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Vergessene Künste

Bilder vom alten Handwerk

In dieser Tradition bewegt sich auch John Seymor, der in seiner Anthologie vergessener Haushaltstechniken das universale, heute nahezu verloren gegangene Genie der Hausfrau vergangener (vor allem viktorianischer) Zeiten heraufbeschwört. Und er übt konservative Kulturkritik in einer Sprache, die schon dem Freiherrn von Knigge gut zu Gesicht gestanden hat"Heutzutage gibt es ja alle möglichen Fertiggerichte, die kaum noch Zubereitung erfordern", schreibt Seymour voller Mitleid, "Bedauernswert erscheinen mir die armen Menschen, die sich lediglich noch mit der Flimmerkiste trösten können. Aber es gibt auch noch gemütliche Haushalte und Gott sei Dank echte Hausfrauen. Sie zu loben wurde dieses Buch geschrieben". Ansonsten weist Seymour kundig ein in die altbewährte und heutzutage verschüttete Kunst der Haushaltsführung. Er beschreibt die artifiziellen Fertigkeiten des Kochens am offenen Feuer und der Bierbrauerei, der Milcherzeugung sowie –verarbeitung oder des Waschens mit Seifen und Laugen, illustriert Spinnen und Weben oder den alltäglichen Kampf mit dem Ungeziefer, sodass man wirklich oft sehr verblüfft ist über das, was die historische Hausfrau am Tag so zu bewältigen hatte. Und er führt allerlei antiquierte Utensilien wie Bettpfannen, Eiserzeuger oder Sturzbutterfässer ins Feld, die manchen Leser entgegen der Absicht des Autors vielleicht auch etwas froh werden lassen, dass heute alles sehr viel leichter geht. Natürlich sind nicht alle der angeführten Techniken und Instrumente tatsächlich vergessen (an die hölzerne Wäscheklammer oder die Axt wird sich mancher sicher noch erinnern), aber selbst die sind natürlich durch die fortschreitende Technik vom Aussterben bedroht. "Reden wir über unsere Zivilisation", schreibt Seymour, "dann denken wir meist an Menschen wie Michelangelo, Shakespeare, Beethoven oder Einstein. Wir alle lobpreisen sie, die so viel zur Bereicherung unseres Lebens beigetragen haben. Aber was wären sie wohl gewesen ohne den Ausgleich eines gemütlichen Heims?" Es sei einmal dahingestellt, inwieweit Genie und Häuslichkeit immer so unbedingt einhergegangen sind (und inwieweit etwa Shakespeare zum Verfassen seiner blutigen Königsdramen tatsächlich ein gemütliches Heim gehabt haben muss)Von manch abstruser sprachlicher Formulierung abgesehen nämlich ist Seymours Band ein volkskundlich überaus interessantes Kompendium zur Archäologie der Alltagskultur geworden.
Portrait
John Seymour, geboren 1914, erzogen in England und der Schweiz erzogen. Studium der Agrarwissenschaft, danach tätig zwei Jahre auf englischen Bauernhöfen. Anschließend fast zehn Jahre in Afrika Leitung einer Schaf- und Rinderfarm; auch tätig als Tierarzt. Nach dem Krieg Landwirtschaftsexperte für die Regierung Großbritanniens. Zahlreiche Veröffentlichungen und Arbeiten für den Rundfunk. Der Autor lebt heute in Irland.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 01.01.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7831-6203-5
Verlag Urania
Maße (L/B/H) 28,4/21,9/2 cm
Gewicht 899 g
Originaltitel The Forgotten Arts
Abbildungen 107 schwarz-weiße und 20 farbige Fotos, 260 schwarz-weiße Zeichnungen
Auflage 3. Auflage
Verkaufsrang 79390
Buch (gebundene Ausgabe)
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Klassisches altes Handwerk

Karin Thuma, Thalia-Buchhandlung Dresden

Klassisches altes Handwerk wird hier liebevoll dargestellt, um es in unserer technisierten, entfremdeten Welt vor dem Vergessen zu bewahren. Und hat der Autor nicht Recht, wenn er meint: "Fast jeder Gegenstand, den wir heute benutzen, kann aus Kunststoff hergestellt werden...Solcherart Gegenstände erfüllen ihren Zweck perfekt. Sie sind hässlich. Denn die Schönheit eines Produkts beruht auf der Kombination von natürlichen Materialstrukturen und dem einzigartigen Können und der liebevollen Bearbeitung durch einen Handwerker." Eine Empfehlung hiermit auch speziell für das Vorwort J. Seymors.

Kundenbewertungen

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Toll gemacht
von Brigitte Bouman-Mengering aus Lingen (Ems) am 03.06.2011

Mir persönlich gefällt dieses Buch sehr.Wer sich für Handwerk und seine Geschichte interessiert,hat hier den richtigen Griff getan.Anschaulich und schön bebildert macht dies Buch viel Spass.