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Die Kosmonauten

Roman

Richard David Precht

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Beschreibung


Richard David Prechts wunderbarer Liebesroman

In einer Kölner Straßenbahn erobert Georg das Herz einer Unbekannten – Rosalie. Schon bald zieht es die beiden jungen Liebenden aus dem Westen nach Berlin, wo nach Wende und Wiedervereinigung für einen kurzen Moment alles möglich scheint. Während weit oben im All ein letzter sowjetischer Kosmonaut in der letzten sowjetischen Raumkapsel seine Bahnen zieht, erkunden Georg und Rosalie die Stadt wie einen fremden Planeten und lassen sich treiben. Doch die Schwerelosigkeit währt nicht ewig, und schon bald müssen sich die beiden Sternenzähler der neuen Zeit stellen.

Ein humorvoll erzähltes, zärtliches Buch über Liebe, Freiheit und Aufbruch.

Richard David Precht, geboren 1964, ist Philosoph, Publizist und Autor und einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg sowie Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seit seinem sensationellen Erfolg mit »Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?« waren alle seine Bücher zu philosophischen oder gesellschaftspolitischen Themen große Bestseller und wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Seit 2012 moderiert er die Philosophiesendung »Precht« im ZDF.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 413
Erscheinungsdatum 07.09.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-47221-5
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 18,9/11,8/3 cm
Gewicht 335 g
Auflage 2. Aufl

Kundenbewertungen

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Eine bewegende Geschichte
von Christian Rose aus Wuppertal am 30.05.2018

Mich hat die Geschichte wirklich sehr berührt. Von der romantischen Verträumheit bis in die tiefe Melancholie waren die Atmosphären sehr intensiv nachzuempfinden.


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  • _tlich des Aralsees, am westlichen Rand der Hungersteppe, etwa vierhundert Kilometer s_dwestlich von Baikonur, liegt Tjuratam. Die Sommer sind hei_und trocken, die Winter kalt und trocken und st_rmisch. Hier, inmitten der endlosen Ein_de Kasachstans, befindet sich das Kosmodrom Baikonur, das gr__e Forschungs-, Entwicklungs- und Startzentrum der Welt. Dieser Standort des Weltraumbahnhofs der Sowjetunion war lange Zeit ein wohlgeh_tetes Geheimnis.
    Das St_chen Tjuratam war einst eine Eisenbahnstation auf der Strecke Taschkent-Aralsk-Orenburg, doch dann kamen die Ingenieure und ihre Arbeiter und sperrten das Gebiet mit einem vierfachen G_rtel ab, errichteten Industriekombinate und Montagehallen und eine eigene Fabrik f_r die Herstellung von fl_ssigem Sauerstoff. Die alte Eisenbahnstation ist nun eine riesige Verschiebestelle und zugleich Hauptbahnhof der Stadt Leninsk. Etwa zehn bis zw_lf lange G_terz_ge versorgen Tag f_r Tag zehntausende Menschen in den kleinen verfallenenen Baracken der 50er Jahre, den stolzen graublauen Silos der 60er und 70er. Hochgeschossige Wohngeb_e, Schulen und Verwaltungsbauten; irdische Zeichen himmlischen Strebens, ragen die Termitenbauten des Sowjetmenschen in die kalte kasachische W_stennacht.
    Im elften Stock w_t sich Sergej Krikaljow in seiner blasskarierten Bettw_he. Es geht ihm gut, weil er schon mal im All war und noch am Leben ist und weil er heute wieder in den Kosmos fliegen wird, auch wenn er die Nacht zuvor ein bisschen unregelm_g atmet in seiner kleinen Wohnung, was Elena, seine Frau, ein wenig st_rt, aber sie versteht es.
    Scharren. Kratzen.
    Krikaljow schnauft, und Elena im rosa Nachthemd geht zum Fenster und macht es auf. Kurze Ruhe.
    Dann wieder das Kratzen: Sandflugh_hner, die nichts in den Kosmos zieht. Immer wieder kommen sie in der Morgend_erung auf das Blechdach zur_ck und lassen sich von der schr_stehenden Sonne w_en.
    Sie schlie_ das Fenster und _ffnet den Mund:
    "Es ist Zeit, Serjoscha."
    Im Sommer bewachen violettblaue Stiefm_tterchen die Beete. "Studentinnen der Arbeiterfakult_, wie Genosse Ilja gesagt hat, aber jetzt ist Winter, und Krikaljow hat nicht einmal einen Blick f_r den Park, wo kalt und riesig ein Mann steht, breitbeinig auf der gr_nen Wiese vor den Hochh_ern, als wolle er den vielen Wassersprinklern ringsum zeigen, wie man einen Rasen n_t. Darunter steht: Jurij Gagarin. Sowjetb_rger und Kommunist. Krikaljow fragt sich nicht, ob irgendwo viele tausend Meilen entfernt ein anderer kalter Riese mit einer Unterschrift steht: Neil Armstrong. US-B_rger und Kapitalist. Er denkt an Elena, dass sie sich eine neue K_che w_nscht und dass er sie fast ein halbes Jahr nicht sehen wird, weshalb es ein schwerer Abschied war, so wie schon beim letzten Mal. Aber er diskutiert nicht _ber seinen Beruf, auch nicht mit Elena. Es ist ein langer Weg zu den Startanlagen in der Mitte des Gel_es, achtunddrei_g Kilometer n_rdlich des Hauptbahnhofs. Es ist ein l_erer Weg durch die Schleusen und Kammern, durch Umkleidekabinen und anderes bis an Bord der Rakete. Und es ist ein noch viel l_erer Weg der Mission SOJUS TM 12 zur Raumstation MIR, die alte Stammbesatzung abzul_sen. Kollege Arzebarskij steht schon da, m_de und blass, man k_nnte ihn unm_glich mit einem der Kosmonauten verwechseln, die in den Schulb_chern l_eln. Auch diese Engl_erin ist da, die heute das erste Mal mitkommt, selbst wenn Elena tobt. Als wenn sie sich dadurch abhalten lie_n, die bleibt sowieso nur eine Woche. Nicht mal an derselben Tube w_rde sie lutschen, und auch die Au_nbordarbeiten zur Reparatur der Antenne oder des Ann_rungssystems KURS am QUANT-Modul blieben streng einsam.
    Stunden sp_r sitzen sie zu dritt in der Sojus-Kapsel, erst nebeln die dichten Atmosph_nschichten, dann _berfliegen sie einen der breiten sibirischen Str_me. Krikaljow unterscheidet deutlich die kleinen, von der Morgensonne beschienenen waldigen Inseln und die Ufer, und der Brechreiz ist nahezu unertr_ich, wie sch