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Die Welle

"Ihr seid also der Meinung, dass eine Diktatur bei uns nicht mehr möglich wäre?" Deutschland. Heute. Der Gymnasiallehrer Rainer Wenger startet während einer Projektwoche zum Thema "Staatsformen" einen Versuch, um den Schülern die Entstehung einer Diktatur greifbar zu machen. Ein pädagogisches Experiment mit verheerenden Folgen. Was zunächst harmlos mit Begriffen wie Disziplin und Gemeinschaft beginnt, entwickelt sich binnen weniger Tage zu einer richtigen Bewegung. Der Name: "Die Welle". Bereits am dritten Tag beginnen Schüler, Andersdenkende auszuschließen und zu drangsalieren. Als die Situation bei einem Wasserballturnier schließlich eskaliert, beschließt der Lehrer, das Experiment abzubrechen. Zu spät. "Die Welle" ist längst außer Kontrolle geraten...
RezensionBild
Constantin veröffentlicht DIE WELLE (2008) mit einem ansprechenden 1080p AVC-MPEG4-Transfer im originalen Seitenverhältnis von 2.35:1. Das Bild weist trotz des Einsatzes vieler Stilmittel-bedingter Verfremdungen eine ordentliche Farbbalance mit teilweise sehr natürlichen, kräftigen Farben sowie einen insgesamt sehr hohen Schärfepegel auf. Als leicht störend offenbart sich die Entscheidung der Macher, dem Bild ein sehr hartes Äußeres zu verleihen. Die massive Kontrastanhebung führt zu einem leicht artifiziellen Look sowie deutlich überstrahlenden Bildsegmenten. Dies hat gerade in hellen Sequenzen teilweise horrende Detailverluste zur Folge. Glücklicherweise bietet das Bild dennoch satte Schwarzwerte, die den Transfer sehr plastisch erscheinen lassen.

Die AVC-Kompression arbeitet perfekt – es lassen sich während des Filmverlaufs keinerlei digitale Rückstände auf der Leinwand sichten. Auch analoge Defekte sind bei genauer Betrachtung nicht aufzufinden.
RezensionTon
Die beiden deutschen Tonspuren in DTS-HD 5.1 sowie unkomprimiertem PCM machen ihre Sache trotz einer leichten genrebedingten Frontlastigkeit sehr gut. Die Unterschiede zwischen beiden Tracks sind dabei minimal.

Schon früh fällt der gelungene Dynamikumfang auf, welcher alle Frequenzen des hörbaren Spektrums gleichermaßen erfasst. So gibt es nicht nur glasklare Dialoge und gut klingende Score-Elemente zu verzeichnen, auch die Tiefton-Fraktion darf das eine oder andere Mal ihre Stimme massiv anheben. Wenn die Sound-Komposition auch nicht zu den vielfältigsten gehört, schaffen es die nahezu ständig anzutreffenden, sehr subtilen Umgebungsgeräusche, das Klangfeld offen und weiträumig zu halten.

Unangenehm fällt die Lautstärkedifferenz zwischen Dialogen und Score ins Gewicht. Zwar ist die Sprache immer gut verständlich, dennoch katapultiert sich der Soundtrack in vielen Sequenzen durch seine Brachialität immer wieder in den Vordergrund.
RezensionBonus
Die Blu-ray-Disk bietet ein breites Spektrum an Bonusmaterial. Den Anfang machen der Audiokommentar von Darstellern und Crew, welcher unter anderem von Regisseur Dennis Gansel gesprochen wird, sowie das Pop-up-Feature, welches während des Films Information von Dennis Gansel in Form von Texttafeln zuspielt. Das Making of (22 min, HD) ist trotz vieler interessanter Informationen lediglich durchschnittlich, da der Promotion-Charakter zu stark im Vordergrund steht. Wesentlich ausführlicher und aufschlussreicher ist das Videotagebuch von Regisseur Dennis Gansel (42 min), welches den gesamten Filmentstehungsprozess dokumentiert.

Weiter geht es mit insgesamt 16 Minuten an Deleted Scenes, knapp acht Minuten an Extended Scenes sowie einem interessanten alternativen Ende. Auch die durchaus lustigen Outtakes (~6 min) dürfen bei einer solchen Produktion genauso wenig fehlen wie die Interviews mit Darstellern und Verantwortlichen. Interessant ist auch der Auftritt von Lehrer Ron Jones, welcher das Experiment in den 60er-Jahren durchführte. In Anlehnung daran gibt es Die Kerner-Sendung mit Live-Experiment zu sehen, in welcher Jürgen Vogel sowie Ron Jones zu Gast waren.

Zum Schluss findet man noch ein knapp fünf Minuten dauerndes Feature über die Verleihung des deutschen Filmpreises, das Musikvideo Empty Trash mit Making of sowie eine Rede von Staatsminister Walter Steinmeier.
Zitat
Das Experiment, welches Ron Jones 1967 in den USA mit einer seiner Schulkassen durchführte, wurde jahrzehntelang kontrovers diskutiert und analysiert. Das Ergebnis seiner Selbststudie, wie schnell eine Diktatur entstehen kann und ob dies trotz weitestgehender Aufklärung überhaupt noch möglich ist, ist so faszinierend wie erschreckend. Der auf dieser Geschichte basierende Film DIE WELLE (2008) ist ein interessanter Ansatz, sich erneut mit dem Thema auseinanderzusetzten. Dass es sich dabei um eine deutsche Produktion handelt und die Problematik der Geschichte somit auf die von einer Diktatur geprägte deutsche Gesellschaft projiziert wird, macht das Projekt noch ambitionierter. Leider ging der Schuss, was Vergangenheitsaufbereitung und ernsthafte Auseinandersetzung mit schnell aufkeimenden radikalen Tendenzen anbelangt, im Gerangel zwischen Authentizität und Unterhaltung gehörig nach hinten los.

DIE WELLE (2008) ist sicherlich kein schlechter Film, dennoch bedient er sich zu vieler plakativer Klischees, die auch die Charakterentwicklung gewaltig einschränken. Die Reaktion der Schüler ist nur selten nachvollziehbar, sowohl innner- als auch außerhalb des Schulgebäudes. Lediglich Jürgen Vogels Hauptrolle bringt interessante Facetten in Spiel, die aufgrund inhaltlicher Schwächen andererseits gerade wieder verpuffen.

DIE WELLE (2008) bietet auf jeden Fall einiges an Gesprächsstoff und wird zudem sicherlich im Unterricht von Schulen einen regelmäßigen Platz finden. Dennoch ist das Gezeigte zu sehr auf Unterhaltung ausgerichtet, um sich auch in letzter Konsequenz mit den inhaltlichen anspruchsvollen Schlussfolgerungen des Experiments auseinandersetzen zu können.

In Sachen Qualität ist die Blu-ray-Disk auf einem sehr soliden Standpunkt angekommen. Das Bild zeigt bis auf leichte, von Stilmitteln herrührende Eigenwilligkeiten keine gravierenden Mängel und auch der Sound kann über weite Strecken überzeugen. Das Bonusmaterial ist umfangreich und interessant, wenn auch nicht unbedingt etwas besonderes.

Subjektive Filmwertung: 6 von 10 nur ungenügend differenziert aufgearbeitete Experimente
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Beschreibung

Produktdetails


Medium Blu-ray
Anzahl 1
FSK Freigegeben ab 12 Jahren
Erscheinungsdatum 06.10.2008
Regisseur Dennis Gansel
Sprache Deutsch
EAN 4011976312284
Genre Drama
Studio Constantin Film AG
Originaltitel (2008)
Spieldauer 107 Minuten
Bildformat 16:9 (2,35:1), HD
Tonformat Deutsch: DTS HD 5.1, Deutsch: PCM 5.1
Verpackung Blu-ray Softbox Standard
Film (Blu-ray)
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9,99
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Buchhändler-Empfehlungen

„Die Welle “

K. Wölfel, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Dieser Film macht mich immer wieder fassungslos und zeigt sehr gut auf, wie leicht sich Menschen manipulieren lassen. Der Film ist authentisch und dramatisch, da er meiner Meinung nach sehr realistisch ist, da man unglaublich schnell in so eine Situation geraten kann, ohne es wirklich zu wollen.
Die Welle ist ein interessantes Projekt, das schnell ausartet und sich verselbstständigt. Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, da der innere Zwiespalt, die Frage nach Richtig oder Falsch und die Sehnsucht nach Anerkennung und Zusammengehörigkeit sehr gut ausgearbeitet worden sind.
Die Schauspieler verkörpern ihre Rollen perfekt und ich hätte mir keine bessere Besetzung vorstellen können.
Das Thema wird gut rüber gebracht und man bekommt immer wieder Gänsehaut. Außerdem regt der Film sehr zum Nachdenken an.
Dieser Film macht mich immer wieder fassungslos und zeigt sehr gut auf, wie leicht sich Menschen manipulieren lassen. Der Film ist authentisch und dramatisch, da er meiner Meinung nach sehr realistisch ist, da man unglaublich schnell in so eine Situation geraten kann, ohne es wirklich zu wollen.
Die Welle ist ein interessantes Projekt, das schnell ausartet und sich verselbstständigt. Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, da der innere Zwiespalt, die Frage nach Richtig oder Falsch und die Sehnsucht nach Anerkennung und Zusammengehörigkeit sehr gut ausgearbeitet worden sind.
Die Schauspieler verkörpern ihre Rollen perfekt und ich hätte mir keine bessere Besetzung vorstellen können.
Das Thema wird gut rüber gebracht und man bekommt immer wieder Gänsehaut. Außerdem regt der Film sehr zum Nachdenken an.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
18 Bewertungen
Übersicht
9
6
1
2
0

gutes Produkt
von einer Kundin/einem Kunden aus Remscheid am 30.12.2018
Bewertet: Medium: DVD

Alles bestens. Kann das Produkt nur weiterempfehlen. Habe es verschenkt und es kam gut an.

Ein eindrucksvolles Experiment
von M.L.H am 17.09.2014
Bewertet: Medium: DVD

Nach dem beeindruckenden Buch, freute ich mich um so mehr auf die Verfilmung. Ich hatte durchaus hohe Ansprüche und der Film konnte viele auch noch toppen. Die Jungdarsteller spielen überzeugend, Jürgen Vogel nimmt man die Rolle des eifrigen und motivierten Lehrers jederzeit ab und der Film ist modern, flott... Nach dem beeindruckenden Buch, freute ich mich um so mehr auf die Verfilmung. Ich hatte durchaus hohe Ansprüche und der Film konnte viele auch noch toppen. Die Jungdarsteller spielen überzeugend, Jürgen Vogel nimmt man die Rolle des eifrigen und motivierten Lehrers jederzeit ab und der Film ist modern, flott und spannend inszeniert. Minuspunkte gibt es trotzdem; die Begeisterung entfacht zu schnell, manche Handlungsstricke sind einfach nicht logisch. Zur Verteidigung des Films; man musste das gesamte Material ja dann doch auch in 120 Minuten ins Fernsehen bringen, während das Buch natürlich vieles genauer beschreibt. Auch nicht gelungen sind manche Nebenfiguren, die leider zu schablonenhaft und in einem Fall auch völlig übertrieben und unglaubwürdig sind. Ansonsten gelingt die Verfilmung spannender als vermutet, inklusive keinesfalls unnötigen Verfolgungsjagden. Was das Ende angeht waren die meisten Kritiken gespaltet. Gelingt im Buch (und auch in der wirklichen Geschichte) ein harmloses und glimpfliches Ende, wird im Film eine Person getötet, eine weitere Person schwer verletzt. Besonders die Selbstmordszene ist krass, die Kamera bleibt erbarmungslos an der Person haften. Doch das Ende ist keineswegs dick aufgetragen und auch die Schlussszene, in der Vogel in Handschellen an seinen Schülern und seiner Frau vorbei in Zeitlupe (!) von der Polizei abgeführt wird, ist tragisch und schockierend, durch dieses Ende zeigt der Film eindrucksvoll, was in nur wenigen Tagen mit einem Experiment alles bewirkt werden kann. Wirkt die Idee am Anfang noch hölzern, klärt sie gegen Ende eindrucksvoll über die Nazi-Bewegung und die Folgen einer eventuellen Nachahmung auf. Ein schockierender und eindrucksvoller Film.

der Leser
von einer Kundin/einem Kunden am 27.08.2013
Bewertet: Medium: DVD

Der Film geht unter die Haut!! Wenn man ehrlich zu sich selber ist stellt man fest, dass wahrscheinlich jeder so reagieren würde. Oder zumindest fast jeder. Ein eindrücklicher Film. Nachhaltig!