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Kasimir und Karoline

Volksstück

Reclam Universal-Bibliothek Band 18614

In Zusammenarbeit mit dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, an dem zur Zeit die neue historisch-kritische Ausgabe entsteht, erscheinen Horváths wichtigste Werke jetzt in der ′Universal-Bibliothek′ - in einer anhand der Originale revidierten, verlässlichen Textgestalt, zusammen mit den wichtigsten Vorstufen und Entwürfen und einem Kommentar auf neuestem Forschungsstand.
In einer lockeren Szenenfolge um den arbeitslosen Kasimir und seine Verlobte Karoline, die im Trubel des Münchner Oktoberfestes spielt, beschreibt das 1932 uraufgeführte Stück schonungslos die gesellschaftlichen Probleme und die Wurzellosigkeit der Menschen in Zeiten der Weltwirtschaftskrise. Die Vorarbeit Karoline, die Schönheit von Haidhausen sowie die beiden früheren Fassungen des Stückes werden neben einigen anderen Quellen wie Horváths berühmter ′Gebrauchsanweisung für Schauspieler′ jeweils vollständig abgedruckt und kommentiert.
Portrait
Ödön von Horváth, 9. 12. 1901 Fiume (Rijeka) - 1. 6. 1938 Paris. Der Sohn eines ungarischen Diplomaten machte nach zahlreichen Wohnsitzwechseln 1919 in Wien das Abitur, und kam dann über München 1924 nach Berlin. 1933 ging er nach Österreich (Salzburg, Wien), trat aber 1934 dem nationalsozialistischen Reichsverband Deutscher Schriftsteller bei, aus dem er 1937 wieder ausgeschlossen wurde. Noch vor dem Anschluss verließ H. Wien und gelangte über Budapest, Prag, Zürich, Brüssel und Amsterdam am 28. 5. 1938 nach Paris. Drei Tage später wurde er von einem herabfallenden Ast auf den Champs-Elysées erschlagen. H.s Volksstücke, die das Zentrum seines Werkes bilden, bringen heutige Menschen aus dem Volk auf die Bühne, und das sind nach H. Kleinbürger und Proletarier. Bei der Demaskierung des Bewußtseins (H.), die die Stücke betreiben, kommt der Sprache eine entscheidende Rolle zu. In ihr spielt sich das eigentliche Geschehen ab, in einem unechten, geliehenen Bildungsjargon, der den Dialekt ersetzt hat und in dessen Phrasen und Sprüchen sich die Kleinbürgermentalität in ihrer Entfremdung und ihren Illusionen verrät. Seinen ersten großen Bühnenerfolg hatte H. mit dem Stück Italienische Nacht (UA 1931), das in der Konfrontation von Sozialisten und Faschisten die Hohlheit politischer Schlagworte satirisch entlarvt. Die Geschichten aus dem Wiener Wald (UA 1931) - für das bekannteste seiner Stücke erhielt H. den Kleist-Preis - zeichnen eine tödliche Idylle: Hinter der verlogenen Fassade von Familie, Geschäft, Vergnügen stecken Egoismus, Unterdrückung (der Frauen), Sentimentalität, Brutalität und Schlimmeres. In der Ballade Kasimir und Karoline (UA 1932) ist das Münchner Oktoberfest zugleich Sinnbild der Welt und Kulisse eines tristen Dramas der durch die gesellschaftlichen und ökonomischen Verhältnisse hervorgerufenen Entfremdung. Die soziale Anklage verschärft sich in dem letzten vor Hitlers Machtergreifung geschriebenen Volksstück Glaube Liebe Hoffnung, der Geschichte einer Frau, die an ihrer Vergangenheit und der Gesellschaft scheitert und in den Tod getrieben wird. Die für Januar 1933 vorgesehene Uraufführung in Berlin ließ sich nicht mehr verwirklichen; sie fand dann 1936 in Wien statt. Von den im Exil geschriebenen Dramen - u. a. Himmelwärts, Don Juan kommt aus dem Krieg, Figaro läßt sich scheiden, Der Jüngste Tag - konnten noch einige aufgeführt werden. Viele Texte wurden erst postum gedruckt. Das Verfahren seiner Stücke, Entlarvung durch die Sprache, wandte H. auch in seinem Roman Der ewige Spießer an. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Herausgeber Klaus Kastberger, Kerstin Reimann
Seitenzahl 210
Erscheinungsdatum 04.02.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-018614-5
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 14,7/9,5/1,2 cm
Gewicht 125 g
Abbildungen 10 schwarz-weiße Abbildungen
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Kundenbewertungen

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Es war einmal das Oktoberfest ...
von Daniela Ammann aus Wien am 06.02.2013
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Kasimir und Karoline sind ein Paar, doch trennen sie sich weil Kasimir glaubt, dass sie ihn nicht mer will, weil er arbeitslos wurde. Auf dem Oktoberfest geht es mit Bekanntschaften hoch her und die beiden laufen sich immer wieder über den Weg. Karoline lernt Schürzinger kennen mit dem sie schlussendlich zusammenkommt. Er ist ei... Kasimir und Karoline sind ein Paar, doch trennen sie sich weil Kasimir glaubt, dass sie ihn nicht mer will, weil er arbeitslos wurde. Auf dem Oktoberfest geht es mit Bekanntschaften hoch her und die beiden laufen sich immer wieder über den Weg. Karoline lernt Schürzinger kennen mit dem sie schlussendlich zusammenkommt. Er ist ein Mitarbeiter von Rauch, der zuerst Karoline erobern und für sich will, sie dann aber doch stehen lässt, da sein Freund Speer verletzt wurde. Kasimir unterdes lässt sich mit seinen Bekannten Franz und Erna ein, die Kriminelle sind. Franz wird bei einem Einbruch erwischt und verhaftet. Kasimir bleibt mit Erna zurück. Wieder eine wunderbare Dreiecksgeschichte wie wir sie von Horváth kennen. Wer "Geschichten aus dem Wiener Wald" mochte, wird auch dieses Volksstück mögen.