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Beschreibung

Klassiker aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, , Sprache: Deutsch, Abstract: Erstes Kapitel***
In der Invalidenstraße sah es aus wie gewöhnlich: die Pferdebahnwagen klingelten, und die Maschinenarbeiter gingen zu Mittag, und wer durchaus was Merkwürdiges hätte finden wollen, hätte nichts anderes auskundschaften können, als daß in Nummer 98e die Fenster der ersten Etage - trotzdem nicht Ostern und nicht Pfingsten und nicht einmal Sonnabend war - mit einer Art Bravour geputzt wurden.
Und nicht zu glauben, diese Merkwürdigkeit ward auch wirklich bemerkt, und die schräg gegenüber an der Scharnhorststraßen-Ecke wohnende alte Lierschen brummelte vor sich hin: »Ich weiß nich, was der Pittelkown wieder einfällt. Aber sie kehrt sich an nichts. Un was ihre Schwester is, die Stine, mit ihrem Stübeken oben bei Polzins un ihren Sep'ratschlüssel, daß keiner was merkt, na, die wird grad ebenso. Schlimm genug. Aber die Pittelkown is schuld dran. Wie sie man bloß wieder da steht und rackscht und rabatscht! Und wenn es noch Abend wär, aber am hellen, lichten Mittag, wo Borsig und Schwarzkoppen seine grade die Straße runterkommen. Is doch wahrhaftig, als ob alles Mannsvolk nach ihr raufkucken soll; 'ne Sünd und 'ne Schand.«
So brummelte die Lierschen vor sich hin, und so wenig freundlich ihre Betrachtungen waren, so waren sie doch nicht ganz ohne Grund; denn oben auf dem Fensterbrett und kniehoch aufgeschürzt stand eine schöne, schwarze Frauensperson mit einem koketten und wohlgepflegten Wellenscheitel und wusch und rieb, einen Lederlappen in der Hand, die Scheiben der einen Fensterseite, während sie den linken Arm, um sich besser zu stützen, über das andere Querholz gelegt hatte. Mitunter gönnte sie sich einen Stillstand in der Arbeit und sah dann auf die Straße hinunter, wo jenseits des Pferdebahngeleises ein dreirädriger, beinahe eleganter Kinderwagen in greller Mittagssonne hie

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 100
Erscheinungsdatum 26.01.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-640-25262-6
Verlag GRIN
Maße (L/B/H) 21,3/14,9/1,7 cm
Gewicht 175 g
Auflage 1. Auflage

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Es lebe Fontane!
von einer Kundin/einem Kunden aus Jena am 12.10.2006
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Ein weiteres Mal entscheidet die Ständeordnung über Leben oder Tod einer jungen gutgläubigen Liebe, die sich in den Rechtmäßigkeiten damaliger Verhältnisse verirrt und im traurigen Schicksal ihr Ende findet. Und auch wenn hierbei nicht der vermögende und gutbürgerliche Waldemar die standesgesetzlich untergeordnete Stine ablehnt,... Ein weiteres Mal entscheidet die Ständeordnung über Leben oder Tod einer jungen gutgläubigen Liebe, die sich in den Rechtmäßigkeiten damaliger Verhältnisse verirrt und im traurigen Schicksal ihr Ende findet. Und auch wenn hierbei nicht der vermögende und gutbürgerliche Waldemar die standesgesetzlich untergeordnete Stine ablehnt, sondern das junge Fräulein die weitsichtige und ängstliche Rolle einnimmt, so ist der Tod des mutigen W. von Haldern und das Zerbrechen ihrer gemeinsamen Zukunft auf gesellschaftliches Stagnationsdenken zurückzuführen. Ein trauriges, dramatisches und vor allem anschauliches Meisterwerk voller Poesie!

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