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Der Krieger der Nacht / Die Chroniken von Araluen Bd.5

Band 5

Die Chroniken von Araluen Band 5


„Der Herr der Ringe“ für junge Leser

Ein fantastisch-mittelalterliches Königreich, bedroht von bösen Kräften und ungeheuerlichen Kreaturen, verteidigt von einem jungen Waldläufer und seinen Freunden – willkommen in Araluen!

Kaum hat Will seine Ausbildung zum Waldläufer abgeschlossen, bekommt er es mit übernatürlichen Mächten zu tun. Zunächst hält er die Gerüchte über Hexerei für blanken Unsinn. Doch dann erblickt er im Wald die unwirkliche Gestalt eines dunklen Kriegers. Will muss sich einem Kampf stellen, auf den ihn keine Ausbildung der Welt vorbereiten konnte …

• Begeisterte Leserstimmen zu den ersten Bänden

• Mittelalter, Magie und mehr – vom australischen Bestsellerautor John Flanagan

Portrait
John Flanagan arbeitete als Werbetexter und Drehbuchautor, bevor er das Bücherschreiben zu seinem Hauptberuf machte. Den ersten Band von »Die Chroniken von Araluen« schrieb er, um seinen 12-jährigen Sohn zum Lesen zu animieren. Die Reihe eroberte in Australien in kürzester Zeit die Bestsellerlisten.
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  • Artikelbild-0
  • Im Norden, das wusste er, würden die ersten Winterstürme den Regen vor sich hertreiben, die See in hohen Wellen gegen die Küste drängen und weiße Gischtwolken hoch in der Luft bersten lassen.
    Hier in der südöstlichsten Ecke des Königreichs waren die einzigen Anzeichen des bevorstehenden Winters die in der Luft sichtbaren Atemwölkchen seiner beiden Pferde. Der Himmel war von einem klaren Blau und die Sonne brannte warm auf seine Schultern. Er hätte im Sattel fast einnicken und es seinem Pony überlassen können, sich den Weg entlang der Straße zu suchen, doch seine harten Lehrjahre hatten ihn gelehrt, nie derartig nachlässig zu werden.
    Wills Blick wanderte ständig hin und her, nach rechts oder links, weiter nach vorne und wieder zurück. Ein Beobachter hätte das gar nicht bemerkt, denn der Kopf blieb dabei völlig ruhig. Auch dies gehörte zu seiner Ausbildung: sehen, ohne gesehen zu werden; Dinge bemerken, ohne selbst bemerkt zu werden. Er wusste, dieser Teil des Königreichs war recht ruhig. Aus diesem Grund war ihm auch das Lehen Seacliff übertragen worden.
    Schließlich konnte einem neuen und gerade erst ernannten Waldläufer wohl kaum der schlimmste Unruheherd zugeteilt werden. Will lächelte bei dem Gedanken. Die Aussicht, seine erste eigene Stelle anzutreten, war aufregend genug, auch ohne dass er sich wegen eines Überfalls oder eines Aufstands Sorgen machen musste. Er war zufrieden, sich hier in dieser abgelegenen Gegend niederlassen zu können.
    Das Lächeln auf Wills Lippen erstarb, als sein aufmerksamer Blick ein Stück weiter vorn neben der Straße etwas im hohen Gras erspähte.
    Äußerlich ließ er sich das jedoch nicht anmerken. Weder stellte er sich in die Steigbügel, noch richtete er sich im Sattel auf, um besser sehen zu können, wie die meisten Leute es vielleicht getan hätten. Im Gegenteil, er schien noch tiefer in den Sattel zu sinken - scheinbar achtlos, was die Welt um ihn herum betraf. Aber seine Augen, die im Schatten unter der Kapuze seines Umhangs verborgen waren, blickten äußerst aufmerksam. Im Gras hatte sich etwas bewegt, da war er sich sicher. Und jetzt meinte er, dort etwas Schwarz-Weißes zu sehen - Farben, die so gar nicht zu dem verblassenden Grün und dem Rotbraun des Herbstes passten.
    Er war nicht der Einzige, der bemerkte, dass da irgendetwas nicht stimmte. Reißers Ohren zuckten, er hob den Kopf und schnaubte.
    "Hab's gesehen", sagte Will leise, um das Pferd wissen zu lassen, dass seine Warnung angekommen war. Daraufhin war Reißer still, nur seine Ohren waren noch aufgestellt. Das Packpferd, das zufrieden hinter ihnen hertrottete, zeigte keinerlei Interesse an der Umgebung. Aber es war schließlich auch nur ein ganz normales Packpferd und kein sorgsam ausgebildetes Waldläuferpony.
    Das hohe Gras bewegte sich noch einmal. Es war nur eine schwache Bewegung, doch es wehte kein Wind, der sie hätte verursachen können. Will versicherte sich mit einem raschen Blick, dass er seinen Köcher mit einer einzigen Handbewegung erreichen konnte. Sein Langbogen lag bereits gespannt über seinen Knien. Waldläufer reisten nicht mit dem Bogen über der Schulter. Sie hielten ihn stets griffbereit.
    Wills Herz klopfte schneller. Er war jetzt nur noch einige Pferdelängen von der Stelle entfernt. Er erinnerte sich an einen von Walts Ratschlägen: Konzentriere dich nicht nur auf das Offensichtliche. Dein Gegner will vielleicht, dass du genau das tust, damit du etwas ganz anderes übersiehst.
    Nun wurde ihm auch bewusst, dass er sich voll und ganz auf diese Stelle im hohen Gras konzentriert hatte. Schnell ließ er den Blick in die weitere Umgebung wandern, hinüber zu den Bäumen. Vielleicht lagen dort Männer versteckt, die ihn angreifen wollten, sobald seine Aufmerksamkeit abgelenkt war. Räuber, Gesetzlose, Söldner, was oder wer auch immer.
    Zwischen den Bäumen konnte er nichts erkennen, und als er sich betont beiläufig umdrehte, um das Führseil des Packpferdes festerzuziehen, entdeckte er auch hinter sich nichts. Am meisten beruhigte ihn die Tatsache, dass Reißer keine weiteren Warnsignale gab. Hätten sich Männer im Wald versteckt, wäre das Pony nicht so unbeteiligt geblieben.
    Will zügelte Reißer. Das Packpferd ging noch ein, zwei Schritte und hielt dann ebenfalls an. Will ließ die rechte Hand unauffällig zum Köcher gleiten, nahm einen Pfeil heraus und hatte ihn innerhalb eines Sekundenbruchteils an die Sehne gelegt. Er schob die Kapuze zurück. Der Langbogen, das zottige Pony und der graugrün gesprenkelte Umhang wiesen ihn für jeden Bewohner des Königreichs als Waldläufer aus.
    "Wer ist da?", rief er und hob den Bogen. Er hatte noch nicht gezogen. Wenn da irgendjemand im Gras versteckt lag, würde er auch wissen, dass ein Waldläufer ziehen und treffen konnte, noch bevor jemand anders auch nur einen Finger rührte.
    Keine Antwort. Reißer stand völlig still, so wie man es ihm beigebracht hatte für den Fall, dass sein Herr schießen musste.
    "Zeig dich!", rief Will. "Du dort in Schwarz und Weiß. Zeig dich!"
    Da hatte er vor wenigen Augenblicken noch geglaubt, er sei hier in ein verschlafenes Nest gekommen. Und nun hatte er es vielleicht schon mit dem Hinterhalt eines unbekannten Feindes zu tun.
    "Deine letzte Gelegenheit", rief er. "Zeig dich oder gleich fliegt ein Pfeil in deine Richtung!"
    Da hörte er es, wahrscheinlich als Antwort auf seine Stimme. Ein leises Jaulen. Ja, ganz eindeutig, das klang nach einem Hund. Reißer hörte es ebenfalls. Seine Ohren zuckten und er schnaubte.
    Ein Hund?, dachte Will. Ein wilder Hund vielleicht, der ihn angreifen wollte? Doch diesen Gedanken tat er sofort ab. Ein wilder Hund hätte kein Geräusch von sich gegeben, das ihn warnte. Außerdem war es kein wütendes Knurren, sondern ein Jaulen. Will traf eine Entscheidung.
    In einer schnellen Bewegung zog er den linken Fuß aus dem Steigbügel, schwang sein rechtes Bein über den Sattelknauf und sprang leichtfüßig auf den Boden. Auf diese Weise hatte er die ganze Zeit die Stelle, aus der möglicherweise Gefahr drohte, im Auge und zudem beide Hände frei zum Schießen.
    Reißer schnaubte wieder. In gefährlichen Momenten wie diesem war es ihm lieber, wenn sein Herr fest im Sattel saß.
    "Alles in Ordnung", beruhigte Will das Pony und ging mit angelegtem Pfeil weiter.
    Dreißig Fuß. Zwanzig. Fünfzehn ... Er konnte den schwarz-weißen Fleck im Gras nun besser sehen.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 349
Altersempfehlung 11 - 99
Erscheinungsdatum 06.04.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-570-22066-5
Verlag Cbt
Maße (L/B/H) 18,3/12,5/3,2 cm
Gewicht 340 g
Originaltitel Ranger's Apprentice 5 - The Sorcerer in the North
Übersetzer Angelika Eisold-Viebig
Verkaufsrang 33242
Buch (Taschenbuch)
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Silke Reith, Thalia-Buchhandlung Hamburg (AEZ)

Diese Reihe ist einfach Kult! Bitte unbedingt anfangen!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Münster

Will hat seine Ausbildung abgeschlossen und betreut sein eigenes Lehen. Doch bald schon bekommt er eine Sonderaufgabe hoch im Norfen. Ist es es böse Hexerei die am Werke ist?

Kundenbewertungen

Durchschnitt
8 Bewertungen
Übersicht
8
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von einer Kundin/einem Kunden aus Münster am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Ein Fantasyepos, der nicht nur Jugendliche zu begeistern weiss. Man verfolgt Wills Abenteuer in dieser mittelalterliche Welt und hält dabei den Atem an. Auch dieser Teil begeistert

von Anna Erhardt aus Münster am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Wills Ausbildung ist abgeschlossen und schon steht er vor dem Problem, dass ein neuer Fein sich zu erkennen gegeben hat. Kann er ihn aufhalten?

Rätselhafte Zauberei
von einer Kundin/einem Kunden am 02.07.2014

Der junge Waldläufer Will bekommt seine erste Anstellung auf der Insel Seaciff, nachdem er seine Lehre beendet hat. Dort scheint alles friedlich und entspannt. Doch bald bemerkt Will, dass nicht alle Dinge zum Besten stehen. Und dann wird er auf eine geheimnisvolle Mission in den Norden geschickt, wo Gerüchte über einem unheimli... Der junge Waldläufer Will bekommt seine erste Anstellung auf der Insel Seaciff, nachdem er seine Lehre beendet hat. Dort scheint alles friedlich und entspannt. Doch bald bemerkt Will, dass nicht alle Dinge zum Besten stehen. Und dann wird er auf eine geheimnisvolle Mission in den Norden geschickt, wo Gerüchte über einem unheimlichen Zauberer und einem ominösen »Krieger der Nacht« kursieren. Als Will endlich erkennt, was hinter dem abergläubischen Gerede steckt, ist es fast zu spät. Nicht nur er schwebt in höchster Gefahr, sondern das ganze Königreich; und eine alte Freundin, die ihm ziemlich viel bedeutet. John Flanagan überspringt Wills restliche Lehrzeit nach dem 4. Band und man begegnet ihm in diesem 5. Teil als jungen, tatkräftigen Mann, der sich allerhand Fähigkeiten angeeignet hat. Trotzdem hat er seine sympathische und fröhliche Art nicht verloren und das Buch ist stellenweise wirklich witzig. Ich liebe diese Fantasy-Reihe und fühlte mich wie bei den vorigen Bänden sehr gut unterhalten. Die Geschichte ist gut durchdacht, nachvollziehbar und spannend. Ich kann die Chroniken von Araluen nur immer wieder empfehlen.