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Du stirbst nicht

Roman

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Inhalt und Details

Vom Hirnschlag erwacht – die atemberaubende Geschichte einer Heilung

Helene Wesendahl weiß nicht, wie ihr geschieht: Sie findet sich im Krankenhaus wieder, ohne Kontrolle über ihren Körper, sprachlos, mit Erinnerungslücken. Ihr Weg zurück ins Leben konfrontiert sie mit einer fremden Frau, die doch einmal sie selbst war.

Kathrin Schmidt packt ihre Leser diesmal durch die Beschränkung, und zwar im wörtlichen Sinne. Mit den Augen ihrer erwachenden Heldin blicken wir in ein Krankenzimmer, auf andere Patienten, das Pflegepersonal und den eigenen Körper, der plötzlich ein Eigenleben zu führen scheint. Und wir erleben die mühsamen Reha-Maßnahmen mit, die Reaktionen der Familie, den aufopferungsvollen Einsatz ihres Mannes – und die bruchstückhafte Wiederkehr ihrer Erinnrung.

Was da zutage tritt, konfrontiert Helene mit einem Leben, in dem sie sich kaum wiedererkennt, und das vieles in Frage stellt, was in der neuen Situation so selbstverständlich scheint. Sie entdeckt frühe Brüche in ihrer Biographie, verdrängte Leidenschaften und aus der Not geborene Verpflichtungen. Als ihr bewusst wird, dass ihr Herz sich bereits auf Abwege begeben hatte und sie den Mann, der sie jetzt so eifrig pflegt, eigentlich verlassen wollte, droht sie den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Kathrin Schmidt gelingt das Erstaunliche: Sie macht den Orientierungs- und Sprachverlust nach einer Hirnverletzung erfahrbar und zeigt einen Weg der Genesung, der in zwei Richtungen führt, zurück und nach vorn. Dabei entsteht ein Entwicklungsroman ganz eigener Art, der durch seine innere Dynamik fesselt und durch die Rückhaltlosigkeit, mit der seine Heldin sich mit ihrer Vergangenheit und Gegenwart konfrontiert, fasziniert. Er überzeugt vor allem durch die bewegende Schilderung eines sprachlichen Neubeginns. »Schmidts Roman ist kein Erlebnisbericht, sondern ein schönes Beispiel dafür, wie aus autobiografischem Erleben Literatur werden kann.« Kathrin Schmidt, geboren 1958 in Gotha, arbeitete als Diplompsychologin, Redakteurin und Sozialwissenschaftlerin. Sie erhielt für ihre literarischen Arbeiten zahlreiche Preise, darunter den Leonce-und-Lena-Preis 1993. Ihr 1998 erschienener Roman »Die Gunnar-Lennefsen-Expedition« wurde mit dem Förderpreis des Heimito-von-Doderer-Preises und dem Preis des Landes Kärnten beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1998 ausgezeichnet. Für ihren Roman »Du stirbst nicht« erhielt sie 2009 den Preis der SWR-Bestenliste und den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschien ihr Gedichtband »waschplatz der kühlen dinge« (2018).
  • Einband

    gebundene Ausgabe

  • Erscheinungsdatum

    27.02.2009

  • Verlag Kiepenheuer & Witsch
  • Seitenzahl

    347

  • Maße (L/B/H)

    20,9/13,5/2,8 cm

Beschreibung & Medien

Artikeldetails

  • Einband

    gebundene Ausgabe

  • Erscheinungsdatum

    27.02.2009

  • Verlag Kiepenheuer & Witsch
  • Seitenzahl

    347

  • Maße (L/B/H)

    20,9/13,5/2,8 cm

  • Gewicht

    441 g

  • Auflage

    7. Auflage

  • Sprache

    Deutsch

  • ISBN

    978-3-462-04098-2

Buchhändler-Empfehlungen

Vermutlich mein liebster Preisträger des Deutschen Buchpreises

Ingbert Edenhofer, Thalia-Buchhandlung Essen

Mir fehlen noch fünf Romane, die den Deutschen Buchpreis erhalten haben, deshalb kann es natürlich sein, dass irgendwo noch ein überzeugenderer Titel schlummert, aber unter denen, die ich gelesen habe, ist "Du stirbst nicht" wohl mein Favorit. Ich würde nicht behaupten, dass der Roman keine Probleme habe - je mehr Helene sich an ihr Leben vor der Hirnblutung erinnert, desto abstruser wirkt es. Es geht ein bisschen in Richtung "wir versuchen mal zu schocken", wie es so viel Gegenwartsliteratur versucht und nur selten auf eine Art schafft, die nicht wie Selbstzweck wirkt. Aber die Schilderung, wenn Helene zu sich kommt und ins Bewusstsein reingleitet und wieder heraus, sind ehrlich beklemmend. Schmidt hat das selber erlebt, und wenn ich die Maxime "Write what you know" nicht für ultimativ wahr halte: Hier ist es sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass es die schwächeren Elemente mehr als aufwiegt. Ich habe bisher nur ein weiteres Buch von Kathrin Schmidt gelesen - sie sollte wirklich mal wieder den Weg auf meinen Bücherstapel finden - aber wer z.B. "Neujahr" von Juli Zeh so beklemmend und faszinierend fand wie ich, hat hier ein äußerst gelungenes Pendant.

Fesselnd

Sylvia Holtschke, Thalia-Buchhandlung Plauen

Man kann in die doch eher traurige Geschichte sehr gut eintauchen und mitfühlen. Sprachlich hervorragend und einfach nur fesselnd. Sehr zu empfehlen.

Kundenbewertungen

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Hochachtung zu einem sehr guten Werk
von J.G. aus Berlin am 20.02.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Kathrin Schmidt hat für dieses teilweise autobiographische Werk den Deutschen Buchpreis 2009 erhalten und verarbeitet darin ihre Erlebnisse eines Schlaganfalls. Die Protagonistin Helene Wesendahl wacht eines Morgens auf der Intensivstation und hat keinerlei Kontrolle mehr über ihren Körper, kann nicht sprechen und erinnert si... Kathrin Schmidt hat für dieses teilweise autobiographische Werk den Deutschen Buchpreis 2009 erhalten und verarbeitet darin ihre Erlebnisse eines Schlaganfalls. Die Protagonistin Helene Wesendahl wacht eines Morgens auf der Intensivstation und hat keinerlei Kontrolle mehr über ihren Körper, kann nicht sprechen und erinnert sich nicht mal an die grundlegendsten Dingen, wie bspw. Ihren Namen. Ihre Ehe stand kurz vor dem Zusammenbruch und ihre Kinder sind auf dem Weg ihr eigenes Leben zu führen. Helene muss zuerst sich selbst wieder finden und in ihre Leben zurückkehren. Dem Leser werden der Krankheitsprozess und die langsame Rückkehr ins Leben dargeboten. Kathrin Schmidt gelingt es in diesem Werk dem Leser die Erlebnisse und Gefühle eines Schlaganfallsopfers näher zu bringen und ihn für dieses Thema zu sensibilisieren. Einfach großartig werden Stimmungen eingefangen und innere Zustände dargestellt. Ihr Schreibstil steht im Einklang mit den Empfindungen, der Verzweiflung und der Wut. Ich habe vorab nicht gewusst, dass Kathrin Schmidt aus ihren eigenen Erfahrungen erzählt, aber nach Recherchen hat sich mein Verdacht bestätigt. Es kann jemand so gut darüber schreiben, der das auch erlebt hat. Hochachtung zu einem wirklich außerordentlich guten Werk.

Mit Mut und Willenstärke zurück ins Leben
von MissyLissy am 08.02.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Sehr beeindruckend wie die Geschichte aus der Sicht der Patientin Helene, die ein Aneurysma erlitten hat und im Wachkoma liegt, geschrieben ist. Sie kann zu Beginn nicht sprechen und sich nicht bewegen, trotzdem kämpft sie sich mühsam wieder zurück ins Leben und erlebt hier einiges existentiell Bedrohliches. Alte längst vergesse... Sehr beeindruckend wie die Geschichte aus der Sicht der Patientin Helene, die ein Aneurysma erlitten hat und im Wachkoma liegt, geschrieben ist. Sie kann zu Beginn nicht sprechen und sich nicht bewegen, trotzdem kämpft sie sich mühsam wieder zurück ins Leben und erlebt hier einiges existentiell Bedrohliches. Alte längst vergessene und vergrabene Geschichten und Begebenheiten kommen ans Tageslicht und sie versucht die Vergangenheit und die Geschehnisse in der Realität auseinanderzuhalten. Das Buch hat mich zwar sehr beeindruckt und bewegt, aber leider mein Inneres nicht völlig berührt, was vielleicht daran gelegen haben mag, dass ich die Geschichte stellenweise etwas langatmig empfand.

Von Krankheit und Hoffnung
von Dr. Christian Rößner aus Göttingen am 07.12.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Helene Wesendahl, 44-jährige Schriftstellerin aus Berlin, erwacht eines Tages im Krankenhaus, kann aber ihre Umwelt nur schlaglicht- und schemenhaft wahrnehmen. Nach und nach erfährt sie – im Wachkoma liegend -, dass sie eine Hirnblutung, ein Aneurysma, erlitten hat und jetzt nicht nur körperlich gelähmt ist, sondern auch ihre E... Helene Wesendahl, 44-jährige Schriftstellerin aus Berlin, erwacht eines Tages im Krankenhaus, kann aber ihre Umwelt nur schlaglicht- und schemenhaft wahrnehmen. Nach und nach erfährt sie – im Wachkoma liegend -, dass sie eine Hirnblutung, ein Aneurysma, erlitten hat und jetzt nicht nur körperlich gelähmt ist, sondern auch ihre Erinnerungen und ihre Sprache verloren hat. Dabei erfährt die Protagonistin neben der körperlichen Einschränkung vor allem den Verlust der Worte als existentielle Bedrohung. Kathrin Schmidts beeindruckender Roman schildert Helenes mühsamen Weg aus der Krankheit mit Hilfe von Erinnerungen an ihr Leben vor der Krankheit, langwierigen Therapien und der Neuordnung ihrer Familienverhältnisse. Der besonders erzählerische Clou liegt in der Perspektive des Romans: Der Leser erfährt unmittelbar aus der Sicht Helenes ihr Ringen mit diesem Realität gewordenen Alptraum und lässt damit den Leser an jeder noch so kleinen Gemütsregung teilhaben. Ein wirklich großartiger Roman, der auf eine ganz ungewöhnliche Art und Weise betroffen, aber nie mutlos macht.

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