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Stimmen im Wald

Kriminalroman aus der Eifel. Originalausgabe

kbv krimi Band 197

Niemand im Dorf nimmt Michel Frings ernst, wenn er auf der Suche nach dem Luchs die Wälder durchstreift. Als er eines Morgens tot auf einer Lichtung gefunden wird, wundert es niemanden, dass das Herz des alten Sonderlings aufgehört hat zu schlagen.
Auch sein junger Bruder Jo reist aus dem Ausland zur Beerdigung an. Jo, so heißt es im Dorf, habe in der Ferne Karriere gemacht. Sie ahnen nicht, dass er sich seit Langem mit billigen Taschenspielertricks und kleinen Gaunereien über Wasser hält.
Als er jetzt in die ungeliebte Heimat zurückkehrt, hat Jo nur ein Ziel: Er will den Hof so rasch wie möglich verkaufen und sich sein Erbe unter den Nagel reißen. Aber zu seinem Schrecken muss er feststellen, dass sein Bruder nahezu mittellos war.
Jo stößt auch auf schreckliche Dinge ganz anderer Art. Der Tod seines Buders war alles andere als ein Unfall, so dämmert es ihm schon bald.
Er taucht wieder ein in die dörfliche Enge seiner Jugend und entdeckt ein wohlgehütetes Geheimnis, das auch ihn das Leben kosten könnte. Und es ist kaum anzunehmen, dass ihm seine kleinen Tricks gegen die drohende Gefahr helfen können.
Portrait
Ralf Kramp, geboren 1963 in Euskirchen, lebt in der Vulkaneifel. Für sein Debüt „Tief unterm Laub” erhielt er den Förderpreis des Eifel-Literaturfestivals. Seither erschienen mehrere Kriminalromane, unter anderem auch die Reihe um den kauzigen Helden Herbie Feldmann und seinen unsichtbaren Begleiter Julius, die mittlerweile deutschlandweit eine große Fangemeinde hat. Seit 1998 veranstaltet er mit großem Erfolg unter dem Titel „Blutspur” Krimiwochenenden in der Eifel, bei denen hartgesottene Krimifans ihr angelesenes „Fachwissen” endlich bei einer Live-Mördersuche in die Tat umsetzen können. Im Jahr 2002 erhielt er den Kulturpreis des Kreises Euskirchen.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 272
Erscheinungsdatum 10.02.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-940077-43-1
Verlag KBV Verlags-und Medienges
Maße (L/B/H) 17,7/11,8/2,2 cm
Gewicht 192 g
Auflage 4. Auflage
Buch (Taschenbuch)
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Ein Männlein stirbt im Walde ...
von Stefan Heidsiek aus Darmstadt am 17.04.2012

«Kriminalroman aus der Eifel» prangt in Lettern unter dem Titel auf dem Cover. Und genau das und eben nicht mehr erwartet man als Leser. Ein bisschen Lokalkolorit hier, ein wenig Landschaftsbeschreibungen da. Garniert mit einem brummigen Ermittler, der dann bitte noch den typischen Dialekt zu sprechen hat. Wie schön, dass Ralf K... «Kriminalroman aus der Eifel» prangt in Lettern unter dem Titel auf dem Cover. Und genau das und eben nicht mehr erwartet man als Leser. Ein bisschen Lokalkolorit hier, ein wenig Landschaftsbeschreibungen da. Garniert mit einem brummigen Ermittler, der dann bitte noch den typischen Dialekt zu sprechen hat. Wie schön, dass Ralf Kramp diesen Weg nicht gegangen ist und uns stattdessen eine überraschend unterhaltsame und innovative Handlung kredenzt hat, bei der allein der Hauptprotagonist schon für Freude sorgt. «Jo» Frings ist zweifellos der Kleber, der den ganzen Plot zusammenhält und dafür sorgt, dass man von Beginn an den Zugang zur Geschichte findet. Die Idee, statt eines Kommissars oder Detektivs einen listigen, abgewrackten Gauner die Ermittlungen führen zu lassen, ist zwar kein gänzlich neuer Geniestreich, aber eben eine erfrischende Abwechslung. «Jo" Frings könnte direkt einem Lawrence Block-Roman entsprungen sein, derart gewieft und trickreich linkt er seine Gegner. Alles was er auf 236 Seiten tut, tut er gänzlich für sich selbst. Alles was wir sehen, sehen wir durch die Augen eines kriminellen Ganoven. Ihn interessiert weniger die moralische Aufklärung des Verbrechens, als vielmehr das Geld, was sich dadurch ergattern lässt. Und das er dafür die ein oder andere Abreibung kassieren muss, versteht sich von selbst. Hier folgt Kramp klar den Vorbildern von »Pulp« und »Noir«. Ralf Kramp verliert dennoch die Ländlichkeit des Handlungsschauplatzes nie aus den Augen und entwirft ein verworrenes Netz aus zwischenmenschlichen Beziehungen und künstlichen Fassaden, welche allesamt Anlass zum Argwohn geben und den Leser immer wieder auf die falsche Fährte führen. Auch wenn sich Kramp bei der Skizzierung der Figuren sämtlicher Landhauskrimi-Klischees bedient (der Schläger, der Dorftrottel, die liebenswerte Gastwirtin), kommen sie allesamt äußerst lebendig und authentisch daher. Lesen sich die Dialoge in vielen deutschen Kriminalromanen oft sehr gestelzt und steril, sitzt hier jeder Satz, wird das Tempo mit knapper, kräftiger Sprache durchgängig hoch gehalten. Atempausen gönnt Kramp uns nur wenig. Überschlagende Ereignisse verhindern, dass sich an irgendeiner Stelle so etwas wie Langeweile einstellt. Nein, äußerst tiefgründig ist das alles natürlich nicht. Und auch den Täter wird der aufmerksame Leser und routinierte Krimi-Kenner sicher früher identifiziert haben als »Jo« Frings. Darum geht es dann letztlich aber auch nicht. Wer den typischen Spannungsroman im Stile von Mord-Ermittlungen-Auflösung sucht, wird hier zwar fündig werden, aber wenig Neues geboten bekommen. Lesenswert sind bei Stimmen im Wald vor allem die Wege abseits der Aufklärungsarbeit. »Jo« Frings ist ein liebenswerter Dreckskerl, dem man gern über die Schulter schaut und der mit seiner unkonventionellen Art zudem verhindert, dass irgendwo so etwas wie deutsche Biederkeit aufkommen kann. Auf längere Ausschmückungen wird gänzlich verzichtet. Wer wissen will aus welchem Holz die Kuckucksuhr auf dem Kaminsims ist, hat hier eindeutig zum falschen Buch gegriffen. Kramp setzt lieber Punkte, als viele Kommas. Und er hat gut daran getan. "Stimmen im Wald" ist alles andere als gewöhnlich und gerade deswegen lesenswert. Ein amüsanter Genre-Mix, der von Spannung über trockenen Humor bis hin zu einer logisch durchdachten Mordgeschichte alles bietet, was man von einem guten Kriminalroman erwarten kann und darf.