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Der Goldsucher

Roman

KIWI Band 1106

Die Suche nach dem Schatz ist eine Reise in die Träume seiner Kindheit, was er sucht, entdeckt er schließlich in sich selbst.

Auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean verbringt Alexis, der Ich-Erzähler von J.M.G. Le Clézios Roman, seine Kindheit in einer zauberhaften tropischen Landschaft nicht weit vom Meer. Die Mutter, der Vater, der Träumer, erklärt ihnen den Sternenhimmel. Doch was so paradiesisch schien, bricht jäh zusammen, als der Vater 1892 mit seinen dilletantischen Geschäften Konkurs macht und ein Zyklon das Land verwüstet. Verarmt lebt die Familie in der Stadt Forest Side, wo der Vater stirbt. Um Unglück und Armut zu überwinden, bricht Alexis 1920 mit einem Segelschoner zu einer phantastischen Reise übers Meer auf. Er will nach alten Plänen und Karten seines Vaters einen sagenhaften Schatz heben, das Gold des Korsaren, dessen Versteck ihm sein Vater, bevor er starb, noch verraten hat – in einer Bucht auf Rodrigues, einer kleinen Insel im Indischen Ozean. Doch das Gold, nach dem Alexis immer verzweifelter sucht, bleibt unauffindbar. Ouma, eine junge Schwarze, rettet ihn, und er glaubt für einige Zeit bei ihr das Glück gefunden zu haben. Der erste Weltkrieg bricht aus, und Alexis meldet sich freiwillig, er kämpft in der englischen Armee in Frankreich, an der Somme. Es sind für ihn »tote Jahre«, und als er nach Mauritius zurück kehrt, ist er erwachsen geworden. Seiner Familie hat er sich entfremdet, Ouma ist nur noch ein Traum, die Kindheit eine Erinnerung und den Goldschatz von Rodrigues gibt es nicht. Was er auf seiner abenteuerlichen Fahrt gesucht hat, findet er in sich selbst.
Rezension
"Ein wundervolles Buch - für Liebhaber von Schatzsuchen, einsamen Inseln und wilden Abenteuern in einem Zauberland." Le Quotidien de Paris
Portrait
J.M.G. Le Clézio, 1940 in Nizza geboren, studierte in Frankreich und England Literatur. Die Wurzeln seiner Familie liegen in der Bretagne und auf Mauritius. Er veröffentlichte über 40 Bücher – Romane, Erzählungen, Essays – und erhielt für sein Werk zahlreiche Preise. 2008 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Le Clézio lebt hauptsächlich in Frankreich und New Mexico.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 380
Erscheinungsdatum 15.10.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-04115-6
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 19,1/12,6/2,1 cm
Gewicht 300 g
Originaltitel Le chercheur d'or
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Rolf Soellner, Hedda Soellner
Verkaufsrang 122946
Buch (Taschenbuch)
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Auf der Suche nach Meer
von Stefan Heidsiek aus Darmstadt am 06.05.2010

Das Jahr 1892, Mauritius. Gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester lebt dort der kleine Junge Alexis in der dicht bewaldeten Boucan-Senke, einem paradiesischen Streifen direkt am Meer. Die Tage seiner Kindheit sind geprägt vom Rauschen des Meeres, dem Zug der Seevögel und den Gerüchen des Waldes. In diesem Idyll weit weg... Das Jahr 1892, Mauritius. Gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester lebt dort der kleine Junge Alexis in der dicht bewaldeten Boucan-Senke, einem paradiesischen Streifen direkt am Meer. Die Tage seiner Kindheit sind geprägt vom Rauschen des Meeres, dem Zug der Seevögel und den Gerüchen des Waldes. In diesem Idyll weit weg von der Zivilisation wächst er auf, lernt er spielerisch die Welt um sich herum kennen. Sein Vater lehrt ihn die Sternenbilder, seine Mutter unterrichtet beide Kinder in Religion, Mathematik und Sprachen. Obwohl finanzielle Sorgen die Familie plagen, sind sie glücklich, bis sich Alexis' Vater mit der Errichtung eines Elektrizitätswerks übernimmt. Als eines Tages ein schrecklicher Orkan über die Insel hinwegfegt und das neu errichtete Werk samt dem eigenen Haus in Trümmern legt, beginnen für Alexis und seine Familie die Zeit der Sorgen. Von Geldnöten geplagt müssen sie ihre Heimat verlassen und nach Port Louis ziehen, wo der schwer gebeutelte Vater nach kurzer Zeit stirbt. Sein Sohn übernimmt dessen Stelle als Buchhalter, träumt jedoch stets von der Seefahrt und der Weite des Meeres. Vom Abenteuer gelockt und im Besitz von Geheimpapieren, die einen Goldschatz auf der Insel Rodriguez vermuten lassen, kehrt er Mauritius schließlich den Rücken. Und segelt seiner Zukunft entgegen... Der Klappentext und auch die Vergleiche mit oben genannten Schriftstellern lassen zwar einen klassischen Abenteuerroman vermuten, doch bereits nach kurzer Zeit wird dem Leser klar: "Der Goldsucher" ist viel mehr als das. Le Clézio erweist sich hier als Meister der Prosa, beeindruckt durch sein Spiel mit den Wörtern und verführt mit einer poetischen Sprache, welche den Größten dieses Genres in nichts nachsteht. Die vordergründige Suche nach dem versteckten Gold eines Korsaren weicht schnell einer tiefer gehenden Geschichte, welche die Auswirkungen der Zivilisation und des so genannten Fortschritts auf die Natur besonders im letzten Drittel sehr eindrücklich vor Augen führt. Bestes Beispiel dafür ist Alexis' Dienst im Ersten Weltkrieg, welcher ihn in den gasverseuchten Ebenen Yperns mit dem Tod in seiner schrecklichsten Form konfrontiert. Diese Erfahrungen stehen wiederum im Gegensatz zu der offensichtlichen Liebe des Autors zu seinen Figuren und der Welt des Meeres. Seine Landschafts- und Naturbeschreibungen sind einzigartig und derart bildreich, das sich Worte in Sekunden zu Formen und Farben wandeln. Es scheint ein Zauber von diesen Zeilen auszugehen. Anders lässt sich die stumme Faszination, die ich ob dieses Buches empfand, nicht erklären. "Der Goldsucher" ist ein Fest für alle Sinne, ein Ode an Flora und Fauna und nicht zuletzt auch an die Liebe. Die letzten Zeilen habe ich mit Tränen in den Augen gelesen, aufgewühlt und zutiefst berührt von der Geschichte dieses Jungen von Mauritius, der auszog um Gold zu suchen und die Liebe zum Meer und seiner Kindheit fand. Insgesamt ist "Der Goldsucher" ein großartiger, wunderschöner Roman fernab von jeglichem Kitsch und dem heutigen literarischen Mainstream. Ein Meisterwerk und moderner Klassiker, der am Ende des Jahres ganz sicher zu meinen persönlichen Entdeckungen zählen wird. Kaum zu glauben, das solch ein künstlerisches Buch Mitte der 80er geschrieben worden und in Deutschland unbeachtet geblieben ist.