Tagebuch aus Bergen-Belsen

1944 - 1945

Beck Reihe 1929

(1)

Die Aufzeichnungen von Hanna Lévy-Hass, entstanden im Jahr ihrer Internierung in Bergen-Belsen, sind ein einzigartiges Dokument. Und das nicht nur, weil sie das einzige erhaltene Tagebuch einer Widerstandskämpferin und Überlebenden des Holocaust sind, das in einem Konzentrationslager geschrieben wurde. Den heutigen Leser beeindruckt vor allem die ungeheure intellektuelle Schärfe, mit der hier eine Frau, angesichts von Terror und Schrecken, ihre Lage, die Situation der Opfer wie der Täter darstellt und analysiert - mit einer Klarsicht und Kraft, die ihresgleichen sucht. Amira Hass, die Tochter von Hanna Lévy-Hass, hat für diese Ausgabe ein Vor- und ein Nachwort geschrieben. Darin erzählt sie nicht nur auf ergreifende Weise vom Schicksal ihrer Eltern; indem sie den Bezügen zwischen dem Holocaust und dem andauernden Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern nachgeht, eröffnet sie dem heutigen Leser auch eine neue Perspektive auf das Tagebuch ihrer Mutter.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Amira Hass
Seitenzahl 158
Erscheinungsdatum Oktober 2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-59199-0
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 19,1/12,3/1,3 cm
Gewicht 164 g
Auflage 1
Buch (Taschenbuch)
12,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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Politik aus Sicht einer ungewoehnlichen Frau
von Christiane Rost aus berlin am 24.10.2009

Dieses kurze Tagebuch von Hanna Lévy-Hass, ist das Beste, was ich im letzten Jahrzehnt gelesen habe. Wie kein anderes Buch beschreibt es, was Menschlichkeit bedeutet in einer der denkbar unmenschlichsten Situationen. Eingepfercht in ein Lager mit Fremden, gedemuetigt, hungernd, krank, frierend, dem Terror der Deutschen, wie dem von... Dieses kurze Tagebuch von Hanna Lévy-Hass, ist das Beste, was ich im letzten Jahrzehnt gelesen habe. Wie kein anderes Buch beschreibt es, was Menschlichkeit bedeutet in einer der denkbar unmenschlichsten Situationen. Eingepfercht in ein Lager mit Fremden, gedemuetigt, hungernd, krank, frierend, dem Terror der Deutschen, wie dem von Mithaeftlingen scheinbar schutzlos ausgeliefert, dem Tod taeglich in die Augen schauend, gegen ihn ringend. Hanna Lévy-Hass hat etwas, was sie dieser Hoelle entgegensetzt: ihre politischen Ueberzeugungen. Sie macht uns mit ihren Aufzeichnungen auf einfache wie genaue Art klar, was Politik, politsches Denken und Handeln im eigentlichen Sinne bedeutet: Es sich dabei eben nicht um Ideologien, Glaubensgrundsaetze, Ansichten, Meinungen - und deren skrupellose Durchsetzung handelt, sondern darum, sich als Teil einer Gruppe, Gesellschaft zu verstehen und in dieser Rolle Loesungen fuer die Probleme der Gruppe zu finden und umzusetzen. Darauf, dass man als Individuum nicht verblasst, wenn man sich dieser politischen Rolle stellt, braucht sie nicht zu hinzuweisen, der Leser spuert es in jedem einzelnen ihrer Worte. Warum es so wichtig ist, dass sich gerade Frauen der vorwiegend patriarchalisch formulierten Definition und Umsetzung von Politik entgegenstellen muessen UND koennen, ist mir von keinem Menschen jemals so eindringlich geschildert worden wie von Hanna Lévy-Hass. Ich bewundere diese Frau zutiefst.