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Carl Schmitt

Aufstieg und Fall. Eine Biographie

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Reinhard Mehring legt die grundlegende Biographie Carl Schmitts vor, der bis heute neben Martin Heidegger und Max Weber der weltweit am meisten rezipierte deutsche Denker des 20. Jahrhunderts ist. Ein meisterhaftes Buch über eine geradezu Shakespeare’sche Gestalt im Zentrum der deutschen Katastrophe.
Ein „weißer Rabe“ - so hat Carl Schmitt sich selbst gern wahrgenommen. Der neidbeladene junge Mann aus einfachen Verhältnissen bahnt sich dank seiner brillanten Fähigkeiten den Weg bis an die Spitze der deutschen Rechtswissenschaft - und wird doch nie heimisch im Establishment der Gelehrten und Geachteten. Während er in seinen Schriften den liberalen Rechtsstaat als Verfassungsfassade demontiert und die Legitimität der Diktatur auslotet, jagen ihn Dämonen: sein wilder Antisemitismus, eine selbstzerstörerische Sucht nach Sexualität, das tiefsitzende Ressentiment gegen die Selbstgefälligkeit jeder bürgerlichen Existenz.
So ist er disponiert, als die Nationalsozialisten die Macht ergreifen. Er bricht mit seinen jüdischen Freunden, hält Adolf Hitler juristisch den Steigbügel und „verstrickt“ sich tief. Doch schon 1936 kommt er durch Intrigen zu Fall. Nach dem Krieg lebt er zurückgezogen in seiner sauerländischen Heimat und wird zu einer diskreten Schlüsselfigur der intellektuellen Szene. Seine radikalen Theorien über Freund und Feind, Legalität und Legitimität, den Begriff des Politischen werden in alle wichtigen Weltsprachen übersetzt und von erzkatholischen Konservativen gleichermaßen intensiv gelesen wie von den kommunistischen Revolutionären der Dritten Welt.
Portrait
Mehring
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 750
Erscheinungsdatum 15.09.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-59224-9
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 22,3/15,4/4,6 cm
Gewicht 995 g
Abbildungen mit 43 Abbildungen 22,5 cm
Auflage 1
Buch (gebundene Ausgabe)
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Der Kronjurist
von Lorenz Laudenberg aus Bergisch Gladbach am 02.01.2010

Seine Schriften kursierten unter den Studenten der 68- Bewegung als Geheimtipp, heute ist Carl Schmitt (1888- 1985) in Intellektuellenkreisen wieder salonfähig geworden! Er kam aus einem kleinbürgerlichen, katholischen Elternhaus im Sauerland, gab nach dem Studium der Rechtswissenschaft literarische Texte heraus, wurde aber später eher bekannt durch juristische Publikationen, deren... Seine Schriften kursierten unter den Studenten der 68- Bewegung als Geheimtipp, heute ist Carl Schmitt (1888- 1985) in Intellektuellenkreisen wieder salonfähig geworden! Er kam aus einem kleinbürgerlichen, katholischen Elternhaus im Sauerland, gab nach dem Studium der Rechtswissenschaft literarische Texte heraus, wurde aber später eher bekannt durch juristische Publikationen, deren brillant formulierte Thesen in Fachkreisen heftige Diskussionen auslösten. Im Gegensatz zu seinem Freund Ernst Jünger (beide waren Gegner der Weimarer Republik) sympathisierte Schmitt mit den Nationalsozialisten. Als "Kronjurist des Dritten Reiches" legitimierte er deren Handlungsweise und Gesetze, rechtfertigte Hitlers Aktionen in der Röhm- Affaire 1934. ("Der Führer schützt das Recht......") Seine Karriere war schnell zu Ende, als man ihm 1936 das Fehlen einer echten nationalsozialistischen Gesinnung absprach, er blieb aber bis zum Ende des Dritten Reiches Professor in Berlin. Carl Schmitt hat sich nie distanziert von seinem Handeln während der NS- Zeit oder von seinen antisemitischen Schriften, hat den Staatsstreich von 1933 als "legale Revolution" gesehen. Viele seiner Texte in dem glänzend recherchierten Buch von Reinhard Mehring sind für mich als Nicht- Juristen nicht grade leicht verständlich, oder, besser gesagt, sie sind fachlich und zeitlich schwer einzuordnen; trotz dieser Schwierigkeiten lohnt es sich aber auf jeden Fall, diese sehr umfangreiche Biographie einer schillernden Persönlichkeit zu lesen.