesselnd!

Sabrina Hermes, Thalia-Buchhandlung Bad Oeynhausen

South Carolina in den 60er-Jahren. Lily, eine Halbwaise, lebt mit ihrem tyrannischen Vater zusammen, bis sie es eines Tages nicht mehr aushält und flieht. Sie landet auf einer Bienenzuchtfarm und wird von den farbigen Frauen dort zunächst skeptisch, dann jedoch voller Wärme aufgenommen. Sie lernt die Geheimnisse der Bienenzucht kennen und muss lernen, dass ihr normales Leben nicht für alle Menschen in Amerika gilt. Dieses Buch vereint sehr viele Elemente - die schwierige Situation farbiger Mitmenschen vor einigen Jahrzehnten in Amerika, ein kleines Mädchen, dass den Wurzeln seiner Mutter nachgeht, eine dramatische Familiengeschichte und ganz viel Wärme und Herzlichkeit. Dieses Buch fesselt und lässt seine Leser nicht mehr los!

Die Bienenhüterin

K. Meyer, Thalia-Buchhandlung Halle

Ein herzzerreißender Roman von einem 14-jährigen Mädchen dessen Mutter vor zehn Jahren verunglückt ist und dessen Vater ein grausamer Hausdrache ist. Ein zauberhaftes Buch was mich manchmal zu Tränen gerührt hat.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
23 Bewertungen
Übersicht
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Auch du hast Flügel
von Igelmanu66 aus Mülheim am 27.03.2015
Bewertet: Einband: Taschenbuch

»Nachts lag ich im Bett und schaute zu, wie die Bienen durch die Spalten in der Wand meines Schlafzimmers schlüpften und in Kreisen durch mein Zimmer flogen, sie machten ein Geräusch wie Propeller, ein ganz hohes Sssssss, das dicht um mich herum summte. Ich sah ihre Flügel im Dunkeln wie kleine Chromteilchen schimmern und spürte... »Nachts lag ich im Bett und schaute zu, wie die Bienen durch die Spalten in der Wand meines Schlafzimmers schlüpften und in Kreisen durch mein Zimmer flogen, sie machten ein Geräusch wie Propeller, ein ganz hohes Sssssss, das dicht um mich herum summte. Ich sah ihre Flügel im Dunkeln wie kleine Chromteilchen schimmern und spürte in mir eine unbestimmte Sehnsucht aufsteigen. Dass die Bienen einfach so herumflogen, ohne nach einer einzigen Blume zu suchen, allein, um den Wind unter ihren Flügeln zu spüren, das hat mich bis in die Tiefe meines Herzens berührt.« South Carolina im Juli 1964. Die 14jährige Lily hat nicht gerade das, was man eine glückliche Kindheit nennen könnte. Ihre Mutter starb, als sie ein kleines Mädchen war. Geschwister, Großeltern oder andere Verwandte hat sie nicht, nur ihren Vater. Und der ist gewalttätig und gemein, ist so wenig Vater, dass sie ihn nicht Daddy nennt, sondern T. Ray. Die einzig guten Dinge in ihrem Leben sind die farbige Hausangestellte Rosaleen und die Bienen, die nachts durch ihr Zimmer fliegen. So scheint es wie ein Zeichen des Himmels zu sein, dass sie, als sie eines Tages von zuhause wegläuft, bei drei farbigen Schwestern Unterschlupf findet, die sie die Bienenzucht lehren. Und noch viel mehr… Dieses Buch gehört wieder zu der Sorte, die mich packt und während des Lesens ständig emotional durchschüttelt, mich mal „ist das schön“ seufzen lässt um mich im nächsten Moment richtig wütend werden zu lassen. Da ist zunächst mal der Ort der Handlung, die Südstaaten der USA. Sehr schön spiegeln die Beschreibungen die Widersprüchlichkeiten dieser Gegend wieder. Da sind einerseits enorme Weite, andererseits sich daraus ergebende Einsamkeit. Da sind (wie hier in den Sommermonaten) glühende Hitze und auf der anderen Seite herrliche Schilderungen von Flora und Fauna. Wie wichtig Wasser in einer solchen Ecke der Welt ist, merkt man deutlich, wenn ein Fluss oder ein Regenguss beschrieben werden. Ich sehe dann das Wasser richtig vor mir, fühle, wie erfrischend es ist, höre die Geräusche, die es macht. Eine große Rolle kommt in diesem Buch den Bienen zu. Ich gestehe, dass ich zwar keine Angst vor Bienen habe, auch nicht allergisch bin, ich es mir aber trotzdem nicht als schön vorstellen kann, wenn diese Tiere im Schwarm um mich herumfliegen würden. Auch meine Sympathie gegenüber anderem Krabbeltier hält sich schwer in Grenzen, umso faszinierter habe ich hier von Menschen gelesen, die diese Tiere wirklich lieben. Ganz nebenbei erfährt man so einiges über Bienen und die Imkerei – ich fand das sehr interessant und habe mir heute früh gleich mal ein leckeres Honigbrot gemacht ;-) Kommen wir zur Zeit der Handlung. Das amerikanische Bürgerrechtsgesetz von 1964 verurteilte die Rassentrennung, verbot „jegliche auf Rasse, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder nationaler Herkunft begründete Diskriminierung in öffentlichen Einrichtungen, in der Regierung und in der Arbeitswelt.“ Nun, bekannterweise bedeutet die Verabschiedung eines Gesetzes nicht, dass es auch mit der Umsetzung klappt. In diesem Buch erleben wir Menschen, farbige Menschen, die nun endlich die ihnen zustehenden Rechte durchsetzen möchten und brutal ausgebremst werden. Das sind dann so Stellen, an denen ich beim Lesen richtig wütend werde, an denen mir diese Ungerechtigkeiten förmlich auf den Magen schlagen! Aber das Buch ist fair genug, um auch „andere“ Weiße zu zeigen und um klarzumachen, dass Rassenvorurteile auch andersherum existieren. Und dann das junge Mädchen, das nicht nur mit den normalen Widrigkeiten des Erwachsenwerdens zu kämpfen hat, sondern eine wirklich üble Ausgangssituation hat und sich zudem mit Schuldgefühlen herumplagen muss. Der Kontakt zu den Schwestern, die Lily aufnehmen, bringt ihr nicht nur einen Unterschlupf in der Not und Kenntnisse über Bienen, sondern auch Lebenshilfe in vielerlei Hinsicht. Ich habe mich lange Zeit gefragt, wie sich diese Situation wohl auflösen lässt und hatte entweder einen deprimierenden Schluss befürchtet oder einen übertriebenen „plötzlich-ist-heile-welt-und-alles-gut“ Schluss. Beides ist zum Glück nicht der Fall, das Ende wirkt angenehm realistisch. Die Schilderung, durchgehend aus Lilys Sicht, ist sehr schön zu lesen. Lily hat manchmal eine herrlich trockene Art, die mir selbst in eigentlich ernsten Situationen ein Grinsen entlocken konnte. »Ich habe Gott immer wieder gebeten, etwas wegen T. Ray zu unternehmen. Vierzig Jahre lang ist er zur Kirche gegangen, aber er wurde nur noch schlimmer. Ich finde, das sollte Gott doch eigentlich zu denken geben.« Fazit: Eine herrliche Geschichte, zugleich leicht und anspruchsvoll, bedrückend und Hoffnung machend. »Lily Melissa Owens, auch du hast Flügel.«

Zum Träumen
von Belinda Wiesbauer aus Steyr am 10.09.2012
Bewertet: Medium: H?rbuch (CD)

South-Carolina in den 60-er Jahren, ein herrischer Vater, eine14-jähriges Mädchen namens Lily und drei farbige Schwestern ergeben die Zutaten zu dieser wunderschönen Geschichte über Ängste und deren Bewältigung in allen Facetten. Rassenhass, Vorurteile und Liebe werden hier in einem so wunderbaren Sprachstil behandelt und so lä... South-Carolina in den 60-er Jahren, ein herrischer Vater, eine14-jähriges Mädchen namens Lily und drei farbige Schwestern ergeben die Zutaten zu dieser wunderschönen Geschichte über Ängste und deren Bewältigung in allen Facetten. Rassenhass, Vorurteile und Liebe werden hier in einem so wunderbaren Sprachstil behandelt und so lädt dieser Roman zum Eintauchen in diese längst vergangene Welt ein, die so fern unserer ist. Hier geht es nicht nur um Honig sondern auch um tiefe Gefühle! Andrea Hörnke-Triess ließt dieses außergewöhnlich schöne Buch mit so schöner Stimme, dass man die Personen förmlich vor sich sieht.

Poetische 60s
von ML aus Basel am 29.08.2012
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Amerika in den 1960ern. Es ist heiss, staubig und unwirtlich auf dem Land. Die dunkelhäutige Bevölkerung muckt auf, die Weissen bemerken, dass sich nicht alles um sie dreht. Doch eigentlich ist dies nur eine Randgeschichte. Hier gehts um (die Weisse) Lily die vor ihrem gewalttätigen Vater flüchtet und warmherzig von drei (dunkel... Amerika in den 1960ern. Es ist heiss, staubig und unwirtlich auf dem Land. Die dunkelhäutige Bevölkerung muckt auf, die Weissen bemerken, dass sich nicht alles um sie dreht. Doch eigentlich ist dies nur eine Randgeschichte. Hier gehts um (die Weisse) Lily die vor ihrem gewalttätigen Vater flüchtet und warmherzig von drei (dunkelhäutigen) Schwestern aufgenommen wird. Diese bringen ihr über die Imkerei die Liebe zum Leben zurück, die Liebe näher und dass es sich lohnt optimistisch in die Zukunft zu schauen. Ein unendlich trauriges, bittersüsses, schönes, poetisches Buch voller Geistesbilder. Klarer, kurzer Schreibstil, ein ansprechendes Cover - ein "must-have"-Buch ist geboren. Bitte LESEN! ALLE! Und dann verschenken.