Behandlungsfokus

Psychodynamische Therapieplanung, Ziel- und Zeitbegrenzung, Praxisgerechte Nutzung der OPD-2, Bericht an den Gutachter

Udo Boessmann, Arno Remmers

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Beschreibung

Einer der wichtigsten Realfaktoren in der Psychotherapie ist die Zeit und die Notwendigkeit der Zeitbegrenzung, sowohl hinsichtlich der Dauer der einzelnen Sitzung als auch hinsichtlich der Gesamtzahl der genehmigungsfähigen Sitzungen. In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie ist es notwendig, mit Hilfe von klaren, mit dem Patienten gemeinsam erarbeiteten Therapiezielen den Therapieprozess zu strukturieren. Die eigentliche Kunst der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie besteht darin, sich auf umschriebene Therapieziele zu begrenzen und die therapeutische Arbeit auf eine kleine Auswahl wesentlicher Foki zu konzentrieren. Die Arbeit an einem einzelnen Fokus setzt häufig Ressourcen frei, die den Patienten befähigen, zunehmend bewusst und selbständig an dem therapeutischen Fokus selbst, aber auch an anderen Konfliktfeldern weiterzuarbeiten.

Die aktuell wirksamen Faktoren, die, ohne dass es dem Patienten bewusst wäre, deren Eigendynamik, den inneren unbewussten Konflikt und damit die Störung unterhalten, entdecken Psychotherapeuten oftmals erst im Verlauf des Behandlungsprozesses und ggf. unter Nutzung von Übertragung und Gegenübertragung. Diese aktuell wirksamen Faktoren zu verstehen, zu erklären und zu verändern, ist Hauptaufgabe des Psychotherapeuten.

Die therapiestrategischen Leitfragen lauten: Was muss sich im Patienten am dringendsten verändern, damit er gesund werden kann? Welche Veränderungen in den unbewussten Prozessen im Patienten und in der Interaktion mit seinem sozialen Umfeld sind realistischerweise möglich? In welchem Umfang darf der Therapeut überhaupt hoffen, dass er Symptome zum Verschwinden bringt, wenn sich der Patient unter der Behandlung tatsächlich verändert?

Die mit dem Patienten zusammen festgelegten Ziele sollten an dem ausgerichtet sein, was dem Patienten mit seinen spezifischen Ressourcen möglich ist. Vor allem sind die therapeutischen Foki so zu bestimmen, dass sie dem Strukturniveau des Patienten angemessen sind und ein Maximum an Nutzen für die konkrete Lebensbewältigung des Patienten erhoffen lassen.

Die Autoren liefern zahlreiche Vorschläge und Beispiele für eine solche praxisgerechte Therapieplanung und Fokusbearbeitung.

UDO BOESSMANN: ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Psychotherapeutische Medizin. Ermächtigt von der hessischen Landesärztekammer bildet er ärztliche und psychologische Psychotherapeuten aus. Die Schwerpunkte seiner Lehrtätigkeit sind: Theoretische Grundlagen der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, diagnostische und therapeutische Nutzung der Arzt-Patient-Beziehung mit besonderer Berücksichtigung von Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand, methodenübergreifende Supervision und Moderatorentraining.
Autor mehrerer beim Deutschen Psychologen Verlag, Bonn, erschienen Titel, darunter "Tiefenpsychologisch fundierte Berichte an den Gutachter schnell und sicher schreiben", "Wirksam behandeln" sowie "Praktischer Leitfaden für tiefenpsychologiosch fundierte Richtlinientherapie".

ARNO REMMERS: Facharzt für Allgemeinmedizin, Psychotherapie, Qualitätsmanagement, Dozent, Lehrtherapeut und Supervisor der Wiesbadener Akademie für Psychotherapie WIAP
1970 – 1976 Studium Humanmedizin, 1976 – 1980 Kliniken für Innere Medizin, Allgemeinpraxis 1981 – 1992, Auslandsprojekte 1990 – 2006, Lehrtätigkeit für Psychotherapie und Psychosomatik in Varna, Bulgarien 1992 – 1995, 2001 – 2003 ltd. Oberarzt in psychosomatischer Rehaklinik, Klinik-Qualitätsmanager, 2004 – 2006 hauptamtlicher Dozent an der WIAP, Didaktik der Psychotherapie, Aufbau der Institutsambulanz, 2006 eigene Psychotherapiepraxis in Hagen/Westfalen und Honorardozent an der WIAP
Aus- und Weiterbildung: Allgemeinmedizin, Rettungsdienst, Ultraschalldiagnostik, Psychotherapie, Europäisches Zertifikat für Psychotherapie ECP, ärztliches Qualitätsmanagement, EFQM-Assessor, Curriculum Schmerztherapie, Supervisor, Weiterbildungsermächtigung Psychotherapie

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 157
Erscheinungsdatum 01.04.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-931589-84-4
Verlag Deutscher Psychologen Verlag
Maße (L/B/H) 21,3/14,9/1 cm
Gewicht 262 g
Auflage 1. Auflage

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  • Aus dem Inhalt:
    Begegnung und Entscheidung zu Beginn der Therapie
    Gegenwarts- und zukunftsorientierte Therapieplanung
    Die Entwicklung der Begriffe Fokus, Fokalkonflikt und Fokaltherapie
    Fokaltherapie nach Michael Balint
    Fokusformulierung im deutschsprachigen Raum
    Dysfunktionale Beziehungsmuster als dynamischer Fokus
    Das Thema des zentralen Beziehungskonfliktes
    Fokusorientierung in den Psychotherapie-Richtlinien und in der OPD-2
    Die Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD)
    Beziehung, Konflikt, Struktur und Symptomentwicklung in der OPD-2
    Operationalisierung der OPD-2-Achsen "Beziehung" und "Konflikt"
    A. Selbstbeschreibung des Patienten in seinen Beziehungen zu anderen (wie der Patient sich selbst im Kontakt zu anderen erlebt)
    B. Das Erleben des Verhaltens anderer durch den Patienten
    C. Beziehungsverhalten des Patienten aus Sicht des Therapeuten
    D. Selbsterleben des Therapeuten im Kontakt mit dem Patienten (Gegenübertragung)
    Der erste Schritt in der Behandlungsplanung: Das Strukturniveau nach OPD erfassen
    1. Selbstwahrnehmung (eigener Körper, eigene Affekte, eigene Phantasiewelt, Selbstreflexionsvermögen und Identitätserleben)
    2. Wahrnehmung anderer (Objekte) und Selbst-Objekt-Differenzierung
    3. Emotionales Kommunikationsvermögen (Kontaktaufnahme, Empathie und Antizipation der Reaktionen anderer)
    4. Affekt- und Impulssteuerung
    5. Selbstwertregulierung
    6. Bindung (Bindung eingehen, Hilfe annehmen, Bindung lösen, Variabilität der Bindung)
    7. Objekt- und Selbstrepräsentanzen (positive innere Bilder von wichtigen Menschen, Objektkonstanz, achtsamer Umgang mit sich selbst)
    8. Denken und Kognition
    Checkliste zum Strukturniveau (modifiziert nach OPD)
    Therapeutische Konsequenzen aus der Höhe des Strukturniveaus
    Therapeutisches Vorgehen bei konfliktbedingten Störungen
    Setting und Regelstundenzahl
    Therapiebeziehung
    Behandlungsfokus: Ressourcen erkennen und nutzen.
    Behandlungsfokus: Repetitive dysfunktionale Beziehungsmuster
    Behandlungsfokus: Die zentralen Konfliktthemen gemäß OPD
    Formulierung eines Fokalsatzes
    Altruistisch-depressive Neurosenstruktur
    Abhängige Strukturanteile
    Ängstliche Strukturanteile
    Zwanghafte Neurosenstruktur
    Histrionische Neurosenstruktur
    Emotional instabile Strukturanteile
    Paranoide Strukturanteile
    Schizoide Neurosenstruktur
    Narzisstische Strukturanteile
    Passiv-aggressive Strukturanteile
    Pseudounabhängige Strukturanteile
    Unbewusster Übertragungsfokus
    Ziel- und Zeitbegrenzung
    Patienten mit nur scheinbar gut integriertem Strukturniveau
    Therapeutisches Vorgehen bei strukturellen Störungen
    Setting
    Therapiebeziehung, Containing, Hilfs-Ich-Funktion
    Arbeit an den Aufträgen des Patienten und der zuweisenden Personen
    Behandlungsfokus: Erkennen und Nutzen von Ressourcen
    Strukturbezogene Behandlungsfoki im engeren Sinn
    Behandlungsfokus: Einseitige und rigide Beziehungsgestaltung
    Ziel- und Zeitbegrenzung
    Spezifische strukturbezogene Interventionen nach Rudolf
    Selbstkritische Fragen hinsichtlich des Therapieverlaufs
    Zum Schluss ein Fall aus der Praxis
    Fragebogen1
    Patientenfragebogen 2, angelehnt an die OPD-2
    Auswertungsmatrix für Patientenfragebogen 2
    Sach- und Personenregister